CDU-Chef trifft bei “Illner” auf Habeck – Dann kann Merz kaum mehr an sich halten

by robbynab

10 comments
  1. Klingt eher wie Koalitionsverhandlungen. Merz ist nicht ganz blöd, im Bund bleiben ihm vorerst nur SPD oder Grüne. Da will er es sich vermutlich nicht völlig mit beiden verderben.

  2. > Jenseits aller Polemik wurde nun aber immerhin der komplett unterschiedliche Denkansatz der beiden Politiker deutlich: Habeck blieb bei seiner Überzeugung, dass es richtig sei, Schlüsselindustrien mit Subventionen im Land zu halten, Merz dagegen setzte auf gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle und Steuergewinne für den Staat durch mehr Wachstum.

    Is klar, Merz.

  3. Die Wirtschaftspolitik der Regierung sei ein Desaster. Selbst will man aber mit der Umkehr des Verbrenneraus Industriepolitik aus der Steinzeit machen. Dazu kommt noch die Blockade der Union zur Schuldenbremse und das Verschweigen, dass die so stark kritisierten Bürgergeldregeln von ihnen selbst im Bundesrat mitgestaltet wurden.

  4. Die Überschrift ist aber schon irgendwie eher Clickbait als seriöser Journalismus, oder?

  5. In der FAZ steht heute, dass Merz “strukturiert und ununterbrochen” mit Habeck abrechnete. Und Habeck habe ratlos dagesessen und ihm auch die andere Wange hingehalten bei der Standpauke. So oder so ähnlich stand es da.

    Das habe ich ehrlicherweise nicht so gesehen. Natürlich hat Merz recht, dass es der Wirtschaft nicht sonderlich gut geht. Aber das hat doch Gründe. Und die Aussage, dass die Regierung den Karren in den Dreck fährt, stimmt nicht. Genauso wenig wie die Aussage zu den “technischen Helfern” die in Afghanistan sind, um Abschiebungen in Deutschland anzunehmen. Merz lügt nur allzu oft. Und mehr als ein Kreischen und Echauffieren von Merz ist bei mir nicht hängen geblieben. Er spricht von Kapitalabwanderung in den letzten beiden Jahren. Ist das sein ernst? Das hat dann 1 Jahr Regierung zu verantworten? In Zeiten von russischem Angriffskrieg und Corona? In Zeiten, in denen ganze Generationen viel zu früh in Rente gehen und ersatzlos dem Arbeitsmarkt wegfallen? In Zeiten, in denen die Opposition so aktiv dem Land Deutschland (und nicht der amtierenden Regierung, wie sie ja so gerne behaupten) Stöcker zwischen die Beine wirft? Er war es doch, der auf die Schuldenbremse pochte und Beschwerde eingelegt hat. Auch gegen die Überzeugung einiger seiner Parteikollegen. Eine ähnliche Uneinigkeit wirft er aber gerne der amtierenden Regierung vor. Schlägt er Lösungen vor? Nein!

    Er lobt Baerbock für ihre Engagement in europäischen Räten als Außenministerin, um ihr vermutlich genau dies demnächst vorzuwerfen.
    Dieser Merz ist die Rückgewandtheit in Person. Kein nach vorne. Keine Lösung. Ein Lautsprecher, der gegen Ukraine-Flüchtlinge wettert, gegen Paschas im von seiner Partei geführten NRW, in seinem eigenen Wahlkreis nach Jahren der Unionsregierung im Bund. Er meckert ohne auch nur eine Lösung zu haben. Der politisch personifizierte Deutsche. Der anprangert, dass Nordstream 1 geplant wurden von Rot-Grün, der dann aber 16 Jahre des Ausbaus der Einfuhr des günstigen Gases aus Russland unter Unionsregierungen in Bund und Länder bewusst nicht erwähnt.

    Wer nach diesem Abend tatsächlich der Meinung ist, Merz stellt eine echte Alternative dar, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Edit: was ich noch total vergessen habe zu schreiben, was mich aber so sehr aufregt. Merz sagt, dass der ursprüngliche Bundeshaushalt von Anfang an gegen das Grundgesetz verstoßen habe. Fordert aber unterdessen, straffällige Flüchtlinge abzuschieben. Inwieweit das mit dem Grundgesetz vereinbar ist, interessiert ihn gar nicht, hinterfragt er nicht oder verschweigt er bewusst.
    Das andere ist seine Meinung zum Ausland und den “Nachbarn” die alle wirtschaftlich an uns vorbeiziehen und Deutschland abhängen. Dass die nämlich gerne mit riesigen Subventionen, Vergünstigungen usw. ganze Branchen mindestens anwerben und meist sogar ansiedeln verschweigt er, da er das für Deutschland ablehnt. Stichwort Kapitalabwanderung.

  6. Man sieht her sehr schön gleich mehrere Probleme die es bei der aktuellen Debatte gibt.

    Zum einen die Überschriften und Medienlandschaft insgesamt die, nicht nur bei t-online, einfach nur wild und Realitätsverzerrend sind.

    FAZ Capsule:

    > Bei Maybrit Illner liefern sich Friedrich Merz und Robert Habeck ein Rededuell, bei dem der CDU-Vorsitzende ein Handlungsdefizit beim Wirtschaftsminister ausfindig macht.

    ZDF-heute

    > Merz zu Habeck: “Ein einziges Desaster”

    ntv Capsule

    > Es gab schon freundlichere Phasen im Verhältnis zwischen CDU und Grünen. Die Union will den Wirtschaftsminister mit einem Untersuchungsausschuss quälen, der fährt eine Gegenattacke. Am Abend treffen beide bei Illner aufeinander. Und enttäuschen nicht.

    Focus

    > Habeck beweist mit seinem Illner-Auftritt: Bei ihm ist der grüne Lack ab

    Aber. Ich finde etwas anderes noch viel spannender. Wenn man die Artikel liest oder die Folge ansieht. Dann sind sich beide bei fast allem einig. Die Grünen sind, gerade in der Realpolitik, gar nicht weit von der Union entfernt. Gibt schon gründe warum Schwarz-Grün in BaWü so gut funktioniert.

    Unterschiede sind Details bei der Umsetzung, Fokus der Arbeit und einzelne Streitthemen die man explizit für den Wahlkampf aufbaut. Oft auch polemisch.

    Das ist nichts wo man keine Kompromisse finden könnte. Trotzdem tut die Union so als wären die Grünen speziell das schlimmste was diesem Land jemals passiert ist und als gäbe es keine größere Bedrohung. Selbst in BaWü geht der Wahlkampf der Union heute Anti-Grün.

    Was aber im Umkehrschluss bedeutet, dass die Union sich demokratische Koalitionen verschließt. Die Brandmauer ist nach der Kommunalwahl in Thüringen eh Geschichte.

    Der Kurs der Union ist hier wirklich brandgefährlich. Andere Demokraten als Feinde zu betiteln und so hart gegen sie zu kämpfen während man Extremisten und Verfassungsfeinde neben sich sitzen hat und langsam enger Zusammenarbeitet ist unfassbar Riskant für das bestehen der freiheitlich, demokratischen Grundordnung.

  7. Ich hab die Folge gerade geschaut. Im Grunde war das der Spitzenwahlkampf für 2025. Bei Wirtschaft fande ich den Austausch heftig, aber nirgendwo hat Merz direkt “gewonnen”. Merz haut zwar direkt die Probleme (teilweise auch Probleme die keine Probleme sind) raus, aber nirgendwo bringt er Lösungen. Habeck ordnet direkt ein, woher die Probleme kommen und gibt Lösungsansätze. An sich blieb wenig an Habeck heften, viele Dinge die Merz ihm Vorwirft sind die Probleme in der Koalition, aber keine welche Habeck verursacht.

    Auch sehr lustig wie Habeck Merz wie ein Kind erklärt wie der Europäische Rat funktioniert. Das war ein kleiner Knockout.

    Für mich die deutlich spannendere Debatte im vergleich zu den ultra populistischen Wahlarenen zur Europawahl.

    Fazit auch. Olaf hat fertig, Habeck hat sich hier deutlich als eigentlicher Kanzler präsentiert. Ob Merz Kanzler kann, bin ich noch skeptisch. Er möchte es gerne, aber für eine Bundestagswahl werden Kürzungsforderungen sich definitiv rächen, das hat nur Merkel in 2005 geschafft.

  8. Merz unser selbsternannter Wirtschaftsexperte… Selbst sein Prof hat gesagt, daß er damals schon nicht viel verstanden hat.

  9. Merz war komplett peinlich. Der kann ja mal überhaupt nicht diskutieren/argumentieren. Aber gut, das kommt ja bei vielen in diesem Land gut an, bisschen inhaltslose, z.T. frei erfundene Scheisse von sich zu geben.

  10. Wer braucht denn diese seltsamen Sendungsformate für seine politische Meinungsbildung? Das sind doch Kasperletheater die die AfD erst mit legitimiert haben.

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