Zum Hintergrund: Das Kreuzviertel ist wie die meisten anderen Innenstadtviertel der “Fahrradstadt” Münster dafür bekannt, dass die Leute ihre Autos rechtswidrig auf Gehwegen aufgesattelt abstellen, [siehe als Beispiel hier](https://maps.app.goo.gl/6Z6pqbKGLLmRx8BMA) oder [hier mit Radwegparken](https://maps.app.goo.gl/H1uPfRE2eammcrnV9). Das Ordnungsamt (der CDU-geführten Verwaltung) duldet dies, schleppt Falschparker nicht ab und verteilt auch keine Knöllchen.
Darauf hatten einige Anwohner*innen keine Lust mehr, und haben Anfang dieser Woche Blumenkästen auf den Gehwegen aufgestellt und dabei im Gegensatz zu den Autofahrer*innen genug Platz gelassen, damit auch Kinderwägen und Rollstühle noch auf den Wegen fahren können.
Money Quote:
> Auf Anfrage unsere Zeitung erklärte Tigges, dass die Aktion, für die aktiv im Internet geworben wird, nicht mit dem Ordnungsamt abgestimmt wurde.
> Der Sprecher geht gleichwohl nicht davon aus, dass die Stadt einschreite: „Wer das illegale Parken von 2,20 Meter breiten Autos auf Gehwegen duldet, wird wohl kaum gegen 40 Zentimeter breite Blumenkübel vorgehen.“
> Und was sagt die Stadtverwaltung selbst dazu? Nach mehrmaligen Anfragen übermittelte das Presseamt der Stadt Münster am Dienstagnachmittag folgendes Statement: „Die Aktion war nicht mit dem Ordnungsamt abgesprochen. Sie war nicht genehmigt. Und es ist nicht erlaubt, ohne Genehmigung Blumenkübel auf öffentlichen Flächen zu platzieren.“
Nun, leider wird nun aber eben gegen die Kübel vorgegangen. Hätte man die Kübel in Autos platziert, wäre wohl nichts geschehen 🤡
Edit: Sehr lohnenswert auch [die Leserbriefe, die das Lokalblatt ereilten](https://www.wn.de/muenster/blumenkuebel-aktion-kreuzviertel-reaktionen-2958733):
> Thomas Lins: „Ein genialer Coup des Verkehrswendebündnisses im Kreuzviertel.“
>
> Wolfgang Steinmetz: „Die Aktion finde ich super, noch mehr von diesen Aktionen.“
>
> Peter Aust: „In unserer schönen Stadt Münster ist das Gehwegparken leider in vielen Vierteln ein großes Problem, und die Verwaltung duldet es seit Jahrzehnten.“
>
> Friedrich Bachmair: „Nicht die Aktion ist das Problem, sondern die Tatsache, dass es immer noch Menschen gibt, die ihr Auto – möglichst direkt vor der Tür – auf öffentlichem Grund kostenlos abstellen wollen.“
>
> Josef Schliemann: „Das Handeln der Verkehrswende-Initiative ist mindestens dreist. Einfach zu handeln, das ist inakzeptabel. Wohin kämen wir, wenn alle das immer so machen wollten?“
>
> Stefan Blume: „Man kann nur hoffen, dass die Stadt an weiteren Stellen mit der Nase in den Mist gedrückt wird, den sie seit Jahren befördert und toleriert hat.“
>
> Dr. Fritz Werner Haver: „Was mit dem unsäglichen Heizungsgesetz und seiner persönlichen Verfilzung auf nationaler Ebene seinen Anfang nahm, wird mit den potthässlichen Blumenkübeln um die Ecke zur lokalen Farce: die grüne Erziehungsdiktatur.“
>
> Marion Harrach: „Ich finde die Aktion hervorragend. Leider stelle ich immer wieder fest, wie unachtsam oder auch rücksichtslos ein Teil unserer Gesellschaft die Gehwege mit ihren Fahrzeugen so zuparkt.“
>
> Dr. Cordula Stening: „Es ist in der Tat ein Akt der Notwehr und dazu noch eine deutliche Verschönerung der Straßen. Das Menschenrecht auf einen kostenlosen Parkplatz im öffentlichen Raum gibt es nicht.“
>
> Frank Klee: „Ich freue mich jedes Mal, wenn Bürger ihre Stadt mit Blumen verschönern. Um sich Ärger zu ersparen, sollte die Verwaltung eine Sondernutzung genehmigen.“
>
> Ute Junker: „Meines Erachtens sollte die Stadt Münster Bürgersteigparker abschleppen oder erlauben, dass Blumenkübel aufgestellt werden.“
>
> Christian Schücking: „Wie kann sich eine Gruppe, angeführt von Herrn Stefan Tigges, die Dreistigkeit herausnehmen, die besagten Blumenkübel ohne Genehmigung der Stadt auf Gehwegen im Kreuzviertel aufzustellen. Jedem ist die Parksituation im Kreuzviertel bekannt. Es gibt eben nur eine limitierte Anzahl von Garagen. Wo sollen die Anwohner mit Ihren Autos hin?“
>
> Susanne Bax: „Schon wieder eine Aktion im öffentlichen Raum ohne Genehmigung des Ordnungsamtes. So langsam reicht es mir. Diese selbsternannten Sheriffs finde ich einfach nur übergriffig.“
>
> Peter Heske: „Diese privat finanzierte Initiative erspart der Stadt in Zeiten knapper Kassen die Kosten für eine teure Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Gehweg.“
>
> Mechthild Segna: „Ich freue mich über diese Aktion. Ein wirklich schönes Stadtviertel wird durch die abgestellten Autos verschandelt.“
>
> Johannes Massolle: „Das rechtswidrige Parken von Pkw auf Gehwegen stellt nicht nur im Kreuzviertel eine massive Behinderung von Fußgängern dar. Die Blumenkübel-Aktion finde ich deshalb die richtige Antwort, um Gehwege passierbar zu machen und auch noch mit Blumen aufzuhübschen.“
Hat jemand 1-2 tonnen schwere Findlinge zu verschenken?
>die aufgestellten Blumenkübel noch im Laufe des Freitags (19. April) zu entfernen und eine Genehmigung zur Aufstellung neuer Kübel zu beantragen.
Danach bitte Werbung weg und wieder anonym aufstellen…oder noch besser auf einen Pick-Up laden und entsprechend falschparken.
Wo gibt’s denn Verkehrssichere Blumenkübel ohne scharfe Kanten?
In meiner Heimatstadt gibt es Viertel wo du parken kannst wie du willst und nie gibt es Knöllchen, noch muss jemand Angst haben abgeschleppt zu werden. Natürlich wird das auch gemacht ohne irgendwelche Rücksicht auf potentielle Mitmenschen. Das sind meistens die guten Innenstadt-Viertel, wo das besser betuchte Volk stadtnah wohnt.
Andere (weniger betuchte) Viertel wiederum… da lauern sie Parksündern regelrecht auf. Als ich da mal was bei eBay Kleinanzeigen schnell abgeholt habe, ging es sehr schnell. Keine 5 Minuten. Weil ich in einem regulären Parkplatz entgegen der Fahrtrichtung geparkt habe.
In meinem Viertel, kann man nichtmal mehr in der richtigen Fahrtrichtung parken, weil die Straße durch das Zuparken defacto eine Einbahnstraße geworden ist. Es geht da nichtmal mehr nur um Kinderwagen, da kommt auch keine Feuerwehr mehr durch.
Getan wird nichts. Klientel bitte nicht vergraulen. Und paar Leute von der Stadt wohnen da ja auch, wo sollen die denn dann parken?
Einfach als nächstes komposteimer hinstellen die blumenkübel wurden schliesslich sachgerechtentfernt jetzt idt da was anderes…. dann wenn die entfernt werden müssen mülltonnen hinstellen usw usw .. einfach immer weiter die objekte austauschen
> Nach einem Ortstermin wurde bemängelt, dass die „aufgestellten Blumenkübel weder verkehrssicher noch genehmigt“ seien
Und damit wäre die Sache ja geklärt. Genau so wie man nicht auf Gehwegen parken darf, darf man dort nicht einfach irgendwelche Dinge abstellen. *überraschter Stromnager*
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Zum Hintergrund: Das Kreuzviertel ist wie die meisten anderen Innenstadtviertel der “Fahrradstadt” Münster dafür bekannt, dass die Leute ihre Autos rechtswidrig auf Gehwegen aufgesattelt abstellen, [siehe als Beispiel hier](https://maps.app.goo.gl/6Z6pqbKGLLmRx8BMA) oder [hier mit Radwegparken](https://maps.app.goo.gl/H1uPfRE2eammcrnV9). Das Ordnungsamt (der CDU-geführten Verwaltung) duldet dies, schleppt Falschparker nicht ab und verteilt auch keine Knöllchen.
Darauf hatten einige Anwohner*innen keine Lust mehr, und haben Anfang dieser Woche Blumenkästen auf den Gehwegen aufgestellt und dabei im Gegensatz zu den Autofahrer*innen genug Platz gelassen, damit auch Kinderwägen und Rollstühle noch auf den Wegen fahren können.
Hier der Artikel der (CDU-nahen) Lokalzeitung dazu, leider hinter einer Paywall: https://www.wn.de/muenster/kreuzviertel-unerlaubte-blumenkuebel-gehwegparken-aktion-2957800
Money Quote:
> Auf Anfrage unsere Zeitung erklärte Tigges, dass die Aktion, für die aktiv im Internet geworben wird, nicht mit dem Ordnungsamt abgestimmt wurde.
> Der Sprecher geht gleichwohl nicht davon aus, dass die Stadt einschreite: „Wer das illegale Parken von 2,20 Meter breiten Autos auf Gehwegen duldet, wird wohl kaum gegen 40 Zentimeter breite Blumenkübel vorgehen.“
> Und was sagt die Stadtverwaltung selbst dazu? Nach mehrmaligen Anfragen übermittelte das Presseamt der Stadt Münster am Dienstagnachmittag folgendes Statement: „Die Aktion war nicht mit dem Ordnungsamt abgesprochen. Sie war nicht genehmigt. Und es ist nicht erlaubt, ohne Genehmigung Blumenkübel auf öffentlichen Flächen zu platzieren.“
Nun, leider wird nun aber eben gegen die Kübel vorgegangen. Hätte man die Kübel in Autos platziert, wäre wohl nichts geschehen 🤡
Edit: Sehr lohnenswert auch [die Leserbriefe, die das Lokalblatt ereilten](https://www.wn.de/muenster/blumenkuebel-aktion-kreuzviertel-reaktionen-2958733):
> Thomas Lins: „Ein genialer Coup des Verkehrswendebündnisses im Kreuzviertel.“
>
> Wolfgang Steinmetz: „Die Aktion finde ich super, noch mehr von diesen Aktionen.“
>
> Peter Aust: „In unserer schönen Stadt Münster ist das Gehwegparken leider in vielen Vierteln ein großes Problem, und die Verwaltung duldet es seit Jahrzehnten.“
>
> Friedrich Bachmair: „Nicht die Aktion ist das Problem, sondern die Tatsache, dass es immer noch Menschen gibt, die ihr Auto – möglichst direkt vor der Tür – auf öffentlichem Grund kostenlos abstellen wollen.“
>
> Josef Schliemann: „Das Handeln der Verkehrswende-Initiative ist mindestens dreist. Einfach zu handeln, das ist inakzeptabel. Wohin kämen wir, wenn alle das immer so machen wollten?“
>
> Stefan Blume: „Man kann nur hoffen, dass die Stadt an weiteren Stellen mit der Nase in den Mist gedrückt wird, den sie seit Jahren befördert und toleriert hat.“
>
> Dr. Fritz Werner Haver: „Was mit dem unsäglichen Heizungsgesetz und seiner persönlichen Verfilzung auf nationaler Ebene seinen Anfang nahm, wird mit den potthässlichen Blumenkübeln um die Ecke zur lokalen Farce: die grüne Erziehungsdiktatur.“
>
> Marion Harrach: „Ich finde die Aktion hervorragend. Leider stelle ich immer wieder fest, wie unachtsam oder auch rücksichtslos ein Teil unserer Gesellschaft die Gehwege mit ihren Fahrzeugen so zuparkt.“
>
> Dr. Cordula Stening: „Es ist in der Tat ein Akt der Notwehr und dazu noch eine deutliche Verschönerung der Straßen. Das Menschenrecht auf einen kostenlosen Parkplatz im öffentlichen Raum gibt es nicht.“
>
> Frank Klee: „Ich freue mich jedes Mal, wenn Bürger ihre Stadt mit Blumen verschönern. Um sich Ärger zu ersparen, sollte die Verwaltung eine Sondernutzung genehmigen.“
>
> Ute Junker: „Meines Erachtens sollte die Stadt Münster Bürgersteigparker abschleppen oder erlauben, dass Blumenkübel aufgestellt werden.“
>
> Christian Schücking: „Wie kann sich eine Gruppe, angeführt von Herrn Stefan Tigges, die Dreistigkeit herausnehmen, die besagten Blumenkübel ohne Genehmigung der Stadt auf Gehwegen im Kreuzviertel aufzustellen. Jedem ist die Parksituation im Kreuzviertel bekannt. Es gibt eben nur eine limitierte Anzahl von Garagen. Wo sollen die Anwohner mit Ihren Autos hin?“
>
> Susanne Bax: „Schon wieder eine Aktion im öffentlichen Raum ohne Genehmigung des Ordnungsamtes. So langsam reicht es mir. Diese selbsternannten Sheriffs finde ich einfach nur übergriffig.“
>
> Peter Heske: „Diese privat finanzierte Initiative erspart der Stadt in Zeiten knapper Kassen die Kosten für eine teure Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Gehweg.“
>
> Mechthild Segna: „Ich freue mich über diese Aktion. Ein wirklich schönes Stadtviertel wird durch die abgestellten Autos verschandelt.“
>
> Johannes Massolle: „Das rechtswidrige Parken von Pkw auf Gehwegen stellt nicht nur im Kreuzviertel eine massive Behinderung von Fußgängern dar. Die Blumenkübel-Aktion finde ich deshalb die richtige Antwort, um Gehwege passierbar zu machen und auch noch mit Blumen aufzuhübschen.“
Hat jemand 1-2 tonnen schwere Findlinge zu verschenken?
>die aufgestellten Blumenkübel noch im Laufe des Freitags (19. April) zu entfernen und eine Genehmigung zur Aufstellung neuer Kübel zu beantragen.
Danach bitte Werbung weg und wieder anonym aufstellen…oder noch besser auf einen Pick-Up laden und entsprechend falschparken.
Wo gibt’s denn Verkehrssichere Blumenkübel ohne scharfe Kanten?
In meiner Heimatstadt gibt es Viertel wo du parken kannst wie du willst und nie gibt es Knöllchen, noch muss jemand Angst haben abgeschleppt zu werden. Natürlich wird das auch gemacht ohne irgendwelche Rücksicht auf potentielle Mitmenschen. Das sind meistens die guten Innenstadt-Viertel, wo das besser betuchte Volk stadtnah wohnt.
Andere (weniger betuchte) Viertel wiederum… da lauern sie Parksündern regelrecht auf. Als ich da mal was bei eBay Kleinanzeigen schnell abgeholt habe, ging es sehr schnell. Keine 5 Minuten. Weil ich in einem regulären Parkplatz entgegen der Fahrtrichtung geparkt habe.
In meinem Viertel, kann man nichtmal mehr in der richtigen Fahrtrichtung parken, weil die Straße durch das Zuparken defacto eine Einbahnstraße geworden ist. Es geht da nichtmal mehr nur um Kinderwagen, da kommt auch keine Feuerwehr mehr durch.
Getan wird nichts. Klientel bitte nicht vergraulen. Und paar Leute von der Stadt wohnen da ja auch, wo sollen die denn dann parken?
Da gibt’s nur eins als Antwort: http://cabriobeet.net
Richtige Entscheidung. Man kann den öffentlichen Raum nicht einfach eigenmächtig mit Hindernissen vollstellen.
Totally unrelated – ich will hier rein gar nichts andeuten oder aussagen. Eher im Gegenteil – Aktion fand ich recht gut.
Aber die Blumenkübel-Headline erinnerte mich an dieses Klassiker-Meme, welches zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist.
https://www.youtube.com/watch?v=wPJtkPb5mRg
Einfach als nächstes komposteimer hinstellen die blumenkübel wurden schliesslich sachgerechtentfernt jetzt idt da was anderes…. dann wenn die entfernt werden müssen mülltonnen hinstellen usw usw .. einfach immer weiter die objekte austauschen
> Nach einem Ortstermin wurde bemängelt, dass die „aufgestellten Blumenkübel weder verkehrssicher noch genehmigt“ seien
Und damit wäre die Sache ja geklärt. Genau so wie man nicht auf Gehwegen parken darf, darf man dort nicht einfach irgendwelche Dinge abstellen. *überraschter Stromnager*