“Das hat doch alles schon mal funktioniert!” – Ich wollte doch nur einen Duschschlauch – und bekam Krempel. Dabei lernte ich eine merkwürdige Lektion: Wer normale Qualität will, muss jetzt Premium kaufen

by i-have-no-mouth

13 comments
  1. Ist mir auch schon aufgefallen.

    Die Leute lassen es mit sich machen. Beziehungsweise die Leute haben auch alle kejne Ahnung von nix. Wer nur schlechtes kennt weiß halt nicht das er Mist benutzt

  2. Uff, der Artikel könnte von meinen Schwiegereltern sein…

    >Online kaufen heißt oft: gerade noch akzeptable Produkte kaufen

    D.h., wenn ich online eine Grohe Armatur kaufe ist die schlechter als wenn ich die im Sanitärbedarf vor Ort kaufe?

    Ich finde das schon alles sehr polemisch (besseres Wort fällt mir gerade nicht ein). Ja, natürlich muss man darauf schauen, was man kauft. Allerdings scheinen viele Menschen auch nicht mehr das Bedürfnis zu haben, langlebige Produkte zu besitzen. Kaufen schüttet halt Dopamin aus und wenn etwas schnell kaputt geht, kann man schneller etwas neues kaufen.

    Ansonsten kann ich empfehlen, bei Amazon und Co. nur die schlechten Rezensionen zu lesen. Das gibt meist einen deutlich besseren Eindruck als die positiven. Wenn da der einzige Kritikpunkt “Paket wurde vor die Tür gelegt ist”, ist das ein gutes Zeichen. Wenn 5 Leute schreiben “Bin enttäuscht, war nach 8 Wochen kaputt” eben nicht.

  3. War doch schon immer so. Wer billigsten Schrott kauft, der bekommt billigsten Schrott.

  4. Man hätte natürlich wie jeder normale Mensch einfach die alte Duscharmatur entkalken können anstatt Sie weg zu schmeißen und darüber auch noch einen Rant-Artikel zu schreiben.

  5. Habe von meinem Opa immer gesagt bekommen “wer billig kauft, kauft zweimal”.

    Natürlich kann man übers Internet irgendwelchen Schrott kaufen, aber genauso gibt es irgendwelche Billig-Resterampen-Läden bei denen man Dinge kauft die ziemlich genau einmal halten werden.

  6. >Und da ich den Schlauch online gekauft hatte, fiel mir erst nach der Montage auf, dass eine wesentliche Produkteigenschaft fehlt.

    r/tja

  7. Enshittification of everything.

    Zwei Faktoren wirken für den Eindruck aus dem Artikel:

    Amazon andere Plattformen verkaufen ja primär den “Chinaramsch”. Da braucht man sich gar nicht durch die Artikel klicken und vergleichen, denn oft handelt es sich um das selbe(!) Produkt. Eine Fabrik, paar Schiffscontainer voll. Ich könnte nun eine Firma digital gründen, die einen dieser Container mit 10.000 Duschköpfen kauft. Die Stockfotos dazu bearbeite ich mit Gimp, einfach noch einen Goldbarren oder eine Blume drauf, auf Amazon gestellt, das ganze um wenige Euro teurer als die Konkurrenz (mit dem selben Produkt). Wenn jemand auf Amazon bei mir bestellt, geht das direkt vom Container zu der Person nach Hause. Menschen kaufen gerne das Produkt, das im Stockfoto etwas anders aussieht oder wertiger erscheint. Man nimmt nicht unbedingt das Allerbilligste. Davon gibt es unzählige Firmen mit unzähligen Produkten. Ich könnte auch einfach mehrere Firmen mit verschiedenen Preisen für das selbe Produkt gründen. The illusion of choice.

    Aber wie manche schon angemerkt haben, sollten namentliche Marken weiterhin für Qualität stehen. Hier kommt die Enshittification. Ein Unternehmen muss ein gutes Produkt schaffen, den Wettbewerb gegen Konkurrenz gewinnen und bei den Kunden ankommen. Man etabliert sich. Man behält und verteidigt die Stellung und wächst, man wird eine der großen guten Marken. Dann zählt, was an der Börse passiert. Man arbeitet nicht mehr für den Endkonsumenten, sondern für die Anteilseigner des Unternehmens. Damit ein solides Produkt, dass nicht großartig an Qualität steigen oder an Innovation gewinnen kann mehr Ertrag/Umsatz bringt, lagert man Produktionsstätten um, kürzt Stellen usw. Damit ist aber auch irgendwann alles ausgereizt. Bullshit-Produkte kommen dazu, damit meine ich nicht-kompatible Ersatzprodukte. Staubsaugerbeutel passen nur in den einen Staubsauger, andere Beutel überhaupt nicht. Zuletzt größer in Medien waren die neuen Regelungen für Ladekabel für Smartphones. Geplante Obsoleszenz, mit Absicht konstruierte Fehler, meist spart man an Material, sodass Verschleiß härter wirkt. Irgendein Stift, der irgendeinen Deckel schließt, bricht leicht ab, Deckel schleißt nicht richtig, nervt, aber ist sonst noch gut. Das spielt man weiter. Enshittification ist dann das Phänomen auch zu merken, dass solche Produkte mal einen gewissen Standard hatten, nun aber nicht mehr. Staubsauger aus den 80ern sind heute noch besser als die meisten heute neu gekauften. Enshittification ist, wenn früher bei einem Produkt noch weitere Teile dabei waren, die man heute extra kaufen muss. Bohrmaschine bei Aldi ist zwar günstig, kommt aber ohne Akku, ohne Akkuladegerät und ohne Bits. Nicht mal ein einziger Bit dabei. Alles zusammen, was notwendig ist um irgendwas bohren zu können, kostet mehr, als ein Profi-Set aus dem Baumarkt. Enshittification ist dann, wenn diese Profi-Sets, die guten Marken, scheiße werden. Das passiert primär bei digitalen Produkten, lässt sich aber übertragen. Meine Wahrnehmung ist, dass alles was für die Privatperson und nicht für Profis, eine Branche, gedacht ist, Müll ist. Habe mir z.b. einen Staubsauger aus der Industrie gekauft, von einem dieser Handwerksshops die auch Berufskleidung usw. anbieten. Den kann ich auch reparieren, weil nicht 100 verschiedene Schrauben verwendet wurden oder irgendwas festgeklebt ist. War auch nicht teurer, einfach nur nischig. Sieht halt auch nach Industrie aus (finds ja auch geil).

    Will also damit sagen: Ja auch tolle Marken werden scheiße, es ist Kapitalismus.

    Bisschen viel Text sorry, kann mich schlecht kurz fassen und das Thema bewegt mich auch privat.

    Neulich war hier im Subreddit das Thema, was denn gute Markenprodukte seien, die seit jeher Qualität versprechen und einhalten. Solche Listen sind mir ja heilig, da alle die Antworten Erfahrungen haben und ich von ausgehen kann, das sie nicht dafür bezahlt werden. Wenn da 1000 Leute auf diese eine Waschmaschine schwören, lieber gebraucht als irgendeine andere in neu, dann vertraue ich dem Kollektivgehirn. Wenn man bedenkt, wie automatisiert Fake-Bewertungen auf Amazon generiert werden und wie leicht es ist, das selbe Ramschprodukt in 30 Variationen anzubieten, ist so eine kleine Blase aus Reddit unfassbar wertvoll. Also danke auch haha

  8. >Beim Brauseschlauch, das lernte ich auf die harte Tour, ist einer dieser Hygienefaktoren der „beidseitige Drehwirbel“. Die Anschlussmuttern des Schlauchs sind normalerweise so konstruiert, dass sie sich frei drehen können, während man die Brause in der Hand hält

    So einen Luxusschlauch hatte ich zwar als Kind und Jugendlicher, als ich noch im Einfamilienhaus meiner Eltern lebte.

    Seit dem Auszug fürs Studium hatte ich dann aber Schläuche ohne eine solche Verdrehbarkeit. Und das ist jetzt auch schon ca. 15 Jahre her. Also ist das keine neue Entwicklung, dass es günstigere Schläuche ohne diese Funktion gibt. Wenn man beim “Anschrauben” des Schlauchs ein wenig mitdenkt ist es zumindest für uns auch kein Problem. Er sollte eben von Anfang an so “hingedreht” sein, dass die Position stimmt und die Brause dann nicht ständig durch den Schlauch zur Seite gedreht wird.

    Ich würde den Teil also nicht unterschreiben:

    >Ständig muss man irgendwie umgreifen, weil man mit dem neuen Schlauch nicht mehr *einfach nur duschen* kann.

    Und ich bin froh, dass es auch die günstigere Variante von Schläuchen gibt, wenn man auf dieses Feature keinen Wert legt.

  9. > … zu hoffen, … dass die Ware nicht per Hermes zurückgeschickt werden muss.

    Traurig, aber wahr.

  10. Das Firmen Produkte herstellen um primär Geld damit zu verdienen, und nicht unbedingt um mit langlebigen Waren unser aller Leben zu verbessern, ist auch keine bahnbrechende neue Erkenntnis, Stichwort “geplante Obsoleszenz”, egal ob Drucker, Waschmaschine, Auto, und das es mehr Profit bringt, eine Sache mehrmals an den selben Kunden zu verkaufen, liegt auch auf der Hand und ist seit fast 25 Jahre mittlerweile Standard.

    Das ganze gabs doch auch schon vor ca. hundert Jahren, Stichwort “Glühbirnen-Kartell”.

    Ja, es mag sein, das früher alles besser war, aber genau das hat vielen Herstellern eben langfristig das Genick gebrochen, auch im industriellen Umfeld. (Hurth, Deckel-Maho…)

    Dafür kostet ein Durchschnittsgerät auch viel weniger als früher z.B. bei Fernsehern, klar gibts noch immer “HighEnd”, aber das gabs früher auch schon zusätzlich.

    Es wäre sicherlich auch ökologischer, wenn Geräte länger haltbar wären, bzw. besser reparierbar, aber wie oft werden auch neue Dinge gekauft, weil man sich an den alten satt gesehen hat, bzw. weil es ein neues Modell gibt, gerade bei Smartphones, oder weil die neuen Kühlschränke dann eben doch Energiesparender sind.

    Jetzt könnte man einwenden, daß es ja am Endkunden läge, durch sein Kaufverhalten zu entscheiden, was in die Regale kommt, aber Endverbraucher sind, wie das Wort schon sagt, das letzte Glied in der Kette, und wenn der Fisch vom Kopf her stinkt, dann muß da von anderer Stelle dieser aus dem Verkehr gezogen werden, es auf den Verbraucher abzuwälzen ist immer nur die billigste Ausrede.

    Das man zudem darauf achten sollte, kein Marketing Opfer zu werden, bzw. daß man sein Konsumverhalten mal überdenken sollte, versteht sich eigentlich auch von selbst.

    Ich bin 51 Jahre alt, und ich hatte noch nie nen Anti Twist Duschschlauch, ich muß nämlich auch keine künstlichen Pirouetten in der Kabine drehen, um einen zu benötigen.
    Ich brauche keine Lösungen für künstlich geschaffene Probleme.

  11. die Welt wird aber durch Gewinnmaximierung mit Müll überflutet. Keiner spricht mehr über Qualität. Leider ist das auch beim Fachhändler schon angekommen, und die fahren auch diese Gewinnmaximierung.
    Dann noch die Feststellung: Es gibt auch so gut wie keine Fachgeschäfte mehr. Wenn ich ein Produkt kaufen möchte, ist die Auswahl so groß, dass ich auch nicht an einer Stelle mir mehrere Produkte anschauen und bewerten kann. Und letztendlich landet man wieder im Internet. Egal was es ist.

  12. „Der neue Schlauch hat, im Gegensatz zum Vorgängermodell, eine richtige und eine falsche Orientierung, die man ihm nicht ansieht, auf die man aber beim Duschen Rücksicht nehmen muss.“

    Und das stand nicht in der Anleitung?

    [×] Doubt

  13. “Was für ein Produkt wünscht Ihr, Eure Duschschlauchtigkeit?”

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