Naja besser als ein alter Opa der nicht weiß wo er ist, ist es allemal
Von all den potentiellen Kandidaten der Demokraten ist Kamala Harris wohl die sicherste Nummer. Alle anderen wären noch riskanter.
Die Gefahr ist halt, dass sie dann verbrannt ist wenn es nicht klappt (wovon man ausgehen kann) und die Demokraten dann bei der nächsten Wahl wieder keinen Kandidaten haben.
Jetzt ist es also “Bidens riskanter Plan” – Bidens Plan war es selbst zu tun. Sie ist die einzige Person die die Abermillionen an Spendengeldern verwenden darf, die Beiden eingesammelt haben. Scheißmedien.
Die Debatte von der ehemaligen Staatsanwältin gegen den 78 jährigen will ich gerne sehen. Glaube aber er wird nicht antreten, diesmal kann er ja nur verlieren.
6 Vizepräsidenten in den USA haben es später selbst zum Präsidenten gebracht. Eigentlich 15, aber die neun anderen Fälle kamen zustande, weil der Präsident während seiner Amtszeit entweder eines natürlichen oder unnatürlichen Todes gestorben ist. Durch Wahlen waren es jedenfalls nur 6. Direkt im Anschluss an ihre Amtszeit als Vizepräsident – also ohne Zeitversatz – waren es nur 4. Die letzten 188 Jahre sogar nur einer. Nämlich George Bush in direkter Folge zu Reagan.
Das sagt zwar nichts über die Chancen von Harris aus, deutet eventuell aber daraufhin, dass Vizepräsidenten, die sich auf das Amt des Präsidenten bewerben strukturell vermutlich alles andere als einen Warnstart in das Präsidentenrennen bekommen. Auch vermutlich deshalb, weil Präsident und Vize sich nicht immer grün sind und der Vize meist keinen roten Teppich ausgelegt bekommt.
kh hat in ihrer zeit als bezirksstaatsanwältin wohl so einiges fragwürdiges gebracht, mal abwarten. viel futter für die reps
Ich wünschte die Demokraten hätten sich irgendwie mehr als 5 Sekunden Zeit genommen über einen Nachfolger / eine Nachfolgerin nachzudenken bei solch einer historischen Chance.
Die große Herausforderung für Kamala Harris wird es sein nicht als Hillary 2.0 gesehen zu werden. Für die Demokraten bedeutet das, das die Konvention keine Krönung sein darf gleichzeitig darf es nicht in einer Schlammschlacht enden. Ansonsten gibt’s Pluspunkte für gute Debatten Performance sowie für ihre Vergangenheit als Staatsanwalt. Ihre Wahlwerbung gegen Trump von 2019 geht da richt hart. Ich war eher gegen Kamala jedoch die prosecutor vs convicted felon storyline hat schon in sich.
Hat Harris eigentlich irgendeinen Skandal am Laufen oder beruhen die Probleme mit ihr hauptsächlich auf Sympathie, bzw. ihrem eher langweiligen Charisma und weil sie POC + weiblich ist?
“Plan” ist echt hoch gegriffen. Der Mann kann sich innerhalb eines Augenblicks nicht mehr daran erinnern, warum er sich überhaupt umgedreht hat. Ganz abgesehen davon, dass er eigentlich gar nicht von seinem Wahlkampf zurücktreten wollte.
Könnte Biden jetzt eigentlich aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und Harris jetzt schon übernehmen lassen?
Riskant? Das war das klügste, was er machen konnte. Erstens ist dadurch Trump der Kandidat mit den Altersproblemen, die gesamte Taktik der Republikaner ist futsch. Zweitens ist dadurch maximale Aufmerksamkeit auf die Demokraten und Harris gerichtet, was perfekt ist um den Medienzirkus um Trumps fast-Attentat zu stoppen. Drittens sichern sie sich ne Menge Stimmen in der POC community und da Abtreibung immernoch eines der wichtigsten Themen für die Frauen in den USA ist ist ein weiblicher Kandidat da auch sinnvoll. Wenn Trump sich nicht zurückhält, wird er sich auch sicher wieder rassistisch äußern.
Trump hat knapp ein Attentat überlebt und dabei ist vielleicht sogar das Foto des Jahrzehnts entstanden. Das Ding ist sowieso schon gelaufen.
Bidens Plan? Deutsche Presse ohne Ahnung.
Und “riskant” war Bidens Beharren auf eine weitere Kandidatur. Harris ist die weitaus sicherere Kandidatin.
Was man auch nicht vergessen sollte, Harris war Attorney General. Die hat es rhetorisch drauf. Wenn sie es nicht dumm anstellen, wird sie Trump in Rededuellen zerpflücken. Das war der Schwachpunkt von Biden am Ende, der nicht mehr kohärent reden konnte.
Ohne P*mmel fehlt einem der Respekt.
Finde es eher von Republikanern riskant einen 78 Jährigen Tatterkreis aufzustellen, der keine drei geraden Sätze hervorbringt, vorbestraft ist und außerdem schon einmal eine Wahl verloren hat aber wer bin ich schon.
Trump wird das schon schaukeln
Wenn man sich News-Sender nennt, aber eigentluch Entertainment verkauft, dann kommen solche “News” heraus.
Und diese “Newssender” würden Trumps Wiederwahl lieben. Viel mehr Skandale zu berichten.
Tja zumindest ist sie quasi das absolute Kontrast zu Trump in jeglicher Hinsicht … Wer also lediglich Trump nicht wählen will hat zumindest hier eine Option. Eine Wahl für Biden wäre eh eine für Harris gewesen wenn er vorzeitig das Amt hätte niederlegen müssen.
Mir fällt ehrlich gesagt kein Szenario ein, in dem Trump gegen Harris in irgendeiner Weise eine Chance hätte.
Alle Personen, die sich für Trump entscheiden würden tun dass unabhängig vom demokratischen Kandidaten, und ich bezweifle das Trump irgendeine Möglichkeit hatte momentan noch demokratisch oder unentschlossen wählende Personen für sich zu gewinnen. Meiner Meinung nach ist seine Wählerschaft bereits jetzt maximiert, auf vollem Potenzial.
Das Hauptargument gegen Biden war nicht dass er inhaltlich schlecht war, sondern dass er alt und inkohärent war. Beides hat Harris nicht als Nachteil. Sie erfüllt demnach alle Punkte, die relevant sind, nämlich A, sie ist nicht Trump, und B+C, sie ist nicht alt und senil. Dass sie eine grottenschlechte Politikerin ist macht auch nichts, wenn der Gegner Trump heißt und in etwa die Kompetenz eines überfahrenen Frettchens hat.
Den einzigen richtigen Bockmist den die Demokraten jetzt bauen könnten, wäre eine Kampagne zu fahren, die in Richtung “wer die POC Frau nicht wählt ist doof” geht. Wenn man auf das Virtual signaling verzichtet und wirklich nur den Neuanfang und den “nicht Trump” predigt, sollte das Ding sicher mit einer deutlichen Mehrheit für die Demokraten im November enden.
Harris ist wohl die erfolgsversprechendste Kandidatin. Sie hat keinen herausragenden Ruf, aber auch keinen Schmutz, den man ihr anhängen kann. Gleichzeitig ist sie jung und verkörpert das auch sehr deutlich. Andere jüngere Personen haben kein Image, das junge Menschen wirklich anspricht. Und wir wissen ja aus den Umfragen, dass die Mehrheit der jungen Leute in sen USA weder Biden noch Trump wollten, vor allem weil sie sie für zu alt hielten.
In dieser Wahl geht es ja auch weniger darum, Wähler des anderen Lagers zu mobilisieren, sondern vor allem darum, ob Menschen Nichtwähler oder Wähler sind. Gerade bei den Demokraten ist da die größte Frage, ob potentielle Wähler überhaupt zur Wahl gehen. Eine Mobilisierung wie 2020 ist nicht gottgegeben.
Dazu ist das Lager der schwarzen US-Amerikaner auch ein wichtiges Lager der Demokraten, das oft zwischen Nichtwählern und Demokraten schwankt. Hier eine Figur zu haben, die das Lager anspricht, kann die Chancen sehr stark steigen lassen.
Man merkt ja schon, dass über Nacht auch etwas gedreht hat. Die republikanische Kampagne hat ja schon seit 2020 darauf aufgebaut, dass Biden als alt und schwach wahrgenommen wird. Jetzt, wo viele denken, Harris wird es in jedem Fall, gibt es schon unzählige social media Beiträge, die Harris als jung und widerstandsfähig gegenüber Trump, der alt und wirr dargestellt wird, zeigen. Die Demokraten als Partei scheinen das auch schon zu übernehmen.
Da hat Trump sich effektiv selbst sein Grab geschaufelt. Jetzt ist er derjenige, der als alt und gebrechlich gilt während eine jüngere, eher sportlich und aktiv wirkende Frau, die auch mal locker und witzig rüberkommt, ihm gegenübersteht. Wir werden sehen ob Harris tatsächlich Kandidatin wird, aber ich sehe da keinen Weg daran vorbei, der Erfolg verspricht.
Die besondere Dynamik ist es jetzt auch, dass die Demokraten ja schon länger die republikanische Taktik übernommen haben und Trumps Versprecher, unsinnige Sätze und Ähnliches genauso zusammenschneiden. Bisher haben die Republikaner dann eben Bidens Beispiele dagegen gesetzt. Das fehlt jetzt.
Wenn Harris in einer Debatte halbwegs schlagfertig auftritt und Trump im ein oder anderen Punkt schlägt, ist sie klar überlegen.
Und natürlich eine für diesen Wahlkampf besonders interessant ist die Aufmerksamkeitsdynamik. Trump hatte jetzt effektiv eine Woche um das Attentat auszuschlachten und jetzt haben die Demokraten die Aufmerksamkeit voll auf sich gezogen. Wenn sie es klug anstellen, bleibt das auch erstmal bis August so, wenn der Kandidat feststeht. Alle politisch interessanten Fragen in den USA gehen jetzt an die Demokraten. Wen stellen sie auf? Bleibt Biden bis Januar noch im Amt? Wer geht jetzt noch alles ins Rennen? Wie kann man so kurzfristig einen Kandidaten erfolgreich ins Rennen schicken? Und viele weitere Fragen.
Bei den Republikanern ist ja alles klar. Trump tritt an, seine Agenda ist offensichtlich und die Personalentscheidungen kennt man eigentlich auch schon ungefähr. Das ist langweilig und da kann man keine großen Berichte drüber schreiben. Das Drohgespenst Trump fällt damit auch erstmal etwas aus der Aufmerksamkeit.
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Naja besser als ein alter Opa der nicht weiß wo er ist, ist es allemal
Von all den potentiellen Kandidaten der Demokraten ist Kamala Harris wohl die sicherste Nummer. Alle anderen wären noch riskanter.
Die Gefahr ist halt, dass sie dann verbrannt ist wenn es nicht klappt (wovon man ausgehen kann) und die Demokraten dann bei der nächsten Wahl wieder keinen Kandidaten haben.
Jetzt ist es also “Bidens riskanter Plan” – Bidens Plan war es selbst zu tun. Sie ist die einzige Person die die Abermillionen an Spendengeldern verwenden darf, die Beiden eingesammelt haben. Scheißmedien.
Die Debatte von der ehemaligen Staatsanwältin gegen den 78 jährigen will ich gerne sehen. Glaube aber er wird nicht antreten, diesmal kann er ja nur verlieren.
6 Vizepräsidenten in den USA haben es später selbst zum Präsidenten gebracht. Eigentlich 15, aber die neun anderen Fälle kamen zustande, weil der Präsident während seiner Amtszeit entweder eines natürlichen oder unnatürlichen Todes gestorben ist. Durch Wahlen waren es jedenfalls nur 6. Direkt im Anschluss an ihre Amtszeit als Vizepräsident – also ohne Zeitversatz – waren es nur 4. Die letzten 188 Jahre sogar nur einer. Nämlich George Bush in direkter Folge zu Reagan.
Das sagt zwar nichts über die Chancen von Harris aus, deutet eventuell aber daraufhin, dass Vizepräsidenten, die sich auf das Amt des Präsidenten bewerben strukturell vermutlich alles andere als einen Warnstart in das Präsidentenrennen bekommen. Auch vermutlich deshalb, weil Präsident und Vize sich nicht immer grün sind und der Vize meist keinen roten Teppich ausgelegt bekommt.
kh hat in ihrer zeit als bezirksstaatsanwältin wohl so einiges fragwürdiges gebracht, mal abwarten. viel futter für die reps
Ich wünschte die Demokraten hätten sich irgendwie mehr als 5 Sekunden Zeit genommen über einen Nachfolger / eine Nachfolgerin nachzudenken bei solch einer historischen Chance.
Die große Herausforderung für Kamala Harris wird es sein nicht als Hillary 2.0 gesehen zu werden. Für die Demokraten bedeutet das, das die Konvention keine Krönung sein darf gleichzeitig darf es nicht in einer Schlammschlacht enden. Ansonsten gibt’s Pluspunkte für gute Debatten Performance sowie für ihre Vergangenheit als Staatsanwalt. Ihre Wahlwerbung gegen Trump von 2019 geht da richt hart. Ich war eher gegen Kamala jedoch die prosecutor vs convicted felon storyline hat schon in sich.
Hat Harris eigentlich irgendeinen Skandal am Laufen oder beruhen die Probleme mit ihr hauptsächlich auf Sympathie, bzw. ihrem eher langweiligen Charisma und weil sie POC + weiblich ist?
“Plan” ist echt hoch gegriffen. Der Mann kann sich innerhalb eines Augenblicks nicht mehr daran erinnern, warum er sich überhaupt umgedreht hat. Ganz abgesehen davon, dass er eigentlich gar nicht von seinem Wahlkampf zurücktreten wollte.
Könnte Biden jetzt eigentlich aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und Harris jetzt schon übernehmen lassen?
Riskant? Das war das klügste, was er machen konnte. Erstens ist dadurch Trump der Kandidat mit den Altersproblemen, die gesamte Taktik der Republikaner ist futsch. Zweitens ist dadurch maximale Aufmerksamkeit auf die Demokraten und Harris gerichtet, was perfekt ist um den Medienzirkus um Trumps fast-Attentat zu stoppen. Drittens sichern sie sich ne Menge Stimmen in der POC community und da Abtreibung immernoch eines der wichtigsten Themen für die Frauen in den USA ist ist ein weiblicher Kandidat da auch sinnvoll. Wenn Trump sich nicht zurückhält, wird er sich auch sicher wieder rassistisch äußern.
Trump hat knapp ein Attentat überlebt und dabei ist vielleicht sogar das Foto des Jahrzehnts entstanden. Das Ding ist sowieso schon gelaufen.
Bidens Plan? Deutsche Presse ohne Ahnung.
Und “riskant” war Bidens Beharren auf eine weitere Kandidatur. Harris ist die weitaus sicherere Kandidatin.
Was man auch nicht vergessen sollte, Harris war Attorney General. Die hat es rhetorisch drauf. Wenn sie es nicht dumm anstellen, wird sie Trump in Rededuellen zerpflücken. Das war der Schwachpunkt von Biden am Ende, der nicht mehr kohärent reden konnte.
Ohne P*mmel fehlt einem der Respekt.
Finde es eher von Republikanern riskant einen 78 Jährigen Tatterkreis aufzustellen, der keine drei geraden Sätze hervorbringt, vorbestraft ist und außerdem schon einmal eine Wahl verloren hat aber wer bin ich schon.
Trump wird das schon schaukeln
Wenn man sich News-Sender nennt, aber eigentluch Entertainment verkauft, dann kommen solche “News” heraus.
Und diese “Newssender” würden Trumps Wiederwahl lieben. Viel mehr Skandale zu berichten.
Tja zumindest ist sie quasi das absolute Kontrast zu Trump in jeglicher Hinsicht … Wer also lediglich Trump nicht wählen will hat zumindest hier eine Option. Eine Wahl für Biden wäre eh eine für Harris gewesen wenn er vorzeitig das Amt hätte niederlegen müssen.
Mir fällt ehrlich gesagt kein Szenario ein, in dem Trump gegen Harris in irgendeiner Weise eine Chance hätte.
Alle Personen, die sich für Trump entscheiden würden tun dass unabhängig vom demokratischen Kandidaten, und ich bezweifle das Trump irgendeine Möglichkeit hatte momentan noch demokratisch oder unentschlossen wählende Personen für sich zu gewinnen. Meiner Meinung nach ist seine Wählerschaft bereits jetzt maximiert, auf vollem Potenzial.
Das Hauptargument gegen Biden war nicht dass er inhaltlich schlecht war, sondern dass er alt und inkohärent war. Beides hat Harris nicht als Nachteil. Sie erfüllt demnach alle Punkte, die relevant sind, nämlich A, sie ist nicht Trump, und B+C, sie ist nicht alt und senil. Dass sie eine grottenschlechte Politikerin ist macht auch nichts, wenn der Gegner Trump heißt und in etwa die Kompetenz eines überfahrenen Frettchens hat.
Den einzigen richtigen Bockmist den die Demokraten jetzt bauen könnten, wäre eine Kampagne zu fahren, die in Richtung “wer die POC Frau nicht wählt ist doof” geht. Wenn man auf das Virtual signaling verzichtet und wirklich nur den Neuanfang und den “nicht Trump” predigt, sollte das Ding sicher mit einer deutlichen Mehrheit für die Demokraten im November enden.
Sie bekommt gerade massiv Zuspruch viele prominente Demokraten haben sich schon für sie ausgesprochen und sie bricht gerade alle spenden Rekorde, [50 Millionen](https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/kamala-harris-mit-spendenrekord-nach-r%C3%BCckzug-von-joe-biden/ar-BB1qoErJ?ocid=BingNewsVerp) alleine mit klein spenden und die großen spenden kommen erst noch.
Harris ist wohl die erfolgsversprechendste Kandidatin. Sie hat keinen herausragenden Ruf, aber auch keinen Schmutz, den man ihr anhängen kann. Gleichzeitig ist sie jung und verkörpert das auch sehr deutlich. Andere jüngere Personen haben kein Image, das junge Menschen wirklich anspricht. Und wir wissen ja aus den Umfragen, dass die Mehrheit der jungen Leute in sen USA weder Biden noch Trump wollten, vor allem weil sie sie für zu alt hielten.
In dieser Wahl geht es ja auch weniger darum, Wähler des anderen Lagers zu mobilisieren, sondern vor allem darum, ob Menschen Nichtwähler oder Wähler sind. Gerade bei den Demokraten ist da die größte Frage, ob potentielle Wähler überhaupt zur Wahl gehen. Eine Mobilisierung wie 2020 ist nicht gottgegeben.
Dazu ist das Lager der schwarzen US-Amerikaner auch ein wichtiges Lager der Demokraten, das oft zwischen Nichtwählern und Demokraten schwankt. Hier eine Figur zu haben, die das Lager anspricht, kann die Chancen sehr stark steigen lassen.
Man merkt ja schon, dass über Nacht auch etwas gedreht hat. Die republikanische Kampagne hat ja schon seit 2020 darauf aufgebaut, dass Biden als alt und schwach wahrgenommen wird. Jetzt, wo viele denken, Harris wird es in jedem Fall, gibt es schon unzählige social media Beiträge, die Harris als jung und widerstandsfähig gegenüber Trump, der alt und wirr dargestellt wird, zeigen. Die Demokraten als Partei scheinen das auch schon zu übernehmen.
Da hat Trump sich effektiv selbst sein Grab geschaufelt. Jetzt ist er derjenige, der als alt und gebrechlich gilt während eine jüngere, eher sportlich und aktiv wirkende Frau, die auch mal locker und witzig rüberkommt, ihm gegenübersteht. Wir werden sehen ob Harris tatsächlich Kandidatin wird, aber ich sehe da keinen Weg daran vorbei, der Erfolg verspricht.
Die besondere Dynamik ist es jetzt auch, dass die Demokraten ja schon länger die republikanische Taktik übernommen haben und Trumps Versprecher, unsinnige Sätze und Ähnliches genauso zusammenschneiden. Bisher haben die Republikaner dann eben Bidens Beispiele dagegen gesetzt. Das fehlt jetzt.
Wenn Harris in einer Debatte halbwegs schlagfertig auftritt und Trump im ein oder anderen Punkt schlägt, ist sie klar überlegen.
Und natürlich eine für diesen Wahlkampf besonders interessant ist die Aufmerksamkeitsdynamik. Trump hatte jetzt effektiv eine Woche um das Attentat auszuschlachten und jetzt haben die Demokraten die Aufmerksamkeit voll auf sich gezogen. Wenn sie es klug anstellen, bleibt das auch erstmal bis August so, wenn der Kandidat feststeht. Alle politisch interessanten Fragen in den USA gehen jetzt an die Demokraten. Wen stellen sie auf? Bleibt Biden bis Januar noch im Amt? Wer geht jetzt noch alles ins Rennen? Wie kann man so kurzfristig einen Kandidaten erfolgreich ins Rennen schicken? Und viele weitere Fragen.
Bei den Republikanern ist ja alles klar. Trump tritt an, seine Agenda ist offensichtlich und die Personalentscheidungen kennt man eigentlich auch schon ungefähr. Das ist langweilig und da kann man keine großen Berichte drüber schreiben. Das Drohgespenst Trump fällt damit auch erstmal etwas aus der Aufmerksamkeit.