Tja, mehr als ein Anschreiben aller potenziell Wehrpflichtigen dürfte in der Regierung auch nicht möglich sein. Immerhin wäre es gut mal die Verwaltungsstrukturen und Datenbasis für eine tatsächliche Wiedereinführung von Musterung und Wehrdienst zu schaffen.
Mittelfristig wird man um eine echte Wehrpflicht und einen Aufwuchs auf mindestens 250.000 Soldaten nicht herumkommen.
Immer hin ein sinvollerer Vorschlag als die Wehrpflicht. Anstatt Milliarden dafür zu verschwenden junge Menschen zu etwas zu zwingen worauf sie keinen Bock haben, könnte man den Wehrdienst für Freiwilligen wenigsten interessant gestalten und sinnvoll gestalten. Mein Vorschlag würde sogar weiter gehen. Wehrdienst mit einer Berufsausbildung verknüpfen. Man kriegt das gleiche Gehalt wie ein Wehrdienstleistender momentan, und leistet neben seiner Berufsausbildung den Wehrdienst ab. Ähnlich wie ein Duales Studium, nur halt anstatt dem Studium den Wehrdienst.
Verpflichtende Selbstauskunft, also gewissermaßen eine schriftliche Musterung, ist schonmal ein guter Schritt und definitiv besser als die Postkarte, die man aktuell bekommt.
Eine richtige Wehrpflicht war von Anfang an unrealistisch. Wenn man nur ein paar Prozent einzieht ist es ungerecht, wenn man alle einzieht fehlt die komplette Infrastruktur und das Geld um auch etwas mit den Leuten anzufangen. Wenn man auch Frauen einzieht muss man das Grundgesetz ändern und hat nochmal enorme Debatten, wenn man es nicht macht ist es ungerecht.
Ich finde die Debatte an sich aber durchaus sinnvoll, auch wenn ich momentan nicht sehe das eine Wehrpflicht realistisch ist. Wenn sich die Sicherheitslage nochmal deutlich verschlechtert für uns wäre sie auch wieder denkbar selbst mit den ganzen Problemen, aber hoffentlich kommt es nicht dazu.
Der wesentliche Teil den man trotzdem lösen muss ist das Anwerben neuer Soldaten. Die Wehrpflicht war ein sehr guter Rekrutierungskanal der jetzt weggefallen ist.
Hm, er scheint auf Freiwilligkeit zu setzen. In anderen Staaten funktioniert das auch. Ich war überrascht, als ich neulich gelesen hatte, dass China zwar auf dem Papier die Wehrpflicht hat, [aber offensichtlich noch nie angewandt hat](https://www.bbc.com/news/world-europe-44625625), da sich immer genug Freiwillige melden, zumindest in jüngerer Zeit.
Ich bin damals als einer von drei (von insgesamt 60 Jungs in meinem Jahrgang) eingezogen worden. Hab dann verweigert und Zivi gemacht, war zwar nicht schlecht und hat im Endeffekt auch meine Berufsentscheidung beeinflusst, aber die “Bezahlung” war ein Witz, da hat schon damals jeder Arbeitslose mehr ~~verdient~~ vom Amt bekommen.
Mit Zwang (der – Überraschung! – hauptsächlich von den Älteren gefordert wird) würde die Ablehnung gegen so einen Dienst nur noch mehr werden. Bezahlt die Leute ordentlich und sie kommen von ganz alleine.
>Solange sich ein neu aufgelegter Wehrdienst vor allem als verwalterischer Akt darstellen lässt, ziehen die Genossinnen und Genossen mit. Als Beitrag zu mehr »Kriegstüchtigkeit«, wie von Pistorius gefordert, wollen sie die Reform aber nicht verstanden wissen. (…)
>
>Da er weiß, dass die Mehrheit in dem Gremium von »Kriegstüchtigkeit« genug hat, erläuterte er ihnen, sein neues Modell sei erst mal nur zum Auffüllen der großen Personallücken bei der Bundeswehr gedacht.
Dieses Ausmaß an Realitätsverweigerung kommt einer intellektuellen und moralischen Bankrotterklärung gleich. Die SPD hat sich leider zu einem veritablen Sicherheitsproblem entwickelt. Man kann in der Ukraine aktuell genau beobachten, wie wichtig eine starke Reserve ist, und diese baut man nicht mal eben in ein paar Monaten auf.
Probleme, deren Lösung nicht ins eigene ideologische Konzept passen, in die Zukunft zu verschieben, so das eine Lösung dann noch teurer wird, ist keine seriöse Politik, das sollte man doch in den letzten Jahren langsam mal verstanden haben.
Ich fände ganz generell eine allgemeine Musterung zumindest in simpler Form sinnvoll
Das Theoretische Wissen darüber wer aus der Bevölkerung überhaupt helfen kann wenn jemand in der EU einmarschiert ist einfach immens wichtig
Das eine Wehrpflicht nichts werden kann ist klar es fehlt der Rückhalt aus der Bevölkerung aber noch viel mehr mangelt es an Ausbildungskapazitäten. Lieber die vorhandenen Soldaten ordentlich ausbilden und unterbringen als davon Gelder zu nehmen um ein paar Wehrpflichtige zu erhalten.
Ich finde aber die Bundeswehr muss generell attraktiver werden insbesondere was Reservisten angeht da gibt es enorm viele Motivierte Menschen die helfen möchten aber ihren Job dafür nicht aufgeben wollen. Hier muss mehr Werbung gemacht werden oder auch gerne neue Briefe verschickt werden und explizit auf die Reservistenangebote eingegangen werden.
Wenn die Anreize stimmen, kann das klappen. 🤔
Der [Archive-Link](https://archive.ph/j8aR8) funktioniert für mich leider nicht: “Die Website ist nicht erreichbar” 🙁
9 comments
Tja, mehr als ein Anschreiben aller potenziell Wehrpflichtigen dürfte in der Regierung auch nicht möglich sein. Immerhin wäre es gut mal die Verwaltungsstrukturen und Datenbasis für eine tatsächliche Wiedereinführung von Musterung und Wehrdienst zu schaffen.
Mittelfristig wird man um eine echte Wehrpflicht und einen Aufwuchs auf mindestens 250.000 Soldaten nicht herumkommen.
Immer hin ein sinvollerer Vorschlag als die Wehrpflicht. Anstatt Milliarden dafür zu verschwenden junge Menschen zu etwas zu zwingen worauf sie keinen Bock haben, könnte man den Wehrdienst für Freiwilligen wenigsten interessant gestalten und sinnvoll gestalten. Mein Vorschlag würde sogar weiter gehen. Wehrdienst mit einer Berufsausbildung verknüpfen. Man kriegt das gleiche Gehalt wie ein Wehrdienstleistender momentan, und leistet neben seiner Berufsausbildung den Wehrdienst ab. Ähnlich wie ein Duales Studium, nur halt anstatt dem Studium den Wehrdienst.
Verpflichtende Selbstauskunft, also gewissermaßen eine schriftliche Musterung, ist schonmal ein guter Schritt und definitiv besser als die Postkarte, die man aktuell bekommt.
Eine richtige Wehrpflicht war von Anfang an unrealistisch. Wenn man nur ein paar Prozent einzieht ist es ungerecht, wenn man alle einzieht fehlt die komplette Infrastruktur und das Geld um auch etwas mit den Leuten anzufangen. Wenn man auch Frauen einzieht muss man das Grundgesetz ändern und hat nochmal enorme Debatten, wenn man es nicht macht ist es ungerecht.
Ich finde die Debatte an sich aber durchaus sinnvoll, auch wenn ich momentan nicht sehe das eine Wehrpflicht realistisch ist. Wenn sich die Sicherheitslage nochmal deutlich verschlechtert für uns wäre sie auch wieder denkbar selbst mit den ganzen Problemen, aber hoffentlich kommt es nicht dazu.
Der wesentliche Teil den man trotzdem lösen muss ist das Anwerben neuer Soldaten. Die Wehrpflicht war ein sehr guter Rekrutierungskanal der jetzt weggefallen ist.
Hm, er scheint auf Freiwilligkeit zu setzen. In anderen Staaten funktioniert das auch. Ich war überrascht, als ich neulich gelesen hatte, dass China zwar auf dem Papier die Wehrpflicht hat, [aber offensichtlich noch nie angewandt hat](https://www.bbc.com/news/world-europe-44625625), da sich immer genug Freiwillige melden, zumindest in jüngerer Zeit.
Ich bin damals als einer von drei (von insgesamt 60 Jungs in meinem Jahrgang) eingezogen worden. Hab dann verweigert und Zivi gemacht, war zwar nicht schlecht und hat im Endeffekt auch meine Berufsentscheidung beeinflusst, aber die “Bezahlung” war ein Witz, da hat schon damals jeder Arbeitslose mehr ~~verdient~~ vom Amt bekommen.
Mit Zwang (der – Überraschung! – hauptsächlich von den Älteren gefordert wird) würde die Ablehnung gegen so einen Dienst nur noch mehr werden. Bezahlt die Leute ordentlich und sie kommen von ganz alleine.
>Solange sich ein neu aufgelegter Wehrdienst vor allem als verwalterischer Akt darstellen lässt, ziehen die Genossinnen und Genossen mit. Als Beitrag zu mehr »Kriegstüchtigkeit«, wie von Pistorius gefordert, wollen sie die Reform aber nicht verstanden wissen. (…)
>
>Da er weiß, dass die Mehrheit in dem Gremium von »Kriegstüchtigkeit« genug hat, erläuterte er ihnen, sein neues Modell sei erst mal nur zum Auffüllen der großen Personallücken bei der Bundeswehr gedacht.
Dieses Ausmaß an Realitätsverweigerung kommt einer intellektuellen und moralischen Bankrotterklärung gleich. Die SPD hat sich leider zu einem veritablen Sicherheitsproblem entwickelt. Man kann in der Ukraine aktuell genau beobachten, wie wichtig eine starke Reserve ist, und diese baut man nicht mal eben in ein paar Monaten auf.
Probleme, deren Lösung nicht ins eigene ideologische Konzept passen, in die Zukunft zu verschieben, so das eine Lösung dann noch teurer wird, ist keine seriöse Politik, das sollte man doch in den letzten Jahren langsam mal verstanden haben.
Ich fände ganz generell eine allgemeine Musterung zumindest in simpler Form sinnvoll
Das Theoretische Wissen darüber wer aus der Bevölkerung überhaupt helfen kann wenn jemand in der EU einmarschiert ist einfach immens wichtig
Das eine Wehrpflicht nichts werden kann ist klar es fehlt der Rückhalt aus der Bevölkerung aber noch viel mehr mangelt es an Ausbildungskapazitäten. Lieber die vorhandenen Soldaten ordentlich ausbilden und unterbringen als davon Gelder zu nehmen um ein paar Wehrpflichtige zu erhalten.
Ich finde aber die Bundeswehr muss generell attraktiver werden insbesondere was Reservisten angeht da gibt es enorm viele Motivierte Menschen die helfen möchten aber ihren Job dafür nicht aufgeben wollen. Hier muss mehr Werbung gemacht werden oder auch gerne neue Briefe verschickt werden und explizit auf die Reservistenangebote eingegangen werden.
Wenn die Anreize stimmen, kann das klappen. 🤔
Der [Archive-Link](https://archive.ph/j8aR8) funktioniert für mich leider nicht: “Die Website ist nicht erreichbar” 🙁
Könnte jemand den Volltext posten? Ü