Überraschung.
Wer sich mal anguckt, was zum Verkauf steht merkt schnell, dass da häufig von der Substanz gelebt wurde.
Das wird dann gerne mit Preisen wie für Neubau und einem Weinrot gefliesten Badezimmer kombiniert.
Das sind auch genau die Schmuckstücke die ewig inseriert bleiben
… und viel zu teuer.
Inclusive oder Exclusive der Folgen des Gebäudeenergiegesetzes?
Markler XY ganz ehrfürchtig: „Die Ölheizung ist sogar noch ausm Baujahr von 55. Sowas bekommt man heute gar nicht mehr“..
Preislich natürlich immer noch weit drüber..
Gut instand gehaltene Immobilien werden ja gar nicht erst inseriert, jeder kennt ja mittlerweile jemanden der ein Haus sucht und wenn die mal doch inseriert werden sind die schnell weg vom Markt. Die Bruchbuden bleiben dann übrig. Hinzukommt, das die Häuser die jetzt frei werden oft noch von vor 1977 sind. Also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Wenn da nicht viel gemacht wurde sind die halt null gedämmt, auch wenn sie vielleicht noch ganz gut aussehen.
Hab mir ma welche im Ruhrgebiet angeschaut. Da fangen schon die meisten Häuser bei 400.000 € an und sind trotzdem noch Sanierungsbedürftig oder sehr altmodisch / in die Jahre gekommen.
Ich glaub die wenigsten haben Lust für solche Preise noch die Sanierungskosten zu tragen.
Man muss sich die Größenordnung mal klar machen, der Unterschied zwischen einem top Neubau und Klasse H ist im besten Fall Faktor 8,3!
Nicht 8.3%. 830%!
Bisschen Trockenbau drüber mit integrierten LEDs. Fertig.
In dem Pisskaff meiner Großmutter in BaWü ist vor 2 Jahren ne DHH für 650.000€ verkauft worden und wahrscheinlich nochmals über 100k für die Renovierung.
Und zurzeit sanieren ist nicht nur sehr teuer geworden, sondern auch anstrengend durch Handwerkermangel.
Ich hab ein 1927 3-Etagen Haus geerbt, welches immer wieder über die Jahrzehnte mit grosen Maßnahmen saniert wurde.
Trotzdem sind noch einige Fenster von 1980 und keiner hat einen Plan wie es mit den Wasserrohren aussieht.
Momentan gibt’s zwei Optionen beim Erwerb eines Einfamilienhauses für Bürger der Mittelschicht:
In beiden Fällen macht der zukünftige Käufer eher einen finanziellen Rückschritt. Wenn sowohl #1 und #2 zusammenkommen, dann bist du Eigentümer eines sanierungsbedürftigen Einfamilienhauses in einer Gemeinde, welche die Hebesätze für die Grundsteuer kontinuierlich anhebt.
Und man kann aufgrund von Vorschriften / Bausubstanz / heutiger Standards immer weniger in Eigenarbeit machen, da reicht leider mein Handwerkertum nicht aus.
Brutto 75€ die Stunde zahlen kann ich aber bei meinem Gehalt auch nicht. Dann wirds halt kein Haus
Erklär das mal den Leuten. Die sind der festen Überzeugung, dass das Haus von 1965 top in Schuss ist, man hat ja immer alles gerichtet.
Und alles gerichtet heißt es wurde alle 20 Jahre neu gestrichen, Ende 80er ne neue Ölheizung eingebaut (die läuft noch perfekt!!) in den 90ern neu gefliest und Anfang 2000 eine neue Küche eingebaut.
In vielen Anzeigen sieht man Beschreibungen wie “Fenster NEU gemacht 2002, Dach NEU 1999, Heizung NEU 1998 (arbeitet perfekt!)”
Neuwertig bedeutet für mich max 5 Jahre alt, alles darüber ist halt nicht mehr neu.
Bei uns im Ort (inklusive dem Mietshaus in dem ich aktuell wohne) werden bzw. wurden viele Häuser in einem recht schlechte Zustand zum Verkauf angeboten. Und die stehen mittlerweile seit 2-3 Jahren zum Verkauf, viele wurden bereits raus genommen und gammeln vor sich hin.
Sehr verwunderlich wenn man notdürftig renoviert und den Charme des Gebäudes anhand der 70er Jahre Ölheizung darstellen will.
“mit Potential”
Und die Boomer rufen trotzdem Preise auf, als ob die Asbest verseuchte Bruchbude aus Gold gebaut wurde “450k und keinen Euro weniger. Ich weiß was ich habe” 🙃
Lass nochmal die Regularien fürs Bauen anziehen – der Wohnungsmarkt ist noch nicht statisch genug.
Trifft locker auch auf Mietwohnungen zu.
Wenn es mehr Handwerker geben würde … Wenn sich keiner mehr die Hände schmutzig machen will, kostet es eben ¯\_(ツ)_/¯
Wollten letztes Jahr ein Haus kaufen und das Ding hat auch einen halbwegs guten Eindruck gemacht. Nachdem aber die Frage nach Reparaturen in den letzten 20 Jahren mit “Nichts gemacht – nichtmal die Wände gestrichen” und der Energieausweis laut Makler von einem “Freund” nach dem Motto “Trust me bro” erstellt wurde, haben wir dem Verkäufer noch viel Glück gewünscht, und sind weitergezogen.
Kennt jemand ein gutes deutsches forum zum Thema wohnen? Würde gern tips und meinungen austauschen.
Mein toller geheimplan wäre es eine alte bruchbude mit großen Garten zu kaufen. Diese als abstelllager zu nutzen und ein Tiny House oder Modulhaus in Garten zu stellen und darin zu wohnen.
Bester Spruch ist:
Die Heizung ist zwar 30 Jahre alt…aber hat Werte, wie ‘ne neue.
Sagt der Schornsteinfeger auch.
Klar Willi…die Heizung hat noch immer die Leistung und Abgaswerte, wie zum Zeitpunkt des Einbaus vor 30 Jahren.
Solche Leute glauben auch, dass ihr zwar gepflegtes, aber 1978 zuletzt saniertes Haus ( das ist echt Thermopen)… ne Luxushütte ist.
Boomer sollen alle aussterben
Kann ich bestätigen …
Gucke schon länger nach einem Haus. Immer wenn bei den einschlägigen Portalen “Mit Potential” oder “Handwerkertraum!” steht, kannste das direkt in die Tonne werfen …
Mir fällt auf, dass die wenigsten Leute rechnen können. Egal in welchem Lebensbereich, es wird über die Verhältnisse gelebt. Im privaten wie im öffentlichen.
Die Leute kaufen sich ein Objekt und denken, dass hält bis in alle Ewigkeit. Man setzt die Finanzierung auf Kante, vergisst aber, dass ab dem ersten Tag der Wertverfall beginnt. Fällt natürlich erstmal nicht auf, aber es wird nur von der Substanz gelebt.
Jetzt so langsam fällt uns vieles auf die füße, weil wir einfach 50-60 Jahre wenig zum Werterhalt beigetragen haben. Die Substanz ist in vielen Bereichen einfach am Ende.
Kostet wahrscheinlich trotzdem 400K plus
Was hier in unserer Umgebung (sehr nahe an Leipzig) für Objekte aufkommen, die auf den ersten Blick nochmal mindestens 150-200k an Investitionen bedürften, ist schlicht absurd. Schon wir – gekauft in der Niedrigzinszeit und zu 90% in Eigenregie saniert – sind da allein beim Baumaterial nicht unter 100k weggekommen.
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Überraschung.
Wer sich mal anguckt, was zum Verkauf steht merkt schnell, dass da häufig von der Substanz gelebt wurde.
Das wird dann gerne mit Preisen wie für Neubau und einem Weinrot gefliesten Badezimmer kombiniert.
Das sind auch genau die Schmuckstücke die ewig inseriert bleiben
… und viel zu teuer.
Inclusive oder Exclusive der Folgen des Gebäudeenergiegesetzes?
Markler XY ganz ehrfürchtig: „Die Ölheizung ist sogar noch ausm Baujahr von 55. Sowas bekommt man heute gar nicht mehr“..
Preislich natürlich immer noch weit drüber..
Gut instand gehaltene Immobilien werden ja gar nicht erst inseriert, jeder kennt ja mittlerweile jemanden der ein Haus sucht und wenn die mal doch inseriert werden sind die schnell weg vom Markt. Die Bruchbuden bleiben dann übrig. Hinzukommt, das die Häuser die jetzt frei werden oft noch von vor 1977 sind. Also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Wenn da nicht viel gemacht wurde sind die halt null gedämmt, auch wenn sie vielleicht noch ganz gut aussehen.
Hab mir ma welche im Ruhrgebiet angeschaut. Da fangen schon die meisten Häuser bei 400.000 € an und sind trotzdem noch Sanierungsbedürftig oder sehr altmodisch / in die Jahre gekommen.
Ich glaub die wenigsten haben Lust für solche Preise noch die Sanierungskosten zu tragen.
Man muss sich die Größenordnung mal klar machen, der Unterschied zwischen einem top Neubau und Klasse H ist im besten Fall Faktor 8,3!
Nicht 8.3%. 830%!
Bisschen Trockenbau drüber mit integrierten LEDs. Fertig.
In dem Pisskaff meiner Großmutter in BaWü ist vor 2 Jahren ne DHH für 650.000€ verkauft worden und wahrscheinlich nochmals über 100k für die Renovierung.
Und zurzeit sanieren ist nicht nur sehr teuer geworden, sondern auch anstrengend durch Handwerkermangel.
Ich hab ein 1927 3-Etagen Haus geerbt, welches immer wieder über die Jahrzehnte mit grosen Maßnahmen saniert wurde.
Trotzdem sind noch einige Fenster von 1980 und keiner hat einen Plan wie es mit den Wasserrohren aussieht.
Momentan gibt’s zwei Optionen beim Erwerb eines Einfamilienhauses für Bürger der Mittelschicht:
* [Eine verschuldete Gemeinde bietet großzügige Grundstücke für den Bau von Einfamilienhäusern an, um den Gemeindehaushalt zu retten.](https://www.reddit.com/r/Stadtplanung/comments/178k3ws/hli_trotz_r%C3%BCckl%C3%A4ufiger_bev%C3%B6lkerung_im/)
* Sanierungsbedürfte Häuser werden von Eigentümern verkauft, weil die Immobilienpreise aktuell auf einem hohen Niveau liegen.
In beiden Fällen macht der zukünftige Käufer eher einen finanziellen Rückschritt. Wenn sowohl #1 und #2 zusammenkommen, dann bist du Eigentümer eines sanierungsbedürftigen Einfamilienhauses in einer Gemeinde, welche die Hebesätze für die Grundsteuer kontinuierlich anhebt.
Und man kann aufgrund von Vorschriften / Bausubstanz / heutiger Standards immer weniger in Eigenarbeit machen, da reicht leider mein Handwerkertum nicht aus.
Brutto 75€ die Stunde zahlen kann ich aber bei meinem Gehalt auch nicht. Dann wirds halt kein Haus
Erklär das mal den Leuten. Die sind der festen Überzeugung, dass das Haus von 1965 top in Schuss ist, man hat ja immer alles gerichtet.
Und alles gerichtet heißt es wurde alle 20 Jahre neu gestrichen, Ende 80er ne neue Ölheizung eingebaut (die läuft noch perfekt!!) in den 90ern neu gefliest und Anfang 2000 eine neue Küche eingebaut.
In vielen Anzeigen sieht man Beschreibungen wie “Fenster NEU gemacht 2002, Dach NEU 1999, Heizung NEU 1998 (arbeitet perfekt!)”
Neuwertig bedeutet für mich max 5 Jahre alt, alles darüber ist halt nicht mehr neu.
Bei uns im Ort (inklusive dem Mietshaus in dem ich aktuell wohne) werden bzw. wurden viele Häuser in einem recht schlechte Zustand zum Verkauf angeboten. Und die stehen mittlerweile seit 2-3 Jahren zum Verkauf, viele wurden bereits raus genommen und gammeln vor sich hin.
Sehr verwunderlich wenn man notdürftig renoviert und den Charme des Gebäudes anhand der 70er Jahre Ölheizung darstellen will.
“mit Potential”
Und die Boomer rufen trotzdem Preise auf, als ob die Asbest verseuchte Bruchbude aus Gold gebaut wurde “450k und keinen Euro weniger. Ich weiß was ich habe” 🙃
Lass nochmal die Regularien fürs Bauen anziehen – der Wohnungsmarkt ist noch nicht statisch genug.
Trifft locker auch auf Mietwohnungen zu.
Wenn es mehr Handwerker geben würde … Wenn sich keiner mehr die Hände schmutzig machen will, kostet es eben ¯\_(ツ)_/¯
Wollten letztes Jahr ein Haus kaufen und das Ding hat auch einen halbwegs guten Eindruck gemacht. Nachdem aber die Frage nach Reparaturen in den letzten 20 Jahren mit “Nichts gemacht – nichtmal die Wände gestrichen” und der Energieausweis laut Makler von einem “Freund” nach dem Motto “Trust me bro” erstellt wurde, haben wir dem Verkäufer noch viel Glück gewünscht, und sind weitergezogen.
Kennt jemand ein gutes deutsches forum zum Thema wohnen? Würde gern tips und meinungen austauschen.
Mein toller geheimplan wäre es eine alte bruchbude mit großen Garten zu kaufen. Diese als abstelllager zu nutzen und ein Tiny House oder Modulhaus in Garten zu stellen und darin zu wohnen.
Bester Spruch ist:
Die Heizung ist zwar 30 Jahre alt…aber hat Werte, wie ‘ne neue.
Sagt der Schornsteinfeger auch.
Klar Willi…die Heizung hat noch immer die Leistung und Abgaswerte, wie zum Zeitpunkt des Einbaus vor 30 Jahren.
Solche Leute glauben auch, dass ihr zwar gepflegtes, aber 1978 zuletzt saniertes Haus ( das ist echt Thermopen)… ne Luxushütte ist.
Boomer sollen alle aussterben
Kann ich bestätigen …
Gucke schon länger nach einem Haus. Immer wenn bei den einschlägigen Portalen “Mit Potential” oder “Handwerkertraum!” steht, kannste das direkt in die Tonne werfen …
Mir fällt auf, dass die wenigsten Leute rechnen können. Egal in welchem Lebensbereich, es wird über die Verhältnisse gelebt. Im privaten wie im öffentlichen.
Die Leute kaufen sich ein Objekt und denken, dass hält bis in alle Ewigkeit. Man setzt die Finanzierung auf Kante, vergisst aber, dass ab dem ersten Tag der Wertverfall beginnt. Fällt natürlich erstmal nicht auf, aber es wird nur von der Substanz gelebt.
Jetzt so langsam fällt uns vieles auf die füße, weil wir einfach 50-60 Jahre wenig zum Werterhalt beigetragen haben. Die Substanz ist in vielen Bereichen einfach am Ende.
Kostet wahrscheinlich trotzdem 400K plus
Was hier in unserer Umgebung (sehr nahe an Leipzig) für Objekte aufkommen, die auf den ersten Blick nochmal mindestens 150-200k an Investitionen bedürften, ist schlicht absurd. Schon wir – gekauft in der Niedrigzinszeit und zu 90% in Eigenregie saniert – sind da allein beim Baumaterial nicht unter 100k weggekommen.