
Nicht genug für gesunde Ernährung? Neue Forschungsergebnisse deuten auf unzureichende Höhe des Existenzminimums
by NegativeDispositive

Nicht genug für gesunde Ernährung? Neue Forschungsergebnisse deuten auf unzureichende Höhe des Existenzminimums
by NegativeDispositive
15 comments
Niemand kann sich ungesunde Lebensmittel leisten.
Gekauft wird’s trotzdem.
Und dann will die FDP und CDU das Bürgergeld kürzen. Sollen die Armen und Kranken halt hungern. Dafür wird kaum was beim Millionen Erbe von Justus Maximilian besteuert.
Hoch mit dem Bürgergeld!
Editorial: Ich hätte nicht gedacht, dass so eine Forderung auf so viel Gegenwehr ohne inhaltlicher Begründung stößt.
Die Frage ist auch, ob man stressfrei einkaufen kann oder dabei psychisch zu Grunde gehen muss uez. Nützt mir gar nichts, wenn ich Psychologie, BWL, Ernährungswissenschaften und Gastro studiert haben muss, um ja richtig zu kalkulieren.
Betteridge’s Law of Headlines? Die These macht für mich keinen Sinn.
Gemüse und Obst sind immer noch sehr günstig, gerade wenn man saisonal kauft. Oder auch Tiefkühlware, dann oft sensational günstig. Reis, Nudeln, Kartoffeln und Ähnliche Kohlenhydratträger sind ebenfalls billig. Und das sind die Grundlagen für eine gesunde Ernährung. Auch Nüsse, Samen & co sind gut erschwinglich und selbst die Speiseöle sind wieder auf normalem Preisniveau. Teuer sind hauptsächlich die tierischen Produkte und Fertigprodukte, aber die sind im Grunde unnötiger Luxus und oft auch ungesund/unausgewogen.
Das Problem scheint mir ganz anders gelegen zu sein: Leute mit wenig Einkommen oder Bürgergeld sind tendenziell schlechter gebildet in Ernährungsfragen und treffen daher schlechtere Entscheidungen im Supermarkt.
Vermutlich muss man mal die im Artikel verlinkten Studien nachlesen, aber da laut Internet im Bürgergeld 195€ für Ernährung vorgesehen sind, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie man damit nicht zurechtkommen sollte.
Vielleicht bin ich ja schon jahrelang mangelernährt ohne es zu wissen oder zu merken, aber ich gebe weniger als das für Ernährung aus (vermutlich höchstens 150€ im Monat) und hatte nicht das Gefühl, mich groß einschränken zu müssen. Ich bin auch nicht 1.50m groß und vegetiere nur passiv vor mich hin um meinen Kalorienbedarf zu senken. Sind halt viel Nudeln und Reis, plus Beilagen, aber bei mir eher aus persönlichen Vorlieben als aus rein finanziellen Gründen.
Nichtsdestotrotz ist mir natürlich klar, dass es etwas anderes ist, wenn man die Freiheit hat, sein Budget so gestalten. Und vielleicht sind Bürgergeld-Empfänger auch gezwungen, Geld aus dem Ernährungs-Topf anders umzuwidmen, um über die Runden gekommen. Aber rein in der Isolation betrachtet, finde ich es doch überraschend.
>Ist das Bürgergeld verfassungswidrig, weil es keine gesunde Ernährung ermöglicht? Ernährungswissenschaftliche Befunde, die erst nach der letzten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts entstanden sind, sprechen dafür.
Was hat man denn jetzt rausgefunden? Im Artikel steht dazu nichts und eine Quelle gibt es auch nicht bzw. führt zu einer 404 Seite.
>13 Prozent sind nicht in der Lage, sich jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel, Fisch oder einem vegetarischen Äquivalent zu leisten. Das Grundrecht auf Gewährung eines menschenwürdigen Existenzminimums darf diesen Zustand nicht perpetuieren.
Wenn ich also nicht jeden zweiten Tag Fleisch oder Fleischersatz essen kann dann ist meine Menschenwürde verletzt? Ein z.B. Gemüseeintopf geht nicht?
Existenzminimum bedeutet nicht minimum für ein vollversorgtes Leben ohne Einschränkungen.
Vegetarier leisten sich sogar nie eine Mahlzeit mit Fleisch und existieren auch weiter.
Was kommt als nächstes? Existenzminimum reicht nicht für einmal die Woche im Restaurant essen gehen und mindert damit die gesellschaftliche Teilhabe?
Ich kenne Studenten die mit 100€ pro Monat für Lebensmittel auskommen. Ist vlt etwas aufwändig, aber die sehen jetzt nicht schlimm ungesund aus
Es ist fast so, als ob 0-Stunden-Woche genug Zeit, aber zu wenig Geld bringt und 40-Stunden-Woche genug Geld, aber zu wenig Zeit bringt.
Man könnte fast meinen, da wäre ein Kompromiss möglich. Aber ohne Stigma, Hohn und ziemliche Einbußen eher selten. Zumal als Single.
Tja… Komisch. Wie kann das denn sein. Sind die Systeme etwa völlig veraltet? Nein nein, unmöglich. Einfach noch mehr arbeiten! Scheiß auf Freizeit, Haushalt und Kontakte! Ackern bis zum Umfallen.
Naja, zumindest haben wir es heute besser als die Fabriksklaven des 19. Jahrhunderts. Immerhin!
Und viele Studenten leben nochmal mit deutlich weniger. Juckt aber keinen
Pikachuface. Sollen sie halt Kuchen essen
Wenn wir von modernen Ernährungsempfehlungen ausgehen wird das tatsächlich schwierig.
Beispiel Harvard Teller:
-50 % des Tellers sollen Obst oder Gemüse sein (Volumen) (möglichst abwechslungsreich und nicht jeden Tag das gleiche)
-25 % sollen Getreideprodukte oder Kartoffeln sein (davon 50 % Vollkornprodukte)
-25 % sollen eine Proteinquelle sein (dazu zählen hier auch die Hülsenfrüchte)
– moderate Verwendung von Öl (am besten natürliches Öl oder zb durch Nüsse aufgenommen)
– Milchproduktion sollen auf 1 bis 2 Portionen am Tag limitiert werden
– Rotes Fleisch soll vermieden werden (Rind, Schwein und Wild)
– 1 bis 2 Portionen Fisch die Woche
-Saft soll auf 100 ml am Tag limitiert werden
Kombinieren wir das mit der Empfehlung der DGE z Thema Obst und Gemüse:
– 3 Portionen Gemüse am Tag (ca. 400 g)
– 2 Portionen Obst am Tag (ca. 250 g)
Dazu die Empfehlung der WHO bezüglich Zucker:
– Für Erwachsene max. 50 g Zucker am Tag aus freiem Zucker, Saft, etc. (Natürlich im Produkt enthaltenen Zucker zählt da nicht zu. ZB Milchzucker oder Fruchtzucker)
Und jetzt stell mal jeden Tag 3 Mahlzeiten zusammen, die der Empfehlung entsprechen, wenn du weniger als 200 Euro in Monat hast. Die Kalorienmenge muss dabei natürlich ausreichend sein.
Allein die Planungszeit ist gigantisch. Für ein paar Dinge entwickelt man vermutlich schnell Routinen, aber allein die Menge an Obst und Gemüse kann teuer werden. Ein billiges Stück Lachs bringt dich auf mindestens 5 Euro pro Portion und das ist noch mit das günstigste, was du findest. Hackfleisch ist raus, also kannst du fast nur Hähnchen essen.
Natürlich ist es machbar, aber es bedeutet komplett neu planen und kochen erlernen, für Angebote in 3 oder 4 Läden zu fahren. Wie gehst du alleinstehend mit Bulkprodukten um (1 kg Birnen sind 7 Stück, abwechslungsreich essen ist in der Woche also nicht)? Was machst du, wenn du keine Kühltruhe hast? Im Bulk vorkochen geht also auch nicht…
In diesem Thread: Highperformer, die genug Freizeit und mentale Kapazität haben, um sich mit Ernährung überdurchschnittlich viel auseinander zu setzen, Mahlzeiten so zu koordinieren, dass sie schmecken, vollwertig sind und 30 Cent pro Teller kosten und sich auch noch von jeglicher Erziehung im Elternhaus emanzipiert haben, die sie bei Ernährung auf einen falschen Pfad geführt haben könnte oder das Privileg hatten, dass die Eltern sie zu Hause schon in die Richtung erzogen haben.
Ihr seid die erbärmlichsten unemphatischsten Menschen und jedes Mal, wenn es um Essen geht, kommt ihr aus euren Löchern gekrochen und lasst diesen Scheiß raus, dass das alles so einfach ist.
Wer selber kocht kann sich locker mit dem Bürgergeld gesund ernähren. Es gibt tausende Tipps zur kostengünstigten Ernährung. Wer meint jeden Tag teure vollverarbeitete Lebensmittel konsumieren zu müssen, der muss halt Arbeiten anstatt sich durchfüttern zu lassen.
Bürgergeld soll dafür sorgen das man nicht auf der Straße vergammelt, nicht mehr und nicht weniger.