Jobcenter-Sprecher: “Totalverweigerer” gibt es kaum

by Nimelrian

14 comments
  1. Tatsächlich geht es der CDU auch gar nicht um die Totalverweigerer, sondern darum, dass sich Geringverdiener über Totalverweigerer aufregen. Wer nach unten tritt, kann nicht gleichzeitig nach oben schauen.

  2. Das ist halt auch eine Frechheit. Du kannst den Rechten doch nicht ihre fantasievollen Feindbilder kaputtfakten.

  3. Wird auch immer wieder durch Experimente zu bedingungslosen Grundeinkommen festgestellt: Menschen haben keine Lust darauf, nichts zu tun zu haben. Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche. Muss nicht unbedingt Lohnarbeit sein, aber irgendwie tun die allermeisten Leute irgendwas, das über auf dem Sofa sitzen und passiv konsumieren hinausgeht.

  4. hmmm komisch

    ja komisch oder?

    Merz, bitte bring noch ein paar Spießruten-Maßnahmen für diese faulen Säcke wenn du dran bist, danke!

  5. Um es mit den Worten eines Denkers und Dichters unserer Zeit zu sagen.

    “Das glaub ich nicht.”

    -Euer Maggus

  6. Kürzlich war Linnemann beim ZDF diesbezüglich zu Gast. Wie ich fand ein unsägliches Interview, das an den wahren Problemen von System und Land völlig vorbeigeht.

    Beispielsweise wird es nichts bringen, Bürgergeldempfänger aus ihren großen Wohnungen zu werfen, wenn sie dann eine noch teurere kleinere Wohnung beziehen müssen. Auf diesen Einwand kann Linnemann überhaupt nicht antworten.

    Der Union geht es auch gar nicht um eine Verbesserung des Zustands. Wenn dem so wäre, müssten umfangreiche Reformen angegangen werden. Rente und Steuer sind da an forderster Front. Dass sie Union das will, bezweifle ich sehr stark. Der Fokus wird auf einen Verteilungskampf von wenig vermögenden Leuten zu ganz Armen gelenkt, Hauptsache die Reichen und die Rentner bleiben unangetastet.

    Allein der Zuschuss zur Rente aus dem Bundeshaushalt ist über dreimal so hoch, wie alle Leistungen von Arbeitsämtern und Jobcentern kombiniert. Und da ist dann auch Wohngeld usw. dabei. Schon allein diese Dimension zeigt doch, dass die wahren Probleme umschifft werden, weil sie Machtverlust bedeuten könnten.

    Quelle zum Interview, wer es sich wirklich geben will:

    https://youtu.be/w0T3Zt4RR3w?si=7T8dzuaOowPlzMDb

  7. Meine ex-Chefin hat dieses Argument auch immer gerne genutzt. Sie hat ach so viele Bewerbungen pro Monat bekommen wo angeblich einfach nur drin stand man müsse sich bewerben damit das Jobcenter Ruhe gibt, aber man wolle eigentlich gar nicht arbeiten. Alles klar.

    Dann hat sich die ganze Belegschaft über faule Hartzer ausgekotzt, sich besser in ihrem unterbezahlten Job gefühlt, und das Ritual wurde alle paar Monate wiederholt.

  8. Guter Artikel. Immer gut, von tatsächlichen Praktikern und nicht CDU Luftpumpen zu hören.
    Aber bei einigen Kommentaren hier Frage ich mich, ob ihr den ganzen Artikel gelesen habt. Da steht am Ende nämlich:

    > als  “sehr überlegenswert” bezeichnete er dagegen den Vorschlag der CDU, dass Menschen, die etwa Termine für Beratungsgespräche im Jobcenter nicht wahrnähmen, stärker sanktioniert werden sollten. “Das gehört zur Ehrlichkeit dazu: Es gibt im Moment auch eine Reihe von Menschen, die einfach die zehn Prozent Leistungsminderung, die es gibt bei Termin-Untreue, hinnehmen, und da arbeiten wir mit einem stumpfen Schwert.”

  9. Erstens gibt es so wenige, und zweitens sind das dann auch Charaktere, die du auch einfach echt nicht gebrauchen kannst. Zwingst du solche Null-Bock-Menschen in einen Job, richten sie dort mehr Schaden als Nutzen an. Alles streichen kann man denen auch nicht, dagegen spricht das Verfassungsgericht-Urteil. Man wird also, wenn man einen Sozialstaat möchte, mit einem gewissen Teil “Parasiten” leben müssen. Und die CDU täte gut daran, diese Verweigerer nicht mit allen anderen im Bürgergeld gleichzusetzen, das ist reinste Polemik.

  10. Und wegen den paar “Totalverweigerer” will die Union Himmel und Hölle in Bewegung setzen, selbst wenn es Milliarden kosten würde.

  11. Nö, ist ne alberne Scheindebatte. Wir verschwenden unsere Zeit damit, dabei hat Deutschland so viele wichtigere Baustellen, denen sich die Politik zuwenden müsste.

  12. Es geht doch eigentlich nicht, dass der Sprecher einer staatlichen Behörde an die Öffentlichkeit tritt und das Wahlprogramm von einer Partei kommentiert?

  13. >Wir reden da wirklich über extreme Einzelfälle, die sich so im Ein-, Zwei-Prozent-Bereich bewegen. Das zeigt uns auch, dass die Debattenbeiträge um das Bürgergeld oft ein sehr verengtes und teilweise auch unzutreffendes Bild wiedergeben, weil sie sich an Extremfällen orientieren und nicht an der Allgemeinheit der von uns betreuten Menschen.

    Dann verabschieden wir doch einfach strengere Regeln, die nur diesen kleinen Prozentsatz betreffen, und lassen das Thema ruhen. Oder sollte man ein Problem dieser Größenordnung aus Prinzip weder ansprechen noch behandeln? Wenn von irgendeiner staatlichen Leistung immer ein, zwei Prozent missbraucht werden, können wir das getrost ignorieren?

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