> Kirchliche Träger von Kindertagesstätten bekommen weniger öffentliche Zuschüsse als andere Träger. Das ist rechtens, hat das BVerwG entschieden, denn die Kirche sei dank Kirchensteuer finanziell besser ausgestattet.
Na dann wird der Staat ein ganz schönes Problem bekommen mit immer mehr Kirchenaustritten. Nicht das ich ein Problem mit der Rechtsprechung hätte sie ist nur Logisch, aber viel zu viele Kommunen nutzen die kirchlichen Träger um einfach nur Geld zu sparen
Top Inhalt dieser Meldung: Kirche zahlt nur 12 %, bekommt aber von vielen die volle Zuschreibung und darf zudem ihr menschenverachtendes kirchliches Arbeitsrecht umsetzten und getaufte Kinder bzw. Kinder von Kirchenmitgliedern bei der Platzvergabe bevorzugen.
Ich bin in meiner Heimatgemeinde kirchlich aktiv, und was ich im Folgenden schreibe, deckt sich mit der Meinung vieler anderer Aktiver auf den unteren Ebenen (wenn auch nicht mit der Meinung der Bischofskonferenz):
Ich bin für eine vollständige Trennung von Kirche und Staat nach französischen Vorbild. Das kann aber keine Einbahnstraße sein, sondern muss (wie in Frankreich) in beide Richtungen gehen, damit es funktionieren kann. Neben den bekannten Forderungen nach Abschaffung der Zuschüsse an die Kirchen und Streichung aller Privilegien der Kirchen muss also auch folgendes passieren:
* Der Staat übernimmt alle Gebäude der Kirche, die er erhalten will. Eine vom Staat getrennte Kirche kann nicht mehr dafür verantwortlich sein, große Teile unseres historischen Erbes zu verwalten. Die Kirchengebäude, die der Staat nicht unterhalten will, dürfen von den Kirchengemeiden abgerissen werden – real sind sie sowieso viel zu groß und für die Kirchengemeiden völlig nutzlos.
* Die Kirche übernimmt keine staatlichen Aufgaben mehr. Das heißt, der Staat betreibt selbst Suizid- und Gesprächshotlines in ausreichenden Umfang. Der Staat übernimmt alle kirchlichen Kindergärten (und löst dabei die zum Bau derselben entstandenen Schulden ab!!!). Selbiges gilt natürlich auch für kirchliche Schulen, Nachmittagsbetreuungen, Krankenhäuser, Altenheime. Dabei ist natürlich der Wunsch gerade älterer Bürger auf seelsorgerische Betreuung zu berücksichtigen.
Eine vom Staat getrennte Kirche verfügt schlicht nicht mehr über die finanziellen Mittel, diese beiden Punkte weiter bereitzustellen. Da kann man auch 100x „Eigentum verpflichtet“ schreien – wenn kein Geld da ist, ist kein Geld da. Und es ist kein Geld mehr da: Die Ausgaben vieler Bistümer übersteigen bereits jetzt deutlich ihre Einnahmen. Sie müssen also anfangen, Substanz zu verkaufen – ein Prozess, der nicht beliebig lange weiter gehen kann. Bei den Kirchengemeiden sind sowieso die meisten schlicht pleite.
Sehr schön.
Bitte das kirchliche Arbeitsrecht, was dort herrscht, bitte direkt mit abschaffen.
Was mich am meisten stört ist dass die Kirche durch Ihre Vorteile den Markt im sozialen Bereich negativ beeinflusst. Die staatliche “Unterstützung” und Privilegien sorgen für Marktverzerrungen. Wie sollen den private anbiete da mithalten? Wenieger steuern, Bindung seit Kindesalter, eigene Arbeitsgerichte. Guckt euch mal den Markt an, Pföegekräfte und Erzieherinnen müssten schon Millionäre sein. Ich hoffe, dass der EuGh da noch deutlich weiter geht, denn dies ist natürlich auch zum Nachteil anderer Europäischer Dienstleister.
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> Kirchliche Träger von Kindertagesstätten bekommen weniger öffentliche Zuschüsse als andere Träger. Das ist rechtens, hat das BVerwG entschieden, denn die Kirche sei dank Kirchensteuer finanziell besser ausgestattet.
Na dann wird der Staat ein ganz schönes Problem bekommen mit immer mehr Kirchenaustritten. Nicht das ich ein Problem mit der Rechtsprechung hätte sie ist nur Logisch, aber viel zu viele Kommunen nutzen die kirchlichen Träger um einfach nur Geld zu sparen
Top Inhalt dieser Meldung: Kirche zahlt nur 12 %, bekommt aber von vielen die volle Zuschreibung und darf zudem ihr menschenverachtendes kirchliches Arbeitsrecht umsetzten und getaufte Kinder bzw. Kinder von Kirchenmitgliedern bei der Platzvergabe bevorzugen.
Ich bin in meiner Heimatgemeinde kirchlich aktiv, und was ich im Folgenden schreibe, deckt sich mit der Meinung vieler anderer Aktiver auf den unteren Ebenen (wenn auch nicht mit der Meinung der Bischofskonferenz):
Ich bin für eine vollständige Trennung von Kirche und Staat nach französischen Vorbild. Das kann aber keine Einbahnstraße sein, sondern muss (wie in Frankreich) in beide Richtungen gehen, damit es funktionieren kann. Neben den bekannten Forderungen nach Abschaffung der Zuschüsse an die Kirchen und Streichung aller Privilegien der Kirchen muss also auch folgendes passieren:
* Der Staat übernimmt alle Gebäude der Kirche, die er erhalten will. Eine vom Staat getrennte Kirche kann nicht mehr dafür verantwortlich sein, große Teile unseres historischen Erbes zu verwalten. Die Kirchengebäude, die der Staat nicht unterhalten will, dürfen von den Kirchengemeiden abgerissen werden – real sind sie sowieso viel zu groß und für die Kirchengemeiden völlig nutzlos.
* Die Kirche übernimmt keine staatlichen Aufgaben mehr. Das heißt, der Staat betreibt selbst Suizid- und Gesprächshotlines in ausreichenden Umfang. Der Staat übernimmt alle kirchlichen Kindergärten (und löst dabei die zum Bau derselben entstandenen Schulden ab!!!). Selbiges gilt natürlich auch für kirchliche Schulen, Nachmittagsbetreuungen, Krankenhäuser, Altenheime. Dabei ist natürlich der Wunsch gerade älterer Bürger auf seelsorgerische Betreuung zu berücksichtigen.
Eine vom Staat getrennte Kirche verfügt schlicht nicht mehr über die finanziellen Mittel, diese beiden Punkte weiter bereitzustellen. Da kann man auch 100x „Eigentum verpflichtet“ schreien – wenn kein Geld da ist, ist kein Geld da. Und es ist kein Geld mehr da: Die Ausgaben vieler Bistümer übersteigen bereits jetzt deutlich ihre Einnahmen. Sie müssen also anfangen, Substanz zu verkaufen – ein Prozess, der nicht beliebig lange weiter gehen kann. Bei den Kirchengemeiden sind sowieso die meisten schlicht pleite.
Sehr schön.
Bitte das kirchliche Arbeitsrecht, was dort herrscht, bitte direkt mit abschaffen.
Was mich am meisten stört ist dass die Kirche durch Ihre Vorteile den Markt im sozialen Bereich negativ beeinflusst. Die staatliche “Unterstützung” und Privilegien sorgen für Marktverzerrungen. Wie sollen den private anbiete da mithalten? Wenieger steuern, Bindung seit Kindesalter, eigene Arbeitsgerichte. Guckt euch mal den Markt an, Pföegekräfte und Erzieherinnen müssten schon Millionäre sein. Ich hoffe, dass der EuGh da noch deutlich weiter geht, denn dies ist natürlich auch zum Nachteil anderer Europäischer Dienstleister.