>Bewerber erwarteten teilweise ein Nettogehalt von 3.000 Euro pro Monat plus Trinkgeld, sagt Schulz. Seine Angestellten verdienten in Vollzeit aber eher um die 1.800 Euro netto in Vollzeit; Durchschnitt für einen Job in der Küche.
Tja…
Was da steht:
>Schulz aber wünscht sich mehr Druck auf Arbeitslose. Für ihn ist der finanzielle Abstand nicht groß genug, der zwischen seinen Angestellten und den Menschen liegt, die Bürgergeld bekommen. Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Was ich lese:
> Keiner will für meine Dumpinglöhne arbeiten wie früher, deshalb muss das vom Verfassungsgericht auf ein menschenwürdiges Minimum gezwungene ALG2 wieder auf einen verfassungswirdigen Stand verringert werden. Außerdem muss die Leibeigenschaft oder hilfsweise Sklaverei wieder eingeführt werden, damit ich hier wieder wie früher haufenweise Geld (wenn das FA fragt: moderat viel Geld, mehr habe ich laut meiner Kasse nämlich nicht eingenommen zwinki zwonki) scheffeln kann.
> Schulz aber wünscht sich mehr Druck auf Arbeitslose. Für ihn ist der finanzielle Abstand nicht groß genug, der zwischen seinen Angestellten und den Menschen liegt, die Bürgergeld bekommen. Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Er ist SO kurz davor, den richtigen Schluss zu ziehen, nur um dann doch falsch abzubiegen.
Wie die Weigerung von Kleinunternehmern, mehr als Mindestlohn zu zahlen, Gaststuben leert.
Quelle: Bin Sohn eines Gastwirts, der wegen genau so einer Scheiße seinen Laden geschlossen hat.
Dann zahl halt mehr lol. Für Mindestlohn in der Gastro zu arbeiten und auf Spenden der Kunden hoffen ist kein Angestelltenverhältnis das auf Dauer attraktiv ist.
Undankbarer hart Job mit langen Arbeitszeiten, die Feiertage durchackern und keine Gewerkschaft haben die einen unterstützt ist madig. Man kann sich beschweren wie man will, aber Deutschland ist durch die Pandemie gelaufen ohne ein Gasthaus zu besuchen. Unsere Priorität liegt bei Toielttenpapier, Pasta und Hefe.
Mein Bruder hat sich nach seiner Ausbildung in der Gastro auch neu orientiert bzw. beginnt nun eine zweite Ausbildung, weil Bezahlung und Arbeitsbedingungen nicht gestimmt haben.
Paradebeispiel für deutsche Gastwirte. Die gehen pleite und verdienen es auch. Die sind nicht hell.
Der Markt regelt: Geschäftsmodelle mit scheiss Arbeitsplätzen finden keine Arbeitnehmer.
Dazu kommt noch, das ich nicht immer 60 Euro für zwei Personen zahlen kann.
Was für ein Stück Scheisse, dieser “Unternehmer”
Kellnern kann Spass machen.
Für einen überschaubaren Zeitraum. Wenn Lohn halbwegs passt, mit einem Leben vereinbar, Gäste sich einigermaßen benehmen und der Rückhalt vorhanden wenn nicht.
Was ist das für ein beschissener Gastwirt, der nicht kappiert, dass sein Laden nur läuft wenn seine Mitarbeiter motiviert Dienst am Kunden bringen? Nein Schulzi, es ist nicht allein dein großes Schnitzel, toller Cocktail oder [beliebige Einrichtung], Gäste kommen wenn sie gut behandelt werden.
Was er möchte, kommt Zuhälterei von Elendsprostitution nahe.
Ich werde hier bei de dafür zwar ins bodenlose gewählt, aber: in was für einer welt lebt ihr eigentlich, in welcher ihr euch 50 bis 60k brutto für eine ungelernte Kraft vorstellt? Plus Trinkgeld, da ich selber gekellnert habe: ist man flink sind 50 bis 100 Euro am Abend normal. Da sind dann 5k Netto im Monat?! Gehts noch? Soviel verdient kaum ein angestellter Arzt der dafür lange bis zum erbrechen studiert hat.
So sieht die Realität für einen Arbeitgeber aus, wenn man eine Stelle ausgeschrieben hat: 90% der Bewerber sind Pseudobewerbungen fürs Amt. Die kommen bei mir ganz offen in den Laden und sagen: ich muss fürs Amt unterschreiben, dass die da waren. Ich könnte garnicht so viel essen wie ich kotzen möchte wenn ich gleichzeitig meine Abgabenlast sehe…
Darüber hinaus kommt jetzt massiv der Geburtenknick zum Tragen und es gibt schlichtweg kaum noch arbeitswillige Arbeitskräfte auf dem freien Markt. Das einzige was ihr für eine Idee habt ist noch mehr Geld hinterher schmeißen, aber gleichzeitig jammert ihr über die steigenden Preise die die bösen bösen Kapitalisten verursachen…
Dann muss das Essen eben ein paar Euro teurer gemacht werden. Gastrojobs sind im Allgemeinen schlecht bezahlt und man arbeitet zu Zeiten wo andere frei haben.
Angebot und Nachfrage kann nicht immer nur in eine Richtung gehen. 1800€ Netto in einer Stadt wie Berlin ist nichts; wie soll das gehen, warum soll ich da ackern? 2.2 wäre besser aber immer noch recht wenig.
Der Typ hat vor 10 Jahren schon gegen Harz4 gewettert:
„Gastwirt Mario Schulz (42) von der „Gerichtslaube“ Seit mehreren Jahren sucht er verzweifelt gutes Personal“
„Schulz fordert: „Der Staat sollte bei solchen Menschen härter durchgreifen und Sanktionen durchsetzen!““
Ich empfehle jedem der Probleme in der Gastronomie sieht. Einen Ausflug in die Vulkan-Brauerei in Mendig. Da kann man lernen, wie man durch anständige Bezahlung, gute Benefits und das Ernstnehmen der Interessen der Angestellten es erreicht, kein Personalproblem, tollen Service und ein volles Haus zu jeder Tages- und Nachtzeit durch einen herrvorragenden ruf zu haben imstande ist.
ich war 25 Jahre lang Koch. vor zwei Jahren gab es in dem Hotel eine Komplettsanierung/Umbau weswegen 1 Jahr lang geschlossen war. In der Zeit habe ich mir etwas anderes gesucht außerhalb der Gastronomie, um genau zu sein Zeitungen austragen als Springer.
Nachdem das Jahr um war und mein Chef mich wieder einstellen wollte und ich ihm gesagt habe das mir mein neuer Job an sich gefällt (bin gern alleine) und auch in allen zahlenmäßigen belangen besser ist als was er mir anbietet, hat er mir ein neues Angebot gemacht.
* von 4 Wochen Urlaub auf 5 erhöht, aber 3 Wochen davon muss ich im November in den Beriebsferien nehmen. bei der Zeitung kann ich die 5 Wochen Urlaub nehmen wann und wie ich will
*ein Brutto Gehalt von 2800€ bei 40 Stunden/Woche. bei der Zeitung kriege ich 2650 brutto bei 39Stunden/Woche und 25% Nachtzuschlag aufs komplette Gehalt.
*Das Wochenende und alle Feiertage arbeiten, Abends immer arbeiten.
*im Prinzip würde ich da eine art individuell konzipierte chef position haben also sprich einkauf, organisation, Kundengespräche, andere Mitarbeiter anleiten/einarbeiten, die karte mitgestalten(nicht alleine aber es wird quasi erwartet das ich da mit wirke und halt kochen.
unterm Strich würde ich netto ca 500€ weniger verdienen, mehr arbeiten pro Woche und schlechtere Urlaubsbedingungen haben bei über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und Berufserfahrung in einer quasi Chefposition, als wenn ich Nachts durch die Gegend laufe und Zeitungen in Briefkästen stecke.
vor kurzem habe ich mal eine Stellenanzeige von ihm gesehen, offensichtlich sind alle Stellen noch frei. das hat ganz bestimmt etwas mit den Sozialleistungen und Arbeitsunwillen zu tun.
Jobs in der Gastronomie sind ganz allgemein scheiße, so ganz unabhängig vom Arbeitgeber. man muss halt arbeiten wenn alle anderen frei haben und stress und damit angespannte Situationen lassen sich kaum vermeiden. Wenn man Leute haben möchte die diese Jobs machen muss man halt entsprechend was für bieten als Ausgleich. Geld zb wenn einem sonst nix einfällt.
Wenn ich da lese das dieser Wirt 600€/monat für annoncen ausgibt und 3000€ Umsatz pro tag verliert, frage ich mich mich ob es nicht einfacher wäre den Mitarbeitern 600€ mehr zu zahlen?
>selbst der Tellerwäscher bekomme mehr als den Mindestlohn, sagt Schulz.
Jeder Geschäftsführer, der denkt, dass der Mindestlohn ein Maßstab für ein gutes Gehalt wäre, hat’s auch nicht anders verdient.
Ist das nicht nur ein Teil der Wahrheit? Vielleicht ist das Modell Restaurant auch schlicht nicht mehr so tragbar, wie es das mal war.
Sind wir mal ehrlich, ein (ungelernter) Kellner kann (Stand jetzt mit dem aktuellen System) keine 50-60K verdienen. Nur mal so als Vergleich: das bekommt ein Richter mit R1 zum Berufseinstieg.
Auf der anderen Seite sind 1800€ netto bei den gestiegenen Lebenshaltungskosten kein attraktiver Deal, wenn man sich den Stress und die Arbeitsbedingungen ansieht. Natürlich springen die ohnehin knappen Kräfte ab. Im Konzern Zahlen schubsen bringt bei deutlich weniger Stress signifikant mehr ein.
Wir leben in einem Land mit maximalster Abgabenbelastung, anziehenden Lebenserhaltungskosten und vergleichsweise niedrigem Lohngefüge über (fast) alle Branchen hinweg. Da stirbt so ein „Luxus“ wie Restaurantbesuche weg. Von fremden Menschen gekochtes Essen, was fünfmal so viel kostet wie wenn man sich zuhause was macht, produziert und an den Tisch gebracht durch Ausbeutung der untersten in der Nahrungskette.
>Bewerber erwarteten teilweise ein Nettogehalt von 3.000 Euro pro Monat plus Trinkgeld, sagt Schulz.
G’schichten aus dem Paulanergarten
Sehe ehrlich gesagt in der Gastro ein Markt in dem Angebot und Nachfrage die Dinge ganz gut regeln. Der Job erfordert (außer in der Küche keine Ausbildung), wenn ich also genug zahle, bekomme ich auch genug Leute.
Wenn mein Restaurant dann unwirschaftlich ist, muss ich es halt zu machen, oder z.b. auf Selbstbedinung umsteigen.
Wenn es wirklich zu wenig Gastronomie gibt, könnte ich ja einfach höhere Preise verlangen.
Ich denke mit der Situation vor 20 Jahren kann man das nicht vergleichen. Damals gab es auf der Bank ja für Spareinlagen viel höhere Zinsen. Entsprechend hohe Einnahmen konnte man dann auch bei Wagnisinvestitionen wie Restaurants erwarten. Heute kann ich mit so einer Geschäftsidee einfach nicht mehr ganz so große Gewinne einfahren.
>Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Ui, toll… unmotivierte (weil unter Druck gesetzte und schlecht bezahlte) Mitarbeiter, die einem durch schlechten Service und schlechte Küche die Gäste vergraulen.
1A Geschäftsmodell. Kein Wunder das Gastronomen so oft, so schnell pleite gehen.
Hier wurde auch n sehr gut laufendes deutsches lokal nach besitzerwechsel kaputtgewirtschaftet.
Das gute personal ging. Preise wurden zt verdoppelt. Trotzdem am personal gespart bis zu nem punkt an dem an absoluten mega tagen (sonntag sommer, top wetter) er nicht öffnen konnte da personalmangel und “ja keiner mehr arbeiten will”.
War das letzte mal das ich hingehen wollte. An solchen tagen spontan zu und dem kunden was vorheulen über das faule personal.
Kenne keinen der da noch hingeht.
So ist das wenn das ganze Geld nach oben fließt und nicht mit in der Breite der Gesellschaft ist. So ein Milliardäre kann nicht für Abertausende Menschen lokal essen gehen und das ausgleichen. Die fliegen sonst wo hin in Sterne-Restaurants und geben da ihr Geld aus.
Deutschland hat kaufkraftbereinigt den höchsten allgemeinen Mindestlohn der Welt. Von “Dumpinglöhnen” kann keine Rede sein.
25 comments
>Bewerber erwarteten teilweise ein Nettogehalt von 3.000 Euro pro Monat plus Trinkgeld, sagt Schulz. Seine Angestellten verdienten in Vollzeit aber eher um die 1.800 Euro netto in Vollzeit; Durchschnitt für einen Job in der Küche.
Tja…
Was da steht:
>Schulz aber wünscht sich mehr Druck auf Arbeitslose. Für ihn ist der finanzielle Abstand nicht groß genug, der zwischen seinen Angestellten und den Menschen liegt, die Bürgergeld bekommen. Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Was ich lese:
> Keiner will für meine Dumpinglöhne arbeiten wie früher, deshalb muss das vom Verfassungsgericht auf ein menschenwürdiges Minimum gezwungene ALG2 wieder auf einen verfassungswirdigen Stand verringert werden. Außerdem muss die Leibeigenschaft oder hilfsweise Sklaverei wieder eingeführt werden, damit ich hier wieder wie früher haufenweise Geld (wenn das FA fragt: moderat viel Geld, mehr habe ich laut meiner Kasse nämlich nicht eingenommen zwinki zwonki) scheffeln kann.
> Schulz aber wünscht sich mehr Druck auf Arbeitslose. Für ihn ist der finanzielle Abstand nicht groß genug, der zwischen seinen Angestellten und den Menschen liegt, die Bürgergeld bekommen. Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Er ist SO kurz davor, den richtigen Schluss zu ziehen, nur um dann doch falsch abzubiegen.
Wie die Weigerung von Kleinunternehmern, mehr als Mindestlohn zu zahlen, Gaststuben leert.
Quelle: Bin Sohn eines Gastwirts, der wegen genau so einer Scheiße seinen Laden geschlossen hat.
Dann zahl halt mehr lol. Für Mindestlohn in der Gastro zu arbeiten und auf Spenden der Kunden hoffen ist kein Angestelltenverhältnis das auf Dauer attraktiv ist.
Undankbarer hart Job mit langen Arbeitszeiten, die Feiertage durchackern und keine Gewerkschaft haben die einen unterstützt ist madig. Man kann sich beschweren wie man will, aber Deutschland ist durch die Pandemie gelaufen ohne ein Gasthaus zu besuchen. Unsere Priorität liegt bei Toielttenpapier, Pasta und Hefe.
Mein Bruder hat sich nach seiner Ausbildung in der Gastro auch neu orientiert bzw. beginnt nun eine zweite Ausbildung, weil Bezahlung und Arbeitsbedingungen nicht gestimmt haben.
Paradebeispiel für deutsche Gastwirte. Die gehen pleite und verdienen es auch. Die sind nicht hell.
Der Markt regelt: Geschäftsmodelle mit scheiss Arbeitsplätzen finden keine Arbeitnehmer.
Dazu kommt noch, das ich nicht immer 60 Euro für zwei Personen zahlen kann.
Was für ein Stück Scheisse, dieser “Unternehmer”
Kellnern kann Spass machen.
Für einen überschaubaren Zeitraum. Wenn Lohn halbwegs passt, mit einem Leben vereinbar, Gäste sich einigermaßen benehmen und der Rückhalt vorhanden wenn nicht.
Was ist das für ein beschissener Gastwirt, der nicht kappiert, dass sein Laden nur läuft wenn seine Mitarbeiter motiviert Dienst am Kunden bringen? Nein Schulzi, es ist nicht allein dein großes Schnitzel, toller Cocktail oder [beliebige Einrichtung], Gäste kommen wenn sie gut behandelt werden.
Was er möchte, kommt Zuhälterei von Elendsprostitution nahe.
Ich werde hier bei de dafür zwar ins bodenlose gewählt, aber: in was für einer welt lebt ihr eigentlich, in welcher ihr euch 50 bis 60k brutto für eine ungelernte Kraft vorstellt? Plus Trinkgeld, da ich selber gekellnert habe: ist man flink sind 50 bis 100 Euro am Abend normal. Da sind dann 5k Netto im Monat?! Gehts noch? Soviel verdient kaum ein angestellter Arzt der dafür lange bis zum erbrechen studiert hat.
So sieht die Realität für einen Arbeitgeber aus, wenn man eine Stelle ausgeschrieben hat: 90% der Bewerber sind Pseudobewerbungen fürs Amt. Die kommen bei mir ganz offen in den Laden und sagen: ich muss fürs Amt unterschreiben, dass die da waren. Ich könnte garnicht so viel essen wie ich kotzen möchte wenn ich gleichzeitig meine Abgabenlast sehe…
Darüber hinaus kommt jetzt massiv der Geburtenknick zum Tragen und es gibt schlichtweg kaum noch arbeitswillige Arbeitskräfte auf dem freien Markt. Das einzige was ihr für eine Idee habt ist noch mehr Geld hinterher schmeißen, aber gleichzeitig jammert ihr über die steigenden Preise die die bösen bösen Kapitalisten verursachen…
Dann muss das Essen eben ein paar Euro teurer gemacht werden. Gastrojobs sind im Allgemeinen schlecht bezahlt und man arbeitet zu Zeiten wo andere frei haben.
Angebot und Nachfrage kann nicht immer nur in eine Richtung gehen. 1800€ Netto in einer Stadt wie Berlin ist nichts; wie soll das gehen, warum soll ich da ackern? 2.2 wäre besser aber immer noch recht wenig.
Der Typ hat vor 10 Jahren schon gegen Harz4 gewettert:
„Gastwirt Mario Schulz (42) von der „Gerichtslaube“ Seit mehreren Jahren sucht er verzweifelt gutes Personal“
„Schulz fordert: „Der Staat sollte bei solchen Menschen härter durchgreifen und Sanktionen durchsetzen!““
https://www.bz-berlin.de/archiv-artikel/wirt-sucht-personal-jobcenter-schickt-freche-bewerber
Rentner an die Arbeitsfront! 😂
Ich empfehle jedem der Probleme in der Gastronomie sieht. Einen Ausflug in die Vulkan-Brauerei in Mendig. Da kann man lernen, wie man durch anständige Bezahlung, gute Benefits und das Ernstnehmen der Interessen der Angestellten es erreicht, kein Personalproblem, tollen Service und ein volles Haus zu jeder Tages- und Nachtzeit durch einen herrvorragenden ruf zu haben imstande ist.
ich war 25 Jahre lang Koch. vor zwei Jahren gab es in dem Hotel eine Komplettsanierung/Umbau weswegen 1 Jahr lang geschlossen war. In der Zeit habe ich mir etwas anderes gesucht außerhalb der Gastronomie, um genau zu sein Zeitungen austragen als Springer.
Nachdem das Jahr um war und mein Chef mich wieder einstellen wollte und ich ihm gesagt habe das mir mein neuer Job an sich gefällt (bin gern alleine) und auch in allen zahlenmäßigen belangen besser ist als was er mir anbietet, hat er mir ein neues Angebot gemacht.
* von 4 Wochen Urlaub auf 5 erhöht, aber 3 Wochen davon muss ich im November in den Beriebsferien nehmen. bei der Zeitung kann ich die 5 Wochen Urlaub nehmen wann und wie ich will
*ein Brutto Gehalt von 2800€ bei 40 Stunden/Woche. bei der Zeitung kriege ich 2650 brutto bei 39Stunden/Woche und 25% Nachtzuschlag aufs komplette Gehalt.
*Das Wochenende und alle Feiertage arbeiten, Abends immer arbeiten.
*im Prinzip würde ich da eine art individuell konzipierte chef position haben also sprich einkauf, organisation, Kundengespräche, andere Mitarbeiter anleiten/einarbeiten, die karte mitgestalten(nicht alleine aber es wird quasi erwartet das ich da mit wirke und halt kochen.
unterm Strich würde ich netto ca 500€ weniger verdienen, mehr arbeiten pro Woche und schlechtere Urlaubsbedingungen haben bei über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und Berufserfahrung in einer quasi Chefposition, als wenn ich Nachts durch die Gegend laufe und Zeitungen in Briefkästen stecke.
vor kurzem habe ich mal eine Stellenanzeige von ihm gesehen, offensichtlich sind alle Stellen noch frei. das hat ganz bestimmt etwas mit den Sozialleistungen und Arbeitsunwillen zu tun.
Jobs in der Gastronomie sind ganz allgemein scheiße, so ganz unabhängig vom Arbeitgeber. man muss halt arbeiten wenn alle anderen frei haben und stress und damit angespannte Situationen lassen sich kaum vermeiden. Wenn man Leute haben möchte die diese Jobs machen muss man halt entsprechend was für bieten als Ausgleich. Geld zb wenn einem sonst nix einfällt.
Wenn ich da lese das dieser Wirt 600€/monat für annoncen ausgibt und 3000€ Umsatz pro tag verliert, frage ich mich mich ob es nicht einfacher wäre den Mitarbeitern 600€ mehr zu zahlen?
>selbst der Tellerwäscher bekomme mehr als den Mindestlohn, sagt Schulz.
Jeder Geschäftsführer, der denkt, dass der Mindestlohn ein Maßstab für ein gutes Gehalt wäre, hat’s auch nicht anders verdient.
Ist das nicht nur ein Teil der Wahrheit? Vielleicht ist das Modell Restaurant auch schlicht nicht mehr so tragbar, wie es das mal war.
Sind wir mal ehrlich, ein (ungelernter) Kellner kann (Stand jetzt mit dem aktuellen System) keine 50-60K verdienen. Nur mal so als Vergleich: das bekommt ein Richter mit R1 zum Berufseinstieg.
Auf der anderen Seite sind 1800€ netto bei den gestiegenen Lebenshaltungskosten kein attraktiver Deal, wenn man sich den Stress und die Arbeitsbedingungen ansieht. Natürlich springen die ohnehin knappen Kräfte ab. Im Konzern Zahlen schubsen bringt bei deutlich weniger Stress signifikant mehr ein.
Wir leben in einem Land mit maximalster Abgabenbelastung, anziehenden Lebenserhaltungskosten und vergleichsweise niedrigem Lohngefüge über (fast) alle Branchen hinweg. Da stirbt so ein „Luxus“ wie Restaurantbesuche weg. Von fremden Menschen gekochtes Essen, was fünfmal so viel kostet wie wenn man sich zuhause was macht, produziert und an den Tisch gebracht durch Ausbeutung der untersten in der Nahrungskette.
>Bewerber erwarteten teilweise ein Nettogehalt von 3.000 Euro pro Monat plus Trinkgeld, sagt Schulz.
G’schichten aus dem Paulanergarten
Sehe ehrlich gesagt in der Gastro ein Markt in dem Angebot und Nachfrage die Dinge ganz gut regeln. Der Job erfordert (außer in der Küche keine Ausbildung), wenn ich also genug zahle, bekomme ich auch genug Leute.
Wenn mein Restaurant dann unwirschaftlich ist, muss ich es halt zu machen, oder z.b. auf Selbstbedinung umsteigen.
Wenn es wirklich zu wenig Gastronomie gibt, könnte ich ja einfach höhere Preise verlangen.
Ich denke mit der Situation vor 20 Jahren kann man das nicht vergleichen. Damals gab es auf der Bank ja für Spareinlagen viel höhere Zinsen. Entsprechend hohe Einnahmen konnte man dann auch bei Wagnisinvestitionen wie Restaurants erwarten. Heute kann ich mit so einer Geschäftsidee einfach nicht mehr ganz so große Gewinne einfahren.
>Schulz ist überzeugt: Wenn Arbeitslose weniger Geld bekämen, würden sich mehr Menschen dazu aufraffen, in der Gerichtslaube zu kochen, zu kellnern oder zu putzen.
Ui, toll… unmotivierte (weil unter Druck gesetzte und schlecht bezahlte) Mitarbeiter, die einem durch schlechten Service und schlechte Küche die Gäste vergraulen.
1A Geschäftsmodell. Kein Wunder das Gastronomen so oft, so schnell pleite gehen.
Hier wurde auch n sehr gut laufendes deutsches lokal nach besitzerwechsel kaputtgewirtschaftet.
Das gute personal ging. Preise wurden zt verdoppelt. Trotzdem am personal gespart bis zu nem punkt an dem an absoluten mega tagen (sonntag sommer, top wetter) er nicht öffnen konnte da personalmangel und “ja keiner mehr arbeiten will”.
War das letzte mal das ich hingehen wollte. An solchen tagen spontan zu und dem kunden was vorheulen über das faule personal.
Kenne keinen der da noch hingeht.
So ist das wenn das ganze Geld nach oben fließt und nicht mit in der Breite der Gesellschaft ist. So ein Milliardäre kann nicht für Abertausende Menschen lokal essen gehen und das ausgleichen. Die fliegen sonst wo hin in Sterne-Restaurants und geben da ihr Geld aus.
Deutschland hat kaufkraftbereinigt den höchsten allgemeinen Mindestlohn der Welt. Von “Dumpinglöhnen” kann keine Rede sein.