>Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2025 vorliegen, bis dahin wollen die Wissenschaftler die Daten gründlich analysieren.
Ich denke es kann nochmal einen gewissen Unterschied machen, wenn man weiß dass das Geld nur für eine begrenzte Zeit gezahlt wird. Aber das werden die Wissenschaftler vermutlich auch wissen.
> Dominic Schiffer muss in seinem täglichen Leben von jetzt an wieder ohne Grundeinkommen auskommen. Sein persönliches Fazit ist durchwachsen. Ihm selbst habe das Grundeinkommen viel gebracht. Aber wenn es deutschlandweit käme, sorgt und fragt er sich, würden dann nicht die Preise steigen, weil alle mehr Geld hätten? Es gibt noch viele offene Fragen beim bedingungslosen Grundeinkommen.
Da ist es wieder: das Schreckgespenst!
Das ist im Grunde auch der grösste Fehler dieser Studie. Um aussagekräftig zu sein, darf sie eben nicht enden. Irgendjemand muss einfach mal das Geld hinblättern, das ein Einkommen bis zum Lebensende garantiert.
Was genau erhofft man sich jetzt genau an Daten durch diese Studie? Makroökonimische Folgen kann man damit ja nicht messen, also bleibt nur die individuelle persönliche Ebene.
Menschen sind entspannter wenn ihnen mehr Geld zur Verfügung steht? Wow, krass.
Menschen krempeln nicht ihr komplettes Leben wenn sie für eine befristete Zeit zusätzlich Geld bekommen? Puh, wer hätte es gedacht.
Je nach finanzieller Bildung wird das Geld entweder verkonsumiert oder angelegt? r/Finanzen lässt Grüßen.
Wirklich erforschen könnte man ein BGE nur, wenn man es einfach mal einführt. Die ganzen wirtscchaftlichen Folgen kann man in einer Studie nicht erforschen.
Bedingungsloses grundeinkommen würde auch richtig viel Verwaltungskosten sparen, wenn man einfach sagt gut, jeder bekommt jetzt 1000 im Monat oder meinetwegen auch mehr und dafür gibt es kein Bürgergeld mehr
Wir HABEN ein BGE. Heißt ALG 2.
Ich kann mir aktuell beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen kommt, in Zeiten, in denen jeder Politiker den Fachkräftemangel als eines unserer größten wirtschaftlichen Probleme ausmacht. Würde ich 1200€ bekommen, ich würde entweder sofort meine Arbeitszeit reduzieren, oder ich würde diese 1200€ in einen ETF stecken und somit früher in Rente gehen. So oder so ginge Arbeitsleistung verloren. Eigentlich eine fast identische Diskussion wie bei der 4-Tage Woche mit vollem Lohnausgleich. Der feuchte Traum beim BGE war ja, dass Roboter und KI uns viele Jobs abnehmen und die somit “Befreiten” dann eben BGE kassieren. Aktuell sieht es aber eher so aus, als ob die so Befreiten sich dann eher zum Krankenpfleger oder Fliesenleger umschulen lassen müssten, also sich zuhause am BGE zu erfreuen, leider.
Solche Studien können nichts relevantes Aussagen, da sie immer in einem System stattfinden, in dem es kein BGE gibt.
Die Methodik ist leider ungeeignet, um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten. Wie bei jeden bisher durchgeführten Experiment dieser Art. Der Einfluss eines UBIs lässt sich nicht untersuchen, wenn man nur einen Teil der Bevölkerung betrachtet.
Das Problem sind relativistische Effekte. Für die meisten Anwendung ist eine Näherung von “Geld hat einen Konstanten Wert XYZ” gültig und anwendbar, damit sich Berechnungen vereinfachen. Jeder Mensch weiß aber auch, dass diese Näherung nur für Geldmengen gilt, die ein kleinen Anteil der Gesamtmenge ausmachen.
Auf die Frage “Welchen Wert hat Geld?” haben wenige Leute eine konkrete Antwort. Die einzige faktisch richtige Antwort ist, dass eine gewisse Summe an Geld genau den Wert hat, der des Anteils dieser Summe an der gesamten Geldmenge eines Systems beträgt. Einfaches Beispiel: Du agierst in einem Markt mit dem Gesamtvolumen von 1000 €, besitzt selbst 1 €. Dein Geld hat somit den Gesamtwert von 1/1000stel des Gesamtmarktwertes. Wenn dieser Markt jetzt einen Warenpool mit einer einzelnen Avocado beinhaltet, ist mein Geld 1/1000stel dieser Avocado wert, wenn es in diesem Markt 10.000 Äpfel gibt, dann ist mein Geld 10 Äpfel wert. Idee kann man von hier aufs große System skalieren.
Was meine ich jetzt mit relativistischen Effekten? Wenn eine Person monatlich ein bisschen Geld kriegt ist das Vergleichsweise mit dem Gesamtmarktwert so gering, dass sich relativistische Effekte nicht einstellen können. Das Ergebnis ist eine nicht messbare Inflation aufgrund des Experiments. Wenn der Universelle Anteil mitgeprüft werden soll, müssen wir ausnahmslos allen Leuten diese Summe auszahlen, nur um dann festzustellen, dass sich der Fraktionelle Wert einer gegeneinander nicht groß ändert. Es werden lediglich bereits bestehende Werte abgemildert. Angesparte Vermögen werden durch eine solche Maßnahme entwertet.
Das Ergebnis der reinen, theoretischen Betrachtung allein reicht schon aus, um die Idee zum Scheitern zu verurteilen. “Gratis Geld für alle” macht Geld lediglich wertlos. Wenn man so will, existiert dieses System bereits – denn man kann in der Theorie jedes physische oder theoretische Konstrukt als Geldwert benutzen, und somit auch in gleichmäßig großen Mengen verteilen – nur hat dieses Geld leider keinen Gegenwert.
Gibt es dennoch Hoffnung? Ja, aber nicht mit UBI. Geld hat die doofe Eigenschaft, eine unendliche Nachfrage zu haben. Wenn man die Ziele des UBIs ansieht (aka. Warum wollen wir das überhaupt machen??) geht es darum, die Grundbedürfnisse der Menschen ohne deren Arbeitsleistung zu decken. Und hier liegt die gute Nachricht – die Nachfrage nach Gütern zur Deckung der Grundbedürfnisse ist begrenzt. Niemand trinkt mehr als 10 Liter Wasser am Tag. Mit einer täglichen Freimenge von 5 Liter pro Person ist das Bedürfnis nach Trinkwasser quasi vollends gedeckt. Güter, im Gegensatz zu Geld, haben den großen Vorteil eines konstanten Wertes. Somit heißt die Lösung für das UBI Problem ganz einfach die unentgeltliche Bereitstellung von allen Lebensnotwendigen Gütern für alle Mitglieder der Gesellschaft.
Ob man diese Entwicklung sinnvoll findet oder durchführen möchte, ist eine andere Debatte. Aber es würde mich schon freuen wenn wir den Unsinn des UBI endlich begraben könnten – es ergibt schon rein theoretisch keinen Sinn.
(Edit: Ich weiß, die Debatte ist nicht neu, aber ich stehe trotzdem auf dem Schlauch.)
Kann mir mal jemand das BGE erklären, bitte?
Wenn das nur die Bedürftigen bekommen, dann ist das vom Bürgergeld nicht zu unterscheiden.
Wenn jeder das bekommt, also bspw. auch Kinder, dann würde eine 4-köpfige Familie 4000€ im Monat vom Staat bekommen?
Wer bezahlt das Ganze? Mir ist immer noch nicht klar, wie das funktionieren soll. Klar, hier und da wird mal eine Verwaltungsstelle frei, aber das macht doch keine 1000×84.000.000€ jeden Monat aus.
Als Vergleich: Der Bundeshaushalt beträgt 480 Milliarden. Ein Bürgergeld, bei dem jeder der 84 Millionen Bürger 1000€ pro Monat bekommt, würde 1008 Milliarden pro Jahr kosten.
Irgendwo hatte ich mal was von höheren Steuern gehört. Aber wenn das BGE sich *nur* durch Steuern finanzieren würde, dann müsste jeder Bürger *im Durchschnitt* auch 1000€ Steuern pro Monat nur für das BGE zahlen, plus halt all die Steuern, die für andere Zwecke ausgegeben werden.
War noch jemand hier in der Kontrollgruppe dabei?
was ich primär interessant fände wäre auch, inwiefern sich Löhne und Arbeitsbedingungen in verschiedenen Bereichen entwickeln würde, wenn wirklich niemand gezwungen wäre, jeden Kackjob annehmen zu müssen.
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>Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2025 vorliegen, bis dahin wollen die Wissenschaftler die Daten gründlich analysieren.
Ich denke es kann nochmal einen gewissen Unterschied machen, wenn man weiß dass das Geld nur für eine begrenzte Zeit gezahlt wird. Aber das werden die Wissenschaftler vermutlich auch wissen.
> Dominic Schiffer muss in seinem täglichen Leben von jetzt an wieder ohne Grundeinkommen auskommen. Sein persönliches Fazit ist durchwachsen. Ihm selbst habe das Grundeinkommen viel gebracht. Aber wenn es deutschlandweit käme, sorgt und fragt er sich, würden dann nicht die Preise steigen, weil alle mehr Geld hätten? Es gibt noch viele offene Fragen beim bedingungslosen Grundeinkommen.
Da ist es wieder: das Schreckgespenst!
Das ist im Grunde auch der grösste Fehler dieser Studie. Um aussagekräftig zu sein, darf sie eben nicht enden. Irgendjemand muss einfach mal das Geld hinblättern, das ein Einkommen bis zum Lebensende garantiert.
Was genau erhofft man sich jetzt genau an Daten durch diese Studie? Makroökonimische Folgen kann man damit ja nicht messen, also bleibt nur die individuelle persönliche Ebene.
Menschen sind entspannter wenn ihnen mehr Geld zur Verfügung steht? Wow, krass.
Menschen krempeln nicht ihr komplettes Leben wenn sie für eine befristete Zeit zusätzlich Geld bekommen? Puh, wer hätte es gedacht.
Je nach finanzieller Bildung wird das Geld entweder verkonsumiert oder angelegt? r/Finanzen lässt Grüßen.
Wirklich erforschen könnte man ein BGE nur, wenn man es einfach mal einführt. Die ganzen wirtscchaftlichen Folgen kann man in einer Studie nicht erforschen.
Bedingungsloses grundeinkommen würde auch richtig viel Verwaltungskosten sparen, wenn man einfach sagt gut, jeder bekommt jetzt 1000 im Monat oder meinetwegen auch mehr und dafür gibt es kein Bürgergeld mehr
Wir HABEN ein BGE. Heißt ALG 2.
Ich kann mir aktuell beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen kommt, in Zeiten, in denen jeder Politiker den Fachkräftemangel als eines unserer größten wirtschaftlichen Probleme ausmacht. Würde ich 1200€ bekommen, ich würde entweder sofort meine Arbeitszeit reduzieren, oder ich würde diese 1200€ in einen ETF stecken und somit früher in Rente gehen. So oder so ginge Arbeitsleistung verloren. Eigentlich eine fast identische Diskussion wie bei der 4-Tage Woche mit vollem Lohnausgleich. Der feuchte Traum beim BGE war ja, dass Roboter und KI uns viele Jobs abnehmen und die somit “Befreiten” dann eben BGE kassieren. Aktuell sieht es aber eher so aus, als ob die so Befreiten sich dann eher zum Krankenpfleger oder Fliesenleger umschulen lassen müssten, also sich zuhause am BGE zu erfreuen, leider.
Solche Studien können nichts relevantes Aussagen, da sie immer in einem System stattfinden, in dem es kein BGE gibt.
Die Methodik ist leider ungeeignet, um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten. Wie bei jeden bisher durchgeführten Experiment dieser Art. Der Einfluss eines UBIs lässt sich nicht untersuchen, wenn man nur einen Teil der Bevölkerung betrachtet.
Das Problem sind relativistische Effekte. Für die meisten Anwendung ist eine Näherung von “Geld hat einen Konstanten Wert XYZ” gültig und anwendbar, damit sich Berechnungen vereinfachen. Jeder Mensch weiß aber auch, dass diese Näherung nur für Geldmengen gilt, die ein kleinen Anteil der Gesamtmenge ausmachen.
Auf die Frage “Welchen Wert hat Geld?” haben wenige Leute eine konkrete Antwort. Die einzige faktisch richtige Antwort ist, dass eine gewisse Summe an Geld genau den Wert hat, der des Anteils dieser Summe an der gesamten Geldmenge eines Systems beträgt. Einfaches Beispiel: Du agierst in einem Markt mit dem Gesamtvolumen von 1000 €, besitzt selbst 1 €. Dein Geld hat somit den Gesamtwert von 1/1000stel des Gesamtmarktwertes. Wenn dieser Markt jetzt einen Warenpool mit einer einzelnen Avocado beinhaltet, ist mein Geld 1/1000stel dieser Avocado wert, wenn es in diesem Markt 10.000 Äpfel gibt, dann ist mein Geld 10 Äpfel wert. Idee kann man von hier aufs große System skalieren.
Was meine ich jetzt mit relativistischen Effekten? Wenn eine Person monatlich ein bisschen Geld kriegt ist das Vergleichsweise mit dem Gesamtmarktwert so gering, dass sich relativistische Effekte nicht einstellen können. Das Ergebnis ist eine nicht messbare Inflation aufgrund des Experiments. Wenn der Universelle Anteil mitgeprüft werden soll, müssen wir ausnahmslos allen Leuten diese Summe auszahlen, nur um dann festzustellen, dass sich der Fraktionelle Wert einer gegeneinander nicht groß ändert. Es werden lediglich bereits bestehende Werte abgemildert. Angesparte Vermögen werden durch eine solche Maßnahme entwertet.
Das Ergebnis der reinen, theoretischen Betrachtung allein reicht schon aus, um die Idee zum Scheitern zu verurteilen. “Gratis Geld für alle” macht Geld lediglich wertlos. Wenn man so will, existiert dieses System bereits – denn man kann in der Theorie jedes physische oder theoretische Konstrukt als Geldwert benutzen, und somit auch in gleichmäßig großen Mengen verteilen – nur hat dieses Geld leider keinen Gegenwert.
Gibt es dennoch Hoffnung? Ja, aber nicht mit UBI. Geld hat die doofe Eigenschaft, eine unendliche Nachfrage zu haben. Wenn man die Ziele des UBIs ansieht (aka. Warum wollen wir das überhaupt machen??) geht es darum, die Grundbedürfnisse der Menschen ohne deren Arbeitsleistung zu decken. Und hier liegt die gute Nachricht – die Nachfrage nach Gütern zur Deckung der Grundbedürfnisse ist begrenzt. Niemand trinkt mehr als 10 Liter Wasser am Tag. Mit einer täglichen Freimenge von 5 Liter pro Person ist das Bedürfnis nach Trinkwasser quasi vollends gedeckt. Güter, im Gegensatz zu Geld, haben den großen Vorteil eines konstanten Wertes. Somit heißt die Lösung für das UBI Problem ganz einfach die unentgeltliche Bereitstellung von allen Lebensnotwendigen Gütern für alle Mitglieder der Gesellschaft.
Ob man diese Entwicklung sinnvoll findet oder durchführen möchte, ist eine andere Debatte. Aber es würde mich schon freuen wenn wir den Unsinn des UBI endlich begraben könnten – es ergibt schon rein theoretisch keinen Sinn.
(Edit: Ich weiß, die Debatte ist nicht neu, aber ich stehe trotzdem auf dem Schlauch.)
Kann mir mal jemand das BGE erklären, bitte?
Wenn das nur die Bedürftigen bekommen, dann ist das vom Bürgergeld nicht zu unterscheiden.
Wenn jeder das bekommt, also bspw. auch Kinder, dann würde eine 4-köpfige Familie 4000€ im Monat vom Staat bekommen?
Wer bezahlt das Ganze? Mir ist immer noch nicht klar, wie das funktionieren soll. Klar, hier und da wird mal eine Verwaltungsstelle frei, aber das macht doch keine 1000×84.000.000€ jeden Monat aus.
Als Vergleich: Der Bundeshaushalt beträgt 480 Milliarden. Ein Bürgergeld, bei dem jeder der 84 Millionen Bürger 1000€ pro Monat bekommt, würde 1008 Milliarden pro Jahr kosten.
Irgendwo hatte ich mal was von höheren Steuern gehört. Aber wenn das BGE sich *nur* durch Steuern finanzieren würde, dann müsste jeder Bürger *im Durchschnitt* auch 1000€ Steuern pro Monat nur für das BGE zahlen, plus halt all die Steuern, die für andere Zwecke ausgegeben werden.
War noch jemand hier in der Kontrollgruppe dabei?
was ich primär interessant fände wäre auch, inwiefern sich Löhne und Arbeitsbedingungen in verschiedenen Bereichen entwickeln würde, wenn wirklich niemand gezwungen wäre, jeden Kackjob annehmen zu müssen.