Ich war als Kind ein “Sensibelchen”, so nannte man das damals. Hab mich erschreckt wenn ein Luftballon platzt, hab versucht Käfer aus Pfützen zu retten, oft geweint, hab mich in gestrickter Kleidung wund gekratzt, und war generell nach dem Schultag fix und fertig, weil zu laut, zu viel Aggression von Mitschülern und Lehrern, zu viel Neon-Licht und Chlor-Putzmittel, und wow die Gerüche aus den Brotdosen, gerade im Sommer. Vielen anderen Kindern ging es ähnlich, viele andere Kinder störte anscheinend nichts davon. Die im Artikel genannte Bereicherung durch unstrukturierte und chaotische Umgebungen habe ich so nie empfunden und tue es immer noch nicht. Reizüberflutung haut gut rein.
Als Erwachsener kann man das mMn alles hervorragend kompensieren, indem man eben aufpasst und für einen selbst gute Entscheidungen trifft. Nicht am Samstag Vormittag den Wochen-Einkauf machen zum Beispiel. Aber als Kind? Da steckst du fest in den Situationen, in denen Erwachsene dich packen, ohne jede Autonomie oder Ausweg. Und dann beginnen die Diagnosen. Wie im Artikel gesagt auch oft zuerst seitens der Eltern, denn die bemerken ja schon dass ihr Kind sich anders verhält als Gleichaltrige. Eigentlich finde ich es gar nicht schlecht, dass die Individualität von Bedürfnissen auch bei kleinen Menschen langsam anerkannt wird. Nur das Wertende Hoch- davor nervt mich.
Der Titel ist ja mal ziemlich daneben, vielleicht nervt das Kind bloß – jeder darf so sein wie er möchte. Was denn nun?
Ja unbedingt, der eigene Balg, der anderen schon nach gefühlt 30 Sekunden den letzten Nerv raubt, muß was besonderes sein, nicht nur hochsensibel, quasi eine eigene hochüberlegene Rasse, entstanden aus der Verschmelzung zweier Elitegene, die es unter 8 Milliarden Menschen eben nur 2 mal gibt, sondern am besten auch hochbegabt, obwohl wahrscheinlich die Tischdeko mehr Begabung für Quantenmechanik hat.
Der Quasi wahr gewordene Sigma Giga Chad mit Hawking Gehirn und Schwarzenegger Muckis und nem 40cm Schlong.
Da kreisen die Turbo Helikopter-Eltern extra Runden um den Heilsbringer kommender Generation, Weltfriedensstifter, Hungersnotbesieger, der alle Nobelpreise jährlich für sich alleine abräumt, der, der hundert Meter in unter Null Sekunden läuft, wie kann ich nur an dir Zweifeln, selbst die Bibel muss neu geschrieben werden.
Ja das haben meine Eltern auch von mir gedacht, und was ist aus mir geworden, ich schreib dumme Kommentare auf Reddit. /s
>Hochsensibilität ist so gesehen der verständliche Backlash einer viel zu langen Geschichte der Gefühlsunterdrückung. Schön wäre, wenn am Ende dabei herauskommt, dass jeder und jede einfach so sein darf, wie er oder sie ist – ganz ohne Labels und Selbstdiagnosen.
Schöner Schluss-Satz.
„Das sei eine Fremddiagnose, noch dazu mit einem für Kinder nicht zugelassenen Fragebogen. „Nicht umsonst sind Fachleute wie Psychologen oder Ärztinnen für Diagnosen zuständig – die sollten die ersten Ansprechpartner sein, wenn man sich Sorgen um das emotionale Erleben des Kindes macht.“
Diese Logik verstehe ich nicht. Es ist ja eben keine Diagnose und dementsprechend auch keine „Fremddiagnose“ weil Hochsensibilität nicht pathologisch ist. Es ist halt ein gewisser Charakterzug. Den anzuerkennen ist doch nicht grundlegend falsch?!
Ich war als Kind auch sehr schnell überreizt und schnell gestresst von vielen Menschen / anderen Kindern. Außerdem licht- und besonders geräuschempfindlich und habe Emotionen von anderen wie ein Schwamm aufgesaugt. Ich war einfach anders und oft irritiert. Und dachte, irgendwas ist mit mir falsch. Mir wurde immer gesagt, dass ich mich halt „mal zusammenreißen“ solle.
Mit ~25 habe ich dann eine Psychotherapie gemacht. Meine Psychotherapeutin hat mich (unabhängig von anderen Diagnosen) dann irgendwann gefragt, ob ich wisse, was Hochsensibilität sei, dass sie das bei mir stark vermutet und hat mir ein Buch mitgegeben. Das war der Moment wo ich verstanden habe, dass das an mir nicht krankhaft oder falsch ist. Und dass es genug Menschen gibt, denen es so geht. Nur wir schlucken halt viel runter und versuchen uns nichts anmerken zu lassen. Mir hat das wirklich ein bisschen Seelenfrieden gegeben und ich habe gelernt mich deutlich besser selbst zu verstehen und mich weniger dafür fertig zu machen. Und gelernt mich zu vielen Reizen zu entziehen statt zu versuchen alles auszuhalten.
Ich hätte mir im Nachhinein als Kind extrem gewünscht, Menschen hätten darauf etwas Rücksicht nehmen können. Deshalb finde ich es eigentlich gut, dass man mehr darüber spricht. Daraus einen „Trend“ zu machen ist etwas daneben. Hochsensibilität kann sehr belastend sein und ist gleichzeitig keine Entschuldigung für jedes Verhalten. Viel eher würde ich mir wünschen, dass nicht alle Kinder immer mit Eindrücken und sozialen Kontakten regelrecht bombardiert werden müssen. Dass stiller sein ok ist. Dass es ok ist, sich allein zu beschäftigen. Dass es ok ist Emotionen vielleicht stärker als der Durchschnitt zu erleben. Dass man damit nicht „falsch“ ist und sich ändern muss.
>Unter den [Ratschlägen für Eltern angeblich betroffener Kinder](https://archive.md/o/8BINQ/https://www.aok.de/pk/magazin/familie/eltern/hochsensible-kinder-symptome-und-hilfe-fuer-eltern/) finden sich Dinge wie: feste Abendrituale, das Vermeiden stressiger Situationen und lärmbelasteter Umgebungen. Aber ein Kinderleben ist kein Yogaretreat: Dort, wo sich Kinder aufhalten, ist es oft unstrukturiert, laut und hektisch. Wer sich da als Elternteil ständig um die Überreizung seines Kindes sorgt, wird es auch vor potenziell bereichernden Situationen fernhalten.
Ein festes Abendritual wird fuer alle Kinder und Erwachsene empfohlen.
Feste Rituale wie z.B. das gemeinsame Essen sind so ziemlich eine der wenigen Sachen auf die sich alle als gut fuers Kind einigen koennen.
>Hochsensibilität ist kein wissenschaftlich anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal, geschweige denn eine klinische Diagnose. Besonders fragwürdig findet er es, wenn Eltern diese Fragebögen benutzen, um ihren Kindern Hochsensibilität zu attestieren. Das sei eine Fremddiagnose, noch dazu mit einem für Kinder nicht zugelassenen Fragebogen.
Ahso, es ist ueberhaupt keine klinische Diagnose aber weil es eine Diagnose ist sollten Eltern das auf keinen Fall probieren. Selbst diagnostizieren ist ganz schlimm
>”Sie glauben gar nicht, wie viele Eltern mich kontaktieren: Ihr Kind sei hochsensibel, ob ich mir das mal ansehen könne? Sie wünschen sich von mir als Experten eine offizielle Bestätigung für die vermeintliche Besonderheit ihres Kindes.”
Aber einen Experten zu fragen ist auch ganz schlimm.
Egal was ist, hauptsache wir koennen uns darauf einigen dass Eltern eigentlich alles falsch machen
>
Ich finde den Artikel sehr undifferenziert und absichtlich polemisch formuliert. Eine Kollegin und ich rackern uns ab, um in der Region für die sensorischen Bedürfnisse von autistischen Kindern an Schulen und Kindergärten zu sensibilisieren, die eben nicht langanhaltendes Chaos und Lärm aushalten können, ohne massive Folgeschäden wie z.b. Depressionen davonzutragen. Jetzt wird uns bestimmt dieser Artikel aus dem Kontext Hochsensibilität gerissen begegnen, das sei ja alles nur eingebildet, Autisten sollen sich mal nicht so anstellen…
Meine Vermutung ist dass möglicherweise mindestens ein Teil dieser Kinder nicht hochsensibel ist sondern autistisch, und die Eltern dies (noch) nicht akzeptieren können oder wollen. Mein Sohn ist Autist, und bis wir endlich seine Diagnose erhalten haben, habe ich mich auch schon gefragt, ob er evtl. hochsensibel sein könnte. Mittlerweile gibt es mehrere Kinder an seiner Schule die vermutlich ebenfalls autistisch sind, aber deren Eltern nichts davon wissen wollen und stattdessen behaupten, ihr Kind sei wahlweise einfach hochintelligent oder hochsensibel. An und für sich auch naheliegend, da Reizüberflutung bei Autismus definitiv eine Rolle spielt…
Ich habe 4 Kids. Alle unterschiedlich. Alle haben eigene Charaktere. Ich habe alle ihr Ding machen lassen. Und zur Reizüberflutung kann ich nur sagen das es stimmt. Vor allem in der Stadt wo ständig krach ist. Immer Tag und Nacht. Das kann ich auch nicht. Nur 1 von meinen Kindern macht es nichts aus, den Rest ist das zuviel. Wenn die Kids aus der Schule kamen, habe ich sie erst in Ruhe gelassen. Und wenn es Probleme gab immer erst geschaut warum. Das hat ihnen sehr geholfen.
> Unter den Ratschlägen für Eltern angeblich betroffener Kinder finden sich Dinge wie: feste Abendrituale, das Vermeiden stressiger Situationen und lärmbelasteter Umgebungen.
Sind das nicht Ratschläge, die für alle Eltern gelten sollten?
Kleine Kinder brauchen Strukturen und Rituale, unnötigen Stress schon mal gar nicht und lärmbelastete Umgebungen?
Wenn ich allein die Überschrift lese triggert das einiges in mir. Hab jahrelang neben dem Studium Nachhilfe gegeben und wie oft ich gehört habe, dass das Kind hochbegabt sei und einzig und allein die Lehrer nicht wissen wie man damit umzugehen hat.
NEIN MARIANNE, DEIN SOHN IST EINFACH FAUL UND DESINTERESSIERT WÄHREND DU UND DEIN MANN MAXIMAL 30MIN PRO WOCHE VERSUCHEN IHM AUFMERKSAMKEIT ZU SCHENKEN, ABER NUR WENNS WIRKLICH NÖTIG IST! SICH DAMIT AUS DER AFFÄRE ZU ZIEHEN DASS DER OSEL HOCHBEGABT SEI UND NUR ALLE UM IHN RUM MIST VERZAPFEN IST EIN BISSCHEN ZU EINFACH ODER?!
Also ich finde der Titel spiegelt extrem gut die Kinderfeindlichkeit in Deutschland wieder.
Kinder dürfen laut und wild sein, Kinder dürfen auch leise und schüchtern sein. Kinder müssen sich in Alltagssituationen nicht wie kleine Erwachsene verhalten. Viele Situationen im Alltag sind vllt neu und aufregend und dann sollte man sie dem Kind, Kind gerecht erklären können, das Kind begleiten etc.
Der Trend zur Selbstdiagnose oder unfundierten Fremddiagnose ist mir jetzt seit einigen Monaten auch immer stärker aufgefallen – das geht dann laut Kollegen anderer Fachbereiche so weit, dass nach einer umfangreichen Autismus-Diagnostik dem Arzt Vorwürfe nach einer nicht den eigenen Befindlichkeiten genehmen Diagnose gemacht werden. Ist sicher ein schmaler Grad, wie da z.T. soziale Medien wirken, denn psychischen Erkrankungen oder Normabweichungen gesamtgesellschaftlich mehr Aufmerksamkeit widmen, ist zu begrüßen.
Interessant, dass im Artikel nicht erwähnt wir, dass Hochsensibilät vermutlich einfach Autismus ist.
Zb wurde die Person auf der die “Erfinderin” der Hochsensibilät gegründet hat, wurde später als Autist diagnostiziert.
Komischer Artikel allgemein.
Das ist einer dieser “wir brauchen weniger Wissenschaft” Artikeln, nicht? Hinfort mit diesen doofen Diagnosen, das Kind spinnt einfach.
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Archive.is: https://archive.is/8BINQ
Ich war als Kind ein “Sensibelchen”, so nannte man das damals. Hab mich erschreckt wenn ein Luftballon platzt, hab versucht Käfer aus Pfützen zu retten, oft geweint, hab mich in gestrickter Kleidung wund gekratzt, und war generell nach dem Schultag fix und fertig, weil zu laut, zu viel Aggression von Mitschülern und Lehrern, zu viel Neon-Licht und Chlor-Putzmittel, und wow die Gerüche aus den Brotdosen, gerade im Sommer. Vielen anderen Kindern ging es ähnlich, viele andere Kinder störte anscheinend nichts davon. Die im Artikel genannte Bereicherung durch unstrukturierte und chaotische Umgebungen habe ich so nie empfunden und tue es immer noch nicht. Reizüberflutung haut gut rein.
Als Erwachsener kann man das mMn alles hervorragend kompensieren, indem man eben aufpasst und für einen selbst gute Entscheidungen trifft. Nicht am Samstag Vormittag den Wochen-Einkauf machen zum Beispiel. Aber als Kind? Da steckst du fest in den Situationen, in denen Erwachsene dich packen, ohne jede Autonomie oder Ausweg. Und dann beginnen die Diagnosen. Wie im Artikel gesagt auch oft zuerst seitens der Eltern, denn die bemerken ja schon dass ihr Kind sich anders verhält als Gleichaltrige. Eigentlich finde ich es gar nicht schlecht, dass die Individualität von Bedürfnissen auch bei kleinen Menschen langsam anerkannt wird. Nur das Wertende Hoch- davor nervt mich.
Der Titel ist ja mal ziemlich daneben, vielleicht nervt das Kind bloß – jeder darf so sein wie er möchte. Was denn nun?
Ja unbedingt, der eigene Balg, der anderen schon nach gefühlt 30 Sekunden den letzten Nerv raubt, muß was besonderes sein, nicht nur hochsensibel, quasi eine eigene hochüberlegene Rasse, entstanden aus der Verschmelzung zweier Elitegene, die es unter 8 Milliarden Menschen eben nur 2 mal gibt, sondern am besten auch hochbegabt, obwohl wahrscheinlich die Tischdeko mehr Begabung für Quantenmechanik hat.
Der Quasi wahr gewordene Sigma Giga Chad mit Hawking Gehirn und Schwarzenegger Muckis und nem 40cm Schlong.
Da kreisen die Turbo Helikopter-Eltern extra Runden um den Heilsbringer kommender Generation, Weltfriedensstifter, Hungersnotbesieger, der alle Nobelpreise jährlich für sich alleine abräumt, der, der hundert Meter in unter Null Sekunden läuft, wie kann ich nur an dir Zweifeln, selbst die Bibel muss neu geschrieben werden.
Ja das haben meine Eltern auch von mir gedacht, und was ist aus mir geworden, ich schreib dumme Kommentare auf Reddit. /s
>Hochsensibilität ist so gesehen der verständliche Backlash einer viel zu langen Geschichte der Gefühlsunterdrückung. Schön wäre, wenn am Ende dabei herauskommt, dass jeder und jede einfach so sein darf, wie er oder sie ist – ganz ohne Labels und Selbstdiagnosen.
Schöner Schluss-Satz.
„Das sei eine Fremddiagnose, noch dazu mit einem für Kinder nicht zugelassenen Fragebogen. „Nicht umsonst sind Fachleute wie Psychologen oder Ärztinnen für Diagnosen zuständig – die sollten die ersten Ansprechpartner sein, wenn man sich Sorgen um das emotionale Erleben des Kindes macht.“
Diese Logik verstehe ich nicht. Es ist ja eben keine Diagnose und dementsprechend auch keine „Fremddiagnose“ weil Hochsensibilität nicht pathologisch ist. Es ist halt ein gewisser Charakterzug. Den anzuerkennen ist doch nicht grundlegend falsch?!
Ich war als Kind auch sehr schnell überreizt und schnell gestresst von vielen Menschen / anderen Kindern. Außerdem licht- und besonders geräuschempfindlich und habe Emotionen von anderen wie ein Schwamm aufgesaugt. Ich war einfach anders und oft irritiert. Und dachte, irgendwas ist mit mir falsch. Mir wurde immer gesagt, dass ich mich halt „mal zusammenreißen“ solle.
Mit ~25 habe ich dann eine Psychotherapie gemacht. Meine Psychotherapeutin hat mich (unabhängig von anderen Diagnosen) dann irgendwann gefragt, ob ich wisse, was Hochsensibilität sei, dass sie das bei mir stark vermutet und hat mir ein Buch mitgegeben. Das war der Moment wo ich verstanden habe, dass das an mir nicht krankhaft oder falsch ist. Und dass es genug Menschen gibt, denen es so geht. Nur wir schlucken halt viel runter und versuchen uns nichts anmerken zu lassen. Mir hat das wirklich ein bisschen Seelenfrieden gegeben und ich habe gelernt mich deutlich besser selbst zu verstehen und mich weniger dafür fertig zu machen. Und gelernt mich zu vielen Reizen zu entziehen statt zu versuchen alles auszuhalten.
Ich hätte mir im Nachhinein als Kind extrem gewünscht, Menschen hätten darauf etwas Rücksicht nehmen können. Deshalb finde ich es eigentlich gut, dass man mehr darüber spricht. Daraus einen „Trend“ zu machen ist etwas daneben. Hochsensibilität kann sehr belastend sein und ist gleichzeitig keine Entschuldigung für jedes Verhalten. Viel eher würde ich mir wünschen, dass nicht alle Kinder immer mit Eindrücken und sozialen Kontakten regelrecht bombardiert werden müssen. Dass stiller sein ok ist. Dass es ok ist, sich allein zu beschäftigen. Dass es ok ist Emotionen vielleicht stärker als der Durchschnitt zu erleben. Dass man damit nicht „falsch“ ist und sich ändern muss.
>Unter den [Ratschlägen für Eltern angeblich betroffener Kinder](https://archive.md/o/8BINQ/https://www.aok.de/pk/magazin/familie/eltern/hochsensible-kinder-symptome-und-hilfe-fuer-eltern/) finden sich Dinge wie: feste Abendrituale, das Vermeiden stressiger Situationen und lärmbelasteter Umgebungen. Aber ein Kinderleben ist kein Yogaretreat: Dort, wo sich Kinder aufhalten, ist es oft unstrukturiert, laut und hektisch. Wer sich da als Elternteil ständig um die Überreizung seines Kindes sorgt, wird es auch vor potenziell bereichernden Situationen fernhalten.
Ein festes Abendritual wird fuer alle Kinder und Erwachsene empfohlen.
Feste Rituale wie z.B. das gemeinsame Essen sind so ziemlich eine der wenigen Sachen auf die sich alle als gut fuers Kind einigen koennen.
>Hochsensibilität ist kein wissenschaftlich anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal, geschweige denn eine klinische Diagnose. Besonders fragwürdig findet er es, wenn Eltern diese Fragebögen benutzen, um ihren Kindern Hochsensibilität zu attestieren. Das sei eine Fremddiagnose, noch dazu mit einem für Kinder nicht zugelassenen Fragebogen.
Ahso, es ist ueberhaupt keine klinische Diagnose aber weil es eine Diagnose ist sollten Eltern das auf keinen Fall probieren. Selbst diagnostizieren ist ganz schlimm
>”Sie glauben gar nicht, wie viele Eltern mich kontaktieren: Ihr Kind sei hochsensibel, ob ich mir das mal ansehen könne? Sie wünschen sich von mir als Experten eine offizielle Bestätigung für die vermeintliche Besonderheit ihres Kindes.”
Aber einen Experten zu fragen ist auch ganz schlimm.
Egal was ist, hauptsache wir koennen uns darauf einigen dass Eltern eigentlich alles falsch machen
>
Ich finde den Artikel sehr undifferenziert und absichtlich polemisch formuliert. Eine Kollegin und ich rackern uns ab, um in der Region für die sensorischen Bedürfnisse von autistischen Kindern an Schulen und Kindergärten zu sensibilisieren, die eben nicht langanhaltendes Chaos und Lärm aushalten können, ohne massive Folgeschäden wie z.b. Depressionen davonzutragen. Jetzt wird uns bestimmt dieser Artikel aus dem Kontext Hochsensibilität gerissen begegnen, das sei ja alles nur eingebildet, Autisten sollen sich mal nicht so anstellen…
Meine Vermutung ist dass möglicherweise mindestens ein Teil dieser Kinder nicht hochsensibel ist sondern autistisch, und die Eltern dies (noch) nicht akzeptieren können oder wollen. Mein Sohn ist Autist, und bis wir endlich seine Diagnose erhalten haben, habe ich mich auch schon gefragt, ob er evtl. hochsensibel sein könnte. Mittlerweile gibt es mehrere Kinder an seiner Schule die vermutlich ebenfalls autistisch sind, aber deren Eltern nichts davon wissen wollen und stattdessen behaupten, ihr Kind sei wahlweise einfach hochintelligent oder hochsensibel. An und für sich auch naheliegend, da Reizüberflutung bei Autismus definitiv eine Rolle spielt…
Ich habe 4 Kids. Alle unterschiedlich. Alle haben eigene Charaktere. Ich habe alle ihr Ding machen lassen. Und zur Reizüberflutung kann ich nur sagen das es stimmt. Vor allem in der Stadt wo ständig krach ist. Immer Tag und Nacht. Das kann ich auch nicht. Nur 1 von meinen Kindern macht es nichts aus, den Rest ist das zuviel. Wenn die Kids aus der Schule kamen, habe ich sie erst in Ruhe gelassen. Und wenn es Probleme gab immer erst geschaut warum. Das hat ihnen sehr geholfen.
> Unter den Ratschlägen für Eltern angeblich betroffener Kinder finden sich Dinge wie: feste Abendrituale, das Vermeiden stressiger Situationen und lärmbelasteter Umgebungen.
Sind das nicht Ratschläge, die für alle Eltern gelten sollten?
Kleine Kinder brauchen Strukturen und Rituale, unnötigen Stress schon mal gar nicht und lärmbelastete Umgebungen?
Wenn ich allein die Überschrift lese triggert das einiges in mir. Hab jahrelang neben dem Studium Nachhilfe gegeben und wie oft ich gehört habe, dass das Kind hochbegabt sei und einzig und allein die Lehrer nicht wissen wie man damit umzugehen hat.
NEIN MARIANNE, DEIN SOHN IST EINFACH FAUL UND DESINTERESSIERT WÄHREND DU UND DEIN MANN MAXIMAL 30MIN PRO WOCHE VERSUCHEN IHM AUFMERKSAMKEIT ZU SCHENKEN, ABER NUR WENNS WIRKLICH NÖTIG IST! SICH DAMIT AUS DER AFFÄRE ZU ZIEHEN DASS DER OSEL HOCHBEGABT SEI UND NUR ALLE UM IHN RUM MIST VERZAPFEN IST EIN BISSCHEN ZU EINFACH ODER?!
Also ich finde der Titel spiegelt extrem gut die Kinderfeindlichkeit in Deutschland wieder.
Kinder dürfen laut und wild sein, Kinder dürfen auch leise und schüchtern sein. Kinder müssen sich in Alltagssituationen nicht wie kleine Erwachsene verhalten. Viele Situationen im Alltag sind vllt neu und aufregend und dann sollte man sie dem Kind, Kind gerecht erklären können, das Kind begleiten etc.
Der Trend zur Selbstdiagnose oder unfundierten Fremddiagnose ist mir jetzt seit einigen Monaten auch immer stärker aufgefallen – das geht dann laut Kollegen anderer Fachbereiche so weit, dass nach einer umfangreichen Autismus-Diagnostik dem Arzt Vorwürfe nach einer nicht den eigenen Befindlichkeiten genehmen Diagnose gemacht werden. Ist sicher ein schmaler Grad, wie da z.T. soziale Medien wirken, denn psychischen Erkrankungen oder Normabweichungen gesamtgesellschaftlich mehr Aufmerksamkeit widmen, ist zu begrüßen.
Interessant, dass im Artikel nicht erwähnt wir, dass Hochsensibilät vermutlich einfach Autismus ist.
Zb wurde die Person auf der die “Erfinderin” der Hochsensibilät gegründet hat, wurde später als Autist diagnostiziert.
Komischer Artikel allgemein.
Das ist einer dieser “wir brauchen weniger Wissenschaft” Artikeln, nicht? Hinfort mit diesen doofen Diagnosen, das Kind spinnt einfach.