Ich bin auch sehr überrascht wo die CDU sich ihren drohenden “gesellschaftlichen großkonflikt” hergezogen hat. Ist ja nicht Alabama hier.
>Selbst bei der Union, die eine Legalisierung von Abtreibungen ablehnt, sind es 77,5 Prozent, bei der AfD 67,4 Prozent.
Aber nur wenn es nicht 100 Meter oder näher an Kindergärten usw. statt findet bitte!
Würde die Legalisierung die Abschaffung der 12-Wochen-Grenze bedeuten?
Das Beste wäre, die Legalisierung ginge schnell durch den Bundestag um der kleinen Gegnerschaft keine Zeit zu geben, Stunk zu machen. Eine einfache Gesetzesänderung: Schwangerschaftsabbruch bis 14. Woche legal, kurzes Beratungsgespräch erforderlich. Fertig.
Fasst so als gäbe es weder die “konservative Mehrheit” noch irgendeine “schweigende Mehrheit”…
Den ganzen kirchenfuzzis geht glaube ich so langsam der arsch auf grundeis…
> Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung halten es für falsch, dass ein Schwangerschaftsabbruch, zu dem eine ungewollt Schwangere sich nach einer Beratung entscheidet, rechtswidrig ist. Das ergibt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Bundesfrauenministeriums (BMFSFJ), die der taz exklusiv vorliegt.
Ich frage mich dabei immer, wie genau die Frage und die dazugehörigen Erläuterungen lauteten. Ich bezweifle nämlich, dass auch nur 10% der Befragten überhaupt erklären können, wie die aktuelle Lösung überhaupt funktioniert und was die Rechtswidrigkeit in diesem Kontext überhaupt bedeutet.
Angenommen die Hälfte der Befragten kennt sich kein bisschen aus und denkt rechtswidrig = wird bestraft, dann kann das eigentlich keinen Aufschluss darüber geben, ob die Leute eine mehr oder weniger ersatzlose Streichung des § 218 befürworten oder ob sie schon die aktuelle Regelung des § 218a gut finden.
Es sind halt auch 30 Jahre seit dem “deutschen Kompromiss” vergangen und es gibt einen reaktionären Rollback bei dem Thema in uns nahestehenden Ländern.
Rein “taktisch” betrachtet sollten die Ampelparteien das Thema allein deswegen nicht aus den Augen lassen. Eine Änderung ist in dieser Legislatur quasi unmöglich, aber man sollte damit “Wahlkampf” betreiben, um es in der nächsten Legislatur anzugehen.
Denn der Grundsatzprogramm-Vorschlag der CDU bietet eine “Angriffsfläche” um zu zeigen wie rückständig die Union hier argumentiert. Die Verlautbarungen von Doro Bär und auch vielen anderen aus den Unionsparteien waren bereits ziemlich gaga. Auch der Verweis auf einen drohenden gesellschaftlichen Großkonflikt bei Diskussion über den “Kompromiss” von 1995 sind hanebüchen. Damals waren noch über 70% der Bevölkerung in einer Kirche und das Thema war noch viel mehr in der Schmuddelecke. Deutschland war ein imho völlig anderes Land und die Ansichten vieler Deutschen auch anders. Vergewaltigung in der Ehe war noch legal, gerade erst wurde sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verboten…
Ich finde es durchaus vertretbar Angst vor einem Rollback auch in Deutschland Angst zu haben, allzu unwahrscheinlich ist eine CDU-AfD Koalition in den nächsten 10 Jahren nicht.
Was ich in keinster Weise will sind zustände wie in den Red states. Wo Frauen sterben müssen weil irgendwelche Fanatiker ihnen sagen wollen wie sie zu leben haben. Abtreibung ist ein Menschenrecht, punkt aus.
Beleidigt weil sie nicht mitreden durften. Besonders witzig was ihr wahrscheinlich versehentlich rausgerutscht ist – sie wollen die Kontrolle durch die Zwangsberatungen behalten
Die Frage ist nicht, in die Bevölkerung es will, sondern ob es mit unseren Verfassungsgrundsätzen in Einklang gebracht werden kann. Da bin ich leider pessimistisch, weil ich die Argumentation der Expertinnenkommission nicht zwingend genug finde.
Abtreibung ist generell in Deutschland kein konservativ besetztes Thema, schon in den 70igern (!) war die Mehrheit dafür. Umso verwunderlicher, dass die Union auf diesem Hügel sterben will. Vielleicht sollten die mal weniger über den Teich gucken und ihre Politik mehr an unserer Kultur orientieren…
Not your DNA, not your Choice
Mal unabhängig von der Frage der Strafbarkeit, um die es ja hier geht:
1. Trimester ja
2. Trimester vielleicht
3. Trimester nein
[deleted]
Hab ich was verpasst, seit wann ist eine Abtreibung in Deutschland illegal? Hatte mal eine Bekannte, die hat abgetrieben. Da wurde sie nicht verhaftet oder betraft…
Ich frage mich eher, wer die 20% sind, die etwas gegen die Legalisierung haben. Verstehen die Leute, dass auch jetzt schon jede Person eine bekommt, die sie benötigt? Es ist doch nur eine formale Anpassung an die gelebte Realität.
Fand den Vorschlag des Rates jetzt sehr vernünftig aber es hat sich schon echt eine Frage aufgedrängt:
Was habe ich denn jetzt eigentlich als Mann davon wenn das Gesetz Frauen die Freiheit nimmt selbst zu entscheiden, wie sie mit ihrem Körper und einer Schwangerschaft umgehen?
Ich bin bis heute noch jedes Mal überrascht wie vielen Menschen das wichtig ist, wo ich so wirklich gar nicht nachvollziehen kann wieso? Das ist mit ganz wenig so, aber hier, ich bin wirklich einfach lost.
Kann nicht fassen, dass wir dieses Gespräch 24 noch führen müssen.
Ist natürlich immer eine Frage in welcher Blase man steckt, aber ich kenne auch niemanden der die Regelung “Erlaubt aber illegal” irgendwie angemessen und zeitgemäß findet.
Um es kurz zu machen: Die Vorschläge der Kommission findet ich absolut richtig. Im Grunde dieselbe Regelung wie jetzt (+- Beratungsgespäch) nur ohne den fiesen, gängelnden Beigeschmack, dass das etwas illegales wäre.
Dass da überhaupt ein “gesellschaftlicher Großkonflikt” herbeigeredet werden kann, liegt natürlich hauptsächlich an den konservativen Ergüssen der CDU. Zum Teil aber auch an den oft recht radikalen Positionen mancher Befürworter. Ich finde es z.B. wenig sinnvoll, dass Männern oft generell abgesprochen überhaupt eine Meinung dazu haben zu dürfen, und dass viele Diskussionen nach dem Motto “Kampf gegen die Unterdrückung des Patriarchates” geführt werden. An diesen Positionen können sich dann die Gegner hochziehen und können sich daran abkämpfen statt sich mit sachlichen Argumenten beschäftigen zu müssen.
Statt dem Geschrei an beiden Enden sollte man wie so oft lieber den ruhigen Worten der vernünftigen Mitte Gehör schenken.
Sehr bemerkenswert, dass selbst bei einem Thema wie Abtreibungen das Patriachat als großer Feind gesehen wird. Als würde man mehrere Punkte der Agenda in einem Protest abarbeiten wollen.
[deleted]
Das größere Problem ist eigentlich der Zugang zu Abtreibungen: Unlängst kam ein Bericht im Fernseheh das es in Bayern praktisch nur einen Arzt gibt, der Abtreibungen ambulant durchführt. Der ist 79 und möchte eigentlich in Rente gehen. Aber dann fällt die Versorgung fast ganz aus. Patientinnen müssen teilweise lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.
Bisher verhindert die fehlende Legalität von Abtreibungen die Abrechenbarkeit über die GKV. Fällt das weg, könnten Abtreibungen eine Kassenleistung sein. Dann müssten aber Gynäkologen diese Leistung auch anbieten. Schließlich kann sich ein Hausarzt ja auch nicht aussuchen, welche Behandlungen (gut bezahlte) er anbietet und über die GKV abrechnet und welche nicht.
Das würde den Zugang zu Abtreibungen enorm verbessern.
Ein anderes Ergebnis habe ich nicht erwartet. Die Dummheit der Menschen kennt Grenzen, ansonsten wären wir nicht so weit gekommen.
Wär ja auch traurig wenn nicht.
Jede Frau sollte dafür sein und mindestens 30% der Männer auch.
Ich bin auch für eine Legalisierung von Abtreibungen. Und vorallem dass Ärzte offen auch darüber sprechen dürfen. Vor längerer Zeit ist glaub ich eine Ärztin, die Abtreibungen macht, angezeigt worden, weil sie auf ihrer Webseite erklärt hat wie die abtreibung funktionieren würde. Anscheinend Anzeige wegen Werbung. Totaler Unsinn
Ist dann wohl wie beim Tempolimit. Der “Volkswille” zählt nur wenn es Konserven passt
Etwas, was ich in den letzten Jahren immer mehr betone:
Ich habe zu sehr vielen Dingen eine Meinung – und bin weise genug zu wissen, dass meine Meinung nur selten relevanter ist, als die anderer Menschen.
Will sagen: Man kann auch zu diesem Thema eine Meinung haben, die vom gesellschaftlichen Konsens abweicht, und dennoch akzeptieren, dass nunmal eben nur deine Meinung ist.
Persönlich sehe ich zB Potential darüber zu diskutieren, bis zu welchem alter des Fötus` eine Abtreibung ohne Medizinische Gründe ok ist.
Aber ich bin weder Arzt noch eine Frau – daher ist meine Meinung weniger wichtig.
Mehr als die Überschrift lesen bitte
> Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung halten es für falsch, dass ein Schwangerschaftsabbruch, zu dem eine ungewollt Schwangere sich nach einer Beratung entscheidet, rechtswidrig ist.
Die Beratung macht für viele den Unterschied aus. Um welchen Zeitraum es geht wird hier auch weggelassen. Ich kauf keine Sekunde ab, dass 80% der Deutschen eine sehr späte Abtreibung trotz Beratung akzeptieren würden. Ist es alleine auf die ersten 12 Wochen bezogen stand das Thema doch nie wirklich zur Debatte. Es hat einen Grund warum man vom gesellschaftlichen Kompromiss redet wenn es um 218 geht.
Straffreiheit ist natürlich eine gute Sache aber durch 218a ja eher ein symbolischer Akt was auch die Kommission so wieder gab.
Was mich wundert ist, dass bis auf einen Satz überhaupt nicht auf die entsprechenden Urteile des BverfG eingegangen wurde.
Ich hab da jetzt nicht so den Einblick als Laie, aber wenn man bedenkt, dass die derzeitige Regelung sehr enge Grenzen durch das BverfG gesetzt bekommen hat.
Kommt es mir schon merkwürdig vor, dass das mehr oder weniger gar keine Beachtung gefunden hat.
Aber maximal bis 25g oder 50g zuhause!
CDU und CSU waren schon immer gegen Abtreibung. Die scheinen immer mehr ins Mittelalter abzudriften.
Bin gespannt wie die neue Wählergruppen auftun wollen, mit so einem Weltbild.
32 comments
Ich bin auch sehr überrascht wo die CDU sich ihren drohenden “gesellschaftlichen großkonflikt” hergezogen hat. Ist ja nicht Alabama hier.
>Selbst bei der Union, die eine Legalisierung von Abtreibungen ablehnt, sind es 77,5 Prozent, bei der AfD 67,4 Prozent.
Aber nur wenn es nicht 100 Meter oder näher an Kindergärten usw. statt findet bitte!
Würde die Legalisierung die Abschaffung der 12-Wochen-Grenze bedeuten?
Das Beste wäre, die Legalisierung ginge schnell durch den Bundestag um der kleinen Gegnerschaft keine Zeit zu geben, Stunk zu machen. Eine einfache Gesetzesänderung: Schwangerschaftsabbruch bis 14. Woche legal, kurzes Beratungsgespräch erforderlich. Fertig.
Fasst so als gäbe es weder die “konservative Mehrheit” noch irgendeine “schweigende Mehrheit”…
Den ganzen kirchenfuzzis geht glaube ich so langsam der arsch auf grundeis…
> Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung halten es für falsch, dass ein Schwangerschaftsabbruch, zu dem eine ungewollt Schwangere sich nach einer Beratung entscheidet, rechtswidrig ist. Das ergibt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Bundesfrauenministeriums (BMFSFJ), die der taz exklusiv vorliegt.
Ich frage mich dabei immer, wie genau die Frage und die dazugehörigen Erläuterungen lauteten. Ich bezweifle nämlich, dass auch nur 10% der Befragten überhaupt erklären können, wie die aktuelle Lösung überhaupt funktioniert und was die Rechtswidrigkeit in diesem Kontext überhaupt bedeutet.
Angenommen die Hälfte der Befragten kennt sich kein bisschen aus und denkt rechtswidrig = wird bestraft, dann kann das eigentlich keinen Aufschluss darüber geben, ob die Leute eine mehr oder weniger ersatzlose Streichung des § 218 befürworten oder ob sie schon die aktuelle Regelung des § 218a gut finden.
Es sind halt auch 30 Jahre seit dem “deutschen Kompromiss” vergangen und es gibt einen reaktionären Rollback bei dem Thema in uns nahestehenden Ländern.
Rein “taktisch” betrachtet sollten die Ampelparteien das Thema allein deswegen nicht aus den Augen lassen. Eine Änderung ist in dieser Legislatur quasi unmöglich, aber man sollte damit “Wahlkampf” betreiben, um es in der nächsten Legislatur anzugehen.
Denn der Grundsatzprogramm-Vorschlag der CDU bietet eine “Angriffsfläche” um zu zeigen wie rückständig die Union hier argumentiert. Die Verlautbarungen von Doro Bär und auch vielen anderen aus den Unionsparteien waren bereits ziemlich gaga. Auch der Verweis auf einen drohenden gesellschaftlichen Großkonflikt bei Diskussion über den “Kompromiss” von 1995 sind hanebüchen. Damals waren noch über 70% der Bevölkerung in einer Kirche und das Thema war noch viel mehr in der Schmuddelecke. Deutschland war ein imho völlig anderes Land und die Ansichten vieler Deutschen auch anders. Vergewaltigung in der Ehe war noch legal, gerade erst wurde sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verboten…
Ich finde es durchaus vertretbar Angst vor einem Rollback auch in Deutschland Angst zu haben, allzu unwahrscheinlich ist eine CDU-AfD Koalition in den nächsten 10 Jahren nicht.
Was ich in keinster Weise will sind zustände wie in den Red states. Wo Frauen sterben müssen weil irgendwelche Fanatiker ihnen sagen wollen wie sie zu leben haben. Abtreibung ist ein Menschenrecht, punkt aus.
Ich würde mich sehr für die Fragestellung interessieren, die ist hier glaube ich entscheidend. [Letztes Jahr gab es noch eine repräsentative Umfrage, bei der das Gegenteil rauskam.](https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/schwangerschaft-abbruch-abtreibung-umfrage-paragraf-218-100.html)
Nettes kleines Interview mit einer Vorsitzenden von Katholiken:
https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-irme-stetter-karp-zdk-praesidentin-zu-kommission-zu-dlf-97923692-100.html
Beleidigt weil sie nicht mitreden durften. Besonders witzig was ihr wahrscheinlich versehentlich rausgerutscht ist – sie wollen die Kontrolle durch die Zwangsberatungen behalten
Die Frage ist nicht, in die Bevölkerung es will, sondern ob es mit unseren Verfassungsgrundsätzen in Einklang gebracht werden kann. Da bin ich leider pessimistisch, weil ich die Argumentation der Expertinnenkommission nicht zwingend genug finde.
Abtreibung ist generell in Deutschland kein konservativ besetztes Thema, schon in den 70igern (!) war die Mehrheit dafür. Umso verwunderlicher, dass die Union auf diesem Hügel sterben will. Vielleicht sollten die mal weniger über den Teich gucken und ihre Politik mehr an unserer Kultur orientieren…
Not your DNA, not your Choice
Mal unabhängig von der Frage der Strafbarkeit, um die es ja hier geht:
1. Trimester ja
2. Trimester vielleicht
3. Trimester nein
[deleted]
Hab ich was verpasst, seit wann ist eine Abtreibung in Deutschland illegal? Hatte mal eine Bekannte, die hat abgetrieben. Da wurde sie nicht verhaftet oder betraft…
Ich frage mich eher, wer die 20% sind, die etwas gegen die Legalisierung haben. Verstehen die Leute, dass auch jetzt schon jede Person eine bekommt, die sie benötigt? Es ist doch nur eine formale Anpassung an die gelebte Realität.
Fand den Vorschlag des Rates jetzt sehr vernünftig aber es hat sich schon echt eine Frage aufgedrängt:
Was habe ich denn jetzt eigentlich als Mann davon wenn das Gesetz Frauen die Freiheit nimmt selbst zu entscheiden, wie sie mit ihrem Körper und einer Schwangerschaft umgehen?
Ich bin bis heute noch jedes Mal überrascht wie vielen Menschen das wichtig ist, wo ich so wirklich gar nicht nachvollziehen kann wieso? Das ist mit ganz wenig so, aber hier, ich bin wirklich einfach lost.
Kann nicht fassen, dass wir dieses Gespräch 24 noch führen müssen.
Ist natürlich immer eine Frage in welcher Blase man steckt, aber ich kenne auch niemanden der die Regelung “Erlaubt aber illegal” irgendwie angemessen und zeitgemäß findet.
Um es kurz zu machen: Die Vorschläge der Kommission findet ich absolut richtig. Im Grunde dieselbe Regelung wie jetzt (+- Beratungsgespäch) nur ohne den fiesen, gängelnden Beigeschmack, dass das etwas illegales wäre.
Dass da überhaupt ein “gesellschaftlicher Großkonflikt” herbeigeredet werden kann, liegt natürlich hauptsächlich an den konservativen Ergüssen der CDU. Zum Teil aber auch an den oft recht radikalen Positionen mancher Befürworter. Ich finde es z.B. wenig sinnvoll, dass Männern oft generell abgesprochen überhaupt eine Meinung dazu haben zu dürfen, und dass viele Diskussionen nach dem Motto “Kampf gegen die Unterdrückung des Patriarchates” geführt werden. An diesen Positionen können sich dann die Gegner hochziehen und können sich daran abkämpfen statt sich mit sachlichen Argumenten beschäftigen zu müssen.
Statt dem Geschrei an beiden Enden sollte man wie so oft lieber den ruhigen Worten der vernünftigen Mitte Gehör schenken.
Sehr bemerkenswert, dass selbst bei einem Thema wie Abtreibungen das Patriachat als großer Feind gesehen wird. Als würde man mehrere Punkte der Agenda in einem Protest abarbeiten wollen.
[deleted]
Das größere Problem ist eigentlich der Zugang zu Abtreibungen: Unlängst kam ein Bericht im Fernseheh das es in Bayern praktisch nur einen Arzt gibt, der Abtreibungen ambulant durchführt. Der ist 79 und möchte eigentlich in Rente gehen. Aber dann fällt die Versorgung fast ganz aus. Patientinnen müssen teilweise lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.
Bisher verhindert die fehlende Legalität von Abtreibungen die Abrechenbarkeit über die GKV. Fällt das weg, könnten Abtreibungen eine Kassenleistung sein. Dann müssten aber Gynäkologen diese Leistung auch anbieten. Schließlich kann sich ein Hausarzt ja auch nicht aussuchen, welche Behandlungen (gut bezahlte) er anbietet und über die GKV abrechnet und welche nicht.
Das würde den Zugang zu Abtreibungen enorm verbessern.
Ein anderes Ergebnis habe ich nicht erwartet. Die Dummheit der Menschen kennt Grenzen, ansonsten wären wir nicht so weit gekommen.
Wär ja auch traurig wenn nicht.
Jede Frau sollte dafür sein und mindestens 30% der Männer auch.
Ich bin auch für eine Legalisierung von Abtreibungen. Und vorallem dass Ärzte offen auch darüber sprechen dürfen. Vor längerer Zeit ist glaub ich eine Ärztin, die Abtreibungen macht, angezeigt worden, weil sie auf ihrer Webseite erklärt hat wie die abtreibung funktionieren würde. Anscheinend Anzeige wegen Werbung. Totaler Unsinn
Ist dann wohl wie beim Tempolimit. Der “Volkswille” zählt nur wenn es Konserven passt
Etwas, was ich in den letzten Jahren immer mehr betone:
Ich habe zu sehr vielen Dingen eine Meinung – und bin weise genug zu wissen, dass meine Meinung nur selten relevanter ist, als die anderer Menschen.
Will sagen: Man kann auch zu diesem Thema eine Meinung haben, die vom gesellschaftlichen Konsens abweicht, und dennoch akzeptieren, dass nunmal eben nur deine Meinung ist.
Persönlich sehe ich zB Potential darüber zu diskutieren, bis zu welchem alter des Fötus` eine Abtreibung ohne Medizinische Gründe ok ist.
Aber ich bin weder Arzt noch eine Frau – daher ist meine Meinung weniger wichtig.
Mehr als die Überschrift lesen bitte
> Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung halten es für falsch, dass ein Schwangerschaftsabbruch, zu dem eine ungewollt Schwangere sich nach einer Beratung entscheidet, rechtswidrig ist.
Die Beratung macht für viele den Unterschied aus. Um welchen Zeitraum es geht wird hier auch weggelassen. Ich kauf keine Sekunde ab, dass 80% der Deutschen eine sehr späte Abtreibung trotz Beratung akzeptieren würden. Ist es alleine auf die ersten 12 Wochen bezogen stand das Thema doch nie wirklich zur Debatte. Es hat einen Grund warum man vom gesellschaftlichen Kompromiss redet wenn es um 218 geht.
Straffreiheit ist natürlich eine gute Sache aber durch 218a ja eher ein symbolischer Akt was auch die Kommission so wieder gab.
https://www.bmfsfj.de/resource/blob/238404/08fd14b5eb28265c8201b69d12e456f4/kurzbericht-kommission-zur-reproduktiven-selbstbestimmung-und-fortpflanzungsmedizin-data.pdf
Kurzbericht der Kommission
Was mich wundert ist, dass bis auf einen Satz überhaupt nicht auf die entsprechenden Urteile des BverfG eingegangen wurde.
Ich hab da jetzt nicht so den Einblick als Laie, aber wenn man bedenkt, dass die derzeitige Regelung sehr enge Grenzen durch das BverfG gesetzt bekommen hat.
Kommt es mir schon merkwürdig vor, dass das mehr oder weniger gar keine Beachtung gefunden hat.
Aber maximal bis 25g oder 50g zuhause!
CDU und CSU waren schon immer gegen Abtreibung. Die scheinen immer mehr ins Mittelalter abzudriften.
Bin gespannt wie die neue Wählergruppen auftun wollen, mit so einem Weltbild.