AHS, BHS, oder doch die Mittelschule? Wohin soll man sein Kind schicken?

6 comments
  1. Ich seh nur folgendes Problem: Zwischen Mittelschule und Gymnasium (Unterstufe) gibt es gewaltige Unterschiede: Alle die bei mir in der Oberstufe aus der Mittelschule kamen hatten mindestens einen 5er im Halbjahreszeugnis, da einige in der Mittelschule wirklich zu wenig gelernt haben; was aber noch viel schwerer wog war, dass fast alle in der Mittelschule nie auf SAs gelernt haben und dennoch nur 1er und 2er schrieben weil es so einfach war. Ich war auf dem Gymnasium und hatte einen enormen Wissensvorsprung (und viel wichtiger: einen Lernvorpsrung).

    Dennoch darf man nicht alle (aber fast jede) Mittelschulen verteufeln, es gibt auch positive Beispiele meist in ländlicheren Gegenden.

    Bhs kenn ich mich nicht aus.

  2. Ich halte die Trennung der Schüler mit bereits 10 Jahren eigentlich für Kindsvernachlässigung durch den Staat. Dass es sowas noch immer gibt ist für mich tiefstes Mittelalter.

    In Wien kann es nur eine Ambition geben für die eigenen Kinder und das ist die AHS. So traurig es ist. Am Land kann ich es weniger beurteilen aber da hat man den großen Vorteil, dass durch die starke durchmischung aufgrund der geringen Schüleranzahlen sowieso eine Art Gesamtschule entsteht.

  3. Was war eigentlich der Grund das Leistungsgruppen in der Gesamtschule abgeschafft wurden? Ich fand das System damals in der HS eigentlich nicht so schlecht

  4. AHS, alles andere kannst vergessen. Nach der 4. Klasse kann man sich dann noch immer für Spezialisierung, AHS Matura oder doch Lehre entscheiden. Hauptsache keine 4 Jahre Beschäftigungstherapie in BHS und NMS.

  5. >Doch zu unser aller großem Glück teilen nicht alle Eltern diese Meinung. Zum Glück gibt es noch Eltern, die ihre Kinder an eine Mittelschule schicken, an eine Berufsbildende Höhere Schule (BHS), in eine Lehre. Zum Glück gibt es noch Kinder die den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern oder das familiäre Gasthaus übernehmen. Nicht jeder kann, soll und muss Arzt, Jurist oder Lehrer werden.

    Ach dieses ewige Eltern-Shaming.

    AHS = Druck auf Kinder Arzt, Jurist oder Lehrer zu werden? Glaub das war vor 50 Jahren so.

    >Eltern wollen schließlich nur das Beste für ihre Kinder und das ist in unserer Zeit ein möglichst hoher Bildungsabschluss. So zumindest die geläufige Meinung.

    Die meisten Eltern wollen, wenn sie in der Position sind, sich die Schule des Kindes auszusuchen, einfach nicht, dass das Kind dort nach “Und was machst du nach der Schule?” – “Geh ich AMS” sozialisiert wird. (Das ist bzgl. mancher Schulen ein Vorurteil, aber noch öfter leider nicht, und generell leider so weit unter der PC-Gürtellinie dass es im ach so seriösen Diskurs nicht ausgesprochen werden darf.) Das ist das große Elternmotiv. Kinder gehen in die Schule, werden dort nicht Brach liegen gelassen und haben jedenfalls kein AMS4Life-Gsindel als Freunde und hoffentlich auch ein Umfeld, in dem Matura und postsekundäre Bildung nicht auch von Lehrer*innen schon von vornherein ignoriert werden, weil das im Klientel die absolute Ausnahme ist. Daneben der freudige Blick hin zu solider Berufsausbildung, soweit das Kind da eben mitmachen kann und will, das ist das Motiv gleich danach. Und dann erst in der dritten Reihe kommen Ideen wie “mein Kind soll dieses und jenes machen”.

    Die NMS als Gesamtschule ist auf absehbare Zeit tot. Eltern die Avantgardenrolle umzuhängen, ihre Kinder in eine NMS zu schicken, während der politische Wille, eine Gesamtschule zu machen, einfach gefehlt hat, ist eine Grauslichkeit. Ich kenn so einen Fall aus meinem Bekanntenkreis – Zwillingsbuben, verträumt, intellektuell, nerdig, sehr gescheit, wissbegierig, leistungsfähig und -willig, von den Eltern aus Prinzip in die NMS gesteckt. Did not go well.

    >Zum Glück gibt es noch Kinder die den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern oder das familiäre Gasthaus übernehmen.

    Das ist so ein Boomer-Shit, ich musste 2x schauen dass das wirklich ein dem Aussehen nach eher jüngerer Lehrer schreibt. Wie viele Kinder haben denn Eltern mit Bauernhof oder Gasthaus? Die fetten Jahre sind vorbei, und Bildung ist der eine Aufstiegsmotor. Da Eltern zuzumuten, bildungspolitische Experimente mitzutragen, ist einfach nur einfältig. Eltern von Kindern die der Typ unterrichtet sagen hoffentlich nur ja danke zu dem und seinen Meinungen, zeigen ihm am Heimweg innerlich den Vogel und machen was richtig ist.

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