Der Zustand der deutschen Infrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren nochmals verschlechtert. Mehr Straßen- und Schienenabschnitte sind sanierungsbedürftig. Und das, obwohl das Problem “Sanierungsstau” kein neues ist.

by dirksn

17 comments
  1. Zum Glück hinterlassen wir unseren Kindern keinen (monetären) Schuldenberg!

  2. Der katastrophale Zustand unserer Infrastruktur verschärft auch die Wohnungsnot.

    Wir haben uns mal ein Haus in einem Ludwigshafener Vorort angeschaut, da wir in Mannheim arbeiten. An sich schöne, ruhige Gegend mit guter Bausubstanz nur 15km von der Arbeit entfernt. 

    Der Vermieter hat uns selbst von der Wohngegend abgeraten, als er von unserem Arbeitsort erfahren hat, da man in vertretbarer Zeit nicht über die kaputten Rheinbrücken käme. Bis zu einer Stunde für 15 Kilometer seien normal. 

    Der ÖPNV würde keinen Zeitvorteil bringen und nach Einbruch der Dunkelheit will ich ganz sicher nicht, dass meine Frau alleine an LU-Berliner Platz unsteigt. 

  3. Jedes Gewerbe wünscht sich doch Planungssicherheit und die könnte der Bund dem Baugewerbe doch hier bieten: Garantiert pro Jahr ein Investitionsvolumen von X Prozent des BIPs für die nächsten 50 Jahre. Am besten ausgenommen von der Schuldenbremse, wenn man mal träumen darf.

    Ich sehe da keine Verlierer, nur Gewinner…

  4. Ich glaube nicht, dass das Wo, Wie und Was, den Bürger unbedingt interessieren.

    Ich umfahre mit meinem Rad z.B. immer dieselben Schlaglöcher auf meiner Straße… seit mehreren Jahrzehnten. Das sorgt dann, auch bei mir, dann schon für einen gewissen Unmut.

  5. Muss ja immer alles ausgeschrieben werden und dann gewinnen so Firmen, die dann, wie hier für den Umbau eines überschaubar großen Platzes, einfach 16 statt der vorgesehen 4 Monate benötigen. Sehr sinnvoll.

  6. Der Zustand der Infrastruktur sorgt gemeinsam mit der Wohnungsnot für eine massive Zäsur für den Standort Deutschland.

    Die Wohnungsnot bedeutet für viele Menschen einen Lock-In-Effekt. Eine neue Wohnung zu finden ist erstens ob der Konkurrenz der Vielzahl anderer Wohnungssuchender sehr schwer, zweitens lohnt sich ein Umzug mit Jobwechsel häufig nicht, wenn die neue Miete ein höheres Gehalt sofort wegfrisst.

    Der miserable Zustand der Straßen und vor allem Schienennetze bedeutet dann noch, dass Pendeln immer seltener eine gute Option ist. Als jemand der jahrelang mit der Deutschen Bahn zwischen deutschen Großstädten hin und hergependelt ist, will ich das auf gar keinen Fall nochmal haben. Verspätungen wegen Baustellen, fehlender Überholmöglichkeiten des ICEs, Zugausfällen wegen Problemen an der Strecke usw. nerven auf täglicher Basis so unfassbar. Und da haben wir die Thematik Personalnot noch on top.

    Es ist mir wirklich ein Rätsel, weswegen man hier nicht schon vor Jahrzehnten entgegengesteuert hat. Alles absehbar, da braucht es keine Kristallkugel.

    Als jüngerer Mensch kommt man sich schon irgendwie verarscht vor. Die Zukunft des Landes wird so mit Füßen getreten. Aber Hauptsache der Haushalt ist voll auf Rentner ausgelegt und das System begünstigt weiter Reiche und Konzerne.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass Bund und Länder hier wirklich was ändern oder verbessern wollen. Die Bundesregierung kämpft mit sich selbst und die Länder wollen ob bescheuerter Machterhaltspielen unbedingt jeder ein eigenes Süppchen bei quasi allem kochen.

    So wird das nichts. Und dann auf „die Jungen“ schimpfen, wenn diese resignieren und sich nicht so vor den kaputten Karren spannen lassen, wie „die Alten“ es sich vorstellen.

  7. Jede neue Brücke, jede neue Straße, die feierlich eingeweiht wird: Ich denke da immer zuerst an den jetzt nochmal vergrößerten Erhaltungsaufwand.

    Ich spielte Schach immer wie ein 1st person shooter, und selbst die spielte ich ohne jegliche Taktik oder Strategie. Aber es sieht so aus, als ob im realen Leben das planlose nur auf den aktuellen Augenblick schauende Dahinleben auf ähnlichem Niveau zu finden ist.

    Alles, was man schafft, kostet so lange es existiert das vielfache an Aufwand. Je mehr man hat, um so mehr hat man zu tun. Frage langjährige Hausbesitzer.

  8. Die Schuldenbremse erlässt das Tempolimit. Geradezu poetisch.

  9. Haaaalt stopp. Bevor wir jetzt Milliarden in die Irrwege der Verkehrsplanung aus dem 19. und 20. Jahrhundert verlochen, sollten wir erstmal überlegen, ob wir in Zukunft überhaupt noch so viele Straßen und Schienen brauchen werden, wenn die Flugtaxis in Kürze marktreif werden /s

  10. Ich glaube wir brauchen eine Taskforce dafür und einen Doppel Wumms, vielleicht sollten wir auch noch neue Ziele setzen und eine Straßensanierungskomission einsetzen.
    5000 neue Angestellte im Verkehrsministerium sind auch nötig und natürlich brauchen wir mindestens genauso viele Berater

  11. Fast so als hätte die just-in-time Logistik der letzten 30 Jahre Kosten effektiv auf die Straßeninfrastruktur ausgelagert und somit verallgemeinert.

  12. Ja nu, Sachen werden halt nicht jünger.
    Man kann vorne mit Reperaturen anfangen und hinten kommt immer mehr drauf, weil so viel liegen blieb

  13. Schienenwege, Autobahnen, Brücken bröckeln, die Schulen und Universitäten sind marode, es gibt nicht genug Lehrpersonal, das Gesundheitswesen geht seit Jahren an der Grenze, es fehlen Ärzte, Pflegekräfte, der Netzausbau hinkt, die Bahn ist hinüber, die Bundeswehr sowieso. Steuereinnahmen sind auf Rekordniveau.
    Wirklich ernsthaft, wo fließt dieses Geld hin??

  14. Eine alte Brücke zu sanieren macht nicht viel her, das kostet nur Geld, hinterher sieht’s so aus wie vorher und die Opposition macht Wahlkampftheater wegen angeblicher sinnloser Geldverschwendung. Daher sitzt jede Regierung seit Jahrzehnten das Problem aus und hofft dass es so lange gut geht bis man der nächsten Regierung die Schuld für die eingestürzte Brücke in die Schuhe schieben kann.

  15. Bei die LKW-Bahnen ehmm Autobahnen ist es ziemlich offensichtlich, dass die kleinen Nebenstrecken ziemlich gut und lange und Schuss bleiben und die viel befahrenden Güterverkerhrsstrecken eigentlich immer marode sind (Fahrbahn ständig kaputt, auch wenn gerade repariert). Autobahnen wie die A7 oder A2 müssten eigentlich komplett durchgehend Mautstationen wie in Frankreich haben und die Auslastung gedeckelt werden (Dann müssen die LKWs eben vor der Autobahnauffahrt warten auf zu kleinen Parkplätzen oder sich eine andere Route durch Europa suchen).

    Bei den Schienen bezahlen wir eben ziemlich offensichtlich für die Übertreibungen der früher angestrebten Bahn-Privatisierung. Wenn man Reparaturen aufschiebt, senkt man auch die Produktionskapazität für die Instandhaltung, weil sich Firmen in diesem Bereich zurückziehen. Was über Jahrzehnte zurückentwickelt hat, wird man einen Fingerschnips halt nicht hochfahren, weil nun zu viel kaputt ist.

  16. 16 Jahre CDU into Pandemie into Ukrainekrieg, aber ja, die Ampel ist Schuld.

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