>Deutschland und Europa werden von da an komplett auf China angewiesen sein, wenn es um diesen Wirkstoff geht. Nur noch dort gibt es Herstellungsbetriebe für Metamizol.
Das tut weh…
Was die Franzosen mit Hoechst gemacht haben ist einfach blanker Hohn.
Das wir es erlaubt haben ist wie bei Linde und Kuka Sinnbild für die Wirtschaftspolitik in diesem Land.
Das war mit Ansage. Die Politik wusste schon lange genug Bescheid. An Warnungen hat es nirgends gemangelt.
Aber so ist es halt: Gegen Chinas Minipreise sind wir konkurrenzlos und so geht dessen Strategie auf. Man darf nicht erwarten, dass unsere hiesigen Industrien irgendwie soetwas wie eine Treue hätten. Ist es woanders billiger, hauen sie ab.
Entweder man gleicht dieses wettbewerbstechnische Ungleichgewicht aus oder demnächst setzt uns China mit unseren Abhängigkeiten in eine Vasallenstatus.
Dinge wie soetwas sind ein deutliches Zeichen, dass europäische Kleinstaaterei der Vergangenheit angehören muss. Entweder wir kooperieren alle gemeinsam oder werden gefressen.
Es wird immer viel Theater um chinesische Billigwaren im Bereich Handys etc. gemacht und da fordern verschiedene Parteien Zölle, aber bei solch wichtigeren Dingen wie die Versorgung Deutschlands mit Medikamenten, da hat keine Partei anscheinend ein Problem mit. Daraus schließe ich: Trotz der teilweise antichinesischen Rethorik in manchen Parteien ist keine Partei wirklich gewillt etwas gegen den chinesischen Einfluss zu tun. Wenn überhaupt belässt man es bei Symbolpolitik und bei Kritik an China, die angesichts dieser Lage nicht im Übermaß erfolgen sollte.
Erst autark werden und dann kritisieren, nicht andersrum. Checken tut das aber grade keiner.
Erledigt:
Hamsterkaufliste für den nächsten Pandemiebeginn um Novaminsulfon ergänzt
So funktioniert es nunmal. Allerdings geht es auch umgekehrt – In Deutschland werden auch Medikamente für China gefertigt
Wenn es wenigstens irgendein Random Mediakament wäre was 5 Personen im Land brauchen ok, aber Schmezmittel?
Ist das nicht einer der Grundlegenden Mediakamente? Wieso wird sowas überhaupt zugelassen. Irgendwann greift China Taiwan an wir drohen mit Sanktionen und die können einfach unser ganzes Land lahmlegen. Sind ja nicht nur Mediakamente die sie als Monopol produzieren. Die Chinesen sind gefühlt bei jedem Produkt in der Lieferkette drin.
Man sollte aber erwähnen, dass Metamizol ein umstrittenes Schmerzmittel ist, das in vielen Staaten (Skandinavien, eigentlich alle englischsprachigen Industriestaaten u.A.) wegen einer Agranulozytose als sehr schwere, aber seltene Nebenwirkung. Dementsprechend eng ist hierzulande auch die Indikationsstellung, es soll nur dann verordnet werden, wenn Paracetamol, Ibuprofen, Opiode u.A. nicht eingesetzt werden können oder unwirksam sind.
Ohoh, haben wir letztens bei Mandelentzündung dringend gebraucht 🙁
Perfekt und fast einzig gut wirksam bei starken Schmerzen wegen Nierensteinen. Jetz reichts aber, echt eh. Alles Versager.
Selbst wenn man Arzneimittel verstärkt in Europa herstellen würde – was ich sehr begrüßen würde – so hätte man im Extremfall (z.B. Handelskrieg) trotzdem ein Problem weil die meisten Grundchemikalien in Europa nicht in ausreichenden Mengen hergestellt werden.
D.h. nur durch API Produktionskapazität lässt sich das grundlegende Problem nicht lösen. Hier ist die Politik gefragt…
Joa so läuft eben der Markt. Der Staat ist da garnicht so drin beteiligt oder schuld. Wenn ein Werk nicht lukrativ ist (z.B. zu hohe Lohnkosten, zu hohe Umweltansprüche, zu wenig Modernisierung) und das Produkt ein patentfreies Generikum (d.h. weltweite Konkurrenz), dann fliegt es vom Markt. Die Pharmafirmen schauen bei ihren Lohnherstellern sehr streng auf den Preis. Zusätzlich werden bei neuen DMFs überwiegend asiatische Hersteller registriert, da ist mittlerweile wirklich viel modernes Equipment und Know-How vorhanden, daher wird künftig eher mehr als weniger Wirkstoff aus Asien importiert.
Im Prinzip müsste ja die Politik – wenn man europäische Hersteller/Werke schützen will – beim Einkauf/Sourcing der Pharmafirmen eingreifen, also nicht nur den Verkaufspreis verhandeln, sondern in den COGS rumspielen.
Tja. Wir haben alle aus der Gasabhängigkeit von Russland gelernt. Oder den fehlenden Containern aus der Corona Zeit.
Ein was gutes hat es vielleicht. Die deutsche und die chinesische Regierung ziehen an einem Strang! Oder?
Sich noch abhängiger von anderen Ländern machen. So geht richtige Politik!
Hab mal gehört, dass angeblich ein chinesischer Politiker gefragt wurde, wie ein möglicher Konflikt mit Deutschland aussehen würde (Taiwan-Krise). Er sagte, es gebe kein Konflikt. Es würde reichen Deutschland keine Antibiotika mehr zu verschiffen.
Ich lass das mal so im Raum stehen…
Was könnte schon schief gehen, sich von einem Staat abhängig zu machen, der aktiv Konzentrationslager betreibt?
16 comments
>Deutschland und Europa werden von da an komplett auf China angewiesen sein, wenn es um diesen Wirkstoff geht. Nur noch dort gibt es Herstellungsbetriebe für Metamizol.
Das tut weh…
Was die Franzosen mit Hoechst gemacht haben ist einfach blanker Hohn.
Das wir es erlaubt haben ist wie bei Linde und Kuka Sinnbild für die Wirtschaftspolitik in diesem Land.
Das war mit Ansage. Die Politik wusste schon lange genug Bescheid. An Warnungen hat es nirgends gemangelt.
Aber so ist es halt: Gegen Chinas Minipreise sind wir konkurrenzlos und so geht dessen Strategie auf. Man darf nicht erwarten, dass unsere hiesigen Industrien irgendwie soetwas wie eine Treue hätten. Ist es woanders billiger, hauen sie ab.
Entweder man gleicht dieses wettbewerbstechnische Ungleichgewicht aus oder demnächst setzt uns China mit unseren Abhängigkeiten in eine Vasallenstatus.
Dinge wie soetwas sind ein deutliches Zeichen, dass europäische Kleinstaaterei der Vergangenheit angehören muss. Entweder wir kooperieren alle gemeinsam oder werden gefressen.
Es wird immer viel Theater um chinesische Billigwaren im Bereich Handys etc. gemacht und da fordern verschiedene Parteien Zölle, aber bei solch wichtigeren Dingen wie die Versorgung Deutschlands mit Medikamenten, da hat keine Partei anscheinend ein Problem mit. Daraus schließe ich: Trotz der teilweise antichinesischen Rethorik in manchen Parteien ist keine Partei wirklich gewillt etwas gegen den chinesischen Einfluss zu tun. Wenn überhaupt belässt man es bei Symbolpolitik und bei Kritik an China, die angesichts dieser Lage nicht im Übermaß erfolgen sollte.
Erst autark werden und dann kritisieren, nicht andersrum. Checken tut das aber grade keiner.
Erledigt:
Hamsterkaufliste für den nächsten Pandemiebeginn um Novaminsulfon ergänzt
So funktioniert es nunmal. Allerdings geht es auch umgekehrt – In Deutschland werden auch Medikamente für China gefertigt
Wenn es wenigstens irgendein Random Mediakament wäre was 5 Personen im Land brauchen ok, aber Schmezmittel?
Ist das nicht einer der Grundlegenden Mediakamente? Wieso wird sowas überhaupt zugelassen. Irgendwann greift China Taiwan an wir drohen mit Sanktionen und die können einfach unser ganzes Land lahmlegen. Sind ja nicht nur Mediakamente die sie als Monopol produzieren. Die Chinesen sind gefühlt bei jedem Produkt in der Lieferkette drin.
Man sollte aber erwähnen, dass Metamizol ein umstrittenes Schmerzmittel ist, das in vielen Staaten (Skandinavien, eigentlich alle englischsprachigen Industriestaaten u.A.) wegen einer Agranulozytose als sehr schwere, aber seltene Nebenwirkung. Dementsprechend eng ist hierzulande auch die Indikationsstellung, es soll nur dann verordnet werden, wenn Paracetamol, Ibuprofen, Opiode u.A. nicht eingesetzt werden können oder unwirksam sind.
Ohoh, haben wir letztens bei Mandelentzündung dringend gebraucht 🙁
Perfekt und fast einzig gut wirksam bei starken Schmerzen wegen Nierensteinen. Jetz reichts aber, echt eh. Alles Versager.
Selbst wenn man Arzneimittel verstärkt in Europa herstellen würde – was ich sehr begrüßen würde – so hätte man im Extremfall (z.B. Handelskrieg) trotzdem ein Problem weil die meisten Grundchemikalien in Europa nicht in ausreichenden Mengen hergestellt werden.
D.h. nur durch API Produktionskapazität lässt sich das grundlegende Problem nicht lösen. Hier ist die Politik gefragt…
Joa so läuft eben der Markt. Der Staat ist da garnicht so drin beteiligt oder schuld. Wenn ein Werk nicht lukrativ ist (z.B. zu hohe Lohnkosten, zu hohe Umweltansprüche, zu wenig Modernisierung) und das Produkt ein patentfreies Generikum (d.h. weltweite Konkurrenz), dann fliegt es vom Markt. Die Pharmafirmen schauen bei ihren Lohnherstellern sehr streng auf den Preis. Zusätzlich werden bei neuen DMFs überwiegend asiatische Hersteller registriert, da ist mittlerweile wirklich viel modernes Equipment und Know-How vorhanden, daher wird künftig eher mehr als weniger Wirkstoff aus Asien importiert.
Im Prinzip müsste ja die Politik – wenn man europäische Hersteller/Werke schützen will – beim Einkauf/Sourcing der Pharmafirmen eingreifen, also nicht nur den Verkaufspreis verhandeln, sondern in den COGS rumspielen.
Tja. Wir haben alle aus der Gasabhängigkeit von Russland gelernt. Oder den fehlenden Containern aus der Corona Zeit.
Ein was gutes hat es vielleicht. Die deutsche und die chinesische Regierung ziehen an einem Strang! Oder?
Sich noch abhängiger von anderen Ländern machen. So geht richtige Politik!
Hab mal gehört, dass angeblich ein chinesischer Politiker gefragt wurde, wie ein möglicher Konflikt mit Deutschland aussehen würde (Taiwan-Krise). Er sagte, es gebe kein Konflikt. Es würde reichen Deutschland keine Antibiotika mehr zu verschiffen.
Ich lass das mal so im Raum stehen…
Was könnte schon schief gehen, sich von einem Staat abhängig zu machen, der aktiv Konzentrationslager betreibt?