
„Das ist fast eine kleine Revolution“: Erstes Bundesland geht die Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften an
by PoroBraum

„Das ist fast eine kleine Revolution“: Erstes Bundesland geht die Erfassung der Arbeitszeit von Lehrkräften an
by PoroBraum
13 comments
Na ob das nicht ein Minusgeschäft für ein paar Lehrer sein wird?
Sicherlich sind sehr viele Lehrer doch deutlichen im Plus.
Fuck yeah! Als Bremer Lehrer melde ich mich da direkt Mal freiwillig 🙂
Wird auch Zeit. Wenn man sich in einschlägigen Foren umschaut, erweckt das den Eindruck als würden wir morgen keine Lehrer mehr haben. Das ist besorgniserregend.
Bin mal gespannt wann Wissenschaftler dran sind. Dann werden die Unis sich umgucken dürfen.
O-Ton einer Körperschaft des öffentlichen Rechts: “Wir warten noch mit der Zeiterfassung bis wir dazu gezwungen werden, wegen der ganzen Wissenschaftler.”
Ziemlich interessant, in meinem persönlichen Umfeld sind die meisten Lehrer deutlich unter ihren Wochenstunden. Scheint aber ziemlich Bubble zu sein.
Mal gespannt, was mit der Studie passiert, wenn sie merken, wie viel Überstunden da zusammen kommen, die eigentlich ausgeglichen werden müssten.
Bin gespannt. Viele überschätzen aber ihre Arbeitszeit aufgrund der punktuellen Belastung. Klar hat man Wochen, die nur aus Arbeit, essen und schlafen bestehen. In den Ferien aber ist oft gar nicht so viel zu Arbeiten außer Korrekturen, da werden viele Überstunden abgefeiert.
Meine Kernzeit mit Anwesenheit in der Schule beträgt je nach Plan etwas über 30 Stunden, ich arbeite aber abends beziehungsweise zwischendurch mal hier oder da eine halbe Stunde. Dann am Sonntag korrigieren bzw. abends vorbereiten. Kann man wirklich schlecht einschätzen.
|update:
* es gibt 252 Arbeitstage dieses Jahr, 75 Ferientage fallen auf diese Arbeitstage, abzüglich 8 Tagen in den Sommerferien.
* Ohne die Ferientage zu arbeiten müsste ich in der restlichen Zeit ~3 Stunden mehr pro Woche arbeiten, als 43 Stunden. Das sind 13 Stunden neben der Kernzeit in der Schule.
* Am Sonntag sind im Mittel geschätzt 2 Stunden Arbeitszeit, was eine tägliche Arbeit von etwas mehr als 2 Stunden pro Werktag außerhalb der Kernzeit ergeben würde.
* Durch Nachmittage mit Elterngesprächen, Rechner warten, Aufräumen etc. wird die Last geringer, außerdem durch Arbeit in den Ferien. Diese Woche zum Beispiel korrigiere ich zwei Facharbeiten.
Unterm Strich würde ich sagen, dass ich bei meinen Fächern (MINT) im Rahmen bin. Für Deutschlehrer gilt das vermutlich nicht mehr…
Hä? Das ist ei bei Gleitzeit. Einfach später stempeln als man angefangen hat oder früher als man aufhört und sofort ists kein Arbeitszeitenverstoss mehr.
Das dürfte einige Überraschungen geben, in beide Richtungen.
Wenn ich mir auf der Fahrt zur Arbeit im Auto Gedanken zur Stunde mache, zählt das dann auch als Arbeitszeit?
Wenn ich abends um halb 9 nochmal 5 Minuten mit einer Mutter telefoniere?
Wenn ich ein Museum besuche? Wenn ich ein Buch lese um mich weiterzubilden?
Das wird für einige mir bekannte Lehrer unangenehm. Die arbeiten halt bis Mittags an der Schule, kümmern sich dann nachmittags/abends um die Family undsind dann spätabends und in der Nacht nochmal beruflich aktiv, – was das Arbeitszeitgesetz aber mWn nicht hergibt.
Viel spannender finde ich, dass die Pausenzeiten mal sichtbar werden. Mittagspausen gehören nicht zum Standard und Pause heißt Pause und nicht hier und da mal was erledigen
Selbst wenn man die Betriebe zwingt, die Zeit zu erfassen, wird es immer Personen geben, die sich aus diversen Gründen einfach weiter ausbeuten lassen. Die Überstunden werden dann halt einfach nicht notiert. Oft ist da natürlich auch Druck von oben das Problem.
Beispiel: Aufgabe X dauert 60 Stunden die Woche, du hast aber vertraglich nur 40 zur Verfügung. Dein Chef sagt dir dann: Du hast Aufgabe X zu erfüllen, sonst wird ein Vertrag nicht verlängert / du wirst bei der Schichtplanung sonst benachteiligt / deine gewünschten Weiterbildungen sind dieses Jahr erstmal gecancelt. Gleichzeitig sagt er aber auch: Überstunden machst du gefälligst keine, das ist zu teuer! Dann ist der Arbeitnehmer im Zielkonflikt – entweder die Aufgabe nicht schaffen (Ärger vom Chef), Aufgabe mit Überstunden schaffen (Ärger vom Chef), Aufgabe schaffen ohne Überstunden in der Zeiterfassung zu erfassen (kein Ärger vom Chef).
Aber natürlich alles nur unter der Prämisse, dass sich die Arbeitnehmer hier bei vollem Bewusstsein ausbeuten lassen. Passiert ja häufig im sozialen Sektor, Gesundheitssektor, oder wissenschaftlichen Sektor so. Leute haben Ziele, und um die zu erreichen muss man durch eine Phase der Ausbeutung.