Brandbrief: Was führende Unternehmen von der Politik erwarten

by Lepurten

17 comments
  1. >Ebenfalls bemerkenswert ist, dass sich der Unternehmensappell mit Kritik und Forderungen nicht nur an die Ampel-Regierung wendet, sondern ausdrücklich auch an die Opposition.

    Union dann so: suprisend Pikachuface… anyway, die Grüühüüünen!

  2. Mir fällt spontan auf, dass ich da 3 Chemie/Pharmazie/Haushaltsmittel-Konzerne, Bayer, BASF und Henkel, vermisse. Ich bin aber zu faul zu suchen, ob da andere Unternehmen aus dieser Branche unterzeichnet haben.

  3. Beim Titel und beim Überfliegen der Unterzeichnerliste hatte ich definitiv was anderes erwartet (auch wenn ich bei Rossmann kurz gestutzt habe). Aber:

    > Im Unternehmensappell schalten sich die unterzeichnenden Firmen in die Diskussion über die Schuldenbremse ein. Sie fordern eine “Weiterentwicklung”. Im Klartext: eine Lockerung, die dem Staat mehr Neuverschuldung ermöglicht. Das Argument: Um die Wirtschaft klimagerecht umzubauen, würden “massive – vor allem finanzielle – Ressourcen” benötigt. Dafür brauche es einen geeigneten “haushaltspolitischen Rahmen”, um staatliche Investitionen zu ermöglichen, die dann private Investitionen anreizen.

    https://clickhole.com/heartbreaking-the-worst-person-you-know-just-made-a-gr-1825121606/

  4. Führende Unternehmen waren sicherlich auch nach der Krim-Annexion weiterhin dafür, günstig Energie aus Russland zu beziehen..
    führende Unternehmen haben den Handel mit China sicherlich immer und jederzeit gefordert

    Führende Unternehmen sind nicht immer die besten Ratgeber

  5. Als die Geschäfte super liefen und Rekordgewinne gemacht wurden, hätte die Politk auch mal die Forderungen an die Unternehmen stellen können.

    Statt zu investieren, wurde da anscheinend nur Gewinnmitnahme betrieben.

    Wir haben nicht umsonst eine Oberschicht, die ihr Vermögen in den letzten 10 Jahren vervierfacht hat.

    Mir fehlt mittlerweile die gesellschaftliche Verantwortung derer, die hier Forderungen stellen.

    Stattdessen kommen Verzichtsaufforderungen nur an die unteren Klassen, vom Bürgergeld über Lohn bis zur Rente. Dazu soll das Streikrecht beschnitten werden und die Arbeitszeit rauf, später Rente für weniger Geld.

    Wann kapiert man endlich, dass der trickle down Effekt nicht funktioniert?

    Vermögenssteuer und Transaktionssteuer jetzt!

  6. De facto werden mehr Subventionen oder weniger Belastung gefordert – das ist nichts neues.
    Neu wäre es wenn die Bundesregierung einsehen würde dass der Staat nur Rahmenbedingungen schaffen, sich aber aus den konkreten Geschäften der Unternehmen heraushalten sollte.

  7. Ich finde es interessant und auch nachvollziehbar, dass die unterzeichnenden Unternehmen mittlerweile eine Fortsetzung und Intensivierung einer “grünen Transformation” fordern. Viele Unternehmen haben mittlerweile in Geschäftsmodelle und Technologien investiert, die unter der Annahme funktionieren, dass bestimmte Regulierungen und Verbraucherpräferenzen in den nächsten Jahren zunehmend die Wirtschaft prägen (z.B. Co2-Preise). Das heißt die Unternehmen stellen sich auf, um von dieser Transformation zu profitieren. Wenn diese Transformation aber langsamer voran kommt, dann werden sich die Investitionen auch erst deutlich später rechnen und zugleich muss noch weiter in die alten Technologien und Geschäftsmodelle investiert werden. An diesem Punkt ist ein Beibehalten des Status Quo keine gute Idee mehr und auch für die Wirtschaft schädlich – auch wenn die in der Vergangenheit selber bei den Bremsern waren.

  8. >Zwischen den Zeilen lautet die Botschaft an Regierung und Opposition: Reißt euch zusammen.

    Die Unternehmen kritisieren also gezielt die FDP? Das ich das noch erlebe…

  9. Dem Stahlkonzern Salzgitter ist es sogar so wichtig, dass er gleich zweimal unterschrieben hat.

  10. Die Schuldenbremse so wie sie aktuell ist muss halt weg. Das ist es, wo wir wirklich Bewegung reinbringen müssen. Ansonsten ist es eigentlich egal wer regiert, der Haushalt würde jede Regierung lähmen. Dass das auch den deutschen Unternehmen nicht gefällt, sollte nicht überraschen.

  11. Ich find schön, dass mein Arbeitgeber das Problem eher in der Schuldenbremse sieht.

  12. Hm jetzt bräuchten wir nur einen Finanzminister, der sich um andere Unternehmen als Porsche interessiert.

  13. Leute, ich kann es langsam nicht mehr ganz nachvollziehen. Das ließ sich doch komplett vernünftig? Was von dem was die Industrie fordert, ist falsch?

    1) Transformation zu grünen Technologien: ja, da braucht man den Staat. Das ist ein gigantisches unternehmerisches Risiko. Offenbar vergessen einige von euch, dass sich die Industrie (im Gegensatz zum Staat) nicht auf Dauer aussuchen kann, ob sie rentabel wirtschaftet oder nicht. Man sehe sich das Problem mit der CO2 Emissionsbepreisung an, die EU und DE Unternehmen trifft, Konkurrenten aus der Welt aber nicht. Das können Unternehmen nicht alleine lösen, weil die unternehmerischen Risiko wahnsinn wären und existenzgefährdend.

    2) Schuldenbremse: wenn ich noch einmal den Merz sehen muss, wie er mir erzählt, die Schuldenbremse wäre eine moralische Pflicht um “zukünftigen Generationen nicht einen Haufen Scherben zu hinterlassen” raste ich aus. Mit der Einstellung und weiter auf dem Weg, auf dem wir heute sind, machen sie doch genau das *plus* hinterlassen einen gigantischen Investitionsstau und verpasste Investitionen. Der Bund [im Haushalt 2023](https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2023/12/Inhalte/Kapitel-4-Wirtschafts-und-Finanzlage/4-3-entwicklung-des-bundeshaushalts-november-2023.html) ca. 390 Mrd. Einnahmen, davon 99 Mrd für den Beitragsausgleich der Rentenversicherung. Ziemlich genau 1/4 des Haushalts fließt heute schon in die Rente, Tendenz stark steigend. Wo soll das her kommen, wenn nicht aus Schulden? Und Rente kürzen ist keine Option, mit steigender Anzahl an Rentnern bei gleichzeitiger Ausgabenveringerung würgt man den Konsum ab und treibt Leute in die Arme von Populisten wie der AfD. Was macht man also heute? Man streicht Investitionen – seit 20 Jahren haben wir *netto negative Investitionen* in DE, also wir investieren weniger nach als alles verfällt. Am besten zu beobachten an Schulen, Straßen, der Bahn… Das kann doch nicht sein. Schulden hinterlassen *und* komplett marode Infrastruktur – DANKE IHR PISSER.

    3) HÖRT VERFICKT NOCHMAL AUF, DAUERND DIE EINKOMMENSSCHWÄCHSTEN BEVÖLKERUNGSGRUPPEN GEGENEINANDER AUSZUSPIELEN, DAS IST GIFT FÜR DIE GESELLSCHAFT UND TREIBT DIE LEUTE IN DIE HÄNDE VON POPULISTEN. Was bitte bringt es uns über die Höhe von Bürgergeld zu streiten oder härtere Sanktionen – das hat Volkswirtschaftlich *überhaupt keine Relevanz*. Hört auf Rente vs. Familienzuschüsse gegeneinander auszuspielen. Es bringt überhaupt nichts. Wir können an keinem drr Posten ansatzweise genug sparen um nur die notwendigen Investitionen in die Energiewende zu finanzieren.

    Fangt endlich an Volkswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen anstatt populistische Phrasen zu dreschen und die Augen vor der Realität zu schließen. Wir leben systematisch die Substanz runter, die Deutschland heute hat und ohne die richtigen Impulse in die Wirtschaft werden wir exakt das einfach weiter machen und da braucht man nicht der Industrie die Schuld zu geben!

  14. Mehr Geld, um umweltgerechte Investitionen aufs Volk abzuwälzen und den Gewinn für sich zu behalten. Is jetzt nix Neues. Kann dann zu.

  15. Spannend das mein Arbeitgeber auch dabei ist – hat man intern gar nichts dazu gehört. Aber gut, beim Energiepreis waren wir ja auch dauern dabei

  16. Greenwashing.

    Wenn es den Unternehmen ernst mit ihren Forderungen wäre, würden sie wie üblich den Weg wählen ihre Lobbyisten direkt mit den Politikern reden zu lassen, und nicht öffentliche Briefe schreiben.

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