>Gerade unter jüngeren Menschen gibt es einen Trend zu Rückbesinnung auf traditionelle Rollenverteilungen. Ein Mann, der zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert, sei unmännlich, findet der ipsos-Studie zufolge mehr als ein Drittel der Millennials. Ein Trend, der sich auch im Netz widerspiegelt.
[…]
>Die traditionelle Rollenteilung ist auch heute noch kein alter Hut – sondern tatsächlich ein Trend bei TikTok und Instagram. “Tradwives”, traditionelle Ehefrauen beziehungsweise Hausfrauen nennen sich die jungen Influencerinnen, die es als erstrebenswertestes Ziel ansehen, sich um Heim und Haus zu kümmern.
[…]
>Auch deutsche Tradwife-Accounts verbreiten dieses Gedankengut zunehmend. Die Userin tradwifefactory beispielsweise: “Wenn mein Mann Nein sagt, dann ist es ein Nein. Ich diskutiere nicht darüber, ich quengele nicht und ich nörgele nicht. Wenn mein Mann Nein sagt, hat das immer einen Grund. Nämlich, dass er meine Sicht der Dinge bereits gehört, sich zu der Thematik ein Urteil gemacht und entschieden hat. Weitere Diskussionen und Quengeleien meinerseits wären nicht nur respektlos, sondern würden auch zu Vertrauensdefiziten in unserer Ehe führen. Mein Mann hat die Autorität mit dem letzten Wort.”
>Dazu gehört in ihrem Verständnis auch, dass die Frau auch finanziell vom Mann abhängig ist. “Ich bin vorsichtig bei Männern, die von einer Frau immer erwarten, berufstätig zu sein und es besonders toll finden, wenn eine Frau finanziell unabhängig ist.” Diese Männer, so ihr Schluss, wollten sich vor der Verantwortung drücken.
Werden nicht viele sein die sich das auch leisten können.
Kann ja jeder leben wie er möchte.
Am Ende kann jeder leben wie er möchte – problematisch finde ich es höchstens, wenn derartiges „für die Klicks“ gefälscht wird, dazu traue ich mir bei den vorliegenden Informationen aber kein Urteil zu.
Ich sehe allerdings nicht so ganz, wie es zum Selbstverständnis einer Frau in der traditionellen Rollenverteilung passen kann, als Influencerin Geld zu verdienen – dann ist sie ja nicht mehr von Mann abhängig (/s zumindest ein bisschen). Dazu gehört auch zu sehen, dass viele Paare das Einkommen beider Partner brauchen: Die Frau kann wohl oft nur Tradewive sein, weil sie als Influencerin Geld verdient. Das passt auf jeden Fall nicht ganz in die Selbstdarstellung.
Der proklamierte Wunsch zur Abhängigkeit vom Mann ist meines Erachtens ein weiterer Punkt, der hier sauber durchdacht werden muss: Wenn eine Frau sich einen Mann sucht, der für sie sorgt, so sollte sie darauf achten, dass dazu auch eine ausreichende Altersvorsorge gehört und sich mit ihm auf sinnvolle Regeln im Fall einer Trennung einigen. Altersarmut gibt es bei uns schon zur Genüge, da brauchen wir jetzt nicht auch noch gescheiterte Tradewives obendrauf.
Nein tuen sie nicht. Sie inzenieren nur den Teil, den Leute auch gerne in ihrer Freizeit machen wie Kochen etc. – habe bis jetzt noch keine gesehen, die z.B. sich beim Kloputzen gefilmt hat
HA!
Bin zur Zeit dann wohl TradMan. Stay at home dad. Muss immer aufpassen, dass das essen rechtzeitig fertig ist, sonst geht meine Frau in den Krisenmodus.
Was mir in dem Artikel zu kurz kommt bzw gar nicht erwähnt wird, ist der Inhalt der meisten dieser Kanäle. Da wird nämlich nicht tatsächliche Hausarbeit, wie wir sie alle machen (müssen), gezeigt, sondern nur die sinnlos komplizierten aber “romantischen” Dinge.
Es geht da eben nicht nur um das Propagieren von Rollenbildern sondern auch um die Projektion von Status. Man zeigt, dass man als “Dame des Hauses” halt die Zeit hat eine halbe Stunde mit der Blumendeko auf dem Beistelltischchen zu verbringen, weil Mann eben die Kohle hat, alle lebensnotwendigen Tätigkeiten (gerade wenn noch “Bauernhof” Getue dazukommt) von Bediensteten erledigen zu lassen.
Immer, wenn von “bedenklichen Trends auf Tiktok” die Rede ist, wirft das bei mir Fragen auf, aber mehr an den Verfasser solcher Artikel. Insbesondere, wenn dieser angebliche “Trend” schon zur Coronazeit durch’s mediale Dorf getrieben wurde. Und wenn man sich das genauer anguckt, sich das jedesmal auf ein Nischenphänomen irgendwelcher Polarisierungsaffiner Trittbrettfahrer herausstellt, was die Nachrichtenagenturen aber darstellen, als wäre das bereits ein gesellschaftlich relevanter Prozess. Man sollte vielleicht endlich mal Medienkompetenz lernen und nicht jeden (im Falle der Tradwives sogar mit-dem-Arsch-ins-Gesicht-springend offensichtlichen) Ragebait zur realen Gefahr für die Demokratie hochjazzen. Nein, nur weil jemand sich 15 Sekunden-Videos auf Tiktok ansieht, wird er/sie nicht sofort zur 1950-Hausfrau. Einfach nein.
Tradwifes sind Fake.
Sie sind steinreiche Influencerinnen (kennt ihr Ballerinafarm?), die so tun, als wären sie liebreizende Hausfrauen, während die wirkliche Arbeit in Wahrheit von Nannys und Maids erledigt wird und ich hasse es abgrundtief, dass dieser Backslash in die Abhängigkeit von Männern von den Evangelikalen so forciert wird.
Feminismus am Arsch. Nichts davon ist feministisch. Es ist religiöser Fanatismus.
Guter Artikel btw.
Das lustige ist ja dass diese Influencerinnen ja sehr wohl außerhalb der Familie berufstätig sind, und zwar als Influencerinnen. Da verdienen sie Geld und können sich kreativ ausleben. Paradox.
Viel interessanter ist die Frage, warum ein Einkommen nicht mehr ausreicht um eine vierköpfige Familie zu ernähren.
Ist mir sogar beim Dating aufgefallen, dass wieder mehr Frauen lieber nicht arbeiten würden und sich lieber um Kinder und Haushalt kümmern wollen. Ich kann es voll verstehen, nicht arbeiten ist auch mein Traum.
Ich wäre gerne ein Tradhusband oder hätte gerne eine Tradwife.
Leider können wir uns das nicht finanziell leisten nur einen Verdiener zu haben. Letztlich scheitert dieses Bild doch bei den Allermeisten an der finanziellen Realität der Gegenwart.
>Gerade unter jüngeren Menschen gibt es einen Trend zu Rückbesinnung auf traditionelle Rollenverteilungen. Ein Mann, der zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert, sei unmännlich, findet der ipsos-Studie zufolge mehr als ein Drittel der Millennials. Ein Trend, der sich auch im Netz widerspiegelt.
ach wir mal wieder, diese jungen Mitte 30 bis Mitte 40 Millenials, die nur auf TikTok rumhängen und Tradwife Cosplay machen..
Das unsere Generation eher traditionell geprägt ist, ist jetzt echt nix Neues…
Auf der einen Seite denke ich: wir können nicht immer die Freizügigkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit predigen wenn man da eine Grenze zieht und diesen Menschen ihren Lebensstil schlecht redet, obwohl sie erstmal niemandem aktiv schaden.
Auf der anderen Seite denke ich: es ist ein Drahtseilakt sich als Frau in diese Rolle und damit in ein massives Abhängigkeitsverhältnis zu begeben. Und wieviel davon ist überhaupt echt bzw was wird speziell für den Kulturkampf produziert?
Find’s mies, dass das so geshamed wird. Die Frauen müssen aufpassen, ganz klar. Sich absichern, nicht zu abhängig machen ect. Care Arbeit ist Arbeit und verdient den nötigen Respekt. Diese Influencer-Trade-Wives sind davon aber weit entfernt und geben da einen gefährlichen Trend mit.
Nicht jede Frau hat das Privileg (also die Absicherungen, falls das schief geht) und nicht jedes Paar die Möglichkeiten – was traurig ist.
Es sollte eigentlich für mehr Menschen möglich sein auch mit einem Job über die Runden zu kommen. Denn Erwerbsarbeit + Care Arbeit ist verdammt viel, und Menschen wollen ja auch noch etwas leben… also wäre das prinzipiell eine gute Lösung, für die, die wollen und in der Konstellation, wie sie wollen. Bis auf dieses Unterordnen halt… no kinkshaming, aber das in einen Topf zu werfen ist strange…
und nix “Feminismus am Arsch”; wer das wo mag und sich vernünftig absichert, soll das machen. Können wir bitte lieber den Kapitalismus kritisieren und nicht Menschen dafür, ein einfacheres Leben führen zu wollen, egal welches Konzept sie dafür suchen? Ob das jetzt Erwärbstätiger+Carearbeiter ist oder 2xTeilzeit+geteilter Haushalt oder irgendwas… ich mein, Single sein muss man sich heute leisten können. Leben neben Arbeit muss man sich leisten können. Das ist das eigentliche Problem.
>Schwingende Röcke, Kinderschar und Sauerteig: Bei Instagram und TikTok folgen einige Frauen dem traditionellen Rollenbild und inszenieren sich als “Tradwives”. Dahinter steckt oft auch eine Ideologie.
Ideologie muss ja erstmal nichts schlechtes sein, der Feminismus ist z.B. auch eine Ideologie und das meine ich wertneutral.
>Der Feminismus ist eine Ideologie, die auf der Gleichstellung der politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und sozialen Rechte der Frauen basiert. Einfach gesagt ist Feminismus ein Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft.
Ideologie ist leider zu einem Kampfbegriff verkommen, den man der jeweils anderen Seite an den Kopf wirft, um stumpf deren Positionen zu diskreditieren.
Das ist ein TikTok trend aus den USA. Kommt natürlich aus der christlichen Ecke. Besonders gepusht wird das von den Mormonen(LDS). Es gibt unzählige LDS Influencer die literally Propaganda dafür machen jung zu heiraten, Kinder zu bekommen und vom Mann abhängig zu sein. Anders als Propaganda kann man das meiner Meinung nach nicht bezeichnen. Ich schätze die Influencer sind meistens 20 bis 30, aber die Zielgruppe eher 21 und jünger. Also natürlich nicht Millennials sondern Gen Z.
Wundert mich nicht, dass das jetzt auch zu uns rüberschwabbt. Im Gegensatz zum klassischen “Influencer” (Viele Reisen, Teure Klamotten, etc.) Lässt sich ein harmonischen Hausfrauen leben eben leicht darstellen.
Das kann man auch nicht davon trennen dass Frauen in den letzten Jahren dazu getrieben wurden zu arbeiten, was grundsätzlich sehr gut ist. Aber momentan ist alles irgendwie aussichtslos. Ich kann verstehen, dass es jungen Mädels aussichtslos erscheint und sie einen Ausweg suchen. Die Abhängigkeit ist nicht die richtige Antwort, aber dieser Content spricht wirklich junge Mädels an. Die haben sich noch nicht mit Klassenkampf, feministischen Autoren und Kapitalismus beschäftigt. Die sind hoffnungslos und sehen süße Babys und ein einfaches Leben.
Ich kanns nicht genau benennen warum, aber dieser content lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
All das was die anderen schon kommentiert haben.
+ ist natürlich fake müll der nur dazu dient Aufmerkssamkeit und Revenue zu genieren. Letztens eine gesehen, die Müsli selber gebacken hat (??) für zwei Portionen. Das hat nichts mit Hausfrauen(/-menschen) Dasein zu tun, sondern ist lediglich Hobby Zeug mit einer “interessanten” Story dazu.
Schade ist nur wirklich, dass die Leute es nicht verstehen bei jedem neuen “Trend” sind alle erstaunt und geben den Flitzpiepen die Aufmerksamkeit die sie wollen.
Es ist immer irgendwas dad eine Reaktion hervorruft. Sei es Tradwifes, sei es diese Müll NPC Sache, seien es Prankster, seien es die ganzen Main Character (》oh da ist jemand durch mein video gelaufen, ich bin so stinkig《), … es ist immer das selbe. Und die leute verdienen jedesmal gut daran.
Der einzige trick wäre diesen Mist nicht zu schauen und social media die Bedeutung zu nehmen die es hat. Es dreht sich fast nur noch um irgendwelche Internet Dinge bei Jung wie Alt und in der Regel nur um belangloses Zeug. Diesen Stellenwert hat es nicht verdient
Was mir bei der Debatte oft zu kurz kommt: das Bild, das diese “Tradwives” vermitteln, ist nicht nur für heutige Verhältnisse unrealistisch, sondern war auch in den 50ern nur für begüterte Menschen zugänglich.
Mein Vater (*1947) am Land ist nicht den lieben langen Tag von seiner Mutter betüdelt worden und die hatte – obwohl auch “nur” Hausfrau- keine Zeit eine halbe Stunde am Tag Blumen herzurichten, es musste nämlich ein Hof versorgt werden. Bei meiner Mutter in der Stadt hatte meine Großmutter auch keine Zeit für sowas und musste arbeiten, weil mit einem angestellten Elektriker als Mann und gesamt vier Kindern hat ein Gehalt auch nicht gereicht
Letztendlich geht es, wie schon öfter angemerkt, hauptsächlich um Status.
Die Ironie am Ganzen: Wenn sie sich eines Tages entscheiden, ihr Weltbild zu verändern und auf „die linke Seite“ zu wechseln, profitieren sie gewissermaßen doch vom allgemeinen gesellschaftlichen Fortschritt (auch wenn heute nicht alles perfekt ist und es noch viel in Sachen Gleichberechtigung zu tun gibt).
Dieser Schritt in die Unabhängigkeit war in den 50ern/60ern, nach denen sie sich anscheinend so sehnen, nur schwer möglich
Ja kA wenn die so nen Fetisch unbedingt ausleben wollen ..sollen sie. Ich verurteile da niemanden für. Aber dann bitte nur auf onlyfans und nicht da, wo Kinder zugucken und den Mist nachher noch glauben.
Diese sogenannten Tradwives haben einen Job, sie sind Influencer und beabsichtigen mit dem Content, Kursen, Merchandise, etc. Geld zu verdienen.
Diese Frauen brauchen Aufmerksamkeit und verdienen Geld über Social Media. Andere Frauen sind Hausfrau und stellen es nicht online für Klicks
Schlimm, wie man nur so maso sein kann. Unterwürfigkeit als höchstes Ziel? Bbrrrrrr🥶
Tagesschau, nur mit den neusten Entwicklungen aus 2022.
Sieht man da denn wirklich wie sie “richtige” Hausarbeit machen wie Wäsche waschen oder den Boden wischen oder so?
Alles rein performativ, daher sind das eher Trophäenfrauen als traditionelle Frauen. Und wie hier schon erwähnt, als Influenza-sorry- influencer muss man auch arbeiten. Scripten, Filmen, editieren, online interagieren, Produkte bewerben und verkaufen. Etc. wenn ich diese abgeleckten Luxusküchen und 50er Kleider sehe krieg ich echt schon zu viel. Alles Show.
Hier wird mmn. viel zu wenig thematisiert was für eine ekelhafte Weltanschauung damit verbreitet wird. Neben lustig Kochen, Backen, Blumenschmuck wird da ja sehr offen eine ultrapatriarchale Gesellschaftsform beworben. Der Mann hat das letzte Wort und man ist völlig abhängig von ihm. Mehr Reaktionären pandering geht kaum
In der Küche möchte ich nicht tot unter’m Herd hängen. Was für ein Schrotthaufen.
35 comments
>Gerade unter jüngeren Menschen gibt es einen Trend zu Rückbesinnung auf traditionelle Rollenverteilungen. Ein Mann, der zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert, sei unmännlich, findet der ipsos-Studie zufolge mehr als ein Drittel der Millennials. Ein Trend, der sich auch im Netz widerspiegelt.
[…]
>Die traditionelle Rollenteilung ist auch heute noch kein alter Hut – sondern tatsächlich ein Trend bei TikTok und Instagram. “Tradwives”, traditionelle Ehefrauen beziehungsweise Hausfrauen nennen sich die jungen Influencerinnen, die es als erstrebenswertestes Ziel ansehen, sich um Heim und Haus zu kümmern.
[…]
>Auch deutsche Tradwife-Accounts verbreiten dieses Gedankengut zunehmend. Die Userin tradwifefactory beispielsweise: “Wenn mein Mann Nein sagt, dann ist es ein Nein. Ich diskutiere nicht darüber, ich quengele nicht und ich nörgele nicht. Wenn mein Mann Nein sagt, hat das immer einen Grund. Nämlich, dass er meine Sicht der Dinge bereits gehört, sich zu der Thematik ein Urteil gemacht und entschieden hat. Weitere Diskussionen und Quengeleien meinerseits wären nicht nur respektlos, sondern würden auch zu Vertrauensdefiziten in unserer Ehe führen. Mein Mann hat die Autorität mit dem letzten Wort.”
>Dazu gehört in ihrem Verständnis auch, dass die Frau auch finanziell vom Mann abhängig ist. “Ich bin vorsichtig bei Männern, die von einer Frau immer erwarten, berufstätig zu sein und es besonders toll finden, wenn eine Frau finanziell unabhängig ist.” Diese Männer, so ihr Schluss, wollten sich vor der Verantwortung drücken.
Werden nicht viele sein die sich das auch leisten können.
Kann ja jeder leben wie er möchte.
Am Ende kann jeder leben wie er möchte – problematisch finde ich es höchstens, wenn derartiges „für die Klicks“ gefälscht wird, dazu traue ich mir bei den vorliegenden Informationen aber kein Urteil zu.
Ich sehe allerdings nicht so ganz, wie es zum Selbstverständnis einer Frau in der traditionellen Rollenverteilung passen kann, als Influencerin Geld zu verdienen – dann ist sie ja nicht mehr von Mann abhängig (/s zumindest ein bisschen). Dazu gehört auch zu sehen, dass viele Paare das Einkommen beider Partner brauchen: Die Frau kann wohl oft nur Tradewive sein, weil sie als Influencerin Geld verdient. Das passt auf jeden Fall nicht ganz in die Selbstdarstellung.
Der proklamierte Wunsch zur Abhängigkeit vom Mann ist meines Erachtens ein weiterer Punkt, der hier sauber durchdacht werden muss: Wenn eine Frau sich einen Mann sucht, der für sie sorgt, so sollte sie darauf achten, dass dazu auch eine ausreichende Altersvorsorge gehört und sich mit ihm auf sinnvolle Regeln im Fall einer Trennung einigen. Altersarmut gibt es bei uns schon zur Genüge, da brauchen wir jetzt nicht auch noch gescheiterte Tradewives obendrauf.
ich hab da neulich ein nettes video dazu gesehen:
https://old.reddit.com/r/TikTokCringe/comments/1b0190v/trad_wives/
Tradwives sind die weibliche Kollegen von Incels.
Ironie ist tot.
Nein tuen sie nicht. Sie inzenieren nur den Teil, den Leute auch gerne in ihrer Freizeit machen wie Kochen etc. – habe bis jetzt noch keine gesehen, die z.B. sich beim Kloputzen gefilmt hat
HA!
Bin zur Zeit dann wohl TradMan. Stay at home dad. Muss immer aufpassen, dass das essen rechtzeitig fertig ist, sonst geht meine Frau in den Krisenmodus.
Was mir in dem Artikel zu kurz kommt bzw gar nicht erwähnt wird, ist der Inhalt der meisten dieser Kanäle. Da wird nämlich nicht tatsächliche Hausarbeit, wie wir sie alle machen (müssen), gezeigt, sondern nur die sinnlos komplizierten aber “romantischen” Dinge.
Es geht da eben nicht nur um das Propagieren von Rollenbildern sondern auch um die Projektion von Status. Man zeigt, dass man als “Dame des Hauses” halt die Zeit hat eine halbe Stunde mit der Blumendeko auf dem Beistelltischchen zu verbringen, weil Mann eben die Kohle hat, alle lebensnotwendigen Tätigkeiten (gerade wenn noch “Bauernhof” Getue dazukommt) von Bediensteten erledigen zu lassen.
Immer, wenn von “bedenklichen Trends auf Tiktok” die Rede ist, wirft das bei mir Fragen auf, aber mehr an den Verfasser solcher Artikel. Insbesondere, wenn dieser angebliche “Trend” schon zur Coronazeit durch’s mediale Dorf getrieben wurde. Und wenn man sich das genauer anguckt, sich das jedesmal auf ein Nischenphänomen irgendwelcher Polarisierungsaffiner Trittbrettfahrer herausstellt, was die Nachrichtenagenturen aber darstellen, als wäre das bereits ein gesellschaftlich relevanter Prozess. Man sollte vielleicht endlich mal Medienkompetenz lernen und nicht jeden (im Falle der Tradwives sogar mit-dem-Arsch-ins-Gesicht-springend offensichtlichen) Ragebait zur realen Gefahr für die Demokratie hochjazzen. Nein, nur weil jemand sich 15 Sekunden-Videos auf Tiktok ansieht, wird er/sie nicht sofort zur 1950-Hausfrau. Einfach nein.
Tradwifes sind Fake.
Sie sind steinreiche Influencerinnen (kennt ihr Ballerinafarm?), die so tun, als wären sie liebreizende Hausfrauen, während die wirkliche Arbeit in Wahrheit von Nannys und Maids erledigt wird und ich hasse es abgrundtief, dass dieser Backslash in die Abhängigkeit von Männern von den Evangelikalen so forciert wird.
Feminismus am Arsch. Nichts davon ist feministisch. Es ist religiöser Fanatismus.
Guter Artikel btw.
Das lustige ist ja dass diese Influencerinnen ja sehr wohl außerhalb der Familie berufstätig sind, und zwar als Influencerinnen. Da verdienen sie Geld und können sich kreativ ausleben. Paradox.
Viel interessanter ist die Frage, warum ein Einkommen nicht mehr ausreicht um eine vierköpfige Familie zu ernähren.
Ist mir sogar beim Dating aufgefallen, dass wieder mehr Frauen lieber nicht arbeiten würden und sich lieber um Kinder und Haushalt kümmern wollen. Ich kann es voll verstehen, nicht arbeiten ist auch mein Traum.
Ich wäre gerne ein Tradhusband oder hätte gerne eine Tradwife.
Leider können wir uns das nicht finanziell leisten nur einen Verdiener zu haben. Letztlich scheitert dieses Bild doch bei den Allermeisten an der finanziellen Realität der Gegenwart.
>Gerade unter jüngeren Menschen gibt es einen Trend zu Rückbesinnung auf traditionelle Rollenverteilungen. Ein Mann, der zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert, sei unmännlich, findet der ipsos-Studie zufolge mehr als ein Drittel der Millennials. Ein Trend, der sich auch im Netz widerspiegelt.
ach wir mal wieder, diese jungen Mitte 30 bis Mitte 40 Millenials, die nur auf TikTok rumhängen und Tradwife Cosplay machen..
Das unsere Generation eher traditionell geprägt ist, ist jetzt echt nix Neues…
Auf der einen Seite denke ich: wir können nicht immer die Freizügigkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit predigen wenn man da eine Grenze zieht und diesen Menschen ihren Lebensstil schlecht redet, obwohl sie erstmal niemandem aktiv schaden.
Auf der anderen Seite denke ich: es ist ein Drahtseilakt sich als Frau in diese Rolle und damit in ein massives Abhängigkeitsverhältnis zu begeben. Und wieviel davon ist überhaupt echt bzw was wird speziell für den Kulturkampf produziert?
Find’s mies, dass das so geshamed wird. Die Frauen müssen aufpassen, ganz klar. Sich absichern, nicht zu abhängig machen ect. Care Arbeit ist Arbeit und verdient den nötigen Respekt. Diese Influencer-Trade-Wives sind davon aber weit entfernt und geben da einen gefährlichen Trend mit.
Nicht jede Frau hat das Privileg (also die Absicherungen, falls das schief geht) und nicht jedes Paar die Möglichkeiten – was traurig ist.
Es sollte eigentlich für mehr Menschen möglich sein auch mit einem Job über die Runden zu kommen. Denn Erwerbsarbeit + Care Arbeit ist verdammt viel, und Menschen wollen ja auch noch etwas leben… also wäre das prinzipiell eine gute Lösung, für die, die wollen und in der Konstellation, wie sie wollen. Bis auf dieses Unterordnen halt… no kinkshaming, aber das in einen Topf zu werfen ist strange…
und nix “Feminismus am Arsch”; wer das wo mag und sich vernünftig absichert, soll das machen. Können wir bitte lieber den Kapitalismus kritisieren und nicht Menschen dafür, ein einfacheres Leben führen zu wollen, egal welches Konzept sie dafür suchen? Ob das jetzt Erwärbstätiger+Carearbeiter ist oder 2xTeilzeit+geteilter Haushalt oder irgendwas… ich mein, Single sein muss man sich heute leisten können. Leben neben Arbeit muss man sich leisten können. Das ist das eigentliche Problem.
>Schwingende Röcke, Kinderschar und Sauerteig: Bei Instagram und TikTok folgen einige Frauen dem traditionellen Rollenbild und inszenieren sich als “Tradwives”. Dahinter steckt oft auch eine Ideologie.
Ideologie muss ja erstmal nichts schlechtes sein, der Feminismus ist z.B. auch eine Ideologie und das meine ich wertneutral.
>Der Feminismus ist eine Ideologie, die auf der Gleichstellung der politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und sozialen Rechte der Frauen basiert. Einfach gesagt ist Feminismus ein Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft.
https://www.goethe.de/prj/sam/de/wel/fem.html#:~:text=Der%20Feminismus%20ist%20eine%20Ideologie,von%20Frauen%20in%20der%20Gesellschaft.
Ideologie ist leider zu einem Kampfbegriff verkommen, den man der jeweils anderen Seite an den Kopf wirft, um stumpf deren Positionen zu diskreditieren.
Das ist ein TikTok trend aus den USA. Kommt natürlich aus der christlichen Ecke. Besonders gepusht wird das von den Mormonen(LDS). Es gibt unzählige LDS Influencer die literally Propaganda dafür machen jung zu heiraten, Kinder zu bekommen und vom Mann abhängig zu sein. Anders als Propaganda kann man das meiner Meinung nach nicht bezeichnen. Ich schätze die Influencer sind meistens 20 bis 30, aber die Zielgruppe eher 21 und jünger. Also natürlich nicht Millennials sondern Gen Z.
Wundert mich nicht, dass das jetzt auch zu uns rüberschwabbt. Im Gegensatz zum klassischen “Influencer” (Viele Reisen, Teure Klamotten, etc.) Lässt sich ein harmonischen Hausfrauen leben eben leicht darstellen.
Das kann man auch nicht davon trennen dass Frauen in den letzten Jahren dazu getrieben wurden zu arbeiten, was grundsätzlich sehr gut ist. Aber momentan ist alles irgendwie aussichtslos. Ich kann verstehen, dass es jungen Mädels aussichtslos erscheint und sie einen Ausweg suchen. Die Abhängigkeit ist nicht die richtige Antwort, aber dieser Content spricht wirklich junge Mädels an. Die haben sich noch nicht mit Klassenkampf, feministischen Autoren und Kapitalismus beschäftigt. Die sind hoffnungslos und sehen süße Babys und ein einfaches Leben.
Ich kanns nicht genau benennen warum, aber dieser content lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
All das was die anderen schon kommentiert haben.
+ ist natürlich fake müll der nur dazu dient Aufmerkssamkeit und Revenue zu genieren. Letztens eine gesehen, die Müsli selber gebacken hat (??) für zwei Portionen. Das hat nichts mit Hausfrauen(/-menschen) Dasein zu tun, sondern ist lediglich Hobby Zeug mit einer “interessanten” Story dazu.
Schade ist nur wirklich, dass die Leute es nicht verstehen bei jedem neuen “Trend” sind alle erstaunt und geben den Flitzpiepen die Aufmerksamkeit die sie wollen.
Es ist immer irgendwas dad eine Reaktion hervorruft. Sei es Tradwifes, sei es diese Müll NPC Sache, seien es Prankster, seien es die ganzen Main Character (》oh da ist jemand durch mein video gelaufen, ich bin so stinkig《), … es ist immer das selbe. Und die leute verdienen jedesmal gut daran.
Der einzige trick wäre diesen Mist nicht zu schauen und social media die Bedeutung zu nehmen die es hat. Es dreht sich fast nur noch um irgendwelche Internet Dinge bei Jung wie Alt und in der Regel nur um belangloses Zeug. Diesen Stellenwert hat es nicht verdient
Was mir bei der Debatte oft zu kurz kommt: das Bild, das diese “Tradwives” vermitteln, ist nicht nur für heutige Verhältnisse unrealistisch, sondern war auch in den 50ern nur für begüterte Menschen zugänglich.
Mein Vater (*1947) am Land ist nicht den lieben langen Tag von seiner Mutter betüdelt worden und die hatte – obwohl auch “nur” Hausfrau- keine Zeit eine halbe Stunde am Tag Blumen herzurichten, es musste nämlich ein Hof versorgt werden. Bei meiner Mutter in der Stadt hatte meine Großmutter auch keine Zeit für sowas und musste arbeiten, weil mit einem angestellten Elektriker als Mann und gesamt vier Kindern hat ein Gehalt auch nicht gereicht
Letztendlich geht es, wie schon öfter angemerkt, hauptsächlich um Status.
Die Ironie am Ganzen: Wenn sie sich eines Tages entscheiden, ihr Weltbild zu verändern und auf „die linke Seite“ zu wechseln, profitieren sie gewissermaßen doch vom allgemeinen gesellschaftlichen Fortschritt (auch wenn heute nicht alles perfekt ist und es noch viel in Sachen Gleichberechtigung zu tun gibt).
Dieser Schritt in die Unabhängigkeit war in den 50ern/60ern, nach denen sie sich anscheinend so sehnen, nur schwer möglich
Ja kA wenn die so nen Fetisch unbedingt ausleben wollen ..sollen sie. Ich verurteile da niemanden für. Aber dann bitte nur auf onlyfans und nicht da, wo Kinder zugucken und den Mist nachher noch glauben.
Diese sogenannten Tradwives haben einen Job, sie sind Influencer und beabsichtigen mit dem Content, Kursen, Merchandise, etc. Geld zu verdienen.
Diese Frauen brauchen Aufmerksamkeit und verdienen Geld über Social Media. Andere Frauen sind Hausfrau und stellen es nicht online für Klicks
Schlimm, wie man nur so maso sein kann. Unterwürfigkeit als höchstes Ziel? Bbrrrrrr🥶
Tagesschau, nur mit den neusten Entwicklungen aus 2022.
Sieht man da denn wirklich wie sie “richtige” Hausarbeit machen wie Wäsche waschen oder den Boden wischen oder so?
Alles rein performativ, daher sind das eher Trophäenfrauen als traditionelle Frauen. Und wie hier schon erwähnt, als Influenza-sorry- influencer muss man auch arbeiten. Scripten, Filmen, editieren, online interagieren, Produkte bewerben und verkaufen. Etc. wenn ich diese abgeleckten Luxusküchen und 50er Kleider sehe krieg ich echt schon zu viel. Alles Show.
Hier wird mmn. viel zu wenig thematisiert was für eine ekelhafte Weltanschauung damit verbreitet wird. Neben lustig Kochen, Backen, Blumenschmuck wird da ja sehr offen eine ultrapatriarchale Gesellschaftsform beworben. Der Mann hat das letzte Wort und man ist völlig abhängig von ihm. Mehr Reaktionären pandering geht kaum
In der Küche möchte ich nicht tot unter’m Herd hängen. Was für ein Schrotthaufen.
Traditionell != Fiktional
Jedem Tierchen sein Pläsierchen, würde ich sagen.