Hasso-Plattner-Institut verhindert Betriebsrat – und lässt sich das über 200.000 Euro kosten

by andthatswhyIdidit

8 comments
  1. Hier auf Reddit hat man das Gefühl das jeder Arbeitnehmer einen Betriebsrat hat an der er sich wenden kann. Das ist immer das erste was kommt wenn hier Arbeitsplatzfragen aufkommen.

    Nur 40% der Arbeitnehmer arbeiteten in Unternehmen mit Betriebsrat. Wir haben in Deutschland fast 2.000 Mitarbeiter, großenteils Vollzeit und alle sozialversicherungspflichtig. Trotzdem haben wir keinen Betriebsrat. Es gab wohl mal einen Versuch einen zu gründen aber die Mitarbeiter sind nicht mehr bei uns tätig.

    Wir haben dir Arbeitsrechtler sogar in-house, das kostet die Firma nichtmal was.

    Ich bin insgesamt zufrieden, sonst würde ich nicht für meinen AG arbeiten, aber einen Betriebsrat will der AG auf keinen Fall und würde jeden bis zum letzten bekämpfen der das ändern will.

  2. jeder regt sich über den anzeigenhauptmeister auf und das ordnungsamt – aber das hier interessiert keinen.

    Die Divide-et-Impera-Taktik mittels Bild und Konsorten funktioniert mal wieder super.

  3. Ich kann die Mitarbeiter nicht verstehen die so etwas auf den Leim gehen. Das sich die wenigsten mit Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht auskennen, ist schon klar. Wenn aber der Chef solche Geschütze auffährt um einen BR zu verhindern, muss man doch stutzig werden.

  4. Man müsste endlich davon abkommen, dass ein Betriebsrat optional ist und es ihn nur gibt, wenn jemand aus der Belegschaft das anleiert und die entsprechenden Wahlen organisiert, was dann immer sabotiert werden kann.

    Nein, ein Betriebsrat sollte so wie ein Brandschutzbeauftragter oder Datenschutzbeauftragter einfach Pflicht sein (natürlich ab gewisser Betriebsgröße, so wie jetzt auch).

    Wenn dann das Unternehmen sich verweigert, wird halt der Betriebsrat nach Ablauf einer Frist vom Arbeitsgericht eingesetzt. Die ernennen dann z.B. Gewerkschaftsvertreter, die nicht im Unternehmen beschäftigt sein müssen, zum komissarischen Betriebsrat, bis ein eigener gewählt wird. Die anteiligen Kosten (so ein gewerkschaftlicher Betriebsrat könnte, wenn er das hauptberuflich macht, in mehreren Unternehmen Betriebsrat sein), werden vom AG dann dem Unternehmen angelastet.

    Schon wäre Ruhe im Karton. Die Unternehmen hätten sicher ein Interesse daran, dass Betriebsräte aus der eigenen Belegschaft kommen anstelle hauptberuflicher von der Gewerkschaft.

  5. Solche Aktionen sind immer ein echter Service für mich als Arbeitnehmer. Wenn man im Bewerbungsprozess ist, dann googlet man ja irgendwann den potenziellen neuen Arbeitgeber, schaut vor dem Bewerbungsgespräch mal bei Google News vorbei und wenn man dann solche Artikel findet, dann weiß man direkt, dass man da nicht arbeiten sollte. Damit leistet das HPI einen lobenswerten Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in anderen Unternehmen.

  6. Man wird mich hier runterwählen aber ich wollte es trotzdem erwähnt haben. Nen Betriebsrat ist ne super Sache, die viel mehr Unternehmen haben sollten ABER nur wenn sich die Arbeitnehmer hinterher auch drum kümmern.

    Es passiert schockierend häufig, dass sich für Betriebsräte nach kurzer Zeit nur noch sehr weniger engagieren und das sind meistens die bei denen man das nicht möchte. Ich kenne zahllose Fälle, vor allem aus Pflegeeinrichtungen) wo sich Betriebsräte in die schlimmste HOA Kopie entwickeln die man sich vorstellen kann, weil sich nur noch durchgeknallte zur Wahl stellen und viele Mitarbeiter einfach keinen fick mehr drauf geben.

    Das führt dann nicht nur zu Nachteilen für den Arbeitgeber. In vielen der Fällen im Pflegebereich wird da plötzlich allen die auch nur an eine autoritätsperson erinnern das Leben zur Hölle gemacht und nicht selten ne pseudodiktatur eröffnet.

    Dann schützen die Mitglieder des Betriebsrates ihre genauso durchgeknallten besten Freunde ohne sich für den Rest der Kollegen wirklich zu scheren.

    Es gibt Pflegeheime bei denen jährlich 5 stellige Beträge für dämliche Prozesse gegen den Betriebsrat draufgehen.

    Sollte jemand bis hierhin gelesen haben sage ich nochmal: Betriebsräte sind, besonders in Branchen wo man gerne mal vom AG verarscht wird, extrem wichtig. Aber bitte kümmert euch dann auch drum und übergebt das Ruder nicht den einen Kollegen der eh den ganzen Tag nicht arbeitet und allen eigentlich nur unangenehm ist und die HOA Karen die eig. 50% der Belegschaft hasst.

  7. Wer noch immer glaubt, dass Akteure in einem kapitalistischen System, auch ohne Zwang (also Gesetze) ihre Mitarbeiter mitbestimmen lassen, der läuft auch komplett am Leben vorbei.

  8. Richtig, richtig dreckige Nummer. Ich hoffe die Staatsanwaltschaft reißt denen den Arsch auf.

    Es ist mir allerdings auch vollkommen unverständlich, wie man als Mitarbeitende/r gegen die Gründung eines Betriebsrats sein kann.

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