
Langjähriger Lehrer rechnet ab: „Universitäten geflutet von Leuten, die da nichts verloren haben“
by Professional_Class_4

Langjähriger Lehrer rechnet ab: „Universitäten geflutet von Leuten, die da nichts verloren haben“
by Professional_Class_4
38 comments
Interessanter Titel von der Welt als würde sich 95% des Artikels nicht um ein ganz anderee Thema drehen.
Das mit der Highschool ist halt so ne Idee, die niemals funktionieren wird weil politisch unmöglich. Wer will denn “seine” Gymnasialkinder mit dem “Pack” zusammenhaben? Trennung nach sozialem Hintergrund lieben viele Eltern. Gymnasien abzuschaffen macht dich extrem unbeliebt.
Spannend, dass ich den Argumentationsgang so sehr ablehnen kann und dennoch zur selben Schlussfolgerung komme.
Vieles von dem, was er hervorbringt, beruht auf anekdotischer Evidenz und wird so nicht von der empirischen Bildungswissenschaft nicht bestätigt. Manches dagegen schon, Stichwort Rückgang der Lesekompetenz oder der Mathefähigkeit der SuS bei PISA (auch wenn PISA ganz eigene Probleme mitbringt).
>Ein Instrument dabei war der sogenannte Elternwille. In den meisten Bundesländern können die Eltern einfach selbst entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll.
>Die eigentlichen Weichen werden in der Vorschule gestellt. Wenn ein Kind bis zum fünften, sechsten Lebensjahr nicht anständig gefördert wird, holt es in der Schule nicht mehr auf.
Ich denke er überschätzt hier einige Sachen maßlos. Vor allem wie gut Lehrer das Potential der Schüler beurteilen können. Meine Lehrer wollten mich nach der Grundschule nicht aufs Gymnasium schicken. Meine Eltern schon. Abi war dann gut aber auch nicht top. Hab dann an einer “Elite Uni” in Regelstudienzeit mit Auszeichnung bestanden und promoviert. Kenne viele aus dem persönlichen Umfeld bei denen es ähnlich war. Ich kenne auch einige bei denen es umgekehrt lief. In der Schule immer ein “Streber” aber dann im Studium kein Land gesehen und abgebrochen.
Kurz und knapp zusammengefasst: Alter pensionierter Lehrer flucht das die Jugend von heute nix mehr kann und nicht an die Uni sondern am besten in das Handwerk gehört. Zudem haben die heute auch noch Migrationshintergrund. Sowas wäre zu seiner Zeit (80er) nicht passiert.
In einem nebensatz hatt er das ganze problem sozialgerecht gelöst: Aufnahmeprüfungen an den UNIs.
Warum zur hölle soll ein zeugniss welches von Komplett überlasteten und mega gestressten Lehrern meine zukunft bestimmen.
Wenn man so fertig ist kann man nicht richtig Lehren geschweige denn bewerten.
So viele 1er Abiturienten die ich kenne sind so schlau sind wie n Bohenstock: “Hatten glück mit viel licht zu wachsen und wählen immer den weg des geringsten wiederstandes.”
Frag die bloß nicht nach lebenswichtigen grundlagen (Kochen, Erste Hilfe, Navigation) oder tiefere philosophische fragen, dann gibts nen kurtzschluss.
Aber es tut gut dies von nem echten Lehrer zu hören, es kan einem schon länger so vor als wäre hier auch in den Hohen Schulgängen was arg schief.
Es scheint so als hätte man hier mal wieder den gegensätzlichen weg zu allen anderen ländern gewählt. Anstelle von Unis welche im angesicht der masse von bewerbern immer wählerischer werden, hatt man sie gezwungen die türen weit auf zu machen und einfach “alle” zu akzeptieren.
Der verschwörer in mir denkt: Das waren doch sicherlich CDU Kommunal politiker welche ihre kleinen Prinzchen nicht in die gewünschte Uni gekriegt haben.
Yo, alter Mann schreit Wolken an: “dIE JUgenD vOn heuTE!!1!”
Warum sollte mich die Meinung eines pensionierten Realschullehrers zu Studenten interessieren und warum kriegt der Mann einen eigenen Artikel?
Wenn ich das so lese / höre, frage ich mich: Wo sieht der Lehrer denn hier genau die Fehler?
> Ich habe einen gewissen Anspruch an meinen Unterricht, den konnte ich damals auch noch durchsetzen. Doch das wurde dann sukzessive anders, und das hängt meines Erachtens mit einem falschen Verständnis des Begriffs Chancengleichheit zusammen.
Das ist so eine wage Aussage und vor allem mit diesem Satz:
>Denn letztlich hat man einfach die Ansprüche abgesenkt, um möglichst viele Kinder zum Abitur zu führen. Das Niveau ist sukzessive Jahr für Jahr gesunken.
Ich würde ja sagen, da hängt auch ein wenig der Gesellschaftliche und Wirtschaftliche Wille dabei, kann natürlich auch eine Folge dessen sein, denn in den 80ern war an mich noch lange nicht zu denken.
Bezogen auf den Elternwillen wurde mir damals 2008 klar gesagt: Klar können wir machen, aber wer es dann in der 5 & 6.Klasse nicht schafft, wird der Schulform verwiesen und muss eins weiter runter, also vom Gymnasium auf die Realschule, weil das quasi die Erprobungsphase für die Unter und Mittelstufe war, genauso wie die EPH / 10 | heute wieder 11te Klasse in der Oberstufe ja auch eine ist.
>Es nützt nichts, wenn die Universitäten geflutet werden von Leuten, die da letztlich nichts verloren haben und gleichzeitig niemand mehr Handwerker werden will.
Dem stimme ich zu, zeitgleich ist hier zumindest zu meiner Schulzeit rund um meine Oberstufenzeit mit Abi 2017 einfach das Credo war: Geht Studieren sonst findet ihr keinen Job der sich lohnt, das kam über die Gesellschaft ins Elternhaus und wurde am Ende auch bei jeder Berufsberatung so bestätigt. Hinzu kommt gerade beim Handwerker ja auch einfach der Fakt, das Handwerk hat sich selbst unattraktiv gemacht.
Letztlich stimmt da natürlich einiges, aber potentielle Lösungsideen kommen mir nicht wirklich vor. Kinder werden heute von zu vielen in Watte gepackt und als Lebensmittelpunkt dargestellt. “Kann alles, weiß alles, wird alles” war schon zu meiner Zeit in der Grundschule oft zu hören.
Ja eine Idee hat er mit dem High-School System und wenn wir ehrlich sind, ich würde die Schulformen heute auch auflösen und alles zu einer Schule vereinen wo alle gleich anfangen und dann eben in Kurse gestuft werden je nachdem wie die Lehrer sie beurteilen und dann kann man jedes Jahr neu eingestuft werden. Sowas finde ich eh viel sinnvoller gerade für die Oberstufe zum Abitur hin. Wenn ich in der EPH die falsche Entscheidung treffe, muss ich 2 Jahre damit leben und verbaue mir vielleicht eben die Zukunft und sowas hat man auch schon in der Mittelstufe wo man eine Spezialisierung wählt.
> Man kann das sehr schön vergleichen, wenn man mal ein Mathebuch von 1980 neben eins von heute legt. Vieles von dem Stoff, der damals schon in der Mittelstufe gelehrt wurde, kommt jetzt erst in der Oberstufe dran.
Hier ist dann spätestens der Punkt erreicht wo es nur noch “Alter Mann schreit Wolken an” wird.
Wenn die Hälfte der Klasse eine fünf hat liegt’s wohl eher am Lehrer als an der Klasse
Langjähriger Schüler rechnet ab: “A13 Beamten-Lehrerstellen geflutet von Leuten die an die da nichts verloren haben.”
Ist so. Das Problem ist dass viele Arbeitgeber – und erst recht der öD – nur noch dann halbwegs akzeptable Bezahlung gönnen wenn man studiert hat. Ausbildung ist tot, miserable Bezahlung und das übliche Boomer-Gewäsch schrecken ab.
Also pushen natürlich alle dass sie irgendein Uni-Studium durchkriegen.
Ein Realschullehrer trifft Aussagen über Uni-Studenten anhand der Beobachtungen an seinen Schülern. Nett.
Nur weil mehr Abi machen heist das schon lange nicht mehr, dass die auch alle studieren. Die anspruchsvolleren Ausbildungsberufe nehmen bevorzugt Abiturienten, die Mechatroniker z.B. und es machen jetzt vielleicht mehr den Weg an die FH direkt, anstatt eine Ausbildung und dann Fachoberschule zu besuchen.
Wenn mehr als die Hälfte der Klasse eine 5 hat ist das weniger ein versagen der Schüler sondern eins der Lehrer.
Bezüglich Mathematik, ich hatte das im Studium im wesentlichen systematisch nochmal, allerdings auf höheren Niveau und deutlich höherem Tempo. Lineare Algebra, Diskrete Systeme, Analytik, Stochastik und Statistik waren auch Vorlesungen, bei deren Inhalte ich theoretisch auch in der Schule gehabt habe und ich war gut in Mathe. So richtig verstanden habe ich vieles davon allerdings erst im Studium. Man denkt über vieles deutlich anders nach, wenn man es Beweisen muss.
Ich hatte an der Uni zumindest auch eine Mentorfunktion, deswegen ist folgendes in MINT aus meiner Sicht sehr eindeutig:
Erfolg haben die Studenten, welche Zeit investieren. Ich habe noch keinen Studenten kennengelernt, welcher 40 Stunden pro Woche investiert hat, und dann ernsthaft gescheitert ist. Klar gibt es die, aber halt als Ausnahme.
Wie soll man “Motivation” vor einem Studium über jemanden bewerten? Gerade Lehrer sind dafür komplett ungeeigenet. Am besten soll der Deutschlehrer darüber entscheiden, ob ich Physik studieren kann…
Ich finde das sowieso komplett dämlich das nach der 4ten Klasse entschieden wird ob man normal Studieren gehen kann oder nicht.
Ich persönlich war auf einer britischen Schule und bis zur 11 Klasse hat jeder das gleiche gemacht, nur wurde in den Fächern selber entschieden wer im Förderkurs ist und wer nicht. Zumindest bei Mathe und den Naturwissenschaften.
Der Rest war für alle gleich.
Und in der 11. macht jeder seine (I)GCSE’s (Mittlere Reife) und anhand dessen wird entschieden wie es weiter geht.
Entweder A Levels oder IB Diploma (beide mehr oder weniger vergleichbar mit dem Abitur)
Oder eben doch eine Ausbildung anfangen.
Jugend von heute ist deutlich intelligenter als Jugend von damals ergo gehen mehr an die Uni. Ist doch logisch?
Zwar etwas Offtopic aber Anekdoten als ehemaliger Tutor in Mathematik an der Uni:
Es ist ja bekannt, dass die Durchfallquoten in Mathe hoch sind. Im Gegensatz zum Gefühl mancher Studenten, ist dies keine Absicht. Bei der Korrektur der Klausuren war am Ende der Prof verzweifelt: Wie tief kann er die Punktegrenze zum Durchfallen senken, damit er keine extrem keine Durchfallquote hat und es gleichzeitig mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
Ist es okay, wenn ein Linear Algebra Student keine Matrix multiplizieren kann? Man bemerke: Das macht man dort quasi nur. Ist es okay, wenn ein Mathe Student keine Brüche dividieren kann?
Er war am Abend echt verzweifelt.
Ein anderer Professor war mit den lokalen Gymnasien vernetzt. Es gab einen unbenoteten Test zum Schauen, was für Abitur-Inhalte die Studenten im 1. Semester noch konnten. Die Antworten dort waren wirklich absolut wild.
Dazu gibt es ein Prozentsatz an Studenten, welche wirklich dachten: “Ich wohnte in einem Bundesland, wo man Mathe im Abitur abwählen konnte. Das habe ich gemacht. Und jetzt fange ich an Mathematik zu studieren!”. Einfach verrückt.
Das gibt sich irgendwann, dann werden die Leute, die da nichts verloren haben von Profs, die da nichts verloren haben, unterrichtet.
Finds krass wie viele Menschen in diesen Kommentaren ernsthaft versuchen über den „Inhalt“ eines „Welt“-Artikels zu sprechen…
Mir ist viel VIEL lieber, dass einer sich einschreibt und merkt es ist nichts für ihn als anders rum.
Und andersrum (früh willkürlich “aussortiert”, muss mühsam alles nachholen) kommt immer noch viel öfters vor.
Noten sagen einfach zu wenig aus über dem Einzelfall. Es gibt genug Leute, die mit dem Schulsystem nichts anfangen konnten, die aber beim Wünschstudium/ausbildung aufgeblüht sind.
In einer Gesellschaft in der Geld so wichtig ist und Universitätsbildung einen direkten kausalen Zusammenhang zum Einkommen hat, braucht man sich ehrlich gesagt nicht wundern, dass es so ist wie es ist.
Natürlich will jeder an die Uni. Vor allem in einem Land wo ein stück Papier mehr über einen Menschen aussagen will, als die tatsächlichen Erfahrungen mit diesen Menschen.
Das sollten wir ändern.
>Und wenn sie anschließend studieren sollen, müssen sie auch die Mathematik kennen, die man hinterher an der Uni braucht.
Lustige Geschichte aus meiner Schulzeit vor über 10 Jahren: Wir haben in Mathe über Graphen gesprochen und sollten einen dreidimensionalen Graphen mit Pfeifenputzern nachbauen, um uns vorstellen zu können, wie so ein dreidimensionaler Raum aussieht. In der Oberstufe am Gymnasium.
Stochastik haben wir dann ausgelassen, weil dafür irgendwie keine Zeit mehr war, aber “ist eh nicht so wichtig”.
In Mathe im Informatikstudium ging es dann um Binomialkoeffizienten und ich war total verwirrt, was die da jetzt mit den Vektoren anstellen. (Die Mathematiker wissen denke ich, was ich meine.)
Er senkt die Kindespunktzahl im weniger Schüler durchfallen zu lassen beklagt aber das gleiche vorgehen an den Schulen🤣
Ich war so einer. Abitur gemacht weil klug genug, und dann Studium weil „sonst wäre das Abitur ja umsonst gewesen!“.
Ich Kürze mal ab: ich hab da viel gelernt, aber den Abschluss nie gemacht. Aber ich habe Leute getroffen, so einer von vielleicht 20, wo ich mir dachte: wow, der/die gehört hier hin!
Ist ja auch kein Wunder. Studium verspricht halbwegs auskömmlichen Lohn im späteren Job, auch wenn das Kind gar nicht weiß was es mal machen will. Erst mal studieren, zur Not BWL das geht ja immer.
Lehrberufe werden schlecht bezahlt und man ist mit 60 körperlich am Arsch, darf aber bis 67 rackern, um mit 70 umzufallen. Oder man ist schön die letzten 15y arbeitslos und bekommt dafür nie Rente (…über dem Sozialhilfeniveau).
Also was will man für seine Lendensprosse? Studium!
Werden so viele studierte gebraucht? Egal!
Und die Kids sagen auch ja, denn Studium klingt wie „Schule, Level 4“ also bekannt. Gleichzeitig muss man keine Entscheidung fürs Leben treffen, und es gibt keinen Ausbilder der dich anschnauzt wenn du nicht 5:59 auf der Matte stehst. Wenn ich jetzt noch überlege, was manche Azubis so verdienen, könnte ich zu dem Schluss kommen, dass doch alles nur am Lohndumping in D liegt.
Tja.
Den Eindruck hab ich (47, Diplom-Informatiker, Manager) schon länger. So richtig gebildete Menschen, die auch jenseits der eigenen Karrierevorstellung irgendwie in Bildung investieren, sehe ich immer seltener.
Viele beherrschen nicht mal „ihr Handwerk“ ausreichend und ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Wissen an und für sich vorhanden ist. Dafür aber gerne auch mal ganz viel Anspruch… an andere.
Edit: Oh fick, ich klinge wie ein alter weißer Kulturpessimist.
Ein Geschwader von Helikoptereltern ist bereits gestartet, um dem Lehrer zu erklären, dass er das Potential von ihren grenzgenialen, aber unverstandenen Kindern gar nicht beurteilen kann.
Welt.de ost keine Gute Quelle für Nachrichten, gerade mal 1% besser als fie Blöd Zeitung und mit Sicherheit nicht neutral
Klingt für mich so, als ob man den Fachkräfte Mangel angehen will
Aus dem Interview höre ich eher heraus, dass nicht jeder was im Lehrerjob verloren hat.
Ohne Studium kommt man im Arbeitsleben leider nicht mehr sehr weit. Viele setzen ein Studium voraus, obwohl es eigentlich überhaupt nicht nötig ist. (Bspw. vgl. gehobener Dienst in Behörden)
Das man dann natürlich als Person oder als Elternteil versucht jeden und alles durch das Studium durchzudrücken, ist ja nur die logische Folge vom Arbeitsmarkt.
Ich würde mich freuen, wenn nicht jeder Müll von welt.de hier eingereicht werden würde…
Andreas Scheuer hat 1994 Abitur gemacht und hat später einen PhDr verliehen bekommen.
Mit anderen Worten: Universitäten wurden immer schon auch von Leuten besucht, die da nichts verloren haben.
In Luxemburg wird man ab Alter 12 umorientiert – Classique (Gymnasium), Technique (Realschule), Modulaire (Hauptschule). Dann ab Alter 16 wählt man – zumindest im Classique (ka wie die woanders heissen) in Bereiche A (Sprachen), B (Mathe), C (Naturwiss.), D (Recht & Wirtschaft), E (Kunst und so). Ich war in C und da kann halt nur ein Modul als Option wählen pro Trimester. Der Rest ist fix. Mir wurde mit 9 gesagt ich würde nie ein Abitur (Première) haben und die Schule mit 16 abbrechen. Mit 16 wurde mir gesagt meine Mathe wäre zu schwach um C zu belegen. Jetzt habe ich einen BSc Biologie mit Note 2.0 (Mathe war 1.0!! loool ) und im Msc nen Schnitt von 1.3 (bisjetzt).
mM ist das deutsche System deutlich verfrüht, man solle die Schüler 1-3 Jahre später umorientoerem. Elternwille ist auch hier ein Problem klar. Löst sich meist von selbst, und switchen kann man. Und mit “Classique” oder “Technique” Abi kann man klar studieren.
Wer ist das und wieso sollte ich seine Meinung wissen wollen?
Schlechte Lehrer werden nie einen motivierten Schüler kennenlernen
Was ein Quatsch. Meine Grundschullehrerin hatte mir damals die Gymnasiumsempfehlung nicht erteilen wollen trotz völlig ausreichendem Notenschnitt. Als meine Eltern (Migrantenpaar) mir dennoch den Weg ermöglichen wollten nutzte sie deren Unwissenheit aus um *ihre* Meinung (Das Kind wäre chronisch überfordert) zu propagieren.
Meine Eltern schickten mich (Hochbegabung, ADHS und Autismus) dann auf die Realschule; mit der Chance dann ja nach dem Abschluss noch (fach-) Abi machen zu können. Im Resultat war ich anschließend in der Realschule überfordert mit den Mitschülern und unterfordert vom Schulstoff.
Zu meiner Zeit wurden solche Diagnosen noch als “Das Kind ist zu faul” bewertet; also erfüllte sich das Framing der Lehrer natürlich. Am Gymnasium wäre jedenfalls eine besser ausgebildete Sozialpädagogin gewesen.
Nun bin ich 32 und welch Wunder; die akademische Laufbahn hat mir sehr gut getan. Dennoch habe ich durch die Beurteilung einer Lehrerin, die mich in frühestem Kindesalter mit 30 anderen Kindern einschätzen durfte einen sehr viel schwierigeren Weg hinter mir.
Wenn diese Person nun nicht nur ihre Meinung an ahnungslose Eltern richten dürfte sondern die Entscheidung auch trifft, dann wäre das in meinen Augen grob fahrlässig.
Das Problem ist, dass die Kids nicht lernen Dinge zu durchschauen und miteinander zu vernetzen. Sie lernen gut reproduziertbares und gleich bewertbares Zeug. Das verblödet die Kids zusätzlich. Dazu haben sie keine Gelegenheit außerhalb der Schuile zu lernen, weil sie überall bespaßt werden und die spannendsten Erlebnisse auf Bildschirmen stattfinden. Das fängt in der Grundschule an und setzt sich bis zum Studium durch.
Ich verstehe seinen take nicht ganz- also heutzutage sind viel mehr Kinder aus der Unterschicht und bildungsfernen Familien auf dem Gymnasium und das ist schlecht warum genau?
– Sei Unternehmen
– Verlange für 15€/h einen Master
– Alle gehen studieren
– Alle gehen studieren?!
Bildung vs. Allocation
In unserem Schulsystem stehen beide Interessen diametral zueinander.
Das muss sich ändern!
Die Schule darf nicht in erster Linie die Aufgabe haben, für die Wirtschaft möglichst gut vergleichbare Abschlüsse zu vergeben.