
Von Optimierungen bis hin zur Pflicht für alle: Diese drei Wehrdienst-Modelle liegen Pistorius zur Entscheidung vor
by MoctorDoe

Von Optimierungen bis hin zur Pflicht für alle: Diese drei Wehrdienst-Modelle liegen Pistorius zur Entscheidung vor
by MoctorDoe
22 comments
Also wenn es ein Zurück zur Wehrpflicht gibt, dann wäre nur die 3. im Artikel beschriebene Option fair, also für Männer und Frauen. Außerdem fände ich es nicht gerecht, wenn man wieder mit einem Hungerlohn abgespeist wird, wenn man seine Pflicht erfüllt, ob jetzt Bundeswehr oder Zivildienst. Ich sehe hier das Risiko, dass der jungen Generation ein Jahr vollwertiges Einkommen wegfällt und man als billiger Lohnsklave behandelt wird, der ein Jahr für Lau ackert.
Was passiert mit Männern, die seit 2011 weder Wehr- noch Zivildienst geleistet haben? Gehöre zu dieser Gruppe. Müssten wir bei Bedarf doch noch ran?
Vielleicht ist das aber auch ne Gelegenheit, endlich mal beim THW vorbei zu schauen.
Vielleicht einfach erstmal die Bundeswehr soweit auf Vordermann bringen dass die Berufsoldaten und Soldatinnen ausreichend versorgt sind.
Wenn die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver wird gibt’s auch mehr freiwillige.
Wehrpflicht wieder aufbauen, egal in welcher Form, wird so verdammt viel Geld kosten
Verpflichtender Zivildienst und bei Eignung darf mit der Bundeswehr Ersatzdienst geleistet werden. Dazu dürfen im Krankenhaus/Pflege die Zivis nicht in die Quote mit einberechnet werden. Falls die Quote an dem Tag nicht erfüllt wird darf der Zivi auch nicht arbeiten.
Jetzt rein theoretisch wenn das durchgehm würde, ich wurde letztlich erst ausgemustert für mind. 2 Jahre und in Zivildienst wollten die micht nicht reinstecken, dann wär ich ja raus aus der Sache, bis 2026
Eine Wehrpflicht löst doch das Problem nicht. Die Bundeswehr ist kein attraktiver Arbeitgeber. Das fängt damit an, dass sie schlecht ausgerüstet ist und geht bis zur Unterstellung, rechts zu sein.
Macht man die Bundeswehr zu einem attraktiven AG, entscheiden sich auch mehr dazu, hinzugehen.
Durch zwang bringt man nicht mehr dazu, nach dem Zwangsdienst auch dort zu bleiben, und dann hat man genau 0 Probleme gelöst.
Die Bundeswehr hatte schon vor 30 Jahren keine Kapazität alle Leute einzuziehen. Das war ja genau das Problem mit der Wehrgerechtigkeit und warum das Verfassungsgericht das ziemlich sicher gekippt hätte, wenn die Praxis nicht ausgesetzt wurde.
Dann haben wir natürlich weiterhin das Problem, dass die Bundeswehrprobleme nicht gelöst sind, wenn du plötzlich Fleischschilde zur Verfügung hast. Die Bundeswehr hat massive Probleme und Wehrpflicht macht das alles keinen Deut besser.
Dann natürlich noch das Problem, dass Nato Doktrin und eine solche Art von Wehrpflicht relativ inkompatibel sind. Wir haben einfach keine Massenarmee Strategie, wo wir einfach so lange Soldaten vorschicken bis die andere Seite keine Munition mehr hat. Das ist die russische Methode. Wir haben hochspezialisiertes Equipment im Einsatz, das entsprechende Ausbildung und Schulung benötigt. Nicht Leute die unfreiwillig 9 Monate da sind.
Natürlich könnte man das schweizer oder finnische Modell machen, aber davon redet ja niemand.
Wir können gerne über sinnhafte Sachen reden, wenn die Bundeswehr ihre grundlegenden Probleme gefixt hat, was im wesentlichen auf “Schwarze Null” hinausläuft. Aber bis dahin fühlt sich die Diskussion eher an wie “unser Gesundheitssystem braucht Sklaven, weil wir die Gehälter nicht erhöhen wollen” und “DIESER VERDAMMTEN JUGEND MÜSSEN WIR ES MAL ZEIGEN!!!!!!!!!111einself”.
Alle Geschlechter zum 18. Geburtstag anschreiben und wer den Fragebogen ausfüllt bekommt Fuffzisch Mark auf die Hand. Gleichzeitig Wehrdienst attraktiv machen, damit die jungen Leute da auch Bock drauf haben. Gibt genug, die nach der Schule noch nicht genau wissen, was sie mal machen wollen. Wenn das gut bezahlt wird und man hinterher was fürn Lebenslauf hat, dann brauch man auch nicht massenhaft Leute dazu zwingen.
Dabei entzieht man dem Arbeitsmarkt auch eine ganze Menge Menschen. Wie hoch da wohl zusätzlich der Schaden wäre.
Wie oft wollen die das tote Pferd noch reiten?
Das hat doch nichts mit sicherheitspolitischen Bedürfnissen zu tun, da geht es doch nur darum ein paar Ewiggestrige zufrieden zu stellen, die gerne die Uhr zurückdrehen würden.
Wenn Menschen etwas nicht tun wollen weil es woanders besser für sie ist, dann zwingen wir sie einfach dazu, perfekt. Die Motivation muss förmlich aus den Rekruten sprudeln, wenn sie daran denken was sie eigentlich gerne nach der Schule gemacht hätten, während sie mit 30kg Gepäck kilometerlange Fußmärsche durchführen. Ich bin dafür, dass wir Menschen auch dazu zwingen Lehrer zu werden, und Fachkraft, und Pflegepersonal, und Arzt (aber nur auf dem Land natürlich).
Wehrpflicht wäre noch das Sahnehäubchen auf der Verarschungstorte für alle junge Menschen
Vorwärts nimmer, rückwärts immer.
Typisch konservative Parteien. Die einzige Lösung die die kennen ist die Rückkehr zum alten bekannten. Dabei wird noch nicht mal von der Tapete bis zur Wand gedacht. Zukünftige Kriege werden nicht mit Soldaten in Schützengräben gewonnen, sondern durch Technologie. Was kostet die GA eines Soldaten? Eine Drohne mit einer Granate liegt zurzeit zwischen 1000-2000$. Wir brauchen Hightech nicht billige Arbeitskräfte. Den Leuten ein Jahr ihrer Ausbildung, Studiums, etc weg zu nehmen ist genau das falsche. Vor allem mit dem wieso wieso schon veralteten Schulsystem.
Ein Jahr Bund oder Zivi für alle, da wär ich auf jeden Fall dafür
Ja nice. Aber ich würde es gerne sehen, dass alle Rentner dann (sofern gesundhtl. möglich) ein Jahr Sozialarbeit machen, wenn sie in Rente gehen. Und für die Soldatis und Zivis einen vollen Rentenpunkt pro angef. Jahr 🙂
Boris: I nehm die Numma drei!
In Zeiten von Unsicherheiten und dem drohenden demagogischen Alterszerfall dieser Gesellschaft, ist der Vorschlag einer Dienstpflicht deutlich zu befürworten.
Nicht nur nörgeln, sondern dort engagieren wo es brennt.
Eine moderne und schlagkräftige Bundeswehr ist wichtiger denn je und sollte nicht Teil populistischer Forderungen oder Debatten sein.
Solange man – wie im letzten Absatz erwähnt – keine realistischen Finanzierungskonzepte hat, sind alle diskutierten Wehrdienst-Modelle mehr Populismus als realitätsnahe Forderungen. Ganz gleich, ob sie von der Regierung oder aus den Reihen der Opposition kommen.
Denn: Eine moderne und schlagkräftige Armee kostet seit jeher Jahr für Jahr sehr viel Geld. Unabhängig davon, ob sie auf Wehrpflichtige baut oder nicht.
Wehrpflicht-Armeen machen dabei natürlich nur Sinn, wenn man Wehrpflichtige – genau wie Berufssoldaten – (1) ihrem Auftrag und dem aktuellen Stand der Militärtechnik entsprechend ausrüsten und (2) ausbilden kann. Auch brauchen Wehrpflichtige – genau wie Berufsoldaten – zumindest (3) akzeptabel ausgestattete Kasernen. Von weiterer (4) moderner Infrastruktur (Autobahnen, Brücken, Bahnstrecken, Häfen, …) und Cyber-Abwehr ganz zu schweigen.
All dies kostet für zusätzliche Wehrpflichtige weit mehr Geld als die Bundeswehr aktuell zur Verfügung hat. Sondervermögen des Bundes inklusive.
Ganz zu schweigen davon, dass die Bundeswehr aktuell schon und immer noch nennenswerte Probleme hat ihre Berufsoldaten mit Blick auf die (5) persönliche Ausrüstung, (6) Ausrüstung mit modernen Handwaffen, und (7) Bereitstellung für den Einsatz nötiger, moderner Technik und Waffensysteme flächendeckend auszustatten.
Das ist doch alles absurd. Naja, und man wundert sich über die Politikverdrossenheit.
Ich wähle eine Partei, die sowas nicht in ihrem Wahlprogramm erwähnt hat. Will das jetzt durchboxen. Gleichzeitig dieser eklige Satz „Ich freue mich, dass die Union das selbe Ziel verfolgt“, d.h. man hat keine Möglichkeit gegen die Wehrpflicht zu stimmen.
Die unterschwellige Stimmung, dass Wählen nichts bringt und man immer das selbe nur in einer anderen Nuance bekommt, wird hier nochmal deutlich…
Also wenn Pistorius vor hat die SPD unwählbar zu machen, ist er genau auf dem richtigen Weg. Damit ja keine jungen Menschen auf die Idee kommen, SPD zu wählen und die Partei nicht mehr mit der Last nationaler Entscheidungen zu kämpfen hat.
Was sagen eigentlich unsere anderen Ampelparteien dazu?