Why Germany Is Rich But Germans Are Poor and Angry

by htt_novaq

19 comments
  1. Repost als Originallink. Dass Archivlinks nicht gestattet sind, war mir neu.

  2. Das große Problem im Kontext niedriger Durchschnittsvermögen ist, dass sich der Immobilienmarkt in Deutschland immer weiter aufheizt. Der Grund für höhere Durchschnittsvermögen in anderen Ländern ist häufig, dass dort mehr Bürger über Wohnungseigentum verfügen. Mit dem angespannten Wohnungsmarkt wird in Deutschland jedoch ein Sozialvertrag aufgekündigt, welcher seit Jahrzehnten Bestand hatte.

    In der Bundesrepublik hatten wir im Vergleich zu vielen anderen Ländern einen entspannten Wohnungsmarkt, was wiederum eine Akzeptanz niedriger Eigentumsquoten begünstigte.

    Unter dem Strich existiert eine “Wohn-Preis-Spirale”. Wenn das Wohnen in Deutschland teurer wird, dann fordern alle Berufsgruppen höhere Löhne, während die Qualität der Dienstleistungen oder Produkte nicht steigt.

  3. > the median wealth of German tenant households is just €16,000, according to the Bundesbank.

    ach du Scheiße….

    Aber echt ein guter Artikel, und ich kann so ziemlich allen Forderungen zustimmen, das trifft genau meine Kritikpunkte am deutschen System.

  4. Wir müssen halt dringend global über die Besteuerung von Vermögen und speziell in Deutschland über die Besteuerung von Lohnarbeit reden…

    Aber nein, lasst lieber wochenlang über die Dieselsubventionen von ein paar Bauern diskutieren…

  5. Das Problem besteht darin, dass es keinen Rücksetzpunkt für den Kapitalismus gibt.

    Auf dem Immobilienmarkt werden die Erbschaften andere mit eingepreist. Wer nicht erbt kann dann auch nicht mehr kaufen. Zumindest in der Regel.

    Das System hat sich durch Erbschaften von “Leistung bringt dich weiter” hin zu “Erbschaft bringt dich weiter” verschoben.

    Das ist auch der Grund, warum viele Menschen keine Lust mehr aufs Arbeiten haben.

  6. Super Artikel. Habe die Zahlen einzeln schon gesehen, aber so kurz und prägnant zusammengetragen ist das super zum Teilen!

  7. Manchmal muss man die objektive Meinung des Auslands hinzuziehen um sich selbst zu reflektieren.

    Ein Punkt wurde noch vergessen. Die Bürokratie ist zu etwas geworden was gleich zu setzen ist mit einer Bestrafung für alle die expandieren- oder Investieren wollen.

  8. Es zieht mich echt täglich runter, die Zustände hier zu sehen. Wir haben ein System welches Ungleichheit generiert, und aus dieser Ungleichheit wächst Unzufriedenheit, Angst und am Ende eben auch Rechtspopulismus und Faschismus.

    Gleichzeitig ist es allerdings effektiv unmöglich etwas an den Zuständen zu ändern. Das ganze System ist auf Eigenerhalt ausgelegt, die politischen Strukturen sind in Parteipolitik festgefahren und die Medienmaschinerie feuert die wachsende Unzufriedenheit an, indem sie für Klicks ausnutzt, dass der Mensch nicht für Massenmedien bereit ist.

    Eine eigene Partei gründen und mit jener Beachtung finden, eine Bewegung, die wirklich dagegen steuert ist mit so viel Aufwand, Gegenwind und Hürden verbunden, viele davon systemisch wie die 5% Hürde, dass es für einen Normalsterblichen, ja selbst für eine Horde an Normalos, auch effektiv unmöglich ist. Und selbst wenn eine solche, hypothetische Partei, etwas Schwung bekommen würde, würde sie sicherlich von den bestehenden Mächten, Systemen und Fürsten zerrissen werden. Alleine wie viel Gegenwind eine “soziale Partei” von der Springerpresse bekommen würde!

    Man kann nichts machen, außer sich kurz mal auf eine Demo zu schleppen und ab und zu auf reddit Dampf abzulassen, während man die restliche Zeit, vom Alltag gebeutelt, einfach nur zusehen kann, wie unsere Gesellschaft und System stetig weiter verrotet. Bis es irgendwann bricht und wir wieder fachistische Zustände haben.

    Wir existieren, sofern wir uns im privaten nicht einen eigenen, kleinen, Sinn schaffen, nur dafür von einigen, wenigen, Mächtigen ausgesaugt zu werden und die Zahlen auf auf ein, zwei, Konten größer werden zu lassen.

  9. Dass der Artikel einen Traktor von den Bauern-Protesten als Bild hat, ist schon echt nervig. Den Bauern geht es finanziell ziemlich gut. Die haben Jahrzehte lang übertriebene Subventionen kassiert und deren Landmaschinen sind von KfZ-Steuer etc. ausgenommen. Ich habe auf solche Demos Leute mit dicken z.T. importierten Karren auffahren sehen. So schlecht kann es denen nicht gehen. Vor allem sind sie wütend auf… irgendwas…

  10. Sowohl meine Eltern wie auch meine Schwiegereltern besitzen Immobilien. Meine Eltern durch pures Glück – als arme Einwanderer nach Deutschland gekommen, Wohnung im Heimatland vor der Finanzkrise für gutes Geld verkauft und Wohnung in Deutschland während Finanzkrise zu einem absoluten Witzpreis gekauft.

    Die Schwiegereltern haben sich in typischer Boomer-Manier jahrzehntelang den Arsch aufgerissen, um ihr Haus abzubezahlen. Ihre beiden Kinder wurden währenddessen komplett vernachlässigt bzw. haben ihre Kindheit damit verbracht, Kinderarbeit beim Hausbau zu leisten. Geld war auch immer sehr knapp und die Schwiegereltern waren aufgrund der Verschuldung immer extrem gestresst. Mein Mann erinnert sich daher auch ziemlich negativ an seine Kindheit zurück.

    Mein Mann und ich wollen dem Beispiel der Boomer-Schwiegereltern definitiv nicht folgen. Deswegen arbeiten wir auch Teilzeit, um unsere Kinder auch mal zu sehen, und wohnen in einer viel zu kleinen, dafür aber sehr billigen (alter Mietvertrag) Mietwohnung. Wir leisten uns den Luxus, mehrmals wöchentlich Essen zu bestellen, und müssen auch sonst nicht aufs Geld schauen. Auch wenn wir wenig “besitzen”, würde ich uns trotzdem definitiv nicht als arm bezeichnen.

  11. Wir brauchen unbedingt eine deutsche Version von 401k’s!

  12. Tldr: wir sind gefickt und bremsen immer stärker bis wir das Schlusslicht in der EU sind. Und was macht das Wahlvieh? Johlt und klatscht für die Partei die noch mehr Geld nach oben verteilen will und von Putin finanziert wird, Hauptsache man kann Leuten deren Hautfarbe ein wenig anders ist noch eins reinwürgen. Einfach nur noch zum kotzen und ich hab als gut millennial mit der Idee abgeschlossen in diesem Land alt zu werden

  13. Die ungleiche Vermögensverteilung und die hohe Besteuerung von Erwerbseinkommen sind seit Jahren ein offensichtliches Problem, das aber nicht angegangen oder blockiert wird.

  14. Nur für den Kontext:

    Medianvermögen DE: 65.374€

    Durchschnittvermögen: 268.681€

    Wir haben kein Geld Problem, wir haben ein Verteilungsproblem. Nur in 3 anderen Europäischen Ländern ist das Geld noch ungleicher verteilt. Russland, Ukraine und die Schweiz. Eine oligarchische Diktatur, ein durch Korruption und Krieg verwüstetes Land und eine Schwarzgeldoase.

    Das sollte uns zu Denken geben.

    Edit: ein statt kein

  15. > Meanwhile, only around one in six Germans invest in the stock market.

    Ich wundere mich immer, was sogenannte Wirtschaftsexperten sagen würden, wenn alle ihr Geld in den Aktienmarkt stecken würden, anstatt sagen wird mal, in Dinge, die man zum Leben braucht?

    Wäre es nicht schön zu beobachten, wie deren Weltbild zusammenbräche?

    Kapitalismus funktioniert nämlich nur dann, wenn **einige wenige Reichtum anhäufen können!**

  16. Deutschland ist insgesamt sehr reich, aber kaum nimmt man das Zauberwort mit “E” in den Mund, wird man gleich als Kommunist abgestempelt…

  17. Einfache Antwort: Das Steuersystem. Nur wer schon Geld hat kann davon profitieren und weniger darin einzahlen und auch was raus raus ziehen.

    Ist eine zwangsläufige Umverteilung, sofern das Steuersystem nicht reformiert wird, um die Marktwirtschaft zu schützen.

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