“Entscheidung war richtig”: Ritter-Sport-Chef verteidigt Russlandgeschäft

by PurpleMcPurpleface

33 comments
  1. > Ronken will sich als Mittelständler nicht “unpolitisch aus allem raushalten”, gleichzeitig könne er aber “nicht nur Länder beliefern, die sich zu hundert Prozent unserer Moral entsprechend verhalten”.

    Das bisschen Angriffskrieg führen in Verbindung mit gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung, bewussten Kriegsverbrechen und Folter in den besetzten ukrainischen Gebieten, da kann man doch getrost drüber hinwegschauen.

    > Statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, habe sich das Unternehmen dazu entscheiden, die Gewinne aus dem russischen Geschäft an die Ukraine-Hilfe zu spenden.

    Cool, profitiert die Ukraine hier ein wenig. Gleichzeitig gehen die Steuern, die Ritter Sport artig in die russischen Kriegsmaschinerie steckt, auch in die Ukraine – nur zur Vernichtung dieser halt. Minus und Plus neutralisieren sich und unterm Strich ist man daher wohl aus Sicht von Ritter Sport fein raus 🙂

    Wenn all das mal nicht Rückgrat demonstriert

  2. >”Dieser Fall zeigt das Dilemma zwischen Haltung und Verantwortung. Russland ist unser zweitgrößter Markt. Wenn wir da rausgegangen wären, hätten wir 200 Leute am Standort Waldenbuch freistellen müssen”, so Ronken weiter. Der Krieg werde “nicht über Nahrungsmittelrestriktionen gewonnen”.

    >Statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, habe sich das Unternehmen dazu entscheiden, die Gewinne aus dem russischen Geschäft an die Ukraine-Hilfe zu spenden. 2023 seien das knapp eine Million Euro gewesen. Ronken will sich als Mittelständler nicht “unpolitisch aus allem raushalten”, gleichzeitig könne er aber “nicht nur Länder beliefern, die sich zu hundert Prozent unserer Moral entsprechend verhalten”.

  3. Klar natürlich. Wir dürfen nie vergessen um was es im Leben wirklich geht: richtig gute Gewinne die an die Shareholder gehen. Moral? Was juckt es die Shareholer? Die Tatsache das mit den Verkauf eine Kriegsmaschine bezahlt wird die sollte sie den aktuellen Konflikt gewinnen durchaus auch irgendwann mal in unsere Richtung schaut? Kein Problem für die Shareholder, kein Problem für das Unternehmen. Immer diese Moralapostel. Stehen den wichtigen Gewinnen im Weg.

  4. Einfach keine Ritter Sport Schokolade mehr essen und kaufen. Jeder kann seinen kleinen Teil beitragen.

  5. Tja, dann kaufen wir eben keine Ritter Sport Produkte mehr. (Achselzuck)

  6. Früher sagte man auch Ritter Mord. Jetzt weiß ich wieso.

  7. Alter was ist hier los??? Die verkaufen in Russland ~~f*cking~~ fucking Schokolade und spenden die Gewinne an die Ukraine-Hilfe.

  8. Wahrscheinlich hätte der auch 45 noch an Hitler geliefert “Zu 1% ist das doch ein feiner Kerl”.

  9. Ok, also keine Ritter mehr.
    Als Mitarbeiter würde ich mich in Grund und Boden schämen für so einen Chef.

  10. War es nicht so, dass Russland es westlichen Firmen unmöglich macht, die Gewinne auszuführen? Sprich liegen die in Russland erwirtschafteten Gewinne nicht auf russischen Konten fest und können bestenfalls in Russland selbst re-investiert werden?

    Natürlich kann Ritter Sport eine entsprechende Summe an die Ukraine spenden, dem Russischen Markt wird das Geld dadurch aber nicht entzogen. Oder liege ich da falsch?

    “Nicht zu 100% unseren Wertvorstellungen entsprechen” ist übrigens eine schöne Formulierung. Was sind schon Verbrechen gegen die Menschlichkeit, politische Repression und Verfolgung, Angriffskriege und Auftragsmorde, Zwangsrekrutierung und Genozid gegen all die anderen Werte die wir hoch halten?

  11. > “Dieser Fall zeigt das Dilemma zwischen Haltung und Verantwortung. Russland ist unser zweitgrößter Markt. Wenn wir da rausgegangen wären, hätten wir 200 Leute am Standort Waldenbuch freistellen müssen”, so Ronken weiter.

    > Statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, **habe sich das Unternehmen dazu entscheiden, die Gewinne aus dem russischen Geschäft an die Ukraine-Hilfe zu spenden**. 2023 seien das knapp eine Million Euro gewesen.

  12. Wie witzig, wie hier Leute sofort nach dem Lesen der Headline Schnappatmung kriegen.

    >”Dieser Fall zeigt das Dilemma zwischen Haltung und Verantwortung. Russland ist unser zweitgrößter Markt. Wenn wir da rausgegangen wären, hätten wir 200 Leute am Standort Waldenbuch freistellen müssen”

    >[…]

    >Statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, habe sich das Unternehmen dazu entscheiden, die Gewinne aus dem russischen Geschäft an die Ukraine-Hilfe zu spenden. 2023 seien das knapp eine Million Euro gewesen.

    Also zerstört er keine 200 Familien und hilft sogar der Ukraine finanziell.

  13. Na wenn die mit dem Verkauf an Kriegsverbrecher dermaßen viel Kohle machen, sind sie auf mein Geld sicher nicht angewiesen.

  14. Am Anfang des russischen Vernichtungskrieges gab es Memes über die “Ukraine Blut Edition” und seitdem wird die eigentlich solide Schokolade von mir erfolgreich boykottiert. Es geht denen nie um Arbeitsplätze, sondern nur um Gewinne, langfristige Kosten, entlassenes Personal neu zu finden etc…

  15. Dürfen Russen jetzt keine Schokolade mehr essen, oder was ist mit euch?

  16. War früher süchtig nach Ritter Sport, aber wegen dem Krieg und dem Wissen, dass Ritter Sport weiterhin in Russland verkauft wird, esse ich davon nichts mehr. Schade eigentlich, hätte mal wieder Lust drauf. Aber na ja.

  17. Was für eine bescheuerte Debatte. Ich gehe ja konform mit Sanktionen für Technik und alle möglichen dual use Güter, die RU irgendwie militärisch oder wirtschaftlich helfen. Meines Wissens nach gibts aber keine Panzerschokolade mehr, Raketen lassen sich auch nicht draus basteln und ein Teppich aus Kalorienbomben dürfte die Ukraine wenn überhaupt nur sehr langfristig zurückdrängen. Das ist ein Konsumgut – das wird einseitig gegen Devisen exportiert und dann wars das. Wird der russischen Volkswirtschaft wohl mehr „schaden“ als wenn sie eigene Schokoladenfabriken im Land hochziehen. Dafür fließt Geld nach Deutschland, womit sowohl vom Staat als auch im konkreten Beispiel von RitterSport Ukrainehilfen mitfinanziert werden.

    Diese ganzen Diskussionen um Moral sind wirklich überflüssig. Es stimmt schon – würden wir ganz allgemein nur noch Geschäfte mit ethisch einwandfreien Staaten machen, könnten wir den Laden auch abschließen. Russland ist völlig zurecht im Abseits, nur müssten wir die Maßstäbe dann auch auf unsere guten Handelspartner Saudi-Arabien, China und die USA beziehen. Ansonsten passiert genau das, was wir jetzt haben, nämlich Doppelmoral, die uns angreifbar macht.

    Wie bewerten diejenigen eigentlich, die jetzt RitterSport wegen dem schändlichen Russlandgeschäft boykottieren, dass die Familie Ritter seit 35 Jahren neben dem Schokoladengeschäft noch erfolgreich eine Firma für ökologische Heizsysteme, vorneweg Solar und Wärmepumpen, hochgezogen haben und betreiben? Ist das in diesen Zeiten nicht auch ein wichtiger Beitrag zur Unabhängigkeit von Despoten-Gas?

  18. Ritter Sport hat seinen Umsatz in Russland durch den Krieg sogar gesteigert, von 41,4 Millionen Dollar auf [ 79 Millionen Dollar](https://leave-russia.org/ritter-sport).

    Hiervon werden in Deutschland und Russland voll versteuerte Löhne bezahlt, mit denen Russen auch in Russland einkaufen gehen, zusätzlich schöpfen russische Logistik- und Vertriebspartner Teile der Marge ab, außerdem bekommt Russland die Mehrwertsteuer von 16,6%, Unternehmenssteuern etc.

    Die russische Kriegswirtschaft profitiert also um ein Vielfaches mehr von dem Rittersport-Geschäft als die Ukraine.

    Und es profitieren Eigentümer, Vorstände und andere Personen vom Zusatzgeschäft. Deren Bonuszahlungen sind aus dem Gewinn schon bezahlt. Die heruntergerechnete Zahl von 1 Million € der Ukraine zu geben ist lächerlich. Ein mieses Unternehmen.

  19. Ich mein…

    Der Typ verkauft 0815 unzertifizierten Kakao. All die Dokus stürzen sich auf ein paar bekannte Marken, die man halt in allen Supermärkten, wo die Dokuteams leben, bekommt: In Berlin, oder in Paris, oder London, oder New York, also Nestle, Mondelez…

    Aber gerade die Unzahl an kleinen Marken ohne Direct Trade und ohne Zertifizierungen, wie Ritter Sport, kaufen Kakao aus genau den gleichen Quellen: Von den Großhändlern wie Berry Callebaut, Bungie, Louis Dreyfus

    Alles, was man aus den Dokus zu Kakao kennt, Sklavenhandel, Kinderarbeit, Warlordfinanzierung, kann man alles auch Ritter Sport anhängen. Und für die ist Kakaoverarbeitung das absolut zentrale Business, nicht nur eines von Dutzenden, wie für Nestle

    Würde es wirklich wundern, dass jemand, der damit sein Geld verdient, ausreichend moralisch flexibel ist, um in Russland zu bleiben?

    Und “klein = nett” bei einem Ritter Sport kann man sich auch schenken. Die exportieren global. Das ist kein kleiner Handwerklicher Betrieb. Der Unterschied zu einem Nestle ist einfach: Nestle hat ein Dutzend Ritter Sports unter sich versammelt. Ritter Sport ist aber locker in der Kragenweite der Nestle-Produktion eines einzelnen Landes, und wird auch vergleichbar geführt.

    Vivani produziert zB die Schokolade für GEPA und Alnatura, da gibt es Bio+Fairtrade für 1.50/100g. Zotter und fairafric sind auch gut verfügbar und machen Bio+Direct Trade, bei Letzteren auch nicht unbezahlbar. IMHO besser immer sowas kaufen, wenn man beim Hersteller ein Wertebewusstsein erwartet. Beim Tagesgeschäft, das Ritter Sport führt, ist der Verkaufsort gar nicht das Kontroverseste, das geht beim Sourcing der zentralsten Rohstoffe los.

  20. Leider keine Überraschung. Ritter Sport esse ich schon lange nicht mehr.

  21. Damals hieß es erst von RS: “Wenn wir das Russlandgeschäft einstellen, dann steigen auch die Preise in Deutschland. Das wollen wir nicht.”

    Seitdem wurde die Tafel um bis zu 30 Cent teurer, wenn es nicht gerade Sonderangebote gab.
    Die 1,50 Euro pro Tafel erwarte ich noch dieses Jahr.

  22. Als Konsument hat man bei jedem Einkauf quasi einen kleinen Wahlzettel. Für jede hier nicht gekaufte Schokolade, muss Ritter Sport 1-2 mehr in Russland verkaufen um den Verlust aufzufangen. Nutzt einfach eure Macht als Konsumenten, auch wenn es nur klein erscheint.

  23. So viele Kommis die nur den wirtschaftlichen Aspekt sehen. Es geht auch darum zu zeigen als internationale Gemeinschaft: So lange ihr hier Terror stiftet könnt ihr Billigschokolade aus China fressen.

    Ich würde sogar glauben wenn Ritter in Russland nur nen Wotz an Steuern zahlt. Russland aber aus allen (Güter-)Ecken klarzumachen “so wollen wir mit euch nichts zu tun haben” fände ich viel wichtiger.

    Gratulation zu den Einnahmen an der Stelle. Ich hab seitdem Ritter gemieden. Ich hoffe das wurde mit einkalkuliert

  24. Wir kaufen immer noch ovn Russland, das indirekt. Selbst im kaufland findest du unter der internationalen Ecke russischen Ware. Gas und Öl über Russland nsch Indien nach Deutschland. Wieso sollte Ritter Sport ein Statement setzen und nicht unsere Politiker

  25. Wow ganze 200 Stellen fallen weg, juckt? Suchen sich die Leute halt nen neuen Job, ist jetzt auch nicht tragisch, dafür setzt man aber ein Zeichen das man mit Russland keine Geschäfte machen will und das in Zukunft auch nicht vorhat und im besten Fall verärgert es die Zivilbevölkerung in Russland, weil sie nur noch die schlechte Schokolade bekommen und sie merken auch mal Konsequenzen ihres unterstützens des Angriffskriegs.

  26. Danke für den Reminder, dass ich diese Marke boykottieren muss. Die Spende an die Ukraine-Hilfe ist nix als ein Feigenblatt.

  27. Sorry, der “unterstützt den Staat mit Steuern” Punkt ist absolut lächerlich. Man sieht/sah doch was passiert wenn die westlichen Unternehmen/Dienstleister rausgehen/rausgingen. Werden von Russen für fast nichts aufgekauft und produzieren dann eben weiter. Mit weniger Qualität auf lange Sicht aber ob die Russen Ritter Sport oder Bogatyri Sport kaufen juckt die Einnahmen nicht.

    Was Leute fordern ist im Grunde Druck auf die allgemeine/untere Bevölkerung (Reichere können sich Importe durch Zwischenhändler leisten wie es zurzeit passiert) um deren Leben so stark einzuschränken damit sie gegen Putin vorgehen. Was offiziell sehr stark mit den eigenen Sanktionen eingeschränkt ist und viele Länder so einen Schritt überhaupt nicht gehen dürften. Nicht nur müssen die Leute an die Front, nein auch “echte” Coca Cola soll denen genommen werden. Nach 2 Jahren Krieg sollte man einsehen was das für eine dämliche Forderung ist.

    Und dann sind wir auch bei der Frage ab wann es wieder OK wäre dort zu verkaufen? Den USA verzieh man deren Rechtsbrüche welche hunderttausende Opfer verzeichneten. 5 Jahre nach dem Krieg dürfen deutsche Firmen wieder nach Russland? Oder nur wenn Putin vor Gericht gestellt wird? Oder ist es eine reine moralische Frage geworden? Ein internationaler Rechtsbruch hier wird als OK angesehen (von unserer Seite aus), ein anderer für eine Gefahr für das internationale System. Wer so argumentiert wird generell wenig Produkte mehr kaufen können: von 3434 ausländischen Geschäften sind nur 387 wirklich aus den Markt [(kiew school of economics).](https://www.ft.com/content/88b047e9-8cad-426a-b649-265ff6582db0?shareType=nongift) Mehr als die Hälfte ist geblieben oder macht es wie Coke und verkauft es über russische Firmen mit Minderheitsanteil.

    Gibt Fälle von Firmen welche in Russland exportieren oder dort nur wenig Angestellte haben und den Krieg verlängern können. Über diese kann und sollte man gerne urteilen oder reden. Aber 08/15 Genussmittel? Westliche Firmen sollen ihre Sachen für -90% an Russen verkaufen und diese dann zu den Gewinnern des Kriegs machen? Denken Leute überhaupt zwei Schritte weiter? Reingewaschen aber Vladimir kauft sich die Fabriken + Lieferwege für 2 Vodkas und wird nun ein regionaler big player welche nach Asien, Afrika oder den Nahen Osten exportiert. Wie genau hat man nun Russland geschadet?

    Bin gespannt was passieren sollte wenn Israel doch noch gewisse Urteile abbekommt. Darf man Produkte an Länder welche Kriegsverbrecher decken (ausliefern wird man sie nicht da keine Anerkennung) verkaufen? Fängt mit Russland an und endet darin an seiner eigenen Moral zu scheitern weil keine Firma in Deutschland bei Israel so handeln wird.

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