> im Auftrag des Verbands Die Familienunternehmen/Die jungen Unternehmer und der Friedrich-Naumann-Stiftung
Au weia
> Ökonomische Bildung müsse fehler- und ideologiefrei sein, fachlich fundiert, lebensnah und von gut ausgebildeten Fachleuten vermittelt werden
Ich hätte auch gerne ein Einhorn.
Wie soll ökonomische Bildung denn ideologiefrei erfolgen?
Ich mein, klar, wenn es nur um ein paar “ökonomische Formeln” geht wie “Umsatz – Kosten = Gewinn”, klar, geht ideologiefrei. Aber sobald man dann anfängt Wirtschaftssysteme direkt miteinander zu vergleichen, stellt sich auch immer die Frage nach der Auswirkung auf die Gesellschaft, womit man am Ende wieder bei einer ideologischen Frage ankommt… oder nicht?
Irgendwelche Marktradikale wollen ihre Themen pushen, und die Tageschau bietet denen auch noch eine Bühne.
> Es gehe in der Literatur primär darum, dass Schüler diesen Zertifikatehandel beurteilen sollen. Es gehe um Meinung statt um Wissen. Die Wissensvermittlung – in diesem Fall, wie Klimaschutzanreize mit Zertifikaten funktionieren – finde nicht statt
Ja, wer kein Verständnis dafür hat, was “Beurteilung” im Kontext schulischer Bildung bedeutet, sollte vielleicht nicht unbedingt Lehrbücher analysieren. Eine sinnvolle Einordnung treffen ohne Wissen geht halt nicht und wird in der Regel auch so nicht vermittelt.
Dass es ein paar Libertären aber nicht passt, dass man kritisches Denken über wirtschaftliche Prozesse und Ideen vermittelt anstatt auf “Wissen” im Sinne eines dogmatischen Wahrheitsanspruchs setzt überrascht nicht. Wieder ein gutes Beispiel, dass die meisten Leute, wenn sie von “Ideologiefreiheit” sprechen eigentlich “es soll nur MEINE Ideologie darstellen, nicht die der anderen” meinen.
Es bräuchte halt vor allem Lehrer, die es den Schülern auch beibringen können. Da die meisten aber von der Schule in den Hörsaal und wieder zurück in die Schule kommen, haben die überhaupt keinen Berührungspunkt mit der Wirtschaft.
Das bisschen Wirtschaftstheorie was in unseren PoWi-Büchern damals drin war, wurde vom Lehrer konsequent übersprungen, um die letzte Landtagswahl noch zwei Wochen länger auszudiskutieren.
Es muss der Marktglauben von frühester Jugend an vermittelt werden.
Wenn man Zinsen und Zinseszinsen dazuzählt, dann ja! Egal wie, ja!
Ich hab an dieser Fakultät studiert…und da wird auch nur mit ganz dünnem Wasser gekocht
Finde es schon witzig bei allem möglichen heißt es in dem Sub hier man solle mal lieber auf die Forschung hören, nur bei Wirtschaft kommen wieder die Stammtischparolen.
Dieser Faden gibt einen guten Überblick über die Grundeinstellung der deutschen Bevölkerung GEGEN jedwedigen ökonomischen Fortschrittes.
Gott sei Dank bin ich seit 25 Jahren ausgewandert.
(Nur die Meinung einer fetten Kapitalistensau aus Kalifornien)
[deleted]
Ich bin angehender Wirtschaftslehrer und das Material ist wirklich scheusslich. Die Wirtschaftsstunden vorzubereiten nimmt mit Abstand sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als bei meinem Zweitfach. Einfach deswegen weil es kein Material gibt oder dieses schlichtweg unbrauchbar ist
ich glaube, wenn alle Schüler ein fundiertes wissen über Wirtschaft bekämen, hätten wir ein problem.
Brauchst kein wirtschaftliches Denken wenn es keine Wirtschaft mehr gibt.
Tja. In Bayern wird Wirtschaft überhaupt erstmal nur am Gymnasium unterrichtet. In der Mittelstufe lässt sich der Stoff als “Bei Inflation wird alles teuer und es gibt Angebot und Nachfrage” zusammenfassen. Die Meisten wählen das ganze dann zur Oberstufe erstmal ab, weil es super langweilig ist. Auf einmal werden die Schüler mit Informationen und Stoff zu bombardiert zu einer Krise, in der sie möglicherweise nicht mal gelebt haben (2008) und die Motivation und die Noten fallen. Zum Ende der Oberstufe wählen 5% der Schüler Wirtschaft dann ins Abitur und alle bis auf 1-2 Leute merken, dass das ein Fehler war. Am Ende läuft ein Schüler aus der Schule und hat die absolute Basis der Geldpolitik im EU-Raum gelernt und sich etwas mit Krisenmanagement und minimal mit Exchange Rates auseinander gesetzt.
Ich hatte das große Glück, dass ich eine super Ambitionierte Lehrerin hatte, die den Wirtschaftsunterricht quasi den Live-Ereignissen der Corona-Krise angepasst hat und ich habe mich super mit dem Thema interessiert. Viele meine Mitschüler hatten das Problem weit genug zu denken (ein Problem das viele Menschen bei Wirtschaftspolitik haben) und haben kft einfach nicht verstanden, was die Lehrerin hören wollte. Von 130 Abiturienten haben 40 Wirtschaft belegt, 7 das schriftliche Abitur geschrieben und nur ich habe es geschafft mehr als 8 Punkte zu kriegen. (13) Selbst das, was in der Oberstufe unterrichtet wird und nur die absoluten Basics sind, haben die meisten Abiturienten also nicht drauf. Es erhält überhaupt nur der kleinste Teil der Leute eine ökonomische Ausbildung.
Ich bin also danach schnurstracks an die Uni, um BWL zu studieren. Endlich, ein paar Gleichgesinnte! Tja, falsch gedacht. Einige hatten zwar beim Fachabi BWR (ich glaube so heißt das), aber das umfasst mehr Bilanzierung und Kostenrechnung und hat wenig mit gesamtwirtschaftlichen Denken zu tun. Die BWLer müssen bei Wirtschaftspolitik, Mikroökonomie und Makro schwer seufzen, wurtschteln sich irgendwie durch die Prüfung und halten sich dann für den Messias persönlich, wenn es zu Wirtschaftspolitischen Diskussionen kommt. Die labern einen solchen Müll. Das ist teilweise nicht auszuhalten. Im 3. Semester habe ich dann zu VWL gewechselt. Da saß ich dann in der ersten Vorlesung alleine mit dem Prof in einem Raum, weil niemand außer mir erschienen ist. Ich erhalte endlich eine ökonomische Ausbildung und lerne jeden Tag neue Interessante Dinge. Auch habe ich endlich ein paar Gleichgesinnte gefunden. Das Ergebnis? Ich kann mit Leuten nicht mehr über “die Wirtschaft” (Liebe Leute, was ist bitte die Wirtschaft genau. Einen Bezug darauf, was mein genau meint wäre ein guter Anfang) reden, da ich mich am Liebesten gegen die Wand fahren würde. Die Leute reden einen solchen Stuss, aber gleichzeitig ist jeder ein totaler Experte.
Ich hätte sowas wie Physik studieren sollen. Da kann mir wenigstens keiner rein Labern.
Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute ökonomisch Denken könnten, da vorallem in der Politik das eigentlich wichtigste Thema ist.
Edit: In den Kommentaren hier geht es ja auch darum, dass der Artikel vor allem gerne eine “ideologiefreie” Lehre haben möchte, dass mehr “Wissenbasiert” ist. Stimmt schon, dass man wohl oder übel am Ende doch immer wieder auf Ideologie stößt. Ich weiß nicht, wie viele von euch in den letzten Jahren in der Schule waren, aber ihr denkt leider zu weit und gebt der Schule zu viele Credit. Eure Kommentar implizieren, dass die Schule irgendwelche Zusammenhänge unterrichten würde. Tut sie aber einfach nicht. Die Idee von “wenn A -> Option B oder Option C ” wird ausschließlich an der Oberstufe unterrichtet. Schüler müssen erstmal die einfachen Zusammenhänge verstehen bevor man über Implikationen von Ideologie nachdenken kann
> im Auftrag des Verbands Die Familienunternehmen/Die jungen Unternehmer und der Friedrich-Naumann-Stiftung
17 comments
> im Auftrag des Verbands Die Familienunternehmen/Die jungen Unternehmer und der Friedrich-Naumann-Stiftung
Au weia
> Ökonomische Bildung müsse fehler- und ideologiefrei sein, fachlich fundiert, lebensnah und von gut ausgebildeten Fachleuten vermittelt werden
Ich hätte auch gerne ein Einhorn.
Wie soll ökonomische Bildung denn ideologiefrei erfolgen?
Ich mein, klar, wenn es nur um ein paar “ökonomische Formeln” geht wie “Umsatz – Kosten = Gewinn”, klar, geht ideologiefrei. Aber sobald man dann anfängt Wirtschaftssysteme direkt miteinander zu vergleichen, stellt sich auch immer die Frage nach der Auswirkung auf die Gesellschaft, womit man am Ende wieder bei einer ideologischen Frage ankommt… oder nicht?
Irgendwelche Marktradikale wollen ihre Themen pushen, und die Tageschau bietet denen auch noch eine Bühne.
> Es gehe in der Literatur primär darum, dass Schüler diesen Zertifikatehandel beurteilen sollen. Es gehe um Meinung statt um Wissen. Die Wissensvermittlung – in diesem Fall, wie Klimaschutzanreize mit Zertifikaten funktionieren – finde nicht statt
Ja, wer kein Verständnis dafür hat, was “Beurteilung” im Kontext schulischer Bildung bedeutet, sollte vielleicht nicht unbedingt Lehrbücher analysieren. Eine sinnvolle Einordnung treffen ohne Wissen geht halt nicht und wird in der Regel auch so nicht vermittelt.
Dass es ein paar Libertären aber nicht passt, dass man kritisches Denken über wirtschaftliche Prozesse und Ideen vermittelt anstatt auf “Wissen” im Sinne eines dogmatischen Wahrheitsanspruchs setzt überrascht nicht. Wieder ein gutes Beispiel, dass die meisten Leute, wenn sie von “Ideologiefreiheit” sprechen eigentlich “es soll nur MEINE Ideologie darstellen, nicht die der anderen” meinen.
Es bräuchte halt vor allem Lehrer, die es den Schülern auch beibringen können. Da die meisten aber von der Schule in den Hörsaal und wieder zurück in die Schule kommen, haben die überhaupt keinen Berührungspunkt mit der Wirtschaft.
Das bisschen Wirtschaftstheorie was in unseren PoWi-Büchern damals drin war, wurde vom Lehrer konsequent übersprungen, um die letzte Landtagswahl noch zwei Wochen länger auszudiskutieren.
Es muss der Marktglauben von frühester Jugend an vermittelt werden.
Wenn man Zinsen und Zinseszinsen dazuzählt, dann ja! Egal wie, ja!
Ich hab an dieser Fakultät studiert…und da wird auch nur mit ganz dünnem Wasser gekocht
Finde es schon witzig bei allem möglichen heißt es in dem Sub hier man solle mal lieber auf die Forschung hören, nur bei Wirtschaft kommen wieder die Stammtischparolen.
Dieser Faden gibt einen guten Überblick über die Grundeinstellung der deutschen Bevölkerung GEGEN jedwedigen ökonomischen Fortschrittes.
Mit dieser grundsätzlich negativer Einstellung, hätte es ja in diesem Land niemals ein “Wirtschaftswunder” gegeben.
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswunder
Armes Deutschland.
Gott sei Dank bin ich seit 25 Jahren ausgewandert.
(Nur die Meinung einer fetten Kapitalistensau aus Kalifornien)
[deleted]
Ich bin angehender Wirtschaftslehrer und das Material ist wirklich scheusslich. Die Wirtschaftsstunden vorzubereiten nimmt mit Abstand sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als bei meinem Zweitfach. Einfach deswegen weil es kein Material gibt oder dieses schlichtweg unbrauchbar ist
ich glaube, wenn alle Schüler ein fundiertes wissen über Wirtschaft bekämen, hätten wir ein problem.
Brauchst kein wirtschaftliches Denken wenn es keine Wirtschaft mehr gibt.
Tja. In Bayern wird Wirtschaft überhaupt erstmal nur am Gymnasium unterrichtet. In der Mittelstufe lässt sich der Stoff als “Bei Inflation wird alles teuer und es gibt Angebot und Nachfrage” zusammenfassen. Die Meisten wählen das ganze dann zur Oberstufe erstmal ab, weil es super langweilig ist. Auf einmal werden die Schüler mit Informationen und Stoff zu bombardiert zu einer Krise, in der sie möglicherweise nicht mal gelebt haben (2008) und die Motivation und die Noten fallen. Zum Ende der Oberstufe wählen 5% der Schüler Wirtschaft dann ins Abitur und alle bis auf 1-2 Leute merken, dass das ein Fehler war. Am Ende läuft ein Schüler aus der Schule und hat die absolute Basis der Geldpolitik im EU-Raum gelernt und sich etwas mit Krisenmanagement und minimal mit Exchange Rates auseinander gesetzt.
Ich hatte das große Glück, dass ich eine super Ambitionierte Lehrerin hatte, die den Wirtschaftsunterricht quasi den Live-Ereignissen der Corona-Krise angepasst hat und ich habe mich super mit dem Thema interessiert. Viele meine Mitschüler hatten das Problem weit genug zu denken (ein Problem das viele Menschen bei Wirtschaftspolitik haben) und haben kft einfach nicht verstanden, was die Lehrerin hören wollte. Von 130 Abiturienten haben 40 Wirtschaft belegt, 7 das schriftliche Abitur geschrieben und nur ich habe es geschafft mehr als 8 Punkte zu kriegen. (13) Selbst das, was in der Oberstufe unterrichtet wird und nur die absoluten Basics sind, haben die meisten Abiturienten also nicht drauf. Es erhält überhaupt nur der kleinste Teil der Leute eine ökonomische Ausbildung.
Ich bin also danach schnurstracks an die Uni, um BWL zu studieren. Endlich, ein paar Gleichgesinnte! Tja, falsch gedacht. Einige hatten zwar beim Fachabi BWR (ich glaube so heißt das), aber das umfasst mehr Bilanzierung und Kostenrechnung und hat wenig mit gesamtwirtschaftlichen Denken zu tun. Die BWLer müssen bei Wirtschaftspolitik, Mikroökonomie und Makro schwer seufzen, wurtschteln sich irgendwie durch die Prüfung und halten sich dann für den Messias persönlich, wenn es zu Wirtschaftspolitischen Diskussionen kommt. Die labern einen solchen Müll. Das ist teilweise nicht auszuhalten. Im 3. Semester habe ich dann zu VWL gewechselt. Da saß ich dann in der ersten Vorlesung alleine mit dem Prof in einem Raum, weil niemand außer mir erschienen ist. Ich erhalte endlich eine ökonomische Ausbildung und lerne jeden Tag neue Interessante Dinge. Auch habe ich endlich ein paar Gleichgesinnte gefunden. Das Ergebnis? Ich kann mit Leuten nicht mehr über “die Wirtschaft” (Liebe Leute, was ist bitte die Wirtschaft genau. Einen Bezug darauf, was mein genau meint wäre ein guter Anfang) reden, da ich mich am Liebesten gegen die Wand fahren würde. Die Leute reden einen solchen Stuss, aber gleichzeitig ist jeder ein totaler Experte.
Ich hätte sowas wie Physik studieren sollen. Da kann mir wenigstens keiner rein Labern.
Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute ökonomisch Denken könnten, da vorallem in der Politik das eigentlich wichtigste Thema ist.
Edit: In den Kommentaren hier geht es ja auch darum, dass der Artikel vor allem gerne eine “ideologiefreie” Lehre haben möchte, dass mehr “Wissenbasiert” ist. Stimmt schon, dass man wohl oder übel am Ende doch immer wieder auf Ideologie stößt. Ich weiß nicht, wie viele von euch in den letzten Jahren in der Schule waren, aber ihr denkt leider zu weit und gebt der Schule zu viele Credit. Eure Kommentar implizieren, dass die Schule irgendwelche Zusammenhänge unterrichten würde. Tut sie aber einfach nicht. Die Idee von “wenn A -> Option B oder Option C ” wird ausschließlich an der Oberstufe unterrichtet. Schüler müssen erstmal die einfachen Zusammenhänge verstehen bevor man über Implikationen von Ideologie nachdenken kann
> im Auftrag des Verbands Die Familienunternehmen/Die jungen Unternehmer und der Friedrich-Naumann-Stiftung
BWL-Justus sagt, BWL-Justus kommt schlecht weg