> Der Präsident der Landesärztekammer Hessen kritisiert das Anspruchsdenken vieler Patienten. Zu viele Menschen erwarteten vom Gesundheitssystem “alles für jeden zu jeder Zeit”, sagte Edgar Pinkowski der Deutschen Presse-Agentur. Eine solche “Flatrate-Mentalität” könne sich die Medizin weder finanziell noch personell leisten.
Deshalb wartet man nach einer Diagnose dann auch monatelang auf einen Facharzttermin, bei dem die Tresentanten nicht mal ans Telefon gehen, weil ja jederzeit ein Privatpatient anrufen könnte, deren Leitung man gesondert bedient.
Bei solchen Wortmeldungen sehe ich immer die große Gefahr, dass Patienten eingeschüchtert darauf reagieren und den Gang in die Notaufnahme nicht antreten, obwohl der vielleicht gerechtfertigt wäre, weil sie niemanden zur Last fallen wollen. Mensch ist krankenversichert, also hat er auch einen Anspruch auf die Versicherungsleistung.
Vielleicht ist das System aber auch einfach nur bescheiden konzipiert. Habe 3 chronische Erkrankungen und bin bei 3 Fachärzten und Hausarzt in Dauerbehandlung. 70% meiner Termine in den Praxen dienen nur dem Papierkram. Und zwar jedes Quartal, auch mit eRezept. Es soll ja bald eine Änderung geben, sodass Hausärzte bei chronisch Kranken auf das quartalsmäßige Einlesen verzichten können. Aber eben nicht bei den kostenintensiveren Fachärzten. Aber klar, ist nur mein Anspruchsdenken weil ich super gerne Vollzeit arbeite und irgendwie all diese beschissenen Termine unterbringen muss, bei denen ich nicht mal einen Arzt sehe.
Also ich hab seit 10 Jahren chronische Schmerzen und hab das erste Jahr tatsächlich versucht rauszufinden woran das liegen könnte und/oder eine Behandlung zu kriegen. Das deutsche Gesundheitssystem macht aber vorallem mehr Schmerzen und dementsprechend hab ichs dann aufgegeben. Einer der Behandelnden hat mir dann auch noch Jahre später indirekt Grüße über die Polizei ausgerichtet, weil meine Rechnung in seinen Abrechnungsbetrug involviert war und ich dementsprechend Mitverdächtiger im Ermittlungsverfahren wegen Gesundheitsbetrugs war. Wenn ich solche Aussagen lese, erweckt das in mir Verlangen, deren Ausdruck leider alle Richtlinien dieser Seite verletzen.
Joa wenn ich jeden Monat über 800€ in die GKV abführe hätte ich da als Gegenleistung auch einen guten Service
Verrückt ich weiß, dass es für Gebühren auch Leistung geben soll…
Sehr unglückliche Formulierung, die auf eine gewisse Verachtung des einfachen Patienten schließen lässt. Die Gegenvorschläge scheinen mir jetzt gar nicht so abwegig, auch wenn weder mögliche Folgeprobleme noch die Hintergründe der Reformbemühungen beleuchtet werden.
Insgesamt extrem schwacher Artikel, der einfach nur die Pressemitteilung der Ärztekammer wiederkaut.
> Hier braucht es Maßnahmen zur gezielten Steuerung.” Pinkowski schlägt ein “Ersteinschätzungsverfahren” vor, wie es in Dänemark praktiziert werde.
Ja, klaro, ignorieren wir einfach das das Manchester Triage System in eigentlich jeder kompetenten Notaufnahme angewandt wird.
Was ein Vollidiot ist das bitte?
Ja ich erwarte einiges vom Gesundheitssystem. Ich erwarte wie ein Mensch mit Anstand und Respekt behandelt zu werden. Allein dieser Punkt kommt vielem Personal leider ab. Ob begründet oder nicht. Ich erwarte das ich bei den Summen die ich in die GKV stecke auch in einem der Krankheit angepassten Rahmen eine Arztbehandlung erfahre. Ich erwarte das der Mensch und seine Gesundwerdung Im Zentrum des Gesundheitssystems steht.
Ich begegne dem Personal gegenüber auch mit Anstand und Respekt. Ich habe Verständnis für die Überladung des Personals mit Arbeit und Bürokratie.
Leider artet es inzwischen zu oft zu einem Nonsens-Bürokratie-, einem Verantwortungs-und-Patienten-Hin-und-her-Geschiebe-, oder einem Kommunikations- Kleinkrieg aus.
Ich finde es nicht mehr lustig und behaupte dass das deutsche Gesundheitssystem stellenweise nicht mehr richtig funktioniert. Bzw. es sich selbst im Weg steht und das Wesentliche zu kurz kommt. Der Mensch.
Ja, tolles Ersteinschätzungsverfahren. Das “Überhaupt-mal-Einschätzen” funktioniert ja hierzulande schon nicht wenn es um Menschen mit unsichtbaren Behinderungen oder chronischen Schmerzen geht.
Ich versteh schon, dass es da Probleme gibt, aber für Dienstleister ist das eine etwas komische Aussage.
Hoppala da hat er sich wohl an seinen Benzos verschluckt und ausversehen ein Interview gegeben. Eigentlich ist das ein ganz Lieber!!
Dem gegenüber steht allerdings auch die Einstellung vieler Kassenärzte, dass ihnen egal ist ob sie dir helfen können oder nicht. Abgerechnet bist du in dem Moment wo du ihre Sprechstunde betrittst und jedes Wort zu viel mit dir ist ein Verlustgeschäft.
Wie jetzt haben Pflichtversicherte Patienten auch noch ein Anspruchsdenken? Was soll der Privatversicherte da sagen, wenn es keinen Barista im Foyer der Notaufnahme gibt? /s
Gibt’s die Möglichkeit für die Einschätzung nicht schon über die 116 117?
Bei meiner ersten allergischen raktion hab ich erstmal dort angerufen und gefragt, ob das bis morgen reicht oder nicht. Würde dann direkt Krankenwagen gerufen usw und war etwas überrascht, dass ich das selber so unterschätzt habe (da war dann eher das Problem, dass ich dann an her im Wartebereich der Notaufnahme saß und ich jetzt keinen finde, der mir die Allergie testen will usw…)
Andererseits hätte ich Freitag morgen meinen Zahnarzt angerufen und da dieser mittags nicht da is, “durfte” ich abends Zahn Notdienst wegen nem abszess und jetzt is mein Zahnarzt im Urlaub…
Wie geschrieben, ich denk für so ne erste Einschätzung gibt es die 116 117 aber das ist zwar inzwischen bekannter aber noch nicht bekannt genug, wenn es immernoch für lapalien zur Notaufnahme geht…
Mein Anspruch:
1 Hausarzt
Lass mich mal überlegen:
Trotz 3 Monate im Voraus gemachten Termin fast 2h Wartezeit beim Orthopäden
Terminanfrage für die Radiologie im Februar: “In der ersten Jahreshälfte nicht mehr, frühestens September”
Bei 4 Kinderärzten in der Umgebung abgelehnt – “Wir nehmen keine neuen Patienten auf”. Der nächstgelegene, welcher noch Neupatienten aufnimmt ist 20km entfernt.
Psychotherapeuten: Unter 12 Monaten Wartezeiten quasi nichts zu machen.
Die Leute gehen lieber in die Notaufnahme als zum Hausarzt? 4-Tage-Woche kann helfen. Warum haben Hausärzte überwiegend dann geöffnet, wenn man arbeiten muss? Wenn es nicht so dringend ist verdrängt man es dann. Wenn man frei hat, oder es doch wieder schmerzt, kommt es einem wieder in den Sinn. Für Vorsorgetermine müsste man sich evtl auch erst frei nehmen.
Ja doch, als Patient habe ich Anspruchsdenken. Ich zahle jeden Monat in die Krankenkasse ein, dann will ich gefälligst auch nen Termin kriegen, wenn ich einen brauche.
Es ist doch so ein Blödsinn. Ich habe irgendein Problem und will damit zum Arzt gehen. Dann heißt es “Termin erst in 2 Wochen”. Joa, in 2 Wochen ist das Problem entweder von alleine weg oder ich liege im Krankenhaus, eins von beiden.
Und wenn das die Situation beim Arzt in der Praxis ist, dann ist es doch wohl klar, dass die Leute im Zweifel in die Notaufnahme gehen.
Der Typ sieht das mal wieder nur aus der Perspektive der Ärzte. Und die verdienen verdammt gutes Geld dafür, wie schlecht das alles läuft.
Edit: Und dann wundern die sich auch noch, warum sie kein Pflegepersonal kriegen.
Sagt der welcher selbst sicher privatversichert ist
> Er sieht auch die Gefahr, “dass mehr Angebot mehr Nachfrage weckt
Ist leider auch eine Aussage, die wir im Medizinstudium 1:1 so von den Gesundheitsökonomen beigebracht bekommen, die BWL-Modelle fehlerhaft auf die Medizin übertragen. Es gibt keinen stabilen Beleg dafür, dass das tatsächlich der Fall ist. Und von solchen Theorien kommt man dann schnell zum vermeintlichen Anspruchsdenken weil da der Gedanke draus entsteht, dass viele wegen Nichtigkeiten kommen.
Die 116117 ist eine einzige Katastrophe, wenn diese unterbezahlten outgesourcten Callcenteragenten eine Ersteinschätzung machen sollen, dann gute Nacht. Und die wenigsten setzen sich gerne Abends oder am Wochenende in die Notaufnahme und warten 6-8 Stunden wenn es auch der Hausarzt getan hätte
Geschichten aus der Sprechstunde: wurde heute angeschnauzt, nach welchem Kriterium die Patienten hier drangenommen werden. Der Patient sei in seiner Position als Führungskraft nämlich nicht gewöhnt, überhaupt warten zu müssen. An einem anderen Haus sei ihm vom Chefarzt persönlich der Kaffee serviert worden.
Solche Szenen erlebe ich täglich mehrfach. Eine andere Patientin hat es geschafft, über die letzten 3 Tage durch mangelndes Vertrauen wegen einer Routine-OP Ärzte am Wochenende kumulativ 5h lang zu binden.
Ich verstehe schon die Entrüstung hier in den Kommentaren, die Wortwahl ist miserabel. Aber ich kann denke, dass es nicht übertrieben ist zu versichern, dass kaum jemand hier damit gemeint ist. Wenn ein Patient, insb solche mit schweren, chronischen Erkrankungen viel Zeit und Aufwand braucht, dann mache ich das zumindest gern.
Aber es ist wahr, die Menge an Patienten mit massiver, pathologischer Anspruchshaltung und üblicherweise Bagatellerkrankungen nimmt spürbar zu.
Noch ein paar Beispiele: Samstag um 02:00 Uhr nachts in der Notaufnahme. Rote Augen seit 3 Tagen, Erklärung des Patienten: er könne doch nicht unter der Woche zum Arzt, da müsse er ja arbeiten. Ich habe mitten in der Nacht auch schon Lesebrillen verschrieben, da ein Termin beim niedergelassen Arzt zu lange gedauert hätte. Eine 18 Jährige stellte sich vor, weil ihr das Handy, im Bett liegend, aus der Hand und aufs Gesicht gefallen war. Symptome habe sie keine, aber sie wolle das trotzdem mal checken lassen. Eine andere Patientin hatte kurz etwas verschwommen gesehen. Vollständige Untersuchung, alles ok. Dennoch, sie verlangt ein Schädel-CT (Google meint, es könne auch ein Hirntumor sein) und droht bei Nichterfüllung des Wunsches mit Klage wegen unterlassener Hilfeleistung. Usw usw usw…
Ja sorry ich zahle die ganze Zeit wie ein Trottel in die Kasse ein. Sorry das ich erwarte irgendwann behandelt zu werden. Ja tut mir leid mein Anspruch wohl zu groß
Idee: Mehr Kassensitze. Hätten alle was von.
Bei meinem vater wurde jetzt krebs im fortgeschrittenen Stadium im Krankenhaus festgestellt, nachdem sei. Hausarzt seine schmerzen seit monaten zur lapalie erklärt hatte und ihm immer sagte er soll halt ibus nehmen.
Ich bin ein bisschen erschüttert, was andere hier im Thread über das Verhalten von Patienten sagen.
Ich verstehe, dass das medizinische personal überarbeitet ist und es wirklich viele idioten gibt. aber es gibt auch ganz viele, die wirklich mittlerweile SCHLECHTE medizinische versorgung bekommen. Ich hab da aus eigener Erfahrung ein paar Beispiele. Ich will in Deutschland nicht krank werden und rechne auch damit, dass falls ich krebs bekomme das zu spät gemerkt wird (gesteigertes risiko)
„Hallo, mein Opa ist gerade vorne im Auto zusammengeklappt“
„Zur Zeit ist keiner unserer Mitarbeiter verfügbar, bitte rufen sie zu einem anderen Zeitpunkt an, ihr Notfall kommt gerade ungünstig.“
> Ärzte-Chef wirft Patienten Anspruchsdenken vor Ärzte-Chef wirft Patienten Anspruchsdenken vor
Ja, denn wir haben ein Recht darauf, gesund zu sein. Das System ist schlecht aufgebaut und die Menschen haben in vielen Fällen nicht die Möglichkeit, die benötigte Gesundheitsversorgung zu erhalten. Das hat dazu geführt, dass einige ältere Ärzte selbst recht anspruchsvoll geworden sind und seltsame Dinge denken.
Für mich wäre es ja schon mal hilfreich, wenn nicht alle umliegenden Hausärzte nur von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr auf hätten. Und das nicht mal jeden Tag. Da kann ich irgendwie verstehen (wenn auch nicht gut heißen), wenn dann Leute, die nicht flexibel von der Arbeit weg kommen und denen sogar Kündigung droht, wenn sie tagsüber mal weg wollen, irgendwann die Notaufnahme mit Bagatellen verstopfen. Und bei der Wartezeit kann man das eigentlich nicht freiwillig machen…
Immerhin hat hier jetzt die Notaufnahme mit der Anlaufpraxis wie im Artikel beschrieben gemeinsame Sache gemacht und man wird direkt an der Anmeldung zwischen Notfall und ärtzlicher Bereitschaftsdienst sortiert, so dass die Notaufnahme mehr Zeit für echte Notfälle hat.
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> Der Präsident der Landesärztekammer Hessen kritisiert das Anspruchsdenken vieler Patienten. Zu viele Menschen erwarteten vom Gesundheitssystem “alles für jeden zu jeder Zeit”, sagte Edgar Pinkowski der Deutschen Presse-Agentur. Eine solche “Flatrate-Mentalität” könne sich die Medizin weder finanziell noch personell leisten.
Deshalb wartet man nach einer Diagnose dann auch monatelang auf einen Facharzttermin, bei dem die Tresentanten nicht mal ans Telefon gehen, weil ja jederzeit ein Privatpatient anrufen könnte, deren Leitung man gesondert bedient.
Bei solchen Wortmeldungen sehe ich immer die große Gefahr, dass Patienten eingeschüchtert darauf reagieren und den Gang in die Notaufnahme nicht antreten, obwohl der vielleicht gerechtfertigt wäre, weil sie niemanden zur Last fallen wollen. Mensch ist krankenversichert, also hat er auch einen Anspruch auf die Versicherungsleistung.
Vielleicht ist das System aber auch einfach nur bescheiden konzipiert. Habe 3 chronische Erkrankungen und bin bei 3 Fachärzten und Hausarzt in Dauerbehandlung. 70% meiner Termine in den Praxen dienen nur dem Papierkram. Und zwar jedes Quartal, auch mit eRezept. Es soll ja bald eine Änderung geben, sodass Hausärzte bei chronisch Kranken auf das quartalsmäßige Einlesen verzichten können. Aber eben nicht bei den kostenintensiveren Fachärzten. Aber klar, ist nur mein Anspruchsdenken weil ich super gerne Vollzeit arbeite und irgendwie all diese beschissenen Termine unterbringen muss, bei denen ich nicht mal einen Arzt sehe.
Also ich hab seit 10 Jahren chronische Schmerzen und hab das erste Jahr tatsächlich versucht rauszufinden woran das liegen könnte und/oder eine Behandlung zu kriegen. Das deutsche Gesundheitssystem macht aber vorallem mehr Schmerzen und dementsprechend hab ichs dann aufgegeben. Einer der Behandelnden hat mir dann auch noch Jahre später indirekt Grüße über die Polizei ausgerichtet, weil meine Rechnung in seinen Abrechnungsbetrug involviert war und ich dementsprechend Mitverdächtiger im Ermittlungsverfahren wegen Gesundheitsbetrugs war. Wenn ich solche Aussagen lese, erweckt das in mir Verlangen, deren Ausdruck leider alle Richtlinien dieser Seite verletzen.
Joa wenn ich jeden Monat über 800€ in die GKV abführe hätte ich da als Gegenleistung auch einen guten Service
Verrückt ich weiß, dass es für Gebühren auch Leistung geben soll…
Sehr unglückliche Formulierung, die auf eine gewisse Verachtung des einfachen Patienten schließen lässt. Die Gegenvorschläge scheinen mir jetzt gar nicht so abwegig, auch wenn weder mögliche Folgeprobleme noch die Hintergründe der Reformbemühungen beleuchtet werden.
Insgesamt extrem schwacher Artikel, der einfach nur die Pressemitteilung der Ärztekammer wiederkaut.
> Hier braucht es Maßnahmen zur gezielten Steuerung.” Pinkowski schlägt ein “Ersteinschätzungsverfahren” vor, wie es in Dänemark praktiziert werde.
Ja, klaro, ignorieren wir einfach das das Manchester Triage System in eigentlich jeder kompetenten Notaufnahme angewandt wird.
Was ein Vollidiot ist das bitte?
Ja ich erwarte einiges vom Gesundheitssystem. Ich erwarte wie ein Mensch mit Anstand und Respekt behandelt zu werden. Allein dieser Punkt kommt vielem Personal leider ab. Ob begründet oder nicht. Ich erwarte das ich bei den Summen die ich in die GKV stecke auch in einem der Krankheit angepassten Rahmen eine Arztbehandlung erfahre. Ich erwarte das der Mensch und seine Gesundwerdung Im Zentrum des Gesundheitssystems steht.
Ich begegne dem Personal gegenüber auch mit Anstand und Respekt. Ich habe Verständnis für die Überladung des Personals mit Arbeit und Bürokratie.
Leider artet es inzwischen zu oft zu einem Nonsens-Bürokratie-, einem Verantwortungs-und-Patienten-Hin-und-her-Geschiebe-, oder einem Kommunikations- Kleinkrieg aus.
Ich finde es nicht mehr lustig und behaupte dass das deutsche Gesundheitssystem stellenweise nicht mehr richtig funktioniert. Bzw. es sich selbst im Weg steht und das Wesentliche zu kurz kommt. Der Mensch.
Ja, tolles Ersteinschätzungsverfahren. Das “Überhaupt-mal-Einschätzen” funktioniert ja hierzulande schon nicht wenn es um Menschen mit unsichtbaren Behinderungen oder chronischen Schmerzen geht.
Ich versteh schon, dass es da Probleme gibt, aber für Dienstleister ist das eine etwas komische Aussage.
Hoppala da hat er sich wohl an seinen Benzos verschluckt und ausversehen ein Interview gegeben. Eigentlich ist das ein ganz Lieber!!
Dem gegenüber steht allerdings auch die Einstellung vieler Kassenärzte, dass ihnen egal ist ob sie dir helfen können oder nicht. Abgerechnet bist du in dem Moment wo du ihre Sprechstunde betrittst und jedes Wort zu viel mit dir ist ein Verlustgeschäft.
Wie jetzt haben Pflichtversicherte Patienten auch noch ein Anspruchsdenken? Was soll der Privatversicherte da sagen, wenn es keinen Barista im Foyer der Notaufnahme gibt? /s
Gibt’s die Möglichkeit für die Einschätzung nicht schon über die 116 117?
Bei meiner ersten allergischen raktion hab ich erstmal dort angerufen und gefragt, ob das bis morgen reicht oder nicht. Würde dann direkt Krankenwagen gerufen usw und war etwas überrascht, dass ich das selber so unterschätzt habe (da war dann eher das Problem, dass ich dann an her im Wartebereich der Notaufnahme saß und ich jetzt keinen finde, der mir die Allergie testen will usw…)
Andererseits hätte ich Freitag morgen meinen Zahnarzt angerufen und da dieser mittags nicht da is, “durfte” ich abends Zahn Notdienst wegen nem abszess und jetzt is mein Zahnarzt im Urlaub…
Wie geschrieben, ich denk für so ne erste Einschätzung gibt es die 116 117 aber das ist zwar inzwischen bekannter aber noch nicht bekannt genug, wenn es immernoch für lapalien zur Notaufnahme geht…
Mein Anspruch:
1 Hausarzt
Lass mich mal überlegen:
Trotz 3 Monate im Voraus gemachten Termin fast 2h Wartezeit beim Orthopäden
Terminanfrage für die Radiologie im Februar: “In der ersten Jahreshälfte nicht mehr, frühestens September”
Bei 4 Kinderärzten in der Umgebung abgelehnt – “Wir nehmen keine neuen Patienten auf”. Der nächstgelegene, welcher noch Neupatienten aufnimmt ist 20km entfernt.
Psychotherapeuten: Unter 12 Monaten Wartezeiten quasi nichts zu machen.
Wo Anspruchsdenken?
Man muss schon anerkennen, dass Deutschland im OECD-Vergleich bei der [Anzahl von Krankenhausaufenthalten](https://stat.link/38odl2), der [Dauer von Krankenhausaufenthalten](https://www.oecd-ilibrary.org/sites/0de600bb-en/index.html?itemId=/content/component/0de600bb-en) und bei [jährlichen Arztbesuchen](https://www.oecd-ilibrary.org/sites/b088de1d-en/index.html?itemId=/content/component/b088de1d-en#figure-d1e4854) relativ weit oben dabei ist. In den meisten anderen Ländern wird wenn überhaupt ein System relativ anspruchsvoll genutzt.
Die Leute gehen lieber in die Notaufnahme als zum Hausarzt? 4-Tage-Woche kann helfen. Warum haben Hausärzte überwiegend dann geöffnet, wenn man arbeiten muss? Wenn es nicht so dringend ist verdrängt man es dann. Wenn man frei hat, oder es doch wieder schmerzt, kommt es einem wieder in den Sinn. Für Vorsorgetermine müsste man sich evtl auch erst frei nehmen.
Ja doch, als Patient habe ich Anspruchsdenken. Ich zahle jeden Monat in die Krankenkasse ein, dann will ich gefälligst auch nen Termin kriegen, wenn ich einen brauche.
Es ist doch so ein Blödsinn. Ich habe irgendein Problem und will damit zum Arzt gehen. Dann heißt es “Termin erst in 2 Wochen”. Joa, in 2 Wochen ist das Problem entweder von alleine weg oder ich liege im Krankenhaus, eins von beiden.
Und wenn das die Situation beim Arzt in der Praxis ist, dann ist es doch wohl klar, dass die Leute im Zweifel in die Notaufnahme gehen.
Der Typ sieht das mal wieder nur aus der Perspektive der Ärzte. Und die verdienen verdammt gutes Geld dafür, wie schlecht das alles läuft.
Edit: Und dann wundern die sich auch noch, warum sie kein Pflegepersonal kriegen.
Sagt der welcher selbst sicher privatversichert ist
> Er sieht auch die Gefahr, “dass mehr Angebot mehr Nachfrage weckt
Ist leider auch eine Aussage, die wir im Medizinstudium 1:1 so von den Gesundheitsökonomen beigebracht bekommen, die BWL-Modelle fehlerhaft auf die Medizin übertragen. Es gibt keinen stabilen Beleg dafür, dass das tatsächlich der Fall ist. Und von solchen Theorien kommt man dann schnell zum vermeintlichen Anspruchsdenken weil da der Gedanke draus entsteht, dass viele wegen Nichtigkeiten kommen.
Die 116117 ist eine einzige Katastrophe, wenn diese unterbezahlten outgesourcten Callcenteragenten eine Ersteinschätzung machen sollen, dann gute Nacht. Und die wenigsten setzen sich gerne Abends oder am Wochenende in die Notaufnahme und warten 6-8 Stunden wenn es auch der Hausarzt getan hätte
Geschichten aus der Sprechstunde: wurde heute angeschnauzt, nach welchem Kriterium die Patienten hier drangenommen werden. Der Patient sei in seiner Position als Führungskraft nämlich nicht gewöhnt, überhaupt warten zu müssen. An einem anderen Haus sei ihm vom Chefarzt persönlich der Kaffee serviert worden.
Solche Szenen erlebe ich täglich mehrfach. Eine andere Patientin hat es geschafft, über die letzten 3 Tage durch mangelndes Vertrauen wegen einer Routine-OP Ärzte am Wochenende kumulativ 5h lang zu binden.
Ich verstehe schon die Entrüstung hier in den Kommentaren, die Wortwahl ist miserabel. Aber ich kann denke, dass es nicht übertrieben ist zu versichern, dass kaum jemand hier damit gemeint ist. Wenn ein Patient, insb solche mit schweren, chronischen Erkrankungen viel Zeit und Aufwand braucht, dann mache ich das zumindest gern.
Aber es ist wahr, die Menge an Patienten mit massiver, pathologischer Anspruchshaltung und üblicherweise Bagatellerkrankungen nimmt spürbar zu.
Noch ein paar Beispiele: Samstag um 02:00 Uhr nachts in der Notaufnahme. Rote Augen seit 3 Tagen, Erklärung des Patienten: er könne doch nicht unter der Woche zum Arzt, da müsse er ja arbeiten. Ich habe mitten in der Nacht auch schon Lesebrillen verschrieben, da ein Termin beim niedergelassen Arzt zu lange gedauert hätte. Eine 18 Jährige stellte sich vor, weil ihr das Handy, im Bett liegend, aus der Hand und aufs Gesicht gefallen war. Symptome habe sie keine, aber sie wolle das trotzdem mal checken lassen. Eine andere Patientin hatte kurz etwas verschwommen gesehen. Vollständige Untersuchung, alles ok. Dennoch, sie verlangt ein Schädel-CT (Google meint, es könne auch ein Hirntumor sein) und droht bei Nichterfüllung des Wunsches mit Klage wegen unterlassener Hilfeleistung. Usw usw usw…
Ja sorry ich zahle die ganze Zeit wie ein Trottel in die Kasse ein. Sorry das ich erwarte irgendwann behandelt zu werden. Ja tut mir leid mein Anspruch wohl zu groß
Idee: Mehr Kassensitze. Hätten alle was von.
Bei meinem vater wurde jetzt krebs im fortgeschrittenen Stadium im Krankenhaus festgestellt, nachdem sei. Hausarzt seine schmerzen seit monaten zur lapalie erklärt hatte und ihm immer sagte er soll halt ibus nehmen.
Ich bin ein bisschen erschüttert, was andere hier im Thread über das Verhalten von Patienten sagen.
Ich verstehe, dass das medizinische personal überarbeitet ist und es wirklich viele idioten gibt. aber es gibt auch ganz viele, die wirklich mittlerweile SCHLECHTE medizinische versorgung bekommen. Ich hab da aus eigener Erfahrung ein paar Beispiele. Ich will in Deutschland nicht krank werden und rechne auch damit, dass falls ich krebs bekomme das zu spät gemerkt wird (gesteigertes risiko)
„Hallo, mein Opa ist gerade vorne im Auto zusammengeklappt“
„Zur Zeit ist keiner unserer Mitarbeiter verfügbar, bitte rufen sie zu einem anderen Zeitpunkt an, ihr Notfall kommt gerade ungünstig.“
0118 999 881999119 725 3
https://youtu.be/HWc3WY3fuZU?si=6HLitwIH5a7xyv0n
> Ärzte-Chef wirft Patienten Anspruchsdenken vor Ärzte-Chef wirft Patienten Anspruchsdenken vor
Ja, denn wir haben ein Recht darauf, gesund zu sein. Das System ist schlecht aufgebaut und die Menschen haben in vielen Fällen nicht die Möglichkeit, die benötigte Gesundheitsversorgung zu erhalten. Das hat dazu geführt, dass einige ältere Ärzte selbst recht anspruchsvoll geworden sind und seltsame Dinge denken.
Für mich wäre es ja schon mal hilfreich, wenn nicht alle umliegenden Hausärzte nur von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr auf hätten. Und das nicht mal jeden Tag. Da kann ich irgendwie verstehen (wenn auch nicht gut heißen), wenn dann Leute, die nicht flexibel von der Arbeit weg kommen und denen sogar Kündigung droht, wenn sie tagsüber mal weg wollen, irgendwann die Notaufnahme mit Bagatellen verstopfen. Und bei der Wartezeit kann man das eigentlich nicht freiwillig machen…
Immerhin hat hier jetzt die Notaufnahme mit der Anlaufpraxis wie im Artikel beschrieben gemeinsame Sache gemacht und man wird direkt an der Anmeldung zwischen Notfall und ärtzlicher Bereitschaftsdienst sortiert, so dass die Notaufnahme mehr Zeit für echte Notfälle hat.