Drei Viertel der deutschen Firmen faxen noch

by gulasch_hanuta

26 comments
  1. > »Zwar ist die Faxnutzung in deutschen Unternehmen seit Jahren rückläufig, trotzdem geht der Wandel erstaunlich langsam vonstatten – gerade, wenn man bedenkt, dass es längst komfortablere und sichere Wege gibt«, sagte Daniil Heinze, Bitkom-Experte für digitale Geschäftsprozesse. Hierzu gehörten verschlüsselte Übertragungen oder spezielle, rechtssichere E-Mail-Formate. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte als Grund für das Festhalten am Faxen, dass Behörden auf einer Kommunikation über diesen Kanal bestünden. Für gut ein Drittel der Firmen spielte Gewohnheit eine große Rolle, man habe gut funktionierende und etablierte Faxprozesse.

    Ab dem 01.01.2022 ist ein beBPo (besonderes Behördenpostfach) oder etwas gleichartiges Pflicht um digital Schreiben empfangen zu können. Dass die Behörden darauf bestehen halte ich eher für eine faule Ausrede.

  2. Entscheidend ist hier ja der Empfänger, wenn ich mit anderen Firmen oder Behörden arbeite die per Fax besser erreichbar sind als über andere Methoden dann werde ich halt Faxe verwenden egal was ich davon halte.

    Wichtig ist hier wie viele Prozesse in der eigenen Firma noch Faxe erwarten bzw. keine gleichwertige digitale Alternative haben.

  3. Leude, noch nicht mal das handelsübliche städtische Gymansium, an dem ich arbeite, faxt noch!!!! Wir sind SO modern!!! (Und: tatsächlich haben wir auch keine Tageslichtprojektoren mehr). Die Wirtschaft MUSS hier nachziehen!

  4. Wenn wir Anfragen via Fax von einem Kunden namens Online-XXXXX-Handel bekommen haben, musste ich immer schmunzeln. Hat ewig gedauert bis sie auf Mail umgestiegen sind.

  5. Naja, sehe das Fax jetzt per se auch nicht als was schlechtes an. Ich bin im geschäftlichen Umfeld damit auch täglich konfrontiert. Wir arbeiten mit Handwerksbetrieben zusammen. Und für diese ist es eben eine bequeme Sache ihre Notizen von der Baustelle einfach aufs Fax zu legen und zu uns zu schicken. Bei uns wird dieses Fax dann zwar von der Telefonanlage digitalisiert und uns als E-Mail zugestellt, aber in der Statistik würden wir vermutlich auch erscheinen weil wir noch Faxe empfangen – wenn auch ohne Faxgerät. Und solange wir auch nur einen Kunden haben, der das so macht, werden wir das eben auch so anbieten müssen.

    Klar gibt es auch Handwerksbetriebe wo mittlerweile die nächste Generation das Sagen hat und es kommen solche “Baustellen-Notizen” auch per E-Mail direkt von einem digitalen Notizbuch, aber der Großteil der Unternehmen hat sich noch nicht so weit digitalisiert.

  6. Unsere Abteilung hat letztes Jahr ihr Faxgerät abgeschafft, unter großer Sorge, “was denn dann passiert, wenn jemand mir faxen will” und (mein Favorit) “was dann aus dem Schrank wird, auf dem das Faxgerät steht”. Wir haben Mails. Wir haben eine Cloud. Wir müssen niemandem faxen. Uns faxen nur noch Spams. Am Ende haben sich alle nur umgewöhnt, weil man jetzt zum Faxen in eine andere Abteilung gehen und deren Gerät ausleihen müsste.

    Ich bin unter 40. Was ich vor meinem Renteneintritt nicht erwarte: dass unsere Faxnummer (von dem nicht mehr existenten Gerät) aus den Signaturen verschwinden darf. Dass an der Stelle etwas steht, ist nämlich Corporate Design, und das kann man nicht mal schnell ändern, nur weil das 21ste Jahrhundert angebrochen ist 🤷‍♀️

    Da freut man sich fast auf die KI.

  7. Schauen wir mal kurz ins Gesundheitswesen.

    Hallo Patient unterschreiben Sie bitte diese drölfzig Seiten Datenschutzerkkärung.
    Oh wir brauchen, Blut, Labor, Mikrobiologie, ein nicht vorrätiges Medikament, Röntgenbiler(kein Witz) oder sonstige sensible Daten.

    Bitte Antrag am PC machen, ausdrucken, unterschreiben, stempeln, faxen. Übermittlungsbescheinigung ausdrucken, anheften und in die Patientenakte die dann wieder eingescannt wird….

    Aufklärung durch Betreuer? Bitte als Fax aber nur die letzte Seite wegen Papier sparen und so.

    Labor von allen Patienten in der Früh via Fax auf Station. Visite mit PC, da kann man das alles sehen, aber Labor bitte auf Papier.
    Fax wurde mal eine Zeit abgestellt dann musste der Nachtdienst alle Labore manuel ausdrucken.

    Kannst dir nicht ausdenken.

  8. HLI: 75% der Firmen habe direkten Kontakt mit Behörden die quasi ausschließlich mit Fax funktionieren.

  9. Ich brauche eine Eingangsbestätigung, nicht jede Firma/Behörde sendet eine.

    Per Post mit Einschreiben für 3,50€.
    Eigenhändig 5,70€.

    Fax ist kostenlos oder mit Fax-Dienst paar Cent.

    Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass ohne diese Nachweise keine Bearbeitung stattfindet und so tun als wäre die Post/Nachricht nicht angekommen.

  10. <insert Morpheus meme> Was wenn ich euch sagen würde, das 2022 noch immer über 3,5 Mio. Schecks in Deutschland benutzt worden sind?

  11. hab mir letztens erstmal von meiner angestellten zeigen lassen wie ich ein fax an eine behörde versende 😅

  12. Mein Chef mag Fax auch sehr gerne, vor allem wegen der Empfangsbestätigung. War tarsächlich auch schon das ein oder andere mal Hilfreich als jemand meinte er habe nichts bekommen und wir dann eben die Bestätigung hatten.

    An sich finde ich Fax auch nicht verkehrt, wenn das komplett digital läuft auch nicht groß anders als ne E-Mail v0v

  13. Ich bin als Privatmensch mittlerweile beim Fax eingestiegen, weil die Kommunikation mit Ämtern und Behörden so besser funktioniert. Habe keine Energie, den ganzen Tag in der Warteschleife zu hängen.

  14. Ich habe eri verschiedenen Telekommunikationsanbietern gearbeitet. Die Abstimmung zur Rufnummern Mitnahme von einem zum anderen Anbieter wird größtenteils immer noch er Fax abgestimmt.

  15. Muss hier sein, weil viel Behördenkontakt. Muss aber ganz ehrlich sagen, ich find’s gar nicht so übel. Sorry. Faxe die ankommen landen im Emailpostfach, Faxe versenden geht über den Faxdrucker, ist eigentlich fast einfacher als Email und, das ist für mich ein entscheidender Vorteil, man kann auf jegliche Floskeln und Höflichkeitsformeln verzichten. Strg+P, Fax, Nummer rein, fertig.

  16. Büromensch hier. Vieles geht digital, einige Dokumente müssen wir aber aus welchen Gründen auch immer per Post schicken oder faxen. Ansonsten wird nichts bearbeitet. Es ist zum Heulen.

  17. Ich arbeite in einem der größten Baumarktketten Deutschlands.

    Erst vor kurzem hat einer unserer Lieferanten mir mitgeteilt, dass es bei uns immer dauert mit den Bestellungen weil wir als einziger noch die Bestellung via Fax versenden.

    Ich dachte mich trifft der schlag. Alles andere läuft über EDI – nur das nicht.

  18. MRT Bericht wird vom Krankenhaus benötigt, Vollmacht kann ich der Praxis per Mail schicken, Bericht geht nur per Fax. Nachdem es die ersten Male nicht klappt biete ich an den Bericht abzuholen und selber ins KH zu fahren. Dürfen Sie nicht, darf nur per Fax versendet werden. 10 Telefonate später hat es dann zum Glück geklappt.

  19. https://www.legalsmart.de/blog/verbraucherschutz-und-amazon/

    >Die Verbraucherschützer monierten vor allem, dass sich Amazon-Kunden zunächst durch mehrere Seiten klicken mussten, bis sie eine Telefonnummer finden konnten. **Zusätzlich sei auch keine Faxnummer angegeben, sodass ein Schriftwechsel zumindest erschwert ist.**

    Den lasse ich einfach mal hier.

  20. Und warum? Weil es einfach praktisch ist.
    Sendungsbeleg, Zugangsgarantie -Kostenersparnis gegenüber der lächerlichen Post. Emails sind ja eine ganz schöne Sache aber haptisch so unsubstanziell, dass das Gefühl der Urkunde verloren geht. Also druckt man die Email aus und legt sie ausgedruckt als Dokument ab. Da ist das Fax direkter.
    Mein Faxgerät braucht keine Anbindung an einen IT-Dienstleister, es löst außer den Sendungen, quasi keine Folgekosten nach der Anschaffung aus und diese Kosten sind einhundertprozentig kalkulierbar.
    Die Dinger halten ja leider auch ewig…
    Zwei Generationen von PCs hat das Faxgerät bereits überlebt. Hehe…

    Alle machen sich über das Fax lustig -in Wahrheit ist es eine ausgereifte Technologie. Absolut genial und perfekt an die menschliche Subjektivität angepasst. Windows 365: F*uck off!
    Das Fax ist das treue Eselchen der Bürokommunikation: Immer verachtet, aber immer bereit den Karren zu ziehen.

  21. Um die Ehre der dt. Behörden zu retten: Wir würden gerne mehr via Email machen, doch lässt der Gesetzgeber aktuell noch keine Antragstellung via Email zu. So bleibt neben der Post in vielen Fällen nur das Fax übrig. Realer Irrsinn.

  22. Gerade bei kleinen Handwerksbetrieben wo der Chef tagsüber die Baustellen besucht ist Fax eine super Sache. Das können die Empfangen, ohne da sein zu müssen, landet alles auf einem sauberen Stapel und kann dann am Abend bearbeitet werden.
    Klar, email geht genau so gut, aber das erfordert mehr Arbeit, die Faxe liegen da schon.

    Aufträge kann man auch erteilen, indem man einfach Datum und Unterschrift auf das Angebot schreibt und zurück faxt.

    Wenn ich mit Handwerkern zu tun habe bin ich immer froh, wenn die noch ein Fax haben und ich Faxe verschicken kann.

  23. Ich weigere mich vehement irgendwas per Fax anzuerkennen. Wenn dann irgendwann der böse Anruf kommt, was denn mit XY ist, sag ich, dass ich nix bekommen habe; der Kollege, der das Faxgerät normalerweise bedient ist gerade leider im Ruhestand.

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