Ach mit 32 bin ich einer der Älteren meiner Fussballmannschaft, spiele in der zweiten Mannschaft und so wie die früher über uns gemeckert haben, so meckere ich über die neuere Generation. Irgendwie haben die jungen Leute keine Lust mehr auf Vereinsleben. Ich rede nicht von Betrinken nach dem Spiel oder Training. Auch wenn es Kreisfussball ist, steht Fussball im Fordergrund. Aber nicht mal zum zuschauen der ersten Mannschaft, langjährige Spieler und keinen interessiert es. Der Verein gibt Pizza aus und Getränke, organisiert Feiern. Nope, es wird immer direkt nachhause gegangen. Zum Teil wird nicht mal nach dem Training oder dem Spiel geduscht. Für Viele ist es einfach nur noch wie Fitnessstudio geowrden.
Ja ich weiß, andere Generation und so. Aber es schmerzt schon, wenn man dann mitbekommt, dass einige Mannschaften die zweite Mannschaften zusammentun müssen, weil es nicht genug Spieler gibt. Noch schlimmer: Es müssen teilweise 3-4 Mannschaften die Jugend zusammenlegen, weil es sonst kein Jugendfussball gibt. Ich hoffe ja, dass es bedeutet, dass sie einfach andere Sportarten machen. Aber habe mit Handballern gesprochen, da sieht es wohl nicht besser aus.
Saufen meinst du, oder? Saufen? Und die Jungen müssen Kästen springen lassen aus irgendwelchen bescheuerten Gründen?
Hat halt keiner mehr Bock auf Hackordnung und Egotripps.
War früher im Verein und da waren 4 in meinem Alter. Der Rest war über 40 und da hat man halt wenig Lust als 20 jähriger mit denen an nen Tisch zu hocken. Aber ich hätte an einem vereinsleben viel Spaß wenn dort auch mehr jüngere währen
Gut nachm Training ist bei uns auch kaum einer mehr lange dabei aber nach Heimspielen am Wochenende geht man danach eigentlich immer noch in die Stadt (klar hat nicht jeder immer Zeit) oder fährt nach saisonende zusammen weg und das ist in beiden Vereinen (handball und american football) in denen ich bin so.
Joa, kenn ich auch so ähnlich. Segelflugverein, die älteren (allesamt rentenalter) und ich (mittlerweile 19) sind eigentlich immer das ganze Jahr über um 10 am Wochenende da. Im Winter wird gearbeitet – wartung & pflege von flug- & platzgerät. Der rest der jugendgruppe hat im winter dann plötzlich keine zeit, aber riechen wenn die saison anfängt und stehen dann gegen halb 12 (nachdem sämtliches gerät aufgebaut wurde) bereit auf dem Platz, um dann später um 16-17 uhr wieder vor dem abbauen wieder nach hause fahren.
Mein kollege sagt regelmäßig er hätte “keine Lust auf die Rentner” und würde deswegen häufig nicht kommen oder insgesamt nicht viel beteiligen. Versteh ich aber davon wird die gesamtsituation nicht besser + ich bin ja auch noch da.
Ist halt viel arbeit dabei aber tbh das gehört zu so einem hobby dazu, vor allem weil es nicht ohne geht, und die menschen gehobeneren alters das eventuell nicht mehr lange können.
Außerdem stellt sich auch da eine art miniatur-politikverdrossenheit ein, wir haben zig alibi-vorstandsposten die auch die jüngeren prima mit wenig aufwand übernehmen können, damit sie einfluss auf die vorstandsmachenschaften des vereins haben – das ist doch eigentlich etwas gutes, oder nicht? Aber selbst nach bitte drum will keiner einen alibivorstandsposten wie Umweltreferent (einzige Arbeit: bei der Hauptversammlung irgendwas witziges sagen) übernehmen, trotz 0 mehraufwand. Beschweren sich dann aber am Ende über vorstandsentscheid getroffene entscheidungen.
Ich hör mal auf zu ramblen ich glaub das verliert zunehmend relevanz zum pfosten
Ich bin auch in einem Fußballverein, mittlerweile als Schriftführer auch Teil des Vorstands. Dabei bin ich grad mal 4 Jahre im Verein, spiele auch in der Reserve Mannschaft und bin eig nur hier weil ich einen nahen Verein finden wollte um Fit zu bleiben.
Ich finde es ist leichter gesagt als getan, dass “das Vereinsleben stirbt”. Da kommt ganz viel dazu, wir leben in einem “neuen Zeitalter” des Internets. Alles ist so schnell verfügbar, alles muss schneller, direkter, kurzfristiger klappen. Damit muss jede Privatperson umgehen können.
Bezugnehmend aufs Kicken sehe ich ein großes Problem in meinem Verein (kann nur meinen Eindruck hier schildern): Das Vereinsleben, von dem jeder schwärmt, ist ein Zusammenspiel von Mehrjähriger Mitgliedschaft, zugehörigkeit und Freundschaften. Wenn man als Kinder schon zusammen Fussball spielt und dann auf die selbe Schule geht, dann anfängt zu arbeiten und weniger Zeit hat, bleibt man auch beim Verein weil der Verein diese ungezwungene Zeit der Schule ersetzt. Zumindest glaube ich das.
In meinem jetzigen Verein gibt es keine Jugendarbeit, die erste und zweitr Mannschaft sind ein zusammengewürfelter Haufen von 3-5 Personen, die befreundet sind und in denen einer immer wieder weitere Leute zum Verein gebracht hat. Wir sind jetzt auf dem letzten Tabellenplatz, werden absteigen, es kommen 10 Leute zum Training in dem beide Mannschaften zusammen trainieren. Im Juli gibts immer ein großes Fest das dem Verein gut finanziell dastehen lässt um Helfer und Ausbauten/Restaurierungen bezahlbar zu machen, bei dem sich kaum jemand zum helfen meldet. Diesee Haufen hat keine Bindung zum Verein, Freunde und Familie auch nicht. Die Freunde trifft man woanders, man kommt nur zum Kicken, und fährt Heim. Der Rest interessiert nicht. Und das ist vollkommen Ok. Wenn der Großteil eines Vereins jedoch aus solchen Leuten besteht endet das eben darin, dass man nach dem Training mit 3 Leuten zusammensitzt.
tldr: Leben heute ist ganz anders als damals und wenn man im Verein nicht groß wird, fehlt die Bindung. Und das ist Ok.
“Habt ihr kein Bock auf Vereinsleben”
Das Vereinsleben: Guido 51, Dieter 45 und Rolf 49 reden darüber, dass der Euro an ihren finanziellen Problemen schuld ist, das Zigaretten nicht Krebseregend sind weil sie jemanden kennen, welcher Nichtraucher ist und trotzdem Lungenkrebs bekommen hat, das sie ja keine Rassisten sind ABER…, das die Jugend von heute [hier Schwachsinn einfügen], das sie als Kinder ja noch raus gegangen sind und Armbrüste gebaut haben…. etc etc
„Nein. Tschö!“
Bei uns in der 3 Männer Mannschaft wars halt einfach so, dass “vereinsleben” bedeutet sich nach dem Training unter der Woche oder Sonntagmittag noch gemeinsam Bier zu trinken. Bei uns in der Mannschaft waren Radler und Alkoholfrei zwar völlig akzeptiert, allerdings hatte ich mit 19 echt bessere Dinge zu tun, als 3 mal die Woche abends mit einem Haufen Typen in der Kabine zu sitzen und zu saufen. Zumal man gefühlt wegen jedem scheiß ein Kasten springen lassen musste. Mein persönlicher Rekord bestand aus 4 Kästen (erstes Saisontor, Hattrick, einstandskiste und die klassische Hattrickkiste weil ja 3 Kisten und so…) waren bei der ansässigen Vereinskneipe halt fix 80€. Das nervt schon als 19 jähriger der grade Abitur macht.
In meiner Ecke zerlegen sich allgemein viele Vereine größtenteils selbst. Das liegt einerseits an fehlender Jugendarbeit und dass einige wenige Personen oder Familien krampfhaft an der Herrschaft klammern und keine Reformen zulassen (wollen).
“Vereinsleben” aka 3-4 Weizen im Sportheim trinken und schwurbeln?
Naja, wenn Vereinsleben bedeutet, dass man sich auch abseits der gemeinsam ausgeübten Tätigkeit Zeit nimmt, sich miteinander zu unterhalten, dann stimm ich den Alten zu. Bei Freizeittätigkeiten, wo alle das Ding machen und sich anschließend sofort wortlos verkrümeln, krieg ich auch auf Dauer Depressionen und such mir ein anders Steckenpferd.
Und dass dieser Modus Operandi bei der jüngeren Generation zumindest seit Corona zugenommen hat, halt ich auf für Tatsache.
Natürlich steht die Frage, wie genau man das “Vereinsleben” gestaltet, und wie interessant das wirklich ist, auf einem anderen Blatt.
Ich spiele, bleibe für die gratis Dusche und das Schnitzel für 5€
Bier gibt’s meistens Gratis, weil jemand nen Kasten spendiert.
Ihr spielt Fußball im Verein für Vereinsleben
Ich spiele Fußball im Verein aus finanziellem Kalkül
Wir sind nicht gleich
Noch schlimmer wenn die Kollegen bei der Arbeit so sind.
War bei uns tatsächlich im Handball auch so…immer mehr Jüngere sind nach dem Training direkt nach Hause ohne mit der Mannschaft ein Spezi/Bier zu trinken und gemeinsam zu duschen.
Nach dem Spiel sind auch meistens die Jüngeren direkt nach Hause ohne in der Kabine zu feiern/mit der Mannschaft noch feiern zu gehen.
Gleiches bei der Feuerwehr. Zumindest geht’s mir so.
ich habe halt Termine und wenig Interesse daran länger zu bleiben als nötig
Ich habe meinen Verein verlassen, nachdem ich von den Jugendlichen zu den Erwachsenen gewechselt bin. Die langjährigen haben das ganze nur als Vorwand genommen um sich zu betrinken. Ich wurde gleichzeitig wie ein Kleinkind behandelt aber auch genötigt mit zu trinken. Da ich da wenig Lust zu hatte und mich auch wehrte, wurde es sehr unangenehm
Ich trainiere Iaido und wir haben immer mal wieder Seminare mit mehreren Vereinen zusammen. Da wird das einfach so gehandhabt, dass man sich nach dem Training für ein paar Stunden trennt, sodass sich jeder in Ruhe frisch machen kann, um dann am Abend wieder zusammenzukommen. Ich hätte überhaupt keine Lust, direkt nach dem Training weiter rumzuhängen, ich müsste erst mal runterkommen.
Man hat heute halt Schuldheitsgefühle, wenn man nicht jede Sekunde damit verbringt, zu versuchen, mehr Geld in den Haushalt zu bringen. Das Spiel selbst ist doch schon nur Akzeptabel weil es als Sport zählt und somit “produktiv” ist.
Ich hab Fußball aufgegeben, weil ich einfach keinen Bock geschweige denn Zeit hatte, als einziger mitm Fahrrad zum Training zu kommen, zu trainieren und mir dann noch 4 Bier in 4 Minuten einzulöten, um dann am nächsten Tag um 4 Uhr morgens bei Herrn Meier eine Grundpflege durchzuführen. Sport ja gern. Aber die ständige Sauferei nicht mitzumachen und dementsprechend nicht inkludiert zu sein in einer Gruppe – ne danke.
So war’s zumindest bei mir – ist halt ein Einzelerfahrungsbericht.
Der Fußballverein meines Dorfes war dafür bekannt das
– wie du gehörst nicht zu der Familie x tja dann ist dein stand hier schon schlecht (war so in den 90ern so, Mobbing war standard)
– wie du trinkst nicht?? Tja schlecht (ist immer noch so)
– wie du bist NICHT im Fußballverein sondern in der Karate Gruppe?? Boha negativ
– nee du auf ne neue Jugendgruppe haben wir keine Lust das rentiert sich aufm Land nicht
Und jetzt heißt es “tja die Jugend will keinen Sport machen”
Witzig war’s dann mal, als derjenige der mein Leben im Dorf während meiner Schulzeit zur Hölle gemacht hat, Werbung für den Sportverein gemacht hat.
Er war schon damals einer der “besseren” und hatte seinen Fanclub
Äh ich hätte gerne bock auf nachhause gehen, was mit anderen Freunden zu machen, familienessen, Hausaufgaben machen, weil Schule ist wichtig, generell alles andere, weil ich auch ein Leben habe und sich nicht alles um einen Kack Verein handelt, egal wie gut wir uns verstehen bzw jetzt mit mehr gut verstehen, weil ich deinen Kommentar echt gar nicht supi finde.
Sorry wegen ggf falscher kommasetzung
Auch gern in diesem Kontext gehört: Es bleibt ja kaum noch einer ein Leben lang im Verein. Wenn die mal wegen Job oder Familie nicht mehr zum Trainieren kommen, dann treten die ja aus….
Ja klar, weil ich die Gebühr dafür bezahl hier Sport zu machen und nicht für den Eintritt zur Mitgliederversammlung.
Im Tennisverein ist es Recht getrennt.
Manche spielen nur , manche saufen nur, manche machen beides.
Ich bleib nach einem trainingsmatch oft auf 1 Getränk oder schau ich Mal einer der Mannschaften zu bei einem ligamatch (bin selbst neu und noch schlecht, weil ich erst mit 31 begonnen hab zu spielen und bald 32 werde).
Aber ist eher ein die älteren zahlen runden (aus’m Automaten wo Gewinn großteils an den Verein geht).
Aber man muss nie eine Kiste/ein Fass zahlen so weit ich weiß.
Hab eher oft ein schlechtes Gewissen da mir die 45+ Generation oft Mal was zahlt, zb wenn ich sie besiege und sie meinen “weilst gewonnen hast” , aber wenn sie gewinnen zahlen sie mir auch was “als Dankeschön fürs Trainingsmatch”.
Als Exil-Thüringer habe ich oft an der “jungen Gemeinde” teilgenommen (Konfirmanden, die sich danach mit dem Jugendpfarrer getroffen haben, aber es ging immer nur um das Thema, wie man Gott und Christentum der Jugend näher bringen kann… Gleichzeitig wurde ich für meine Passion für Metal und auch Black Metal stark verurteilt und war sowieso dieses “weird kid”. Ich habe von diesen Abenden außer guten belegten Broten nichts mitgenommen und war eher enttäuscht, dass der Gedanke nur auf dieser (mit Verlaub) Religionsscheiße basierte und nie was anderes besprochen wurde… Es fühlte sich eher an, als wäre man auf Klassenfahrt, aber der Lehrer ist die ganze Zeit da…
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Ach mit 32 bin ich einer der Älteren meiner Fussballmannschaft, spiele in der zweiten Mannschaft und so wie die früher über uns gemeckert haben, so meckere ich über die neuere Generation. Irgendwie haben die jungen Leute keine Lust mehr auf Vereinsleben. Ich rede nicht von Betrinken nach dem Spiel oder Training. Auch wenn es Kreisfussball ist, steht Fussball im Fordergrund. Aber nicht mal zum zuschauen der ersten Mannschaft, langjährige Spieler und keinen interessiert es. Der Verein gibt Pizza aus und Getränke, organisiert Feiern. Nope, es wird immer direkt nachhause gegangen. Zum Teil wird nicht mal nach dem Training oder dem Spiel geduscht. Für Viele ist es einfach nur noch wie Fitnessstudio geowrden.
Ja ich weiß, andere Generation und so. Aber es schmerzt schon, wenn man dann mitbekommt, dass einige Mannschaften die zweite Mannschaften zusammentun müssen, weil es nicht genug Spieler gibt. Noch schlimmer: Es müssen teilweise 3-4 Mannschaften die Jugend zusammenlegen, weil es sonst kein Jugendfussball gibt. Ich hoffe ja, dass es bedeutet, dass sie einfach andere Sportarten machen. Aber habe mit Handballern gesprochen, da sieht es wohl nicht besser aus.
Saufen meinst du, oder? Saufen? Und die Jungen müssen Kästen springen lassen aus irgendwelchen bescheuerten Gründen?
Hat halt keiner mehr Bock auf Hackordnung und Egotripps.
War früher im Verein und da waren 4 in meinem Alter. Der Rest war über 40 und da hat man halt wenig Lust als 20 jähriger mit denen an nen Tisch zu hocken. Aber ich hätte an einem vereinsleben viel Spaß wenn dort auch mehr jüngere währen
Gut nachm Training ist bei uns auch kaum einer mehr lange dabei aber nach Heimspielen am Wochenende geht man danach eigentlich immer noch in die Stadt (klar hat nicht jeder immer Zeit) oder fährt nach saisonende zusammen weg und das ist in beiden Vereinen (handball und american football) in denen ich bin so.
Joa, kenn ich auch so ähnlich. Segelflugverein, die älteren (allesamt rentenalter) und ich (mittlerweile 19) sind eigentlich immer das ganze Jahr über um 10 am Wochenende da. Im Winter wird gearbeitet – wartung & pflege von flug- & platzgerät. Der rest der jugendgruppe hat im winter dann plötzlich keine zeit, aber riechen wenn die saison anfängt und stehen dann gegen halb 12 (nachdem sämtliches gerät aufgebaut wurde) bereit auf dem Platz, um dann später um 16-17 uhr wieder vor dem abbauen wieder nach hause fahren.
Mein kollege sagt regelmäßig er hätte “keine Lust auf die Rentner” und würde deswegen häufig nicht kommen oder insgesamt nicht viel beteiligen. Versteh ich aber davon wird die gesamtsituation nicht besser + ich bin ja auch noch da.
Ist halt viel arbeit dabei aber tbh das gehört zu so einem hobby dazu, vor allem weil es nicht ohne geht, und die menschen gehobeneren alters das eventuell nicht mehr lange können.
Außerdem stellt sich auch da eine art miniatur-politikverdrossenheit ein, wir haben zig alibi-vorstandsposten die auch die jüngeren prima mit wenig aufwand übernehmen können, damit sie einfluss auf die vorstandsmachenschaften des vereins haben – das ist doch eigentlich etwas gutes, oder nicht? Aber selbst nach bitte drum will keiner einen alibivorstandsposten wie Umweltreferent (einzige Arbeit: bei der Hauptversammlung irgendwas witziges sagen) übernehmen, trotz 0 mehraufwand. Beschweren sich dann aber am Ende über vorstandsentscheid getroffene entscheidungen.
Ich hör mal auf zu ramblen ich glaub das verliert zunehmend relevanz zum pfosten
Ich bin auch in einem Fußballverein, mittlerweile als Schriftführer auch Teil des Vorstands. Dabei bin ich grad mal 4 Jahre im Verein, spiele auch in der Reserve Mannschaft und bin eig nur hier weil ich einen nahen Verein finden wollte um Fit zu bleiben.
Ich finde es ist leichter gesagt als getan, dass “das Vereinsleben stirbt”. Da kommt ganz viel dazu, wir leben in einem “neuen Zeitalter” des Internets. Alles ist so schnell verfügbar, alles muss schneller, direkter, kurzfristiger klappen. Damit muss jede Privatperson umgehen können.
Bezugnehmend aufs Kicken sehe ich ein großes Problem in meinem Verein (kann nur meinen Eindruck hier schildern): Das Vereinsleben, von dem jeder schwärmt, ist ein Zusammenspiel von Mehrjähriger Mitgliedschaft, zugehörigkeit und Freundschaften. Wenn man als Kinder schon zusammen Fussball spielt und dann auf die selbe Schule geht, dann anfängt zu arbeiten und weniger Zeit hat, bleibt man auch beim Verein weil der Verein diese ungezwungene Zeit der Schule ersetzt. Zumindest glaube ich das.
In meinem jetzigen Verein gibt es keine Jugendarbeit, die erste und zweitr Mannschaft sind ein zusammengewürfelter Haufen von 3-5 Personen, die befreundet sind und in denen einer immer wieder weitere Leute zum Verein gebracht hat. Wir sind jetzt auf dem letzten Tabellenplatz, werden absteigen, es kommen 10 Leute zum Training in dem beide Mannschaften zusammen trainieren. Im Juli gibts immer ein großes Fest das dem Verein gut finanziell dastehen lässt um Helfer und Ausbauten/Restaurierungen bezahlbar zu machen, bei dem sich kaum jemand zum helfen meldet. Diesee Haufen hat keine Bindung zum Verein, Freunde und Familie auch nicht. Die Freunde trifft man woanders, man kommt nur zum Kicken, und fährt Heim. Der Rest interessiert nicht. Und das ist vollkommen Ok. Wenn der Großteil eines Vereins jedoch aus solchen Leuten besteht endet das eben darin, dass man nach dem Training mit 3 Leuten zusammensitzt.
tldr: Leben heute ist ganz anders als damals und wenn man im Verein nicht groß wird, fehlt die Bindung. Und das ist Ok.
“Habt ihr kein Bock auf Vereinsleben”
Das Vereinsleben: Guido 51, Dieter 45 und Rolf 49 reden darüber, dass der Euro an ihren finanziellen Problemen schuld ist, das Zigaretten nicht Krebseregend sind weil sie jemanden kennen, welcher Nichtraucher ist und trotzdem Lungenkrebs bekommen hat, das sie ja keine Rassisten sind ABER…, das die Jugend von heute [hier Schwachsinn einfügen], das sie als Kinder ja noch raus gegangen sind und Armbrüste gebaut haben…. etc etc
„Nein. Tschö!“
Bei uns in der 3 Männer Mannschaft wars halt einfach so, dass “vereinsleben” bedeutet sich nach dem Training unter der Woche oder Sonntagmittag noch gemeinsam Bier zu trinken. Bei uns in der Mannschaft waren Radler und Alkoholfrei zwar völlig akzeptiert, allerdings hatte ich mit 19 echt bessere Dinge zu tun, als 3 mal die Woche abends mit einem Haufen Typen in der Kabine zu sitzen und zu saufen. Zumal man gefühlt wegen jedem scheiß ein Kasten springen lassen musste. Mein persönlicher Rekord bestand aus 4 Kästen (erstes Saisontor, Hattrick, einstandskiste und die klassische Hattrickkiste weil ja 3 Kisten und so…) waren bei der ansässigen Vereinskneipe halt fix 80€. Das nervt schon als 19 jähriger der grade Abitur macht.
In meiner Ecke zerlegen sich allgemein viele Vereine größtenteils selbst. Das liegt einerseits an fehlender Jugendarbeit und dass einige wenige Personen oder Familien krampfhaft an der Herrschaft klammern und keine Reformen zulassen (wollen).
“Vereinsleben” aka 3-4 Weizen im Sportheim trinken und schwurbeln?
Naja, wenn Vereinsleben bedeutet, dass man sich auch abseits der gemeinsam ausgeübten Tätigkeit Zeit nimmt, sich miteinander zu unterhalten, dann stimm ich den Alten zu. Bei Freizeittätigkeiten, wo alle das Ding machen und sich anschließend sofort wortlos verkrümeln, krieg ich auch auf Dauer Depressionen und such mir ein anders Steckenpferd.
Und dass dieser Modus Operandi bei der jüngeren Generation zumindest seit Corona zugenommen hat, halt ich auf für Tatsache.
Natürlich steht die Frage, wie genau man das “Vereinsleben” gestaltet, und wie interessant das wirklich ist, auf einem anderen Blatt.
Ich spiele, bleibe für die gratis Dusche und das Schnitzel für 5€
Bier gibt’s meistens Gratis, weil jemand nen Kasten spendiert.
Ihr spielt Fußball im Verein für Vereinsleben
Ich spiele Fußball im Verein aus finanziellem Kalkül
Wir sind nicht gleich
Noch schlimmer wenn die Kollegen bei der Arbeit so sind.
War bei uns tatsächlich im Handball auch so…immer mehr Jüngere sind nach dem Training direkt nach Hause ohne mit der Mannschaft ein Spezi/Bier zu trinken und gemeinsam zu duschen.
Nach dem Spiel sind auch meistens die Jüngeren direkt nach Hause ohne in der Kabine zu feiern/mit der Mannschaft noch feiern zu gehen.
Gleiches bei der Feuerwehr. Zumindest geht’s mir so.
ich habe halt Termine und wenig Interesse daran länger zu bleiben als nötig
Ich habe meinen Verein verlassen, nachdem ich von den Jugendlichen zu den Erwachsenen gewechselt bin. Die langjährigen haben das ganze nur als Vorwand genommen um sich zu betrinken. Ich wurde gleichzeitig wie ein Kleinkind behandelt aber auch genötigt mit zu trinken. Da ich da wenig Lust zu hatte und mich auch wehrte, wurde es sehr unangenehm
Ich trainiere Iaido und wir haben immer mal wieder Seminare mit mehreren Vereinen zusammen. Da wird das einfach so gehandhabt, dass man sich nach dem Training für ein paar Stunden trennt, sodass sich jeder in Ruhe frisch machen kann, um dann am Abend wieder zusammenzukommen. Ich hätte überhaupt keine Lust, direkt nach dem Training weiter rumzuhängen, ich müsste erst mal runterkommen.
Man hat heute halt Schuldheitsgefühle, wenn man nicht jede Sekunde damit verbringt, zu versuchen, mehr Geld in den Haushalt zu bringen. Das Spiel selbst ist doch schon nur Akzeptabel weil es als Sport zählt und somit “produktiv” ist.
Ich hab Fußball aufgegeben, weil ich einfach keinen Bock geschweige denn Zeit hatte, als einziger mitm Fahrrad zum Training zu kommen, zu trainieren und mir dann noch 4 Bier in 4 Minuten einzulöten, um dann am nächsten Tag um 4 Uhr morgens bei Herrn Meier eine Grundpflege durchzuführen. Sport ja gern. Aber die ständige Sauferei nicht mitzumachen und dementsprechend nicht inkludiert zu sein in einer Gruppe – ne danke.
So war’s zumindest bei mir – ist halt ein Einzelerfahrungsbericht.
Der Fußballverein meines Dorfes war dafür bekannt das
– wie du gehörst nicht zu der Familie x tja dann ist dein stand hier schon schlecht (war so in den 90ern so, Mobbing war standard)
– wie du trinkst nicht?? Tja schlecht (ist immer noch so)
– wie du bist NICHT im Fußballverein sondern in der Karate Gruppe?? Boha negativ
– nee du auf ne neue Jugendgruppe haben wir keine Lust das rentiert sich aufm Land nicht
Und jetzt heißt es “tja die Jugend will keinen Sport machen”
Witzig war’s dann mal, als derjenige der mein Leben im Dorf während meiner Schulzeit zur Hölle gemacht hat, Werbung für den Sportverein gemacht hat.
Er war schon damals einer der “besseren” und hatte seinen Fanclub
Äh ich hätte gerne bock auf nachhause gehen, was mit anderen Freunden zu machen, familienessen, Hausaufgaben machen, weil Schule ist wichtig, generell alles andere, weil ich auch ein Leben habe und sich nicht alles um einen Kack Verein handelt, egal wie gut wir uns verstehen bzw jetzt mit mehr gut verstehen, weil ich deinen Kommentar echt gar nicht supi finde.
Sorry wegen ggf falscher kommasetzung
Auch gern in diesem Kontext gehört: Es bleibt ja kaum noch einer ein Leben lang im Verein. Wenn die mal wegen Job oder Familie nicht mehr zum Trainieren kommen, dann treten die ja aus….
Ja klar, weil ich die Gebühr dafür bezahl hier Sport zu machen und nicht für den Eintritt zur Mitgliederversammlung.
Im Tennisverein ist es Recht getrennt.
Manche spielen nur , manche saufen nur, manche machen beides.
Ich bleib nach einem trainingsmatch oft auf 1 Getränk oder schau ich Mal einer der Mannschaften zu bei einem ligamatch (bin selbst neu und noch schlecht, weil ich erst mit 31 begonnen hab zu spielen und bald 32 werde).
Aber ist eher ein die älteren zahlen runden (aus’m Automaten wo Gewinn großteils an den Verein geht).
Aber man muss nie eine Kiste/ein Fass zahlen so weit ich weiß.
Hab eher oft ein schlechtes Gewissen da mir die 45+ Generation oft Mal was zahlt, zb wenn ich sie besiege und sie meinen “weilst gewonnen hast” , aber wenn sie gewinnen zahlen sie mir auch was “als Dankeschön fürs Trainingsmatch”.
Als Exil-Thüringer habe ich oft an der “jungen Gemeinde” teilgenommen (Konfirmanden, die sich danach mit dem Jugendpfarrer getroffen haben, aber es ging immer nur um das Thema, wie man Gott und Christentum der Jugend näher bringen kann… Gleichzeitig wurde ich für meine Passion für Metal und auch Black Metal stark verurteilt und war sowieso dieses “weird kid”. Ich habe von diesen Abenden außer guten belegten Broten nichts mitgenommen und war eher enttäuscht, dass der Gedanke nur auf dieser (mit Verlaub) Religionsscheiße basierte und nie was anderes besprochen wurde… Es fühlte sich eher an, als wäre man auf Klassenfahrt, aber der Lehrer ist die ganze Zeit da…