Oder Menschen mit Depressionen neigen auch zu wokem Verhalten. Kausalität ist eine Hündin.
Endlich mal ein Artikel, der definiert was er unter “woke” versteht:
> Wokeness ist eine Haltung und kann auch als eine soziale Bewegung betrachtet werden. Menschen, die sich als woke definieren, verfolgen aufmerksam das Geschehen in der Welt.
> Im Englischen bedeutet „to be woke“, „wachsam zu sein“ gegenüber Ungerechtigkeiten aller Art. Woke zu sein bedeutet also, politisch wach zu sein, insbesondere gegenüber rassistischer, sexistischer und sozialer Diskriminierung. Wokeness manifestiert sich oft als Diskussionen in sozialen Medien, politischem Engagement und kulturellen Diskursen.
Ist in der Klimabewegung ein bekanntes Problem.
Je egozentrischer umso entspannter. Was ich nicht unbedingt negativ meine, es ist energiezehrend sich ständig der Aussenwelt zu stellen und zu reflektieren.
Woke Menschen haben schon so viel erreicht, vor allem im Vergleich zu vorigen Generationen. Irgendwann sollte man gewisse, vermeintlich schwache Charakterzüge auch mal akzeptieren. Ändert zudem den Blickwinkel und macht Platz für neues.
Könnte generell ein Problem sein, wenn Menschen wegen ihrer Einstellungen permanent auf Hass und Abneigung stoßen.
Leute die unglücklich sind über den Zustand der Welt wollen sie ändern. Was für eine Überraschung, sowas gab es ja noch nie in der Weltgeschichte. /s
Das ist so offensichtlich, das es für Journalisten keine Klicks gibt also drehen wir das mal provokant etwas um:
Leute die die Welt ändern wollen sind depressiv.
Und siehe da: Leute getriggert, klicks bekommen. Great Success! /s
Meiner Erfahrung nach sind Leute die am Kulturkampf beteiligt sind – egal auf welcher Seite – auch sehr stark online. Vielleicht ist es einfach social media das depressiv macht.
Ich wiederhole: Korrelation (falls überhaupt berechnet) ist keine Kausalität. Meine Güte, das sollte doch so langsam mal überall angekommen sein. Und wie wird hier die unabhängige variable “woke denken” überhaupt definiert? Ich bezweifle, dass es hierfür ein reliables Messinstrument gibt
Könnte ja unter anderem daran liegen, dass es ziemlich verstörend ist wenn man sowas sagt wie “Ich fühl mich ganz gut mit lackierten Nägeln und Unisex Namen.”
Und dann direkt von 50 Schwurblern “VERRECKE, DU KINDERSCHÄNDER” kommt.
Als so halbwoker depressiver habe ich dazu mehreres zu sagen. Aus eigener Beobachtung und ohne Expertenwissen.
Zum einen tendieren “Woke”, so es das denn als Gruppe gibt, schon dazu sich stark mit Konflikten und Missständen zu identifizieren. Klingt soweit fast nach einer Tugend, ist es meiner Meinung nach aber nicht grundsätzlich. Der gefühlte Ärger ist nicht immer der Sache angemessen und stärkeres Ungerechtigkeitsgefühl macht nicht dass man da etwas mehr beeinflussen kann. Es wird ständig analysiert und bewertet (Menschen, Aktionen, Aussagen) und dieses andauernde beobachten und bewerten während man sich von allem angegriffen fühlt (das meine ich nicht herablassend, ich kenne das selbst) zwingt einen in eine dauerhafte lauernde Kampf- oder Fluchthaltung. Und sowas über längere Zeit anhaltend ist der klassische Auslöser schlechthin für Depression. Oft gehört dazu eine Haltung von “Natürlich bin ich depressiv, die Welt ist schlecht. Kann ja gar nicht anders sein.” oder “Ich bin nicht depressiv, ich seh die Welt nur wie sie ist.” Und auch das kenne ich von mir selbst. Aber, was viele Depressive die auch mal wieder Besserung erfahren haben bestimmt bestätigen können, Depression ist unter anderem deshalb so schlimm weil genau eben nicht realistische Beurteilungen als einzig mögliche realistische und logische Beurteilungen erscheinen. Das ist die Krankheit. Es gibt die logische Depression nicht. Depression wird in unserer Gesellschaft deshalb als Krankheit bezeichnet weil der Mensch eben nicht so funktioniert wie das eben die Norm ist. Das bedeutet körperlich und auch psychisch. Also, man kann sich da in eine Lauerhaltung hineinbegeben die zunächst vllt der Sache angemessen ist (natürlich ist es logisch über Missstände deprimiert zu sein) aber je länger das ununterbrochen andauert desto mehr wird das zu einem pathologischen Strudel aus dem man irgendwann nicht mehr so leicht herauskommt weil sich das die ganze Zeit selbst immer weiter anheizt.
Und die andere Seite ist, ich glaube viele aber nicht alle “Woke” sind selbst in einer Position wo sie verwundbar sind, sei es weil sie Teil einer Minderheit sind oder weil es einfach sensible Menschen sind die womöglich sogar ein Trauma erfahren haben. Das macht einen offener und empathischer für Themen bzgl Gerechtigkeit, und gleichzeitig auch empfänglicher für Depressionen. Entweder weil man ohnehin schon genetisch oder aus der Prägung anfällig dafür ist oder eben wie im langen Absatz oben beschrieben.
Tl;dr: Ich glaube das stimmt und hat manchmal miteinander zu tun, (woke->depressiv) und manchmal nur indirekt (warum man so woke ist hat den gleichen Grund warum man vulnerabel für Depressionen ist).
Anders als im Artikel seh ich dafür weniger ein Schuldgefühl als ein ständiges Reiben mit der Gesellschaft als Grund warum woke->depressiv werden **kann**.
edit: völlig aussen vor gelassen dabei, ich sehe auch die Möglichkeit dass jemand an einer Depression erkrankt und dadurch “woker” wird. Der klassische Weltschmerz. Alles drückt auf einmal. Und auch das befeuert sich meiner Erfahrung nach gegenseitig. Depressionen sind scheiße.
Auch wenn’s auf Reddit wahrscheinlich nicht gut ankommt aber es ist schon irgendwo logisch.
Wer sich konstant mit negativen Gedanken/Themen befasst kann sich so ziemlich alles “zerdenken”, sei es jetzt eine Beziehung, ein Job oder eben das komplette Weltbild.
Depressionen an sich sind zwar eine klinische Krankheit, aber einer der Ansätze den man in Therapie lernt ist u.a. wie man mit einem negativen Gedankenkarussell umgeht. Wer sich jetzt freiwillig den ganzen Tag negative Nachrichten reinzieht und drüber philosophiert wir unfair und schlecht doch das Leben ist, den beeinflusst das nachweislich negativ.
Ich habe in erster Reihe mitbekommen was das mit Menschen machen kann und das ist echt nicht schön. Deshalb sagt man ja auch im englischen “ignorance is bliss”, denn Leute die sich nicht groß Gedanken außerhalb ihrer direkten Situation machen sind in der Regel zufriedener (solange diese Situation nicht komplett beschissen ist).
Ist jetzt nicht wirklich… irgendwas Neues.
Jeder, der es sich zum Ziel macht permanent von allem angepisst zu sein… wird wohl des Öfteren angepisst sein.
Hat nix mit “Wokeness” zu tun. Ist bei uns genauso, wenns um Themen wie Wetter geht und absolut *jeden* Tag wenns mal mehr als 2° überm Schnitt sind muss natürlich direkt die absolute Doomer Hassfresse *”omgomgomg, alles ist schlecht, scheiß Politiker, fuck Klimawandel, Welt geht morgen unter, alles scheiße wääwääwääh.”*
Deshalb, schockierende Erkenntnis, wer ständig angepisst ist und Fehler sucht wird ständig angepisst sein und Fehler finden.
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Oder Menschen mit Depressionen neigen auch zu wokem Verhalten. Kausalität ist eine Hündin.
Endlich mal ein Artikel, der definiert was er unter “woke” versteht:
> Wokeness ist eine Haltung und kann auch als eine soziale Bewegung betrachtet werden. Menschen, die sich als woke definieren, verfolgen aufmerksam das Geschehen in der Welt.
> Im Englischen bedeutet „to be woke“, „wachsam zu sein“ gegenüber Ungerechtigkeiten aller Art. Woke zu sein bedeutet also, politisch wach zu sein, insbesondere gegenüber rassistischer, sexistischer und sozialer Diskriminierung. Wokeness manifestiert sich oft als Diskussionen in sozialen Medien, politischem Engagement und kulturellen Diskursen.
Ist in der Klimabewegung ein bekanntes Problem.
Je egozentrischer umso entspannter. Was ich nicht unbedingt negativ meine, es ist energiezehrend sich ständig der Aussenwelt zu stellen und zu reflektieren.
Woke Menschen haben schon so viel erreicht, vor allem im Vergleich zu vorigen Generationen. Irgendwann sollte man gewisse, vermeintlich schwache Charakterzüge auch mal akzeptieren. Ändert zudem den Blickwinkel und macht Platz für neues.
Könnte generell ein Problem sein, wenn Menschen wegen ihrer Einstellungen permanent auf Hass und Abneigung stoßen.
Leute die unglücklich sind über den Zustand der Welt wollen sie ändern. Was für eine Überraschung, sowas gab es ja noch nie in der Weltgeschichte. /s
Das ist so offensichtlich, das es für Journalisten keine Klicks gibt also drehen wir das mal provokant etwas um:
Leute die die Welt ändern wollen sind depressiv.
Und siehe da: Leute getriggert, klicks bekommen. Great Success! /s
Meiner Erfahrung nach sind Leute die am Kulturkampf beteiligt sind – egal auf welcher Seite – auch sehr stark online. Vielleicht ist es einfach social media das depressiv macht.
Ich wiederhole: Korrelation (falls überhaupt berechnet) ist keine Kausalität. Meine Güte, das sollte doch so langsam mal überall angekommen sein. Und wie wird hier die unabhängige variable “woke denken” überhaupt definiert? Ich bezweifle, dass es hierfür ein reliables Messinstrument gibt
Könnte ja unter anderem daran liegen, dass es ziemlich verstörend ist wenn man sowas sagt wie “Ich fühl mich ganz gut mit lackierten Nägeln und Unisex Namen.”
Und dann direkt von 50 Schwurblern “VERRECKE, DU KINDERSCHÄNDER” kommt.
Als so halbwoker depressiver habe ich dazu mehreres zu sagen. Aus eigener Beobachtung und ohne Expertenwissen.
Zum einen tendieren “Woke”, so es das denn als Gruppe gibt, schon dazu sich stark mit Konflikten und Missständen zu identifizieren. Klingt soweit fast nach einer Tugend, ist es meiner Meinung nach aber nicht grundsätzlich. Der gefühlte Ärger ist nicht immer der Sache angemessen und stärkeres Ungerechtigkeitsgefühl macht nicht dass man da etwas mehr beeinflussen kann. Es wird ständig analysiert und bewertet (Menschen, Aktionen, Aussagen) und dieses andauernde beobachten und bewerten während man sich von allem angegriffen fühlt (das meine ich nicht herablassend, ich kenne das selbst) zwingt einen in eine dauerhafte lauernde Kampf- oder Fluchthaltung. Und sowas über längere Zeit anhaltend ist der klassische Auslöser schlechthin für Depression. Oft gehört dazu eine Haltung von “Natürlich bin ich depressiv, die Welt ist schlecht. Kann ja gar nicht anders sein.” oder “Ich bin nicht depressiv, ich seh die Welt nur wie sie ist.” Und auch das kenne ich von mir selbst. Aber, was viele Depressive die auch mal wieder Besserung erfahren haben bestimmt bestätigen können, Depression ist unter anderem deshalb so schlimm weil genau eben nicht realistische Beurteilungen als einzig mögliche realistische und logische Beurteilungen erscheinen. Das ist die Krankheit. Es gibt die logische Depression nicht. Depression wird in unserer Gesellschaft deshalb als Krankheit bezeichnet weil der Mensch eben nicht so funktioniert wie das eben die Norm ist. Das bedeutet körperlich und auch psychisch. Also, man kann sich da in eine Lauerhaltung hineinbegeben die zunächst vllt der Sache angemessen ist (natürlich ist es logisch über Missstände deprimiert zu sein) aber je länger das ununterbrochen andauert desto mehr wird das zu einem pathologischen Strudel aus dem man irgendwann nicht mehr so leicht herauskommt weil sich das die ganze Zeit selbst immer weiter anheizt.
Und die andere Seite ist, ich glaube viele aber nicht alle “Woke” sind selbst in einer Position wo sie verwundbar sind, sei es weil sie Teil einer Minderheit sind oder weil es einfach sensible Menschen sind die womöglich sogar ein Trauma erfahren haben. Das macht einen offener und empathischer für Themen bzgl Gerechtigkeit, und gleichzeitig auch empfänglicher für Depressionen. Entweder weil man ohnehin schon genetisch oder aus der Prägung anfällig dafür ist oder eben wie im langen Absatz oben beschrieben.
Tl;dr: Ich glaube das stimmt und hat manchmal miteinander zu tun, (woke->depressiv) und manchmal nur indirekt (warum man so woke ist hat den gleichen Grund warum man vulnerabel für Depressionen ist).
Anders als im Artikel seh ich dafür weniger ein Schuldgefühl als ein ständiges Reiben mit der Gesellschaft als Grund warum woke->depressiv werden **kann**.
edit: völlig aussen vor gelassen dabei, ich sehe auch die Möglichkeit dass jemand an einer Depression erkrankt und dadurch “woker” wird. Der klassische Weltschmerz. Alles drückt auf einmal. Und auch das befeuert sich meiner Erfahrung nach gegenseitig. Depressionen sind scheiße.
Auch wenn’s auf Reddit wahrscheinlich nicht gut ankommt aber es ist schon irgendwo logisch.
Wer sich konstant mit negativen Gedanken/Themen befasst kann sich so ziemlich alles “zerdenken”, sei es jetzt eine Beziehung, ein Job oder eben das komplette Weltbild.
Depressionen an sich sind zwar eine klinische Krankheit, aber einer der Ansätze den man in Therapie lernt ist u.a. wie man mit einem negativen Gedankenkarussell umgeht. Wer sich jetzt freiwillig den ganzen Tag negative Nachrichten reinzieht und drüber philosophiert wir unfair und schlecht doch das Leben ist, den beeinflusst das nachweislich negativ.
Ich habe in erster Reihe mitbekommen was das mit Menschen machen kann und das ist echt nicht schön. Deshalb sagt man ja auch im englischen “ignorance is bliss”, denn Leute die sich nicht groß Gedanken außerhalb ihrer direkten Situation machen sind in der Regel zufriedener (solange diese Situation nicht komplett beschissen ist).
Ist jetzt nicht wirklich… irgendwas Neues.
Jeder, der es sich zum Ziel macht permanent von allem angepisst zu sein… wird wohl des Öfteren angepisst sein.
Hat nix mit “Wokeness” zu tun. Ist bei uns genauso, wenns um Themen wie Wetter geht und absolut *jeden* Tag wenns mal mehr als 2° überm Schnitt sind muss natürlich direkt die absolute Doomer Hassfresse *”omgomgomg, alles ist schlecht, scheiß Politiker, fuck Klimawandel, Welt geht morgen unter, alles scheiße wääwääwääh.”*
Deshalb, schockierende Erkenntnis, wer ständig angepisst ist und Fehler sucht wird ständig angepisst sein und Fehler finden.