Bundesnachrichtendienst bedingt abwehrbereit: 700 Stellen beim BND unbesetzt

by PoroBraum

13 comments
  1. >Mehr als 1.000 Beamte des BND hatten im vergangenen Jahr 30 oder mehr Fehltage. Das ist doppelt so hoch wie im Rest der Bevölkerung

    Das ist ein Zeichen das die mehr Probleme haben als unbesetzte Stellen. Leute werden nicht einfach so Krank. Entweder ist es der Stress oder die Arbeitsbedingungen fördern das gesund werden oder bleiben nicht. Klar der Stress kommt auch dank den unbesetzten Stellen aber ich habe das Gefühl, dass ist nicht die einzige Quelle.

    >Das Verfahren kostet pro Bewerber 100.000 Euro. Die Durchfallquote bei der höchsten Stufe der Sicherheitsüberprüfung, die neue Spione benötigen, liegt bei 40 Prozent.

    Ich fürchte gerade bei der Sicherheitsüberprüfung wird man nicht viel machen können. Wir brauchen keine “unsicheren” Leute bei unseren BND. Die haben wir schon an anderen Stellen genug. Eventuell kann man etwas an den Filtern davor machen.

  2. 13 Monate Bewerbungsverfahren und wundern sich, dass sie keine Leute finden. Genau mein Humor

  3. Hatte mal vor Jahren mit einem Wechsel zum BND in der IT geliebäugelt. Nachdem ich die Bezahlung gesehen habe hatte sich das dann aber auch erledigt. Weis nicht ob das bei den Agenten ähnlich ist.

  4. Es geht nicht aus dem Artikel hervor, aber sehr viele der Stellen sind im Berlin ausgeschrieben, aber es will halt auch keiner für knapp 3k netto nach Berlin. 

  5. >Zusätzlich nutzen viele Beamte das während der Corona-Zeiten eingeführte Homeoffice und verbringen einen Tag in der Woche ohne Dienstrechner und Aktenzugriff zu Hause.

    Also quasi arbeitsunfähig, klingt sinnvoll.

    >Im März schaltete die Behörde eine große Werbekampagne, auf die sich 10.000 Interessenten bewarben. Doch seitdem kam es noch zu keiner einzigen Einstellung. Das liegt an den strengen Anforderungen.

    Strenge Anforderung ist per se nicht verkehrt aber wenn man bei 10.000 nicht mal einen findet muss ja grundsätzlich etwas nicht stimmen.

  6. Wer will denn auch zum BND, wenn man bei der Bezahlung, die die bieten, auch noch Angst haben muss, von seinen Kollegen vergewaltigt oder verprügelt zu werden oder dass dein Vorgesetzter Informationen über dich, an Russland verkauft?

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mutmasslicher-uebergriff-bei-sommerfest-bnd-mitarbeiter-sollen-kollegin-betaeubt-und-vergewaltigt-haben-a-44f116fb-8214-41fc-ad58-579f47504804

    https://www.rnd.de/panorama/bundesnachrichtendienst-bnd-mitarbeiter-schlaegt-kollegen-bei-sommerfest-UMY5477LMJM33OQXAWRR5GOBBM.html

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mutmasslicher-russischer-spion-beim-bnd-codename-puffotter-a-e8e835aa-28b9-4a6c-92eb-4bd9e5c3d758

    Ich fände es jetzt unfair, den BND nur nach den Negativschlagzeilen in der Presse zu beurteilen, weil, wenn die ihren Job richtig machen, landet das, was sie Positives tun, ja auch nicht in der Presse.

    Es ist also ein sehr großes Ungleichgewicht in der öffentlichen Wahrnehmung, bin da auch nicht 100 % unvoreingenommen, geb ich ehrlich zu. Ich betrachte den BND mit großer Skepsis, aber nicht als Institution oder weil ich ihn für nicht notwendig halte, sondern weil der Laden Skandale am Fließband produziert, wo es nach meinem Empfinden eigentlich ihr Job ist, unsichtbar zu sein und im Zweifelsfall solide Arbeit leisten, die sich auch lückenlos für die Ausschüsse, die sich mit ihrer Arbeit beschäftigen, nachvollziehen lässt.

    Man muss sich nur mal ansehen, wie das mit dem mutmaßlichen Russland Spion gelaufen ist.

    Wenn man die Empörung ausblendet und sich einfach mal nüchtern vor Augen führt, wie viele Abteilungen und Agenten da kollektiv versagt haben, über Jahre.

    Das kann doch kein IST-Zustand bleiben? Bruno Kahl kann noch so ein guter Mann für den Job sein, langsam bekommt man den Eindruck, das Problem sind die mangelnde (charakterliche) Eignung der Agenten und er hat seinen Laden nicht im Griff.

    Empfehle dazu auch mal die Drucksache 20/12216 im Blick zu behalten, wenn man vorhat sich für den BND zu bewerben:

    https://dserver.bundestag.de/btd/20/122/2012216.pdf

    Würde mir als Bürger einfach mal ein Jahr wünschen, wo ich keine Negativschlagzeile vom BND höre, die mir die Nackenhaare aufstellt.

    Wenn du das hier liest, das ist nicht zu viel verlangt Bruno, oder?

  7. Ich hatte mich nach dem Abi dort beworben gehabt. 100 wurden genommen, ich war auf Platz 102 und stand noch 3 Monate nach Ende auf der “Reserveliste”.
    Der Bewerbungsprozess ist die absolute Hölle der ein Jahr deines Lebens in Anspruch nimmt. SÜ Überprüfung sind allein 30-40 Seiten, Interviews etc. Aber gut SÜ ist schon wichtig.

    Aber auch das Auswahlverfahren war die Hölle. Du musst in irgendwelche geheimen Büros, wirst extrem unter Druck gesetzt und hast bei Nachfragen keinen Ansprechpartner. Es gab 2 Interviews und 3 Test. Die Interviews sind vor einer Kommission die Dich richtig hart rannimmt. “Sie wirken nervös, warum sind sie so nervös”?

    ICH WEIẞ JA NICHT BRUDI, VIELLEICHT WEIL ICH GERADE IN 30 MINUTEN MIT 18 JAHREN EINEN VORTRAG ÜBER DIE EINFLÜSSE VON PMCs AUF DIE GLOBALE WELTORDNUNG MIR AUS DEN ARSCH GEZOGEN HAB UND IHR EUCH NICHTMAL VORGESTELLT HABT.

    “Sind Sie bereit für den Dienst auch zu sterben”?

    BRUDI HAST DU GERADE EINEN 18 JÄHRIGEN GEFRAGT DER SICH AUF EINE BÜROSTELLE (basically) BEWORBEN HAT OB ER BEREIT IST ZU STERBEN? BIN ICH HIER BEI DER BUNDESWEHR?!

    Die Arbeitsatmosphäre dort muss echt toxisch sein, aber mit 18 kennst du solche Red Flags noch nicht. Mittlerweile darf ich auch mit Politik und Strategie arbeiten, aber für einen anderen EU Staat mit einer deutlich angenehmeren Arbeitsatmosphäre.

    Ach apropos. Das ich eine doppelte Staatsbürgerschaft hab, war natürlich auch ein Problem obwohl meine 2 Staatsbürgerschaft die eines sehr eng befreundeten EU NATO Staates ist. “Ich sehe Sie haben 2 Staatsbürgerschaften”, wo liegt denn Ihre Loyalität”?

    Ich hab “identifiziere mich als Europärer” geantwortet. Hat mich vermutlich im Rank nach unten geworden. Seufz

    Sorry musste meine Trauma kurz loswerden.

  8. Ich bin mir sicher, selbst wenn wir 1400 Mitarbeiter mehr haben, wäre der BND nur bedingt abwehrbereit. Unsere ganze IT Landschaft ist ein Witz. Hinzu kommt die hoch ineffiziente Bürokratie.

  9. Melde mich freiwillig. Ich weiß wie man aus Word Dokumenten pdfs macht.

  10. Naja vielleicht wäre ein erster Start Leuten das gleiche Gehalt wie in der Industrie zu bieten…welcher Master absolvent steigt denn für lächerliche 45k oder 50k ein

  11. Als IT-Sicherheitsexperte sage ich es mal ganz deutlich:

    Ich habe mir die Stellen angesehen. Ich arbeite bereits im öD, würde aber bei denen tatsächlich noch Gehalt verlieren UND müsste in eine Stadt ziehen, wo meine Lebenserhaltungskosten bestenfalls nur(!) um 50% steigen.

    Dazu dann natürlich der Stress mit Hintergrundchecks, die Anreise (Homeoffice mögen die da nicht), der Stress durch fehlende Stellen, Rotationsprinzip und vieles anderes.

    Und dann sagen die auch ganz offen, das sie “wissen”, das sie “nicht kompetitiv” sein können, sie appellieren an den “Patriotismus”.

    Entschuldigung, aber selten hat sich ein potentieller AG so dermaßen selbst disqualifiziert. Ich hab gerne einen sicheren Arbeitsplatz. Aber wenn selbst andere Stellen im öD besser zahlen…

  12. Kann mir gut vorstellen dass es da an der “politischen Zuverlässigkeit” scheitert. Solche Berufe haben eine gewisse Anziehungskraft auf gewisse Menschen die ganz gewiss nicht in solche Positionen gelassen werden sollten.

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