Mehr als eine Milliarde Menschen plagt starkes Übergewicht

by kiru_56

31 comments
  1. Titel klingt irgendwie beschönigen, es plagt sie, die können gar nichts dagegen tun.

  2. Ich werd hier vielleicht gedownvotet aber solange es nicht gesundheitliche Ursachen hat, kann ich es nicht verstehen, wie man sich so gehen lässt, dass man dann den Umfang von der Thumbnail hat.

    Aber ich hab mit Mitte 30 vermutlich leicht zu reden.

    Edit: Ich möchte nur dazu sagen, dass ich nicht will, dass sich jemand wegen mir schlecht fühlt. Falls das geschehen ist, tut es mir Leid. Das war wirklich nicht meine Intention.

  3. Tl;dr
    Die Zahl von stark übergewichtigen Erwachsenen hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt, bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren sogar vervierfacht. 

  4. Ist jetzt nicht so als hätte irgendjemand Interesse dagegen etwas zu unternehmen, also wenig verwunderlich… Lebensmittelindustrie, Krankenhäuser und Pharmaindustrie verdienen gut dran, also weiter rein in den Schl00nd

  5. Bin ich der einzige, der anekdotisch kein Anstieg an Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen sieht? Habe das Gefühl, dass der Schönheitsdruck durch TikTok und co. gut gegenwirkt (ohne das gut zu heißen).

  6. Dieses Narrativ stört mich wirklich immer mehr. “Plagt”, “Epidemie”, das klingt alles immer so als wären diese Menschen durch einfaches Unglück oder generell fehlender Eigenschuld fett. Vor allem wenn wir wie hier von Adipositas reden, also nicht nur “ein-zwei Kilo mehr auf den Rippen”, sondern einem wirklich kolossalen, konsistenten Überkonsum. Das ist immer Eigenversagen, und sollte niemals als Normal angesehen werden. Selbst in Regionen der USA, in denen man keine frischen, gesunden Produkte zu einem anständigen Preis bekommt ist das keine gute Ausrede, weil die Lösung hier einfach schlichtweg weniger Konsum ist. Vielleicht ist es auch sinnbildlich für einen raffgierigen Kapitalismus, naja.

  7. Ich denke Bildung ist hier das Problem, sowie irreführende Werbung der Lebensmittelindustrie, aber auch Zeitmangel zB in alleinerziehenden Haushalten. Dazu natürlich falsche Erziehung bezüglich Ernährung und danach Faktoren wie Faulheit, Trott, Depressionen, etc.

    Wer in seinem Leben Mal Kalorien gezählt hat, ist langfristig besser unterwegs imo.

  8. aber an ein Werbeverbot von Süßigkeiten an Kinder glaubt der Herr Söder ja nicht

  9. Seitdem mein Sohn auf der Welt ist, hab ich wirklich mit mir gehadert. Im Dezember hatte ich, kurz nach seinem ersten Geburtstag, noch 148 Kilo auf der Waage. Da mir schon sowas wie einfaches Spielen komplett auf die Pumpe ging, musste ich was ändern. Seitdem habe ich mit langsamen Essen und Kalorien-Zählen bereits 13 Kilo runter… Ich hab allen Scheiß ausprobiert – Low Carb, Keto usw. und hab mich einfach übelst gequält. Ich hätte nicht gedacht, dass einfach LANGSAMES fucking Essen ausreichend ist um abzunehmen. Aber es erzielt die besten Ergebnisse und ich sehe nicht gegen die nächste Mahlzeit an…

  10. Ich selber bin momentan aktiv am abnehmen und versuche die ernährung umzustellen und 2 mal in der woche Fitness zu gehen. Leider ist das fakt, dass in nahezu jedes Lebensmittel Zucker drin ist und das abnehmen einfach verhindert..

  11. Gesunde Ernährung ist teurer und verbraucht mehr Zeit und verlangt mehr Bildung als ungesunde Ernährung.

  12. Googelt mal fat acceptence oder fat activism. Das machts sicher nicht besser

  13. Wär das nicht mal was für die Klimabewegung? Wie viel Kalorien da via Fleisch etc. verbraucht werden die komplett unnötig sind. Das braucht ja alles Wasser, Platz & verursacht CO2

  14. Da holt man sich einmal ein Franzbrötchen, isst es und scrollt dabei durch reddit. Und dann kommt ein Beitrag über Übergewicht. Ich habs verstanden Reddit!

  15. Erschwerend (ha!) kommt hinzu, dass ursprünglich gute Dinge wie “body positivity” absurde Ausmaße (ha!) annehmen. Nein Elke, bei 120 Kilo auf 1,55m bist du nicht “curvy”.

  16. Kommt wir tun einfach weiter so als wäre das kein gesamtgesellschaftliches & kulturelles Problem 

  17. Abnehmen und Gewicht halten ist so einfach . Es gibt keinen nicht medizinischen Grund übergewichtig zu sein.
    Die Menschen essen und trinken einfach Dreck.
    Zu viel Zucker, zu viel Zusatzstoffe .

    Man muss nicht auf alles verzichten. Ein paar Stellschrauben reichen meistens

  18. Ich finde die Reaktionen hier im Thread interessant. Man stelle sich mal vor, der Titel lautete stattdessen “Fast 1 Milliarde Menschen leiden unter Alkoholproblemen” Wäre da die Reaktion auch “die leiden nicht, die suchen sich das ja aus!” oder “einfach weniger saufen, hab ich auch geschafft, braucht man nur Disziplin für!”? Übergewicht wird seit Jahren als “Epidemie” oder großer Teil einer “Gesundheitskrise” diskutiert, aber für meisten Leute scheint es dann doch eher ein moralisches als ein gesundheitliches Problem darzustellen, wenn andere fett sind. Schon komisch.

  19. Daran ist die (westliche?) Gesellschaft selber Schuld. War in Japan, da gibt es deutlich weniger massiv übergewichtige Menschen. Konnte sie trotzdem der hohen Bevölkerungsdichte in Tokyo in mehreren Wochen an den Fingern abzählen.

    Ungesundes Essen, mangelnden Motivation und Bildung zu Sport und die Art der Mobilität spiele eine riesige Rolle.

    Die klassische westliche Ernährung aus Brot, Nudeln, Kartoffeln und co ist extrem dicht an Kohlehydraten und damit an Kalorien pro Sättigung. Von Zucker in Müsli und co soll ich gar nicht erst anfangen. Das war super als die Menschen noch körperlich hart auf dem Feld gearbeitet haben aber inzwischen konsumiert man halt problemlos mehr als ein durchschnittlicher Bürojob verbrennt.

    Das ganze lernt man allerdings nicht in der Schule oder sonst irgendwo und such Mediziner helfen da nur sehr sporadisch.

    Durch schlechten ÖPNV und Faulheit fahren viele Menschen gerne von Tür zu Tür Auto, auch dadurch verliert man gerne Mal mehrere tausend Schritte am Tag. Mag nur 100-300 Kalorien ausmachen aber die summieren sich aufs Jahr gesehen.

    Letztlich ist es auch die Gesellschaft. Auch wenn klassisches “fat shaming” nicht gerade nett für die betroffenen ist erfüllen gesellschaftliche Normen und der damit einhergehende Druck doch in aller Regel eine wichtige und sinnvolle gesellschaftliche Funktion. Wer sich ungesund verhält (Rauchen, Alkoholismus oder eben Übergewicht) erhält von der Gesellschaft negatives Feedback, was zu einer Korrektur des Verhaltens führen soll/kann. Durch die extreme Auslegung von “Body positivity” von “man muss kein Sixpack bzw 90/60/90 haben” zu “selbst mit 300 Kilo ist man schön und darf nicht kritisiert” werden wurde dieser Mechanismus effektiv ausgehebelt. Finde ich persönlich ziemlich fragwürdig, gibt ja auch keine “Raucher/Alkoholiker positivity” aber naja. Das Ergebnis sieht ja jeder direkt.

    So verfahren wie die Situation ist und durch die Tatsache, dass ein Großteil der Betroffenen das ganze nicht als Problem sieht oder es maximal zu rechtfertigen sucht gibt es keine gute Lösung. Bestenfalls kann man versuchen über gescheite Schulbildung zu den Themen Ernährung und Sport versuchen die zukünftigen Generationen zu retten sowie über ärztlich angeordnete Seminare ggf. versuchen den aktuell betroffenen Personen eine Lösung an die Hand zu geben. Beides wird jedoch bei vielen am Desinteresse scheitern.

  20. Bilder sterbender Menschen oder offener Wunden haben auf Zigarettenschachteln schon Wirkung gezeigt. Zeit das auf Schokolade und Burgerverpackungen auszuweiten.

  21. „Plagt“. Interessante Krankheit, die man selbst steuern kann.

  22. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen für mich persönlich. Ständig ausser atem sein nach treppen steigen oder anderer normaler körperlicher aktivität, im öv nicht mehr easy in den sitz zu passen und den nebenmann einzuengen, ständige knie- und rückenschmerzen haben, kleider die immer irgendwie spannen oder unangenehm einschneiden, vor speziellen anlässen immer kontrollieren müssen ob die gute hose noch passt, risiko für schlaf apnoe, diabetes, gelenk- und organerkrankungen. Im sommer ständig den wolf zu haben weil die oberschenkel aneinander reiben, geschwollene füsse, beim duschen gar nicht mehr easy an alle körperstellen hinzukommen mit den händen usw usf.

    Ich hab wegen behandlung einer schilddrüsenerkrankung mal in kurzer zeit 20 kg zugenommen. Da ich relativ gross bin war ich dadurch nicht adipös, max übergewichtig und ich habs GEHASST und bin einfach nur froh diese kilos wieder weg zu haben als sich nach der op dann alles wieder eingependelt hat, ich sport machen und meine ernährung sauber einstellen konnte.

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die paar sekunden geschmack im mund, wenn man fettiges oder süsses isst, all diese konsequenzen wert sein sollen. Ich fühl mich am wohlsten an der unteren grenze des bmis, das ist das gewicht, das mein körper ohne probleme tragen kann, ich maximal beweglich und leistungsfähig bin im alltag (nicht für den job, für meine freizeit) und nix schmerzt oder zwickt beim aufstehen (ok, hier auch ein danke an meine osteo) und ich einfach blind in meinen schrank greifen kann und was immer ich greife auch problemlos passen wird, egal obs neu gekauft oder 20 jahre alt ist. Wenn ich sehe wie meine schwestern da teilweise einmal jährlich den schrank durchgehen müssen, was geht grade noch und was passt jetzt wirklich nicht mehr weil man schon wieder 4-5 kilos zugelegt hat, dann bin ich echt einfach nur froh mich mit sowas nicht rumschlagen zu müssen.

    Und ja, ich ess auch ungesundes wenn ich mal lust drauf habe, das ist ja auch kein problem. Der unterschied ist, wenns ein festmahl gibt bei den eltern und wir alle reinhauen, dann brauch ich danach ein paar ausgleichstage mit wenig essen um mich wohl zu fühlen, der rest meiner familie macht am folgetag beim frühstück direkt weiter. Und dann heissts “wieso bist du eigentlich so schlank wenn du gestern genau so viel gegessen hast wie wir?” Und wenn ich dann einen fastentag einlege gleich “du hungerst jetzt einfach? Wenn ich das tun würde wär ich bis ende der woche tot.” Nein kathrin, ich hab gestern einfach genug nahrung für mind 2 tage aufgenommen, das reicht meinem körper erst mal, ich ess dann wieder wenn er das aufgebraucht hat. Und nein, du würdest definitiv nicht sterben, du trägst ne vorratskammer für mehrere karge wochen/monate mit dir rum. Übrigens auch der grund für deine ständigen rückenschmerzen – aber dafür hast du ja ganz viele ausreden wieso das auf keinen fall an deinem gewicht liegt, also was weiss ich schon.

  23. Ich weiß das dass Thema für viele Menschen sehr emotional ist und gerade Adipositas ist keine bewusste Entscheidung sondern eine Krankheit.

    Wenn jedoch keine Diagnose vorliegt, dann ist es eine bewusste Entscheidung und das kann ich als ehemaliger Betroffener relativ gut beurteilen, der Weg war lang und steinig, aber es hat sich gelohnt.

  24. Ich glaube es wird gnadenlos unterschätzt, wieviele Menschen Lebensmitteln als Copingstrategie für mental health probleme und Stress missbrauchen.
    Da geht’s nicht ums endlos schlemmen, sondern um tief vergrabene innere Konflikte, die einen belasten und Gefühle, die betäubt werden sollen.

  25. Kurzes Sinnbild aus Sicht eines Sportlehrers: Das jährliche Vorschwimmen der 5. Klässler ergab dieses Jahr eine Nichtschwimmer-Quote von knapp über 30%. Nicht nur die Schulen, auch die Erziehung der Eltern zu körperlicher Bewegung scheint sich in den letzten Jahren rapide geändert zu haben!

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