Alltag in der Schule: “Meine elfte Klasse hält mich für einen Faschisten”

by Gandhi70

12 comments
  1. >Indianer sagt man heute nicht mehr, hatte Emily zurecht gemeint, aber das war eigentlich nur eine Pawlowsche Reaktion. Behinderte. Eskimos. Triggerwort – Speichelfluss. Sagt man heute nicht mehr. Das kommt automatisch, aber dahinter steckt kein wahrer Gedanke, keine echte Überlegung. Keiner aus meiner Klasse konnte darlegen, warum meine These vom höherwertigen Volk falsch war. Und das ist es, was mich eigentlich deprimiert. Weil wir in den Schulen kein präzises Denken lehren. 

    Ist dem wirklich so? Bin ja selber schon lange aus der Schule raus.

  2. >”Meine elfte Klasse hält mich für einen Faschisten”

    … “und sie fanden das gut”. Das ist ja das perfide an der Situation.

  3. Ich kann mich an ein paar Lehrer erinnern, wo man in der Oberstufe auch diskutiert hat. Fächer waren Wirtschaftspolitik, Geschichte und Religion, wobei letzteres tatsächlich ein sehr kritisches Auseinandersetzen mit Religion war und vermutlich in Bayern zur Entlassung geführt hätte. 

    95% der Schulzeit ging es allerdings nur ums auswendig lernen (und vergessen). Grade in Geschichte war das eklatant und hat auch vielen die Lust auf Geschichte versaut.

  4. Schule ist der letzte Ort wo ich mich sicher fühlen würde mit Faschisten zu diskutieren. Man sieht diese nämlich für 1+ Jahr immer wieder.

  5. Das auf die Schule zu schieben finde ich irgentwie zu vereinfacht, da sind mehrere Seiten beteiligt.

    Mein Gedanke: Wie haben wir als Gesellschaft den kritischen Diskurs verlernt? Das Auseinandersetzen mit anderen Meinungen?

  6. Puh schwierig. Er hat als Respektsperson ne Suggestivfrage gestellt in der er voraussetzt, es gäbe eine höherwertigkeit in dem Zusammenhang. Die Antwort die er wollte war ja eigentlich nur, dass diese Einordnung sich a priori verbietet. Die frage die er gestellt hat war aber : wenn a dann a oder? Woher soll der Widerspruch jetzt kommen?

  7. Das ist aber ein Versagen des Schulsystems, wenn man seinen Schülern nur das Nachplappern von Parolen oder das Wiederkäuen von Wissen beizubringen vermag.

  8. Lehrer in der elften Klasse wundert sich darüber, dass Schüler in den zehn Jahren davor nichts gelernt haben. Aber er hat nicht schuld daran, sondern die Schule bringt ihnen nichts bei.

    [https://imgur.com/a/kj8WjKM](https://imgur.com/a/kj8WjKM)

    Naja, Kolumne halt. Auch nichts anderes als Frau Freitag oder Theobald.

  9. Der Link zum Artikel lädt bei mir nicht (der ohne paywall)

  10. Aber jetzt mal ganz blöd gefragt: werden wir nicht so oder so gesellschaftlich dazu gedrängt, Diskussionen vollkommen zu unterdrücken bzw. diverse Sachverhalte nicht zu hinterfragen? In der Schule hat der Lehrer immer Recht und am Arbeitsplatz wird man benachteiligt, wenn man Dinge anspricht u./o. reklamiert. Ich hatte in meinem Arbeitsleben nur einmal mit dem HR zutun wegen meiner durchgeknallten, ehemaligen Chefin. Man hat da mehr oder weniger durch die Blume gesagt bekommen man soll’s Maul halten.

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