Bundestag stimmt für nationalen Veteranentag

by Krushpatsch

20 comments
  1. 25.04.2024, 15.19 Uhr
    Soldaten werden in Deutschland künftig einmal im Jahr geehrt. Alle Fraktionen im Bundestag haben sich für die Einführung eines Veteranentags ausgesprochen.

    Am Ende war es nur noch Formsache: Der Bundestag hat sich am Donnerstag mit großer Mehrheit für die Einführung eines nationalen Veteranentags ausgesprochen. Für den gemeinsamen Antrag von Koalitionsfraktionen und CDU/CSU stimmten am Donnerstag alle Fraktionen, nur die Gruppe Die Linke votierte dagegen. Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, ein zeitgemäßes Konzept für einen jährlich am 15. Juni zu begehenden Veteranentag zu erarbeiten und die dafür benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen.

    Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lobte die fraktionsübergreifende Bundestagsinitiative als »ein starkes, ein wichtiges und auch ein überfälliges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung« für die rund zehn Millionen Veteraninnen und Veteranen in Deutschland. »Dieser parteiübergreifend verabschiedete Antrag verleiht dem nationalen Veteranentag eine besondere, eine nationale, eine emotionale Strahlkraft.«

    Der 15. Juni soll laut Antrag zum jährlichen nationalen Veteranentag erklärt werden, um den Einsatz und den Dienst aktiver und ehemaliger Soldaten der Bundeswehr zu würdigen. Seit Gründung der Bundeswehr hätten mehr als zehn Millionen Frauen und Männer in den Streitkräften gedient, heißt es im Antrag. Ihr soldatischer Dienst sei geprägt von gefährlichen Bedingungen, persönlichen Entbehrungen sowie körperlichen und seelischen Härten.

    Auch bessere Versorgung als Ziel
    Der Antrag fordert die Bundesregierung zudem auf, eine verbesserte Versorgung der Veteranen sicherzustellen. Dabei soll es konkret unter anderem um Rehabilitationsmaßnahmen, Therapieangebote und Ansprechstellen für Geschädigte und deren Angehörigen gehen.

    Um die Frage, wer als Veteran gelten soll, hatte es in vergangenen Jahren Diskussionen gegeben, weil Soldaten nach Auslandseinsätzen oder gar der Beteiligung an Gefechten andere Bedürfnisse haben als Wehrdienstleistende aus der Zeit des Kalten Krieges (lesen Sie hier die Hintergründe).

    Geplant ist, jeweils am Wochenende vor oder nach dem 15. Juni in Berlin eine große Veranstaltung zu organisieren. Als Veteranin oder Veteran der Bundeswehr gilt, wer als Soldatin oder Soldat der Bundeswehr im aktiven Dienst steht oder aus diesem Dienstverhältnis ehrenhaft ausgeschieden ist. Etwa zehn Millionen Deutsche haben Wehrdienst geleistet oder waren Berufs- oder Zeitsoldaten, etwa 500.000 Männer und Frauen waren im Einsatz.

    *edit:
    Weiß jemand, warum die Linke dagegen gestimmt hat? Also evtl. ausführlicher als die ersten paar google Treffer.

  2. Toll, ein Gedenktag und kein Feiertag. Erst einmal in die Hände klatschen.

  3. So ein Schwachsinn, 10 Millionen Veteranen? Wieviele davon waren tatsächlich im Einsatz, wurden geschädigt? Die Allermeisten davon dürften höchstens einen Leberschaden aus ihrer Wehrdienstpflicht wegetragen haben, nichts was man feiern sollte.
    Und was ist mit zig Tausenden an Leuten, die sich im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr, in Krankenhäusern, in der Pflege, in Ehrenämtern etc den Hintern aufreissen?
    Ein Feiertag zu Ehren all jener im Dienste unserer Gemeinschaft, das ist was wir wirklich brauchen.

  4. Warum kein Feiertag? Paar mehr Atheistische Feiertage würden dem Land gut tun.

  5. hoffentlich wird das nicht von denen gekapert, denen das deutsche Militär vor ’45 sympathischer war als das heutige.

  6. Na wenigstens nicht der 17. Juni

    Ansonsten finde ich das dumm. Aber ich finde auch den Zapfenstreich dumm, wo die Soldaten mit Fackeln um den Bundestag marschieren

    Einziges Pro-Argument diesbezüglich: “TrAdITiOn!!!11!!elf”

  7. Naja mittlerweile ist man es gewohnt, dass sämtlicher Kram den man vor 20 Jahren als peinliches Amizeugs betrachtete den Weg zu uns findet. Na dann Thank You For Your Service.

  8. Schön – da fühlen die Veteranen sich geehrt, und den Staat kostet es nichts. Wie beim Klatschen für die Pflegekräfte.

  9. Und was macht man so am Veteranen Tag, wenn das kein Feiertag ist? Ne Spende an Veteranenvereinigungen wie bei den Amis?

  10. Das heißt bestimmt etwas Gutes, wenn wir wieder Kriegsfeiertage einführen, oder?

  11. Was für Veteranen?

    Also ich hab tatsächlich nichts dagegen aber ich frage mich wirklich wofür das sein soll. Die ganze Afghanistansache war doch ein einziger clusterfuck.

  12. Es gibt Kriegs Veteranen in DE? (120 Jahre alt?)

    Bundeswehr Veteranen im Kaserne Kreisfahren, oder Stiefelsaufen?

  13. Die Kommentare zeigen mal wieder in was für einer Reddit Bubble man hier steckt. Wenn ich so an Bekannte denke und ihre Geschichten aus dem Auslandseinsatz wäre ein wenig Anerkennung wirklich nicht schlecht.

  14. Die eine Hälfte ist dagegen und findet es schwachsinnig.

    Die andere Hälfte hätte gerne einen nationalen Feiertag + 13. Gehalt.

    Ich denke da wurde ein guter Kompromiss gefunden.

  15. Es wird immer deutlicher, dass Scholz mit seiner Rede von der „Zeitenwende“ eigentlich nur meinte, dass die deutsche Gesellschaft sich künftig auf Krieg einstellen sollte.

    Während der Corona-Krise wurde vielen Menschen schon ein Teil ihrer Jugend geklaut und jetzt diskutiert man zum Dank dafür noch darüber ob man sie nicht künftig lieber wieder zwangsweise zum Militär beordert.

    Immerhin wird dafür künftig am 15. Juni geklatscht wenn Sie fürs Vaterland ihren Kopf hinhalten. Also doch noch so eine Art „Dankeschön!“

  16. Verherrlichen wir damit nicht schlicht (noch) einen Angriffskrieg? (2. WW)
    Ich find’s vollkommen unangemessen. Alles was danach kommt ist für mich “ausüben eines Jobs”. Deutschland wurde nicht angegriffen, sprich es gibt keine Leute zu ehren die ihr Vaterland verteidigt haben. Auslandseinsätze der Bundeswehr ist für mich nicht gleichzusetzen mit der Verteidigung der Landesgrenzen.

    (Jaja, ich weiß wir verteidigen “deutsche Grenzen” am Hindukusch…oder wie wurde das damals verkauft?)

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