Das beschreibt eigentlich genau meine Schulzeit in der Realschule. Als ich dann aufgrund “schlechter Noten” (Erdkunde, Geschichte, Politik ständig ne 5, aber Hauptfächer 2-3) auf die Hauptschule abgestuft wurde, war mein ADHS deren kleinstes Problem und dort hatte ich wieder eine angenehme Zeit 🙂
Ach ja, ist schon lustig mit ADHS.
Dann wollte mir der Rektor der Hauptschule noch ausreden, mein Abi nachzuholen weil ich mich jede Woche 2-3 mal krankschreiben lassen habe. Das irgendwas mit dem saftladen nicht stimmen kann, ist dem nicht in den Sinn gekommen.
Bin auf jeden Fall froh, dass ich es trotzdem durchgezogen hab.
Mir wurde im werken Unterricht in der 3. Klasse gesagt ich dürfte nicht mehr mitmachen weil meine sachen eh nur schrott waren und ich zu lang bräuchte (hab ADS)
Nächster Tag Eltern rein, lehrerin hat dann keine klasse mehr bekommen soweit ich weiss, an meiner behandlung in dieser Schule jat sich aber nix geändert habe dann schule gewechselt.
Das untere Bild stimmt schon. Beim oberen klingt das immer ein bisschen nach „Du musst nur anpassungsfähig genug sein, dann bist du automatisch gut in der Schule. Wenn du Schwierigkeiten in der Schule hast, bist du nur zu kreativ / individualistisch / rebellisch“.
„Kreativ“
Muss sagen ich habe es mit meinem ADHS noch ganz gut durch s Gymnasium geschafft bin dann aber im Studium komplett abgestürzt (habe da auch überhaupt erst realisiert das ich ADHS hab). Meine mündlichen Noten habe sehr viel in der Schule für mich rausgerissen
Kenne ich. Ich hätte in der Schule eine Klasse überspringen können, hätte aber wegen Autismus etwas mehr Unterstützung gebraucht. Das Projekt ging eine Woche und endete damit, dass ich wieder in der ursprünglichen Klasse gelandet bin, da die Lehrer der höheren Stufe “kein Bock” hatten (wortwörtlich die Klassenlehrerin damals). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie mit vielen Schülern überfordert waren, die eigentlich zwingend hätten ne Ehrenrunde drehen müssen aber trotzdem mitgezogen wurden.
Dies, bin 3 Monate vorm Abi rausgeworfen worden von der Rektorin, Noten waren gut aber zu viele Fehlzeiten… Tja hätte ich doch damals schon die Diagnosen von heute gehabt, machste nix
Was eine schön knackige Zusammenfassung des deutschen Bildungssystems…
Mir wurde trotz Legasthenie Nachweis in der 3 klasse gesagt ich hätte das gar nicht und sei einfach nur faul. Und das würde mir von meinen Förderlehrern gesagt, also jenen Menschen die angeblich dafür da sind genau dort zu helfen.
Unterschreibe ich genau so
Wenn du schwere Depressionen hast kommst du in der Schule nicht weiter
Bin von 2.3 auf 3.8 runter
Das ist nach der Schule nicht anders
Mein Sohn hat ADHS und geht ab nächstes Jahr in die Schule. Wenn ich die Kommentare hier lese, wird bei schlecht bei dem Gedanken.
„Ich bin kreativ, deswegen bin ich schlecht in Mathe.“ unironische Aussage von Leuten in meiner Klasse.
Als jemand mit ADHS habe ich oft gedacht, dass ich erst ein Kind haben werde, wenn ich die Schule frei wählen kann, also entweder mobil genug bin oder genug Geld für ne Privatschule hab.
Meine eigene Schulzeit war unglaublich schlimm, und alle meine Freunde, die alle “etwas anders” sind, sagen das gleiche. Seit wir angefangen haben, zu arbeiten, geht es uns insgesamt sehr sehr sehr viel besser. Und dennoch findet man immer wieder hier und da Verhalten, die uns in der Schule antrainiert wurden.
Die Schule hat mir locker 20 Jahre meines Lebens ruiniert. Ich bin von einem aufgedrehten, freundlichen und lebensfrohen Kind zu einem introvertierten, abweisendem und depressiven Teenager geworden und sowas legt man auch nicht einfach ab.
Kann ich nicht bestätigen. Kreativ heißt auch nicht nur Malen und Singen.
War 9/10 Jahren in der Schule ohne zu wissen, dass ich ADS habe. War ne lustige Zeit.
Ich hab diagnostiziertes ADHS und autistische Züge, ich muss sagen ich fand das Schulsystem nicht schlecht, hab ein 2,2 Abi geschrieben und studiere jetzt Luft und Raumfahrt Technik, ich denke man kann das nicht so pauschalisieren. Das Schulsystem ist halt nicht dafür da alle zu 1. Schülern zu machen, sondern um “auszusuchen” wer wie weiter gefördert wird (Ausbildung, Studium Stipendium usw.)… Jeder hat 12 Jahre Zeit dem System seinen “Wert” zu beweisen, bevor dann ausgesucht wird in wen wie weiter investiert wird (was ja tatsächlich das zweitwichtigste an einem Schulsystem ist).
Vorallem super geil ist es wenn man undiagnostiziert und unbehandelt durch den ganzen Bums muss
Kann ich so nicht unterschreiben, war zwar unterfordert aber Schulsystem mit ADHS kreativ durchgespielt
Ändert sich leider auch nicht im Studium
“Sie haben zwar das richtige Ergebnis aber die falsche herrangehensweise. Punktabzug.”
Das Schulsystem hilft da leider null. Da müssen die Eltern mitspielen und fördern, fördern, fördern. Machen aber nur die wenigsten (richtig).
Der Ausdruck „unkreative Systemschüler“ erinnert mich an diesen Comic: https://xkcd.com/610/
Ich freu mich schon direkt wieder mit meinen ADHS die Techniker Ausbildung zu machen.
Mein jüngster Bruder hat eine Klasse in der Grundschule übersprungen, ist aufs Gym, gnadenlos durchgerasselt und ist heute (Haupt/)Mittelschüler.
Alle Geschwister haben irgendwas neurodiverses, fragt mich nicht, warum meine Eltern mit ihm nicht zum Psychologen gehen…
Um ehrlich zu sein: Dafür sind die Lehrer aber auch nicht ausgebildet um damit fertig zu werden. Wenn das autistische Kind nen Ausraster bekommt und damit droht jeden mit einer Schere abzustechen, dann schauen alle erstmal blöd. Auch die Lehrer, die für den Umgang mit Autisten eigentlich ausgebildet sein müssten.
Depression wird häufig mit Faulheit gleichgesetzt und “ADHS gibt es ja gar nicht”. Da müssen Lehrer viel viel viel besser für geschult werden. Es muss aber auch für die Schüler ein viel stärkeres Bewusstsein geschaffen werden und den Schülern nicht einfach nur einzureden, sie wären nur faul.
Ein solcher Wandel würde aber mit sehr viel Aufwand einhergehen. Dann doch lieber alle gleich auf die Förderschule abschieben.
Als jemand mit Autismus spektrum störung muss ich zugeben dass das Schulsystem für mich vermutlich sogar besser war als für “normale” Menschen. Feste Struktur, klare Aufgaben, wenig Notwendigkeit von sich aus Dinge zu organisieren. Auf das echte Leben hat es mich aber nicht wirklich vorbereitet. Und es ist ja eh für jeden Autisten anders.
Und jetzt stellt euch mal vor ihr seid kreativ UND neurodivergent 💀
Hab ADHS und Traumata, aber bin trotzdem auf dem Gymnasium.
Warum wird “Autismus Spektrum Störung” nicht abgekürzt?…
Meine Schulzeit ist schon über 10 Jahre her. Damals haben Leute, die sich meldeten, um exakt 1 zu 1 die Sätze nochmal zu wiederholen, die die Lehrkräfte grade ausgesprochen hatten, eine sehr gute Somi-Note bekommen. Ich habe schlechte Noten dafür bekommen, dass ich die Leute auf ihre Redundanz hingewiesen habe.
Ich hatte aber nie den Eindruck, dass Kreativität ein Problem war. Das Problem war nur sich aus der Ödnis des sich ewig wiederholenden Einheits-Gagas auszuklinken, wie das untere Bild sehr schön hervorhebt. Und Effizienz wurde bestraft, ein klassisches Beispiel ist der massive Punktabzug bei der richtigen Lösung einer Matheaufgabe ohne aufgeschriebenen Rechenweg. Aber auch dieser Blödsinn, in naturwissenschaftlichen Klausuren, Fragen mit einem Aufsatz, anstatt mit Stichpunkten beantworten zu müssen. Das braucht man wirklich nie wieder im Leben außer in der Schule.
Tja alles was nicht ins system passt einfach auf die sonderschule stopfen. Was anderes kann das system nicht.
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Das beschreibt eigentlich genau meine Schulzeit in der Realschule. Als ich dann aufgrund “schlechter Noten” (Erdkunde, Geschichte, Politik ständig ne 5, aber Hauptfächer 2-3) auf die Hauptschule abgestuft wurde, war mein ADHS deren kleinstes Problem und dort hatte ich wieder eine angenehme Zeit 🙂
Ach ja, ist schon lustig mit ADHS.
Dann wollte mir der Rektor der Hauptschule noch ausreden, mein Abi nachzuholen weil ich mich jede Woche 2-3 mal krankschreiben lassen habe. Das irgendwas mit dem saftladen nicht stimmen kann, ist dem nicht in den Sinn gekommen.
Bin auf jeden Fall froh, dass ich es trotzdem durchgezogen hab.
Mir wurde im werken Unterricht in der 3. Klasse gesagt ich dürfte nicht mehr mitmachen weil meine sachen eh nur schrott waren und ich zu lang bräuchte (hab ADS)
Nächster Tag Eltern rein, lehrerin hat dann keine klasse mehr bekommen soweit ich weiss, an meiner behandlung in dieser Schule jat sich aber nix geändert habe dann schule gewechselt.
Das untere Bild stimmt schon. Beim oberen klingt das immer ein bisschen nach „Du musst nur anpassungsfähig genug sein, dann bist du automatisch gut in der Schule. Wenn du Schwierigkeiten in der Schule hast, bist du nur zu kreativ / individualistisch / rebellisch“.
„Kreativ“
Muss sagen ich habe es mit meinem ADHS noch ganz gut durch s Gymnasium geschafft bin dann aber im Studium komplett abgestürzt (habe da auch überhaupt erst realisiert das ich ADHS hab). Meine mündlichen Noten habe sehr viel in der Schule für mich rausgerissen
Kenne ich. Ich hätte in der Schule eine Klasse überspringen können, hätte aber wegen Autismus etwas mehr Unterstützung gebraucht. Das Projekt ging eine Woche und endete damit, dass ich wieder in der ursprünglichen Klasse gelandet bin, da die Lehrer der höheren Stufe “kein Bock” hatten (wortwörtlich die Klassenlehrerin damals). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie mit vielen Schülern überfordert waren, die eigentlich zwingend hätten ne Ehrenrunde drehen müssen aber trotzdem mitgezogen wurden.
Dies, bin 3 Monate vorm Abi rausgeworfen worden von der Rektorin, Noten waren gut aber zu viele Fehlzeiten… Tja hätte ich doch damals schon die Diagnosen von heute gehabt, machste nix
Was eine schön knackige Zusammenfassung des deutschen Bildungssystems…
Mir wurde trotz Legasthenie Nachweis in der 3 klasse gesagt ich hätte das gar nicht und sei einfach nur faul. Und das würde mir von meinen Förderlehrern gesagt, also jenen Menschen die angeblich dafür da sind genau dort zu helfen.
Unterschreibe ich genau so
Wenn du schwere Depressionen hast kommst du in der Schule nicht weiter
Bin von 2.3 auf 3.8 runter
Das ist nach der Schule nicht anders
Mein Sohn hat ADHS und geht ab nächstes Jahr in die Schule. Wenn ich die Kommentare hier lese, wird bei schlecht bei dem Gedanken.
„Ich bin kreativ, deswegen bin ich schlecht in Mathe.“ unironische Aussage von Leuten in meiner Klasse.
Als jemand mit ADHS habe ich oft gedacht, dass ich erst ein Kind haben werde, wenn ich die Schule frei wählen kann, also entweder mobil genug bin oder genug Geld für ne Privatschule hab.
Meine eigene Schulzeit war unglaublich schlimm, und alle meine Freunde, die alle “etwas anders” sind, sagen das gleiche. Seit wir angefangen haben, zu arbeiten, geht es uns insgesamt sehr sehr sehr viel besser. Und dennoch findet man immer wieder hier und da Verhalten, die uns in der Schule antrainiert wurden.
Die Schule hat mir locker 20 Jahre meines Lebens ruiniert. Ich bin von einem aufgedrehten, freundlichen und lebensfrohen Kind zu einem introvertierten, abweisendem und depressiven Teenager geworden und sowas legt man auch nicht einfach ab.
Kann ich nicht bestätigen. Kreativ heißt auch nicht nur Malen und Singen.
War 9/10 Jahren in der Schule ohne zu wissen, dass ich ADS habe. War ne lustige Zeit.
Ich hab diagnostiziertes ADHS und autistische Züge, ich muss sagen ich fand das Schulsystem nicht schlecht, hab ein 2,2 Abi geschrieben und studiere jetzt Luft und Raumfahrt Technik, ich denke man kann das nicht so pauschalisieren. Das Schulsystem ist halt nicht dafür da alle zu 1. Schülern zu machen, sondern um “auszusuchen” wer wie weiter gefördert wird (Ausbildung, Studium Stipendium usw.)… Jeder hat 12 Jahre Zeit dem System seinen “Wert” zu beweisen, bevor dann ausgesucht wird in wen wie weiter investiert wird (was ja tatsächlich das zweitwichtigste an einem Schulsystem ist).
Vorallem super geil ist es wenn man undiagnostiziert und unbehandelt durch den ganzen Bums muss
Kann ich so nicht unterschreiben, war zwar unterfordert aber Schulsystem mit ADHS kreativ durchgespielt
Ändert sich leider auch nicht im Studium
“Sie haben zwar das richtige Ergebnis aber die falsche herrangehensweise. Punktabzug.”
Das Schulsystem hilft da leider null. Da müssen die Eltern mitspielen und fördern, fördern, fördern. Machen aber nur die wenigsten (richtig).
Der Ausdruck „unkreative Systemschüler“ erinnert mich an diesen Comic: https://xkcd.com/610/
Ich freu mich schon direkt wieder mit meinen ADHS die Techniker Ausbildung zu machen.
Mein jüngster Bruder hat eine Klasse in der Grundschule übersprungen, ist aufs Gym, gnadenlos durchgerasselt und ist heute (Haupt/)Mittelschüler.
Alle Geschwister haben irgendwas neurodiverses, fragt mich nicht, warum meine Eltern mit ihm nicht zum Psychologen gehen…
Um ehrlich zu sein: Dafür sind die Lehrer aber auch nicht ausgebildet um damit fertig zu werden. Wenn das autistische Kind nen Ausraster bekommt und damit droht jeden mit einer Schere abzustechen, dann schauen alle erstmal blöd. Auch die Lehrer, die für den Umgang mit Autisten eigentlich ausgebildet sein müssten.
Depression wird häufig mit Faulheit gleichgesetzt und “ADHS gibt es ja gar nicht”. Da müssen Lehrer viel viel viel besser für geschult werden. Es muss aber auch für die Schüler ein viel stärkeres Bewusstsein geschaffen werden und den Schülern nicht einfach nur einzureden, sie wären nur faul.
Ein solcher Wandel würde aber mit sehr viel Aufwand einhergehen. Dann doch lieber alle gleich auf die Förderschule abschieben.
Als jemand mit Autismus spektrum störung muss ich zugeben dass das Schulsystem für mich vermutlich sogar besser war als für “normale” Menschen. Feste Struktur, klare Aufgaben, wenig Notwendigkeit von sich aus Dinge zu organisieren. Auf das echte Leben hat es mich aber nicht wirklich vorbereitet. Und es ist ja eh für jeden Autisten anders.
Und jetzt stellt euch mal vor ihr seid kreativ UND neurodivergent 💀
Hab ADHS und Traumata, aber bin trotzdem auf dem Gymnasium.
Warum wird “Autismus Spektrum Störung” nicht abgekürzt?…
Meine Schulzeit ist schon über 10 Jahre her. Damals haben Leute, die sich meldeten, um exakt 1 zu 1 die Sätze nochmal zu wiederholen, die die Lehrkräfte grade ausgesprochen hatten, eine sehr gute Somi-Note bekommen. Ich habe schlechte Noten dafür bekommen, dass ich die Leute auf ihre Redundanz hingewiesen habe.
Ich hatte aber nie den Eindruck, dass Kreativität ein Problem war. Das Problem war nur sich aus der Ödnis des sich ewig wiederholenden Einheits-Gagas auszuklinken, wie das untere Bild sehr schön hervorhebt. Und Effizienz wurde bestraft, ein klassisches Beispiel ist der massive Punktabzug bei der richtigen Lösung einer Matheaufgabe ohne aufgeschriebenen Rechenweg. Aber auch dieser Blödsinn, in naturwissenschaftlichen Klausuren, Fragen mit einem Aufsatz, anstatt mit Stichpunkten beantworten zu müssen. Das braucht man wirklich nie wieder im Leben außer in der Schule.
Tja alles was nicht ins system passt einfach auf die sonderschule stopfen. Was anderes kann das system nicht.