So klappt’s auch mit der Zwei-Tage-Woche. *tippt Stirn*
15 Stunden die Woche? Klingt fair.
> Die Abgeordneten verlangen deshalb von der Bundesregierung, einen Gesetzentwurf, „der die Wünsche nach stärkerer Arbeitszeitflexibilisierung aufgreift und der zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle für verschiedene Lebensphasen ermöglicht“.
Wisst ihr was da hilft? Der Anspruch, Home Office im Gesetz zu verankern…
Hmm,
Spricht etwas dagegen?
Vorbereitung darauf, Leute in der 4-Tage-Woche noch effektiv ausbeuten zu können.
>Das deutsche Arbeitszeitgesetz mit seiner Festlegung auf einen in der Regel Acht-Stunden-Tag stehe den Wünschen der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität jedoch entgegen, so die Fraktion.
Die Union hat Arbeitgeber falsch geschrieben. Kann ja mal passieren.
Das ist also deren 4-Tage Woche jeweils 10 Stunden pro Tag dann
So aus dem Bauch heraus finde ich die Idee nicht schlecht. Vielleicht würde ich noch home office noch irgendwie einbinden, obwohl das nicht bei jedem Beruf möglich ist und ein Recht darauf natürlich schwer zu definieren ist.
Ich würde aber trotzdem eine Maximale Arbeitszeit pro Tag definieren, zum Schutze der Arbeitnehmer und Geber.
Ich würde mir damit eine 4 Tages Woche machen, weil Freitag eh komplett tote Hose im Hause ist. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ich Sachen die entscheidend sind nicht sehe.
Finde ich grundsätzlich vernünftig, gerade bei Dienstreisen muss ich oft aufgrund Maximalarbeitszeit im Hotel schlafen statt mich spät Nachmittags in den Zug zu setzen und zuhause zu schlafen. Muss halt sicher gegangen werden das es ohne Zwang erfolgt. Ich könnte mir ja verpflichtende Überstundenzuschläge von 100% ab der 10 Stunde vorstellen. Das macht es für ein bestimmtes Klientel an Arbeitgeber schnell unattraktiv.
Pflegekraft ist fertig mit der Welt und schiebt ständig Überstunden. Die Pflegeleitung sagt: “Achja, Antje ist krank, morgen machst Du Doppelschicht (-> 16 Stunden). Pflegekraft sagt “Fuck you, das ist gar nicht legal”.
Die Pflegeleitung ruft bei ihrem Vorgesetzten an. Der ruft dann bei seinem Vertrauten CDU/CSU Abgeordneten an. Wähler wählen fröhlich CDU bei der nächsten Wahl. Gesetz wird verabschiedet
-> Pflegekraft arbeitet jetzt am Montag 16 Stunden. Pflegekraft kriegt an ihrem Ausgleichstag dann einen Anruf: “Du musst dringend kommen, die Anneliese ist krank wegen Burnout”. Die Pflegekraft sagt: “Ja, aber heute ist doch mein Ausgleichstag”. Die Leitung sagt: “Na gut, dann bleibt der Rentner halt liegen”
-> Die Pflegekraft fährt ins Heim um die Stunden zu übernehmen basierend auf dem Versprechen mehr Urlaubstage zu bekommen, weil sie den Rentner und ihre Freunde auf der Arbeit nicht im Stich lassen will.
-> Die Überstunden häufen sich. CDU/CSU macht das nächste Gesetz, das es Arbeitgebern erlaubt Überstunden nicht in Urlaub zu vergüten sondern finanziell ohne Mitspracherecht des Arbeitnehmers, sofern eine vage definierte “Notlage” existiert.
-> Am Ende des Jahres will die Pflegekraft ihre Überstunden vergütet haben. Pflegedienstleitung sagt: Machen wir, hier hast Du 90 Euro. Pflegekraft ist verwundert und zeigt Ihre dokumentierten Überstunden. Pflegeleitung sagt: Ja das stimmt mit unseren Aufzeichnungen nicht überein, das müssen wir ausgiebig prüfen.
Pflegekraft ist emotional, psychisch und physisch so erschöpft, dass nichts mehr geht. Sie hat keine Energie für einen Rechtsstreit, kein Geld für einen Anwalt, keine Kraft mehr. Sie meldet sich krank.
Und der Zyklus beginnt von vorne.
Und als nächstes dann wöchentliche Höchstarbeitszeit pro Job, damit man die Niedriglöhner mit zwei Jobs ausbeuten kann wie Sklaven
Wir haben doch schon eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.
Also warum was daran ändern.
Kennen die von der Union bestehende Gesetze nicht?
Wundern würde es mich nicht,das Grundgesetz kennen die ja auch nicht….
> Das deutsche Arbeitszeitgesetz mit seiner Festlegung auf einen in der Regel Acht-Stunden-Tag stehe den Wünschen der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität jedoch entgegen, so die Fraktion.
Ah ja, immer diese Arbeitnehmer, die sich wünschen, noch länger pro Tag knechten zu dürfen, wer kennt sie nicht.
Die Forderung dem Koalitionsvertrag nachzukommen ist natürlich gut und legitim. Aus den Mündern der Union kann ichs nur leider nicht anders sehen als eine low hanging fruit um Wählerstimmen zu gewinnen, vor allem in AG-Kreisen.
Ich bin mittlerweile seit knapp 6 Monaten selbstständig, aber Arbeitszeitgesetze waren davor einer meiner größten Probleme. Klar ist es zum Schutz von mir oder anderen Arbeitern gedacht, aber es sollte meiner Meinung nach in Einzelfällen opt-out sein, weil man diesen “Schutz” oft nicht braucht, vor allem nicht als “Kognitiver” Arbeiter (gegenüber körperlicher Arbeit, hab beides schon zu genüge durch)
In 99,99% der Fälle wäre ich lieber eine halbe Stunde früher zuhause gewesen als eine halbe Stunde mit zwanghaft kleinem Aktionsradius “Pause” zu machen und zwischen “5 von 10” Niveau Fast Food oder dem nächsten Supermarkt auswählen zu müssen.
Zum Glück hatte ich fast immer umgängliche Arbeitgeber die sich “hintenrum” um die Anpassung (sprich Fälschung) der Bücher selber gekümmert haben, wenn ich keine Pause machen wollte, dass alles trotzdem sauber ist und keiner Stress hatte. Ist meines Erachtens win win für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Bei meinem letzten Job im Großkonzern vor der Selbstständigkeit wurde das aber in die andere Richtung ad absurdum geführt und man hatte immer 12:15-12:45 Mittagspause und 09:00-09:15 Frühstückspause, beide komplett gezwungen und unflexibel. Wird automatisch abgezogen, und keine Minute mehr weil sonst wird das auch noch vom Gehalt abgezogen. Interessiert keinen ob du bis 12:30 noch was fertig machen musstest, beim Verlassen des Geländes wird ausgestochen und das ist automatisch Pause, also wurde man auf am Schreibtisch Däumchen drehen und nicht arbeiten reduziert um seine Zeit “zurückzugewinnen”.
Außerdem gab es Gleitzeit, und man konnte spätestens um 08:20 anfangen. Wenn ich um 08:30 anfange passiert bis 09:00 maximal:
* Arbeitsplatz eingerichtet, überall wo es relevant ist eingeloggt
* Gehirn wird langsam warm und bereit für Höchstleistungen
* Darm ist entleert
* ggf. Kaffee getrunken
* Mails, To Dos, Tratsch mit Kollegen
Warum soll ich jetzt bevor ich überhaupt richtig anfangen konnte Pause machen, wo ist der Sinn dabei?
Übrigens, beide Pausen waren fester Bestandteil des Tages, auch wenn man unter 6 Stunden gearbeitet hat. Nehmen wir das Worst Case der Gleitzeit, Freitag 08:30 – 13:00, mit Pendeln war ich dann 5 Stunden außer Haus für 3:45 Stunden bezahlte Arbeit. Konnte man dann selbstverständlich gerne mit 2 Tagen 10 (also mit Pause und Pendeln 11:15) und einem weiteren Tag 8:15 (also 09:30 mit Pendeln und Pause) ausgleichen
Nice, endlich kann ich dann meine 40 Stunden Woche inklusive Überstunden an einem Tag erledigen.
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So klappt’s auch mit der Zwei-Tage-Woche. *tippt Stirn*
15 Stunden die Woche? Klingt fair.
> Die Abgeordneten verlangen deshalb von der Bundesregierung, einen Gesetzentwurf, „der die Wünsche nach stärkerer Arbeitszeitflexibilisierung aufgreift und der zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle für verschiedene Lebensphasen ermöglicht“.
Wisst ihr was da hilft? Der Anspruch, Home Office im Gesetz zu verankern…
Hmm,
Spricht etwas dagegen?
Vorbereitung darauf, Leute in der 4-Tage-Woche noch effektiv ausbeuten zu können.
>Das deutsche Arbeitszeitgesetz mit seiner Festlegung auf einen in der Regel Acht-Stunden-Tag stehe den Wünschen der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität jedoch entgegen, so die Fraktion.
Die Union hat Arbeitgeber falsch geschrieben. Kann ja mal passieren.
Das ist also deren 4-Tage Woche jeweils 10 Stunden pro Tag dann
So aus dem Bauch heraus finde ich die Idee nicht schlecht. Vielleicht würde ich noch home office noch irgendwie einbinden, obwohl das nicht bei jedem Beruf möglich ist und ein Recht darauf natürlich schwer zu definieren ist.
Ich würde aber trotzdem eine Maximale Arbeitszeit pro Tag definieren, zum Schutze der Arbeitnehmer und Geber.
Ich würde mir damit eine 4 Tages Woche machen, weil Freitag eh komplett tote Hose im Hause ist. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ich Sachen die entscheidend sind nicht sehe.
Finde ich grundsätzlich vernünftig, gerade bei Dienstreisen muss ich oft aufgrund Maximalarbeitszeit im Hotel schlafen statt mich spät Nachmittags in den Zug zu setzen und zuhause zu schlafen. Muss halt sicher gegangen werden das es ohne Zwang erfolgt. Ich könnte mir ja verpflichtende Überstundenzuschläge von 100% ab der 10 Stunde vorstellen. Das macht es für ein bestimmtes Klientel an Arbeitgeber schnell unattraktiv.
Pflegekraft ist fertig mit der Welt und schiebt ständig Überstunden. Die Pflegeleitung sagt: “Achja, Antje ist krank, morgen machst Du Doppelschicht (-> 16 Stunden). Pflegekraft sagt “Fuck you, das ist gar nicht legal”.
Die Pflegeleitung ruft bei ihrem Vorgesetzten an. Der ruft dann bei seinem Vertrauten CDU/CSU Abgeordneten an. Wähler wählen fröhlich CDU bei der nächsten Wahl. Gesetz wird verabschiedet
-> Pflegekraft arbeitet jetzt am Montag 16 Stunden. Pflegekraft kriegt an ihrem Ausgleichstag dann einen Anruf: “Du musst dringend kommen, die Anneliese ist krank wegen Burnout”. Die Pflegekraft sagt: “Ja, aber heute ist doch mein Ausgleichstag”. Die Leitung sagt: “Na gut, dann bleibt der Rentner halt liegen”
-> Die Pflegekraft fährt ins Heim um die Stunden zu übernehmen basierend auf dem Versprechen mehr Urlaubstage zu bekommen, weil sie den Rentner und ihre Freunde auf der Arbeit nicht im Stich lassen will.
-> Die Überstunden häufen sich. CDU/CSU macht das nächste Gesetz, das es Arbeitgebern erlaubt Überstunden nicht in Urlaub zu vergüten sondern finanziell ohne Mitspracherecht des Arbeitnehmers, sofern eine vage definierte “Notlage” existiert.
-> Am Ende des Jahres will die Pflegekraft ihre Überstunden vergütet haben. Pflegedienstleitung sagt: Machen wir, hier hast Du 90 Euro. Pflegekraft ist verwundert und zeigt Ihre dokumentierten Überstunden. Pflegeleitung sagt: Ja das stimmt mit unseren Aufzeichnungen nicht überein, das müssen wir ausgiebig prüfen.
Pflegekraft ist emotional, psychisch und physisch so erschöpft, dass nichts mehr geht. Sie hat keine Energie für einen Rechtsstreit, kein Geld für einen Anwalt, keine Kraft mehr. Sie meldet sich krank.
Und der Zyklus beginnt von vorne.
Und als nächstes dann wöchentliche Höchstarbeitszeit pro Job, damit man die Niedriglöhner mit zwei Jobs ausbeuten kann wie Sklaven
Wir haben doch schon eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.
Also warum was daran ändern.
Kennen die von der Union bestehende Gesetze nicht?
Wundern würde es mich nicht,das Grundgesetz kennen die ja auch nicht….
> Das deutsche Arbeitszeitgesetz mit seiner Festlegung auf einen in der Regel Acht-Stunden-Tag stehe den Wünschen der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität jedoch entgegen, so die Fraktion.
Ah ja, immer diese Arbeitnehmer, die sich wünschen, noch länger pro Tag knechten zu dürfen, wer kennt sie nicht.
Die Forderung dem Koalitionsvertrag nachzukommen ist natürlich gut und legitim. Aus den Mündern der Union kann ichs nur leider nicht anders sehen als eine low hanging fruit um Wählerstimmen zu gewinnen, vor allem in AG-Kreisen.
Ich bin mittlerweile seit knapp 6 Monaten selbstständig, aber Arbeitszeitgesetze waren davor einer meiner größten Probleme. Klar ist es zum Schutz von mir oder anderen Arbeitern gedacht, aber es sollte meiner Meinung nach in Einzelfällen opt-out sein, weil man diesen “Schutz” oft nicht braucht, vor allem nicht als “Kognitiver” Arbeiter (gegenüber körperlicher Arbeit, hab beides schon zu genüge durch)
In 99,99% der Fälle wäre ich lieber eine halbe Stunde früher zuhause gewesen als eine halbe Stunde mit zwanghaft kleinem Aktionsradius “Pause” zu machen und zwischen “5 von 10” Niveau Fast Food oder dem nächsten Supermarkt auswählen zu müssen.
Zum Glück hatte ich fast immer umgängliche Arbeitgeber die sich “hintenrum” um die Anpassung (sprich Fälschung) der Bücher selber gekümmert haben, wenn ich keine Pause machen wollte, dass alles trotzdem sauber ist und keiner Stress hatte. Ist meines Erachtens win win für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Bei meinem letzten Job im Großkonzern vor der Selbstständigkeit wurde das aber in die andere Richtung ad absurdum geführt und man hatte immer 12:15-12:45 Mittagspause und 09:00-09:15 Frühstückspause, beide komplett gezwungen und unflexibel. Wird automatisch abgezogen, und keine Minute mehr weil sonst wird das auch noch vom Gehalt abgezogen. Interessiert keinen ob du bis 12:30 noch was fertig machen musstest, beim Verlassen des Geländes wird ausgestochen und das ist automatisch Pause, also wurde man auf am Schreibtisch Däumchen drehen und nicht arbeiten reduziert um seine Zeit “zurückzugewinnen”.
Außerdem gab es Gleitzeit, und man konnte spätestens um 08:20 anfangen. Wenn ich um 08:30 anfange passiert bis 09:00 maximal:
* Arbeitsplatz eingerichtet, überall wo es relevant ist eingeloggt
* Gehirn wird langsam warm und bereit für Höchstleistungen
* Darm ist entleert
* ggf. Kaffee getrunken
* Mails, To Dos, Tratsch mit Kollegen
Warum soll ich jetzt bevor ich überhaupt richtig anfangen konnte Pause machen, wo ist der Sinn dabei?
Übrigens, beide Pausen waren fester Bestandteil des Tages, auch wenn man unter 6 Stunden gearbeitet hat. Nehmen wir das Worst Case der Gleitzeit, Freitag 08:30 – 13:00, mit Pendeln war ich dann 5 Stunden außer Haus für 3:45 Stunden bezahlte Arbeit. Konnte man dann selbstverständlich gerne mit 2 Tagen 10 (also mit Pause und Pendeln 11:15) und einem weiteren Tag 8:15 (also 09:30 mit Pendeln und Pause) ausgleichen
Nice, endlich kann ich dann meine 40 Stunden Woche inklusive Überstunden an einem Tag erledigen.