Österreichs verfehlte Angst vor der Gentechnik

by Bob_the_Bobster

15 comments
  1. Soweit kumts no dass da Gene in mein Schnitzl san! Mit mia sicha net!

  2. Das “Gentechnik” kann man eigentlich durch jede Technologie ersetzen die in den letzten 200 Jahren irgendwann erfunden worden ist. Atomenergie, Kartenzahlung, usw.

  3. Gentechnik ist auch nur gezielteres/beschleunigtes Züchten. Wär blöd das nicht zu nutzen.

  4. Das Problem mit der Gentechnik ist nicht das Essen (ich hab gerade ein dejavu, das hab ich schon wo erklärt). Die Problemfelder (die es wirklich gibt.) Behalten Pflanzen das eingepflanzte Gen oder gibt es rückmutationen (ist durch Crispa wesentlich besser geworden). Springt das Gen auf andere Artgenossen (war ein großes Thema bei den Glyphosatfesten Pflanzen.)

    Die eigentlichen Probleme liegen aber beim Schutz der Heimischen Arten und Saatguthersteller (die das Lieblingsziel der Großen Konzerne sind).

    Was das Gesetz betrifft: Für mich sollte streng geregelt werden was, wie, wo, wann genetisch verändert werden darf. Also mutation+selektion oder zB. übertragen von resistenzen inerhalb Art/Gattung (da könnte man viel machen). Und wie wir das auf Seiten der Patente so ausgestallten, dass am Ende nicht zB. Trationelle Apfelsorten den Gutwillen von Bayer, oder noch schlimmer unterliegen.

  5. Ich verstehe bis heute nicht, warum man in Österreich eine so große Abneigung gegen Wissenschaft und Technologie hat.

  6. Wie so oft bei solchen Themen ist die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung eigentlich irrelevant, weil denen jegliches Fachwissen fehlt. Aber man möchte meinen dass aus diesen Grund Politiker gewählt werden.

    Ich denke wenns in der Wissenschaft einen einigermaßen breiten Konsens gibt dann sollte man sich auch daran halten.

  7. Gentechnik an sich ist super cool, aber unser Umgang als Menschheit damit teils fahrlässig und die Geschäftspraktiken und Gesetzgebung in einigen Fällen unfassbar unterirdisch.

  8. Gentechnik is wunderbar, das Problem seh ich aber, wenn sich solche immens einflussreichen Technologien in den Händen einiger weniger profitorientierter Menschen befinden, zB wenn sterilisiertes Gemüse gezüchtet wird und Überhand nimmt. Damit haben wir auch jetzt schon gravierende Probleme.

    Gentechnik sehr gern, aber nur, wenn deren Einsatz unumkehrbar unter wirksame öffentliche Kontrolle gestellt werden kann und es extreme Transparenzbedingungen gibt. Gentechnik darf kein Privatmonopol werden – siehe zB die Situation mit den großen Saatgutfirmen.

  9. Denke weil viele nicht verstehen was gentechnik ist und die angst vor dem unbekannten sitzt tief im Österreicher

  10. Gentechnik, Atomkraft,…

    In beiden Fällen sind die **lautesten Stimmen dagegen auch die, die es am wenigsten verstehen** (nämlich überhaupt nicht. Nicht mal die Grundlagen)

    Selektives züchten ist Genmanipulation. Wir züchten selektiv seit ~ über 10.000 jahren. Gentechnik (Genmanipulation) könnte Millionen von Leben retten, entweder durch Varianten (bspw. Golden Rice gegen Mangelernährung in der dritten Welt) oder durch Ertrag (Hunger allgemein).

    So wie Atomkraft eigentlich um Größenordnungen weniger Tode verursacht [hat] als Kohlekraft und co, und praktisch CO2 frei ist, und obwohl der Klimawandel ja anscheinend **the most existential threat ever** ist, drehen wir entweder alle AKWs ab oder bauen erst gar keine….nur weil Leute, die nicht mal wissen wie sie funktionieren oder wie sicher sie eigentlich sind **Angst davor haben**.

    Tldr: dass das equivalent zur Krone Kommentarspalte über solche Dinge entscheidet (statt Leuten die zumindest ein Grundverständnis von dem Konzept haben) tut mir tief in den Eiern weh. Sehr tief

  11. Skepsis vor Gentechnik muss nicht unbedingt Wissenschaftsfeindlichkeit heißen. Ich halte z.B. nichts davon, weil ich die Motivation derer, die tatsächlich GMO kommerziell vermarkten, für nicht wirklich hehr halte.

    GMO als Konzept wird oftmals damit angepriesen, den Ertrag zu steigern, Mangelernährung zu bekämpfen (“golden rice” ist ein oft genanntes Schlagwort), sowas in der Art.

    In der Praxis sieht es dann so aus, dass die Ziele von GMO völlig anders sind: der erste in den USA für Endkonsumenten zum Verzehr zugelassene GMO war ein reines Vanity-Produkt, eine Tomatensorte namens Flavr Savr, bei der es primär darum ging, dass die Tomate auf dem Verkaufsregal länger frisch aussieht.

    Bei GMO-Mais- und GMO-Soja-Sorten, die v.a. als Futtermittel in den USA angebaut werden, wurde eine höhere Resistenz gegen typische Toxine in Herbiziden eingebaut, d.h. man kann noch mehr Glyphosat auf die Felder ballern, ohne dass die Nutzpflanzen darunter leiden. Eine Überanwendung von Herbiziden ist eine negative Folge davon. Bei etlichen anderen Nutzpflanzen geht es auch darum, eine höhere Resistenz gegen Schädlinge einzubauen, was oftmals ein hausgemachtes Problem durch exzessive Monokulturen ist.

    Oder bei Äpfeln gibt es Sorten, bei denen das Braunwerden von Schnittstellen an der Frucht unterdrückt wurde, also ein reines Präsentationsproblem beim Endkunden während des Verzehrs bzw. der Verarbeitung (die konventionelle Lösung dafür ist übrigens, geschnittene Äpfel in eine leicht saure Lösung, z.B. Zitronensaft und Wasser, zu legen, einen derartigen GMO zu entwickeln war also eine Lösung auf der Suche nach einem Problem).

    Und dann kommt auch noch die fragwürdige Praxis der Lizenzierung von GMO an Bauern dazu, die es diesen verbietet, Teile der eigenen Ernte als Saatgut zurückzustellen. Damit werden Bauern in immer engere Abhängigkeiten zu Saatgutherstellern gedrängt. Das ist zwar kein Problem, das exklusiv oder inhärent mit GMO zusammenhängt, aber gerade im Zusammenhang mit GMO sind Hersteller deutlich aggressiver ggü. Bauern in der Durchsetzung ihres “intellectual property” geworden.

    Der oft beschworene “golden rice”, von dem über 20 Jahre schon als Lösung von Vitamin-A-Mangelernährung geredet wird, hat sich übrigens bisher nicht wirklich manifestiert, und wurde erst in 1-2 Ländern zugelassen. Stattdessen hat die Diskussion darüber eher dazu geführt, dass konventionelle Lösungen des Problems überhaupt nicht versucht, in Erwartung dieser “Zukunftstechnologie”.

  12. So wie die verfehlte Angst vor der 32-Stunden-Woche?

  13. …im Unwissen dass zufällige Gentechnik (Saatgut Radioaktivität auszusetzen und zu testen was grad am besten gefällt) schon längst standard ist und ohne Kennzeichnungspflicht läuft. Und dass Privatisierung von Saatgut in ärmeren Ländern jetzt schon problematisch ist.

    Aber im Ernst, solange innerhalb des für die Art möglichen Ramens gepfuscht wird ist es nichts anderes als das erstgenannte nur mit präziseren Eingriffen, schnelleren Erfolgen und geringem Risiko macht, ist es nicht schlimmer. Da sind Patente, ob direkt als Patent einer Art, oder als indirekte durch patentierung oder Limitation von Technologie und Sterilisierung mir eine größere Sorge.

    Bei Gentechnik zwischen verschiedenen Arten ist es wohl komplexer, dort kenne ich mich nicht aus, evtl. sind dort striktere Limitationen sinnvoller.

    Gentechnik kann, wenn sie gut erforscht und öffentlich ist, ein effektives Mittel zur bewältigung der Folgen des Klimawandels sein. Pflanzen können um ein vielfaches schneller und gezielter an Dürre und Überschwemmungen angepasst werden als durch konventionelle Methoden. Das betrifft uns in Österreich vielleicht nicht jetzt und sofort, aber die EU wahrscheinlich schon. Und wenn es soweit ist, dass es uns hier betrifft, möchte ich mich nicht auf unerprobte Wissenschaft stützen, sondern auf etwas dann schon etabliertes, so es denn Früchte trägt.

  14. Ich fand diesen Zugang immer schon hysterisiert. Seitdem der Mensch Getreide und Co. angebaut hat, hat er Gentechnik betrieben. Alle unsere Getreidesorten und auch sonstige pflanzlichen Lebensmittel (und auch die tierischen) haben doch nichts mehr mit der Ursprungsform zu tun. Nur war das eben alles trial and error über viele Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg wo eine Unmenge an Genen durch Selektion verändert wurde.

    Tja und jetzt geht man eben her und macht diese Änderungen quasi “fein chirurgisch” indem man die verantwortlichen Gene für gewisse Eigenschaften erforscht und dann gezielt anpasst. Finde ICH eigentlich viel weniger invasiv und ungefährlicher. Aber es gibt leider eine so große Wissenschaftsfeindlichkeit in der Gesellschaft (und ja, DA dürfen sich jetzt echt auch mal die lieben Grünen an die eigene Nase fassen!), dass man da leicht Panik schüren kann. Chemie ist böse, Gentechnik ist böse….

    Und jetzt postuliere ich zusätzlich noch eine recht unpopuläre Meinung welche mich wahrscheinlich ins Downvote Nirvana fallen lässt: Verschonts mich mit eurem “Bio”. Bio bedeutet für mich, dass ich bewusst die Fortschritte der Landwirtschaft und der Technik nicht anwende um lieber mit weniger wirksamen Methoden Lebensmittel herzustellen. Bio kann ich nachvollziehen wenns um Tierwohl geht und um einen ordentlichen Umgang mit den Nutztieren, aber wenns um Bio-Obst und Gemüse z.b. geht, dann sehe ich nur, dass Leute einen riesen Aufwand betreiben um weniger Ertrag zu bekommen ohne einen signifikanten Qualitätsvorteil (sofern es überhaupt einen gibt und nicht das Gegenteil) zu erlangen.

    Das Geschäft mit den Samen und Co. durch die Konzerne ist aber natürlich sehr kritisch zu sehen, da bin icch durchaus auch dieser Meinung, dass da Riegel vorgeschoben gehören.

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