Homeoffice: IG Metall und Südwestmetall gegen gesetzlichen Anspruch

by doenercola

10 comments
  1. Aus dem Home Office zu arbeiten und dessen enorme Verbreitung ist die größte Errungenschaft der Arbeitenden der letzten 20 oder 30 Jahre. Punkt.
    Hier reden sich Boomer zu, die die Zeichen der Zeit nicht sehen und wahrhaben wollen, dass sich die Zeiten eben verändert haben.

  2. Kann ich aus Gewerkschaftssicht irgendwie verstehen. Ich arbeite selber gerne und oft im Home Office aber unser Abteilungsleiter hat irgendwann mal zu bedenken gegeben: Er hat nichts gegen Home Office aber wenn wir alle 100% remote arbeiten wollen dann fragt ihn sein Chef auch irgendwann warum jemand teuer in DE einstellen und nicht für einen Bruchteil im Ausland?

  3. >Für Gewerkschaften sind Solidarität und Geschlossenheit besonders wichtig. “Wir vergessen in der Diskussion um das Homeoffice, dass viele Menschen in den Betrieben, in der Produktion, gar nicht die Möglichkeit dazu haben”, sagt Michael Unser. “Wir riskieren hier auch eine Spaltung der Belegschaft.”

    >Zudem sind Arbeitszeiten wichtige Bestandteile von tariflichen Auseinandersetzungen. “Worüber reden wir dann, wenn diese Grenzen im Homeoffice verschwimmen”, so Unser. Welche Argumente sprechen für den Erhalt eines Standortes in der Region oder Deutschland, wenn ein nicht unerheblicher Teil nur noch im Homeoffice arbeitet? Es sind solche Fragen, die die Gewerkschaft umtreiben.

    Gewerkschaft hat Angst, dass sie noch mehr an Bedeutung verliert und möchte daher gerne die Büroangestellten in Geiselhaft nehmen, da die Produktion eben kein HomeOffice machen kann. Wäre ich Officemensch würde ich vermutlich ganz schnell aus der IGM austreten, denn die Spaltung der Belegschaft hat anscheinend schon stattgefunden und der IGM sind die Produktionsmitarbeiter wichtiger.

    Und wenn der einzige Aspekt für einen Standort in Deutschland ist: “Hier dürfen die Mitarbeiter kein HomeOffice machen obwohl sie wollen und können” dann hat der Standort keine Zukunft.

  4. >Er spielt damit wohl auf den Neckarsulmer IT-Dienstleister Bechtle an, der von seinen Angestellten mehr Präsenz vor Ort gefordert hat. Das Unternehmen hatte in einer E-Mail an seine Beschäftigten unter anderem die Auszubildenden und den kreativen Austausch im Team als Argumente genannt.

    Klar. Daran wirds liegen.

    Nicht daran das Bechtle ein Großkonzern mit dem Mindset eines schwäbischen Familienunternehmens ist.

  5. Ich bin vom ewigen gestrigen der Deutschen Gesellschaft einfach nur noch müde. Können wir vielleicht mal wieder sowas wie Fortschritt haben?

  6. Sozialisten halt, Gleichmacher die lieber Leuten die Lebensqualität nehmen wollen, weil die Leute die sie angeblich in der Produktion vertreten ja auch physisch vor Ort sein müssen und man die nicht neidisch machen will.

  7. Ich finde Home-Office eine gute Sache in vielen Aspekten, es ist eine Errungenschaft!
    Ich sehe aber auch, dass es ein Equivalent/Ausgleich für diejenigen die nicht im Büro arbeiten geben muss. (Ich will keine Neiddebatte starten, ganz im Gegenteil ich gönne es jedem!)

    Allerdings fallen die Pendelzeiten weg, man kann Handwerker, Post oder andere Lieferungen während des Home-Office empfangen, etc., während die ortsgebundenen Beschäftigten dafür einen Urlaubstag oder Plusstunden nehmen müssen.
    -In einem Sub hat sogar jemand gefragt, ob er von Thailand aus HO machen kann, da er kein Urlaub bekommen hat-

    Dadurch wird es für Berufseinsteiger noch attraktiver eine entsprechende Ausbildung/Studium zu machen.
    Es könnte den Mangel an Azubis/Fachkräften in der Industrie/Handwerk/Pflege/Verkehr etc. verstärken.

    Dementsprechend braucht es ein Equivalent für die gebundenen Berufe, damit die die Differenz in der Attraktivität nicht noch größer wird.

    Ich bin gegen die einfache Lösung, dass alle wieder ins Büro müssen, dass wäre definitiv ein Rückschritt!
    Ich hoffe eher das zu einer Verbesserung für die gebundenen Berufe gibt, um den zeitlichen Nachteil auszugleichen (z.B. 4- Tage Woche mit 9h/Tag, extra Urlaubstage etc. ).
    Es wäre ein wahrer Fortschritt, wenn der Ausgleich dieses Mal nicht durch einen Rückschritt erzielt wird, sondern in einer Verbesserung für alle resultiert.

  8. Gewerkschaften die sich als Sprachrohr des Arbeitgebers instrumentalisieren lassen, haben ihren Zweck verfehlt.

  9. Diese Mitteilung kann man auch zusammenfassen mit: Alte Säcke gegen den Fortschritt.

    Ähnlich wie die Mitteilung von ver.di, dass in vollautomatisierten Supermärkten ohne Personal auch das Ladenschlussgesetz gelten soll.

  10. >Für Gewerkschaften sind Solidarität und Geschlossenheit besonders wichtig. “Wir vergessen in der Diskussion um das Homeoffice, dass viele Menschen in den Betrieben, in der Produktion, gar nicht die Möglichkeit dazu haben”, sagt Michael Unser. “Wir riskieren hier auch eine Spaltung der Belegschaft.”

    Ich verstehe schon, dass die Gewerkschaften hier ein Problem sehen – mMn sogar in gewisser Weise zurecht. Nur ist die Orientierung an der schlechtesten Bedingung halt nicht die richtige Lösung. Tarifverträge beurteilen Bezahlung normalerweise nicht anhand der Arbeitsbedingungen, entsprechend sind im Zweifelsfall direkte (Produktion / vor Ort / Schicht) und indirekte (Büro / Gleitzeit / Flexwork) Jobs ähnlich bewertet. Die einen sind nur deutlich unattraktiver als die anderen. Wenn dieses Gleichgewicht durch Homeoffice-“Pflicht” weiter zu ungunsten der direkten Jobs verschoben wird, wird man hier natürlich einen Shift bei der Ausbildung erleben. Die fehlende Möglichkeit zum Homeoffice gehört halt eingepreist. In einer Situation in der wir die “attraktiven Jobs” mit hoher Flexibilität durch Gleitzeit und flexiblem Arbeitsort (Homeoffice, Workation, usw.) genauso gut oder sogar besser als die “direkten” Jobs mit Arbeitsplatzbindung, Schichtarbeit, usw., gehen uns mittelfristig halt genau diese Jobs aus… und das sind eben in hohem Maße Jobs, bei denen wir jetzt schon einen Mangel haben. Klar, in einer perfekten Welt würden diese einfach deutlich mehr Geld verdienen, – was in einer globalisierten Welt und in teilregulierten Märkten (bsp. Gesundheitssystem) nicht realistisch passieren wird.

    Viel geschwafelt, aber ehrlich: Ich hab auch keine wirkliche Lösung im Köcher.

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