
Lehrermangel: GEW-Chefin fordert Auseinandersetzung mit AfD im Unterricht. Lehrer sollten ihre Schüler über die verfassungsfeindlichen Tendenzen der AfD aufklären, meint Maike Finnern, Chefin der Lehrergewerkschaft GEW – und ermuntert zur Teilnahme an Demos gegen rechts.
by bedbooster
10 comments
[deleted]
>Finnern berichtete, viele Lehrkräfte hätten Angst, sie könnten Ärger mit ihrem Dienstherrn bekommen, wenn sie auf Demonstrationen gegen rechts gingen. Das stimme aber nicht.
Nach Denunziationsaufrufen und Onlinemeldeportalen sieht man deutlich, wie weit in der Gesellschaft die Erzählungen der AfD bereits verfangen. Selbst gebildete Menschen, wie die Pädagogen, wirken eingeschüchtert.
Also bei uns gehen Kollegen, mich eingeschlossen, hin. Halt in Zivil und nicht als Lehrer erkennbar.
Zur Zeit sind viele Lehrer wohl auch zu überfordert, um auch noch auf Demo zu fahren
Es wäre endlich einmal ein Anfang.
Bildung ist das beste Mittel gegen die Flachpfeifen der AfD und deren Wähler.
Islamfeindliche Äußerungen aus der AfD sind ein einfacher Aufhänger. Da kann wenig schief gehen. Die Schüler wissen am besten, dass die Erzählungen über Muslime in der Allgemeinheit nicht zutreffen. Das sind Mitschüler. Darauf kann man Hinweisen. Man muss als Lehrkraft nicht viel selbst dazu sagen, die Angriffsfläche halte ich da für eher klein. Stehe aber selbst noch am Anfang, ist jetzt keine langjährige Erfahrung oder so.
Erklärt mir jemand den “Lehrermangel” im Titel, bitte.
Die Schulen sollten über die Verfassung und unser politisches System aufklären. Einzelne Parteien haben im Unterrichtsstoff nichts zu suchen. Wo kommen wir hin, wenn Regierungen das Bildungssystem für Wahlkampfzwecke nutzen.
Ich habe jüngst ein Geschichtsstunde zum Faschismus bzw dessen allgemeiner Definition gehalten und in der Vertiefung Zitate der AfD den einzelnen zuvor besprochenen Merkmalen zuordnen lassen. Da ich da allerdings Kinder der örtlichen AfD-Abgeordneten drinne sitzen hab, konnte ich die nicht entsprechend kenntlich machen.
Ich sage meinen Kindern offen, was von den Faschisten zu halten ist.
Noch hat sich keiner beschwert.
Gestern habe ich in der 8. Klasse erzählt, wie die AfD hier in unserem Ort Wahlkampfhilfe von gewaltbereiten und vorbestraft Neonazis bekommt.
Das ist erstmal eine Faktendarstellung.
Bin momentan in der Oberstufe eines hessischen Gymnasiums. Bei uns wurde das durchaus thematisiert. Verfassung und der Schutz dieser nimmt hier ganzes Halbjahr im Unterricht ein, auch (Rechts-) Populismus haben wir in dem Kontext behandelt.
PoWi-Unterricht lebt von Aktualitätsbezug und es ist mMn normal, dass solche Themen aufgegriffen werden. Ist vermutlich aber stark ortsabhängig.
Auf Demos, vor allem denen aus der eigenen Stadt, hab ich aber auch schon genug Lehrer und sogar auch Schulleiter gesehen. Gibt auch ganze Kurse, die mit ihrem Lehrer zu Demos gegangen sind.