Mit über 90km/h durch die Innenstadt ballern *wegen eines Einbruchs* finde ich schon auch grob fahrlässig. Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagden wegen Belanglosigkeiten wie in den USA sind für mich ein zu verhinderndes Schreckensszenario.
Andererseits wird wahrscheinlich in betroffenen Kreisen die Diskussion groß sein, dass ja Beamte aufgrund der möglichen Regressforderungen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt seien.
§ 35 Abs. 8 gilt halt auch für die Polizei. Auch im Einsatz und auch beim Döner holen oder Currywurst essen. Ich würde mir wünschen Polizisten würden das mehr im Hinterkopf haben, anstatt fürn kleinen Verkehrsunfall (oder den besagten Döner) auf dem Radweg zu parken.
Ich bin “Zivilist” und lese hier nur quer.
Aber ich finde das Urteil nicht gut.
Hat der Polizist einen Fehler gemacht? Sicherlich. Aber ich mache auch Fehler bei der Arbeit. Fehler, die manchmal im Eifer des Gefechts passieren und fahrlässig sind. Teilweise auch mit “Kalkuliertem Risiko” (Und ich bin schlecht in Mathe)
Trotzdem würde man mich persönlich nur haftbar machen, wenn ich vorsätzlich Scheiße gebaut habe. Ansonsten bekomme ich natürlich eine Rüge, eine Abmahnung, oder sogar eine Kündigung für mein Fehlverhalten.
Und wie gesagt, es ist wohl unstrittig, dass der Polizist hier einen groben Fehler gemacht hat.
Aber wo setzt man hier die Grenze? Müssen Polizisten jetzt bei Einsatzfahrten die ganze Zeit auf den Tacho gucken, damit sie auf keinen Fall schneller als 75 fahren? Weil sie ab 76 persönlich haftbar sind?
Lieber habe ich einen Polizisten, der 85 fährt, aber auf die Straße konzentriert ist, als einen der 75 fährt und mit einem Auge immer den Tacho im Blick hat.
Ich finde Polizisten sollten bei sowas nur bei Vorsatz privat haftbar gemacht werden und ansonsten eben ähnliche Konsequenzen tragen müssen, wie normale Angestellte auch.
Ist ja auch richtig so. Was passiert wohl, wenn ich mit dem Dienstwagen wie ne gesengte Wildsau durch die Stadt rase? Warum sollte das anders sein, wenn auf dem Wagen ein Blaulicht drauf ist? Der Job als Polizist verpflichtet zu **mehr** Sorgfalt, nicht weniger.
Das ist meines Erachtens ein gefährliches Urteil. Wenn Polizisten persönlich monetär am Schaden beteiligt werden, wird die gesamte Berufsgruppe in Zukunft entweder mit Zweifeln zum Einsatz fahren oder sich bewusst nicht beeilen, egal wie wichtig es ist. Damit ist keinem gedient.
Das heißt NICHT, dass Polizisten machen können, was sie wollen. Natürlich sollte es nach solchen Unfällen Schulungen o.ä. geben und der Staat sollte die Geschädigten entschädigen. Aber wenn Arbeitnehmer für solche Unfälle selbst zur Kasse gebeten werden, wird sich ihr verhalten ändern.
Wenn dann demnächst die Polizei “zu spät” kommt, ist das Geschrei auch wieder groß. Da möchte ich kein Polizist sein.
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[deleted]
Richtig so.
Ist das jetzt gut oder schlecht?
Mit über 90km/h durch die Innenstadt ballern *wegen eines Einbruchs* finde ich schon auch grob fahrlässig. Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagden wegen Belanglosigkeiten wie in den USA sind für mich ein zu verhinderndes Schreckensszenario.
Andererseits wird wahrscheinlich in betroffenen Kreisen die Diskussion groß sein, dass ja Beamte aufgrund der möglichen Regressforderungen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt seien.
§ 35 Abs. 8 gilt halt auch für die Polizei. Auch im Einsatz und auch beim Döner holen oder Currywurst essen. Ich würde mir wünschen Polizisten würden das mehr im Hinterkopf haben, anstatt fürn kleinen Verkehrsunfall (oder den besagten Döner) auf dem Radweg zu parken.
Ich bin “Zivilist” und lese hier nur quer.
Aber ich finde das Urteil nicht gut.
Hat der Polizist einen Fehler gemacht? Sicherlich. Aber ich mache auch Fehler bei der Arbeit. Fehler, die manchmal im Eifer des Gefechts passieren und fahrlässig sind. Teilweise auch mit “Kalkuliertem Risiko” (Und ich bin schlecht in Mathe)
Trotzdem würde man mich persönlich nur haftbar machen, wenn ich vorsätzlich Scheiße gebaut habe. Ansonsten bekomme ich natürlich eine Rüge, eine Abmahnung, oder sogar eine Kündigung für mein Fehlverhalten.
Und wie gesagt, es ist wohl unstrittig, dass der Polizist hier einen groben Fehler gemacht hat.
Aber wo setzt man hier die Grenze? Müssen Polizisten jetzt bei Einsatzfahrten die ganze Zeit auf den Tacho gucken, damit sie auf keinen Fall schneller als 75 fahren? Weil sie ab 76 persönlich haftbar sind?
Lieber habe ich einen Polizisten, der 85 fährt, aber auf die Straße konzentriert ist, als einen der 75 fährt und mit einem Auge immer den Tacho im Blick hat.
Ich finde Polizisten sollten bei sowas nur bei Vorsatz privat haftbar gemacht werden und ansonsten eben ähnliche Konsequenzen tragen müssen, wie normale Angestellte auch.
Ist ja auch richtig so. Was passiert wohl, wenn ich mit dem Dienstwagen wie ne gesengte Wildsau durch die Stadt rase? Warum sollte das anders sein, wenn auf dem Wagen ein Blaulicht drauf ist? Der Job als Polizist verpflichtet zu **mehr** Sorgfalt, nicht weniger.
Das ist meines Erachtens ein gefährliches Urteil. Wenn Polizisten persönlich monetär am Schaden beteiligt werden, wird die gesamte Berufsgruppe in Zukunft entweder mit Zweifeln zum Einsatz fahren oder sich bewusst nicht beeilen, egal wie wichtig es ist. Damit ist keinem gedient.
Das heißt NICHT, dass Polizisten machen können, was sie wollen. Natürlich sollte es nach solchen Unfällen Schulungen o.ä. geben und der Staat sollte die Geschädigten entschädigen. Aber wenn Arbeitnehmer für solche Unfälle selbst zur Kasse gebeten werden, wird sich ihr verhalten ändern.
Wenn dann demnächst die Polizei “zu spät” kommt, ist das Geschrei auch wieder groß. Da möchte ich kein Polizist sein.