> Wenn ich mir nun die Frage stelle, wofür ich zu kämpfen bereit wäre, dann muss ich ehrlich sein: für fast gar nichts. Und ganz sicher nicht für “mein Land”, nicht für diesen Staat, und auch nicht für Europa.
In den Twitter-Kommentaren des Autors möchte ich ungern stecken
> Wer als Soldat auf die Schlachtfelder zieht, der erkämpft dort nicht seine Sicherheit – diese ist de facto in jedem Moment existenziell bedroht, in dem es Granaten und Kugeln hagelt. Stattdessen wird gekämpft für das, was die eigene Herrschaft als ihre Sicherheit definiert.
*Dabei ist es eigentlich selbstverständlich, dass in jedem Krieg ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung lieber unter fremder Herrschaft leben als im Kampf sterben will.*
Steile These
Natürlich *will* niemand in diesem Land, wo wir seit fast 80 Jahren komplett im Frieden gelebt haben und keine Ahnung haben, wie Krieg eigentlich aussehen kann. Ich schau mir die Länder an, die sich gerade gegen imminente Angriffe rüsten müssen oder schon aktiv kämpfen und sag, ja, ich würde kämpfen. Wer sich schön gemütlich zuhause hinsetzt und die Verantwortung abgibt, kann das machen, macht sich dann aber mitverantwortlich dafür, wenn das Land erobert wird. Damit muss man dann Leben, das könnte ich nicht.
>Dabei ist es eigentlich selbstverständlich, dass in jedem Krieg ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung lieber unter fremder Herrschaft leben als im Kampf sterben will.
Wenn man sich mal die geopolitische Lage anschaut und ein bisschen Gedankenpingpong spielt wäre ein tatsächlicher Krieg in Deutschland am wahrscheinlichsten gegen ein erstarktes Russland oder China, beides Regierungen mit doch leicht anderen Ansichten was ihre Bevölkerung angeht.
Natürlich kann der Autor liebend gerne argumentieren, dass ihm Deutschland egal ist, er nicht dafür kämpfen würde und das Menschen lieber in Knechtschaft leben als getötet zu werden, die Realität unter einer russischen oder chinesischen Herrschaft wären aber fast kein Sozialstaat, keine Work-Life Balance oder gar Menschenrechte. Die Geschichte der Menschheit zeigt immer wieder deutlich, dass besetzte Gebiete und deren Bevölkerung nicht einfach weiter machen wie davor nur mit einer anderen Spitze sondern größtenteils schlimmstes über sich ergehen lassen müssen.
Für mich fühlt sich der gesamte Artikel, dessen Autor ein Verfechter von linker Sozial- und Wirtschaftspolitik ist, wie eine langatmige “sollen sich doch alle einfach ergeben, danach geht das Leben schon weiter”-Fantasie an. Es gibt definitiv Kritikpunkte an Dienstpflichten, Wehrpflichten und allem drum und dran aber Russland hat eben bewiesen das wir uns dieser Debatte stellen müssen. Wenn wir als Bevölkerung uns dann eben entscheiden, dass die deutschen Werte/der deutsche Staat nicht schützenswert ist – naja dann gefällt einem hoffentlich die neue Herrschaftsform bei einer Besatzung besser.
Alle hier so dulce et decorum est, aber wenn es die Wehrpflicht auch für die “verpassten” Jahrgänge geben sollte, würden hier dicke Tränen rollen.
Dieser Typ ist jung und hat keine Ahnung was es heißt wirklich von einer faschistischen Macht mit der Invasion des eigenen Landes bedroht zu werden.
Nach der Logik des Artikels hätten sich die USA und die Briten auch nicht am 2. Weltkrieg beteiligen sollen. War für die Soldaten ja nur ein Nachteil. Da hat mal wieder jemand nur bis zu seiner Nasenspitze gedacht.
Allein, dass er in einer Demokratie zwischen Herrschern und Beherrschten unterscheidet, ist schon nah am Schwurblertum.
Versteh irgendwie nicht wie alle bereit sind sich für Deutschland in einen Krieg zu begeben ohne vorher einmal abzuklären was für ein Land da später rauskommen soll.
Meiner Familie gehört hier nichts anderen Familien, das halbe Vermögen. Die werden nicht neben mir im Schützengraben liegen. Bevor ich an die Front gehe sollte doch irgendwie geklärt sein, dass wir nicht wieder in einem Deutschland aufwachsen in dem das Vermögen so unfair verteilt ist.
Die Realität ist, dass der neue Besatzer dich dann in den Krieg zwingen würde und dass als Kanonenfutter um die eigene Bevölkerung zu schonen.
Die Kommentare hier sind ja mal wieder kaum an Heuchelei zu überbieten. Wenn ihr es alle plötzlich so toll findet, junge Menschen zum Dienst an der Waffe zu zwingen, warum hat sich dann niemand von euch freiwillig gemeldet? Wie viele von euch sind überhaupt noch jung genug, im Falle der Wiedereinführung selber betroffen zu wären?
Edit: Lustig, downvoten könnt ihr, aber Argumente hat niemand von euch.
Sowieso ‘ne steile These irgendein Land zu verteidigen.
Schlussendlich geht es darum, das freie und selbstbestimmte Leben zu verteidigen.
Für ein Land kämpfen? Na, warte mal…
Für eine Sache kämpfen? Vielleicht schon eher!
Ich habe damals Zivildienst geleistet. Das war damals immer die Diskussion, dass ich meinem Land nicht dienen würde. Ich habe dann immer entgegnet: ich dienen den Menschen, nur halt ohne Waffe. Das hat die Diskussionen ganz schnell beendet. Der Begriff dienen ist da sehr heikel bei einigen 😅
Würde ich Heute in meinem jetzigen Alter an die Front gehen, wenn ein Feind einmarschiert? Eher nicht, liegt aber auch am Rücken, den Augen und den kaputten Knien. Würde ich aber Unterstützungsarbeit leisten, Sanitätsdienst, Logistik etc? Definitiv ja!
Wäre ich heute zwanzig Jahre jung und müsste auf Grund der Ukraine-Situation entscheiden, ob ich Wehr- oder Zivildienst leisten würde, dann wäre die Entscheidung heute schwierig als damals. (OK, damals war Bundeswehr == Leberzirrhose Speedrun any%)
Würde der Feind direkt vor meiner Haustür stehen und ich hätte die Möglichkeit mit einer Waffe zu verhindern, dass die zu meiner Familie gehen, dann würde ich sofort aktiv werden.
Sprich, es gibt viele Aspekte bei der Landesverteidigung, nicht alle sind an der Front. Sich da komplett zu verweigern ist egoistisch.
Ich kann das Mindset, das man ein tatsächliches Kämpfen im Krieg vermeiden will 100% nachvollziehen, und bin dem selber nicht fern – aber die Idee, das das im Verteidigungsfall wirklich bestehen bleiben würde, ist doch unglaubhaft.
Das kehrt sich ganz schnell, wenn der Angreifer eben nicht nur irgendein theoretisches Konstrukt ist, sondern das Monster, das <was auch immer> getan hat.
Was ne sinnlose Diskussion. Sollte Russland tatsächlich die NATO angreifen oder andersrum, fliegen kurze Zeit später Wasserstoffbomben links und rechts. Das wäre das Ende unserer Zivilisation. Was stattdessen passiert, sind Stellvertreter-Kriege so wie aktuell gerade in der Ukraine.
Solange dieses hypothetische Szenario eines bedrohten Deutschlands noch weit genug weg und diffus genug ist kann da doch eh jeder sagen was er will, glaubhaft ist es nie. Die Realität würde solche Bekundigungen schnell einholen. Sowohl bei demjenigen der sagt “Ich kämpfe nicht” wenn er dann irgendwann vor der Wahl steht seine Familie zu verteidigen, als auch dem der sagt “Ich kämpfe” wenn er einer Übermacht gegenüber steht und die Wahl hat zwischen Tod und einer Besatzung mit der er sich irgendwie arrangieren könnte. Ich traue da nicht mal dem was ich selber vermute was ich tun würde, sowas ist einfach viel zu weit von meiner Lebensrealität als dass ich da eine vernünftige Voraussage machen könnte.
Finde es auch etwas seltsam wie viele dem Autor hier Realitätsferne vorwerfen. Die Geschichte zeigt doch deutlich dass selbst in den brutalsten Kriegen und Invasionen die Leute nur widerwillig kämpfen wenn sie persönlich nicht bedroht sind, nicht zum kämpfen erzogen oder gezwungen wurden. Wer wortwörtlich in einen Gewehrlauf schaut der denkt nicht an sein Land, irgendwelche Ideen, die FDGO oder was auch immer, der denkt daran wie er sein Leben rettet.
>Wenn ich mir nun die Frage stelle, wofür ich zu kämpfen bereit wäre, dann muss ich ehrlich sein: für fast gar nichts. Und ganz sicher nicht für “mein Land”, nicht für diesen Staat, und auch nicht für Europa.
Also definitiv auch nicht dafür, genau diese Meinung haben und laut äußern zu dürfen?
>Webseiten können ohne Gerichtsbeschluss gesperrt werden, für kritische Kommentare droht aufgrund vage formulierter Anti-Extremismus-Gesetze jahrelange Haft.
Oder definitiv auch nicht dafür, dass seine Freunde und Angehörige frei sind, zu lieben wen sie lieben?
>Ein sicheres Leben für queere Menschen war de facto in Russland bereits in der Vergangenheit nicht möglich. Hassgewalttaten gegen LSBTIQ* werden nicht aufgeklärt. Der öffentliche Raum wird von Hassreden gegen LSBTIQ* bestimmt. Mit der letzten Entscheidung des Gerichtshofes setzt Russland seine LSBTIQ*-feindliche Politik fort. Es findet Stück für Stück eine Rekriminalisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt statt.
Oder definitiv auch nicht dafür, dass seine Kinder nicht ins Land des Angreifers verschleppt werden?
>Dutzende Leichen – von Männern, Frauen und Kindern – liegen auf den Straßen, vor den Häusern und in Hinterhöfen sowie in Massengräbern. Einige der Toten sind ganz offensichtlich gefoltert worden. Tag für Tag werden weitere Opfer gefunden. Die Russen verwandelten den einst beschaulichen Vorort von Kiew in einen Ort des Grauens. Insgesamt werden mehr als 400 Menschen getötet. Noch immer gibt es Vermisste.
Für gar nichts davon?
Dann hat er immerhin das Glück, dass es andere gibt, die dafür kämpfen würden.
(Und als Disclaimer: Ich unterliege offiziell noch der Wehrüberwachung und wäre eine dieser Personen)
Wäre Deutschland in der gleichen Art wie die Ukraine überfallen worden, würde ich für Deutschland kämpfen.
Ich würde kämpfen, alleine dafür das mein Kind in Sicherheit leben und aufwachsen kann. Der Klügere gibt nach funktioniert halt nicht mehr.
Bevor ich für irgendeinen Hampelmann “mein” Land verteidige, zieh ich lieber um.
Ich hab noch Grundwehrdienst geleistet. Nennt mich altmodisch, aber: Ich habe währenddessen gelobt, “der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen” und dazu stehe ich auch heute noch. Klar wäre es schön, wenn dieser Fall nie eintritt, aber wenn Deutschland doch einmal angegriffen wird, würde ich ohne zu Zögern meinen Teil zur Heimatverteidigung beitragen. Ich lebe hier, meine Familie lebt hier und wir leben alle in Freiheit. Ich bin bereit, alles zu tun, dass das auch so bleibt.
Krass wie egoistisch viele Menschen sind
Ich frag mich wie viele von denen die hier kommentieren ihre Einstellung behalten würden wenn ihnen jemand plötzlich ne Waffe in die Hand drückt und sagt “geh sterben”
Wenn der Russe vor der Tür steht, dann war es das mit ausschweifenden, pazifistischen Oberstufenreferaten. Man kann sich noch so viel Mühe geben eloquent zu wirken, letzten Endes sind dies die immergleichen infantilen “Stell dir vor es ist Krieg, und keiner hin!” Phrasendreschereien. Tja, stell dir mal vor, es geht doch jemand hin. Wie schnell das geht können wir alle momentan bezeugen. Und wenn das passiert, dann kann man mit der eigenen, eloquenten Meinung die Kumpels im Gulag nerven.
Wir müssen militärisch wehrhaft sein. Period.
Das abstrakte Staatskonstrukt wird nur im übertragenen Sinne verteidigt. Das klingt zwar schön, wenn man das mit Brecht Zitaten schmückt, aber wer noch immer nicht verstanden hat, dass es um nicht weniger als unsere Freiheit als Gesellschaft geht, der sollte vielleicht aus dem Fiebertraum erwachen in den die GenZ von den Kriegsdienstverweigerern der letzten Stunde hineinerzogen wurde.
Ich hab keinen Bock, dass mein Haus und Hof zerbombt werden, dass meine Frau und Tochter fliehen müssen, ihr Leben bedroht wird und man eines Tages in einem Regime aufwacht, in dem man für das halten leerer Plakate verhaftet wird. Deswegen kann ich mit diesem ewig Pazifistischen Geschwafel auch nichts anfangen. Und deswegen wirkt dieser Aufsatz auf mich wie der trotzige Monolog eines Teenagers am elterlichen Esstisch, der meint jemanden beeindrucken zu können, weil er ein Buch darüber gelesen hat.
Sorry, not sorry.
Bin für eine Wehrpflicht für alle Wehrpflichtforderer die können ihre Vaterlandsliebe dann endlich mal beweisen
Wenn hier alle kämpfen wollen braucht es doch keine Pflicht.
Rosinenpicken. Die Vorteile einer freien Gesellschaft genießen, aber verteidigen dürfen sie gerne andere.
Und mal nebenbei, ich würde auch lieber in einer Welt leben, in der jeder und jede ein freies und friedliches Leben selbstbestimmt führen können ohne Einschränkungen oder Bestrebungen von außen dies zu verhindern. Aber leider ist dem nicht so, und da würde ein wenig Realismus ganz gut tun.
26 comments
> Wenn ich mir nun die Frage stelle, wofür ich zu kämpfen bereit wäre, dann muss ich ehrlich sein: für fast gar nichts. Und ganz sicher nicht für “mein Land”, nicht für diesen Staat, und auch nicht für Europa.
In den Twitter-Kommentaren des Autors möchte ich ungern stecken
> Wer als Soldat auf die Schlachtfelder zieht, der erkämpft dort nicht seine Sicherheit – diese ist de facto in jedem Moment existenziell bedroht, in dem es Granaten und Kugeln hagelt. Stattdessen wird gekämpft für das, was die eigene Herrschaft als ihre Sicherheit definiert.
*Dabei ist es eigentlich selbstverständlich, dass in jedem Krieg ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung lieber unter fremder Herrschaft leben als im Kampf sterben will.*
Steile These
Natürlich *will* niemand in diesem Land, wo wir seit fast 80 Jahren komplett im Frieden gelebt haben und keine Ahnung haben, wie Krieg eigentlich aussehen kann. Ich schau mir die Länder an, die sich gerade gegen imminente Angriffe rüsten müssen oder schon aktiv kämpfen und sag, ja, ich würde kämpfen. Wer sich schön gemütlich zuhause hinsetzt und die Verantwortung abgibt, kann das machen, macht sich dann aber mitverantwortlich dafür, wenn das Land erobert wird. Damit muss man dann Leben, das könnte ich nicht.
>Dabei ist es eigentlich selbstverständlich, dass in jedem Krieg ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung lieber unter fremder Herrschaft leben als im Kampf sterben will.
Wenn man sich mal die geopolitische Lage anschaut und ein bisschen Gedankenpingpong spielt wäre ein tatsächlicher Krieg in Deutschland am wahrscheinlichsten gegen ein erstarktes Russland oder China, beides Regierungen mit doch leicht anderen Ansichten was ihre Bevölkerung angeht.
Natürlich kann der Autor liebend gerne argumentieren, dass ihm Deutschland egal ist, er nicht dafür kämpfen würde und das Menschen lieber in Knechtschaft leben als getötet zu werden, die Realität unter einer russischen oder chinesischen Herrschaft wären aber fast kein Sozialstaat, keine Work-Life Balance oder gar Menschenrechte. Die Geschichte der Menschheit zeigt immer wieder deutlich, dass besetzte Gebiete und deren Bevölkerung nicht einfach weiter machen wie davor nur mit einer anderen Spitze sondern größtenteils schlimmstes über sich ergehen lassen müssen.
Für mich fühlt sich der gesamte Artikel, dessen Autor ein Verfechter von linker Sozial- und Wirtschaftspolitik ist, wie eine langatmige “sollen sich doch alle einfach ergeben, danach geht das Leben schon weiter”-Fantasie an. Es gibt definitiv Kritikpunkte an Dienstpflichten, Wehrpflichten und allem drum und dran aber Russland hat eben bewiesen das wir uns dieser Debatte stellen müssen. Wenn wir als Bevölkerung uns dann eben entscheiden, dass die deutschen Werte/der deutsche Staat nicht schützenswert ist – naja dann gefällt einem hoffentlich die neue Herrschaftsform bei einer Besatzung besser.
Alle hier so dulce et decorum est, aber wenn es die Wehrpflicht auch für die “verpassten” Jahrgänge geben sollte, würden hier dicke Tränen rollen.
Dieser Typ ist jung und hat keine Ahnung was es heißt wirklich von einer faschistischen Macht mit der Invasion des eigenen Landes bedroht zu werden.
Nach der Logik des Artikels hätten sich die USA und die Briten auch nicht am 2. Weltkrieg beteiligen sollen. War für die Soldaten ja nur ein Nachteil. Da hat mal wieder jemand nur bis zu seiner Nasenspitze gedacht.
Allein, dass er in einer Demokratie zwischen Herrschern und Beherrschten unterscheidet, ist schon nah am Schwurblertum.
Versteh irgendwie nicht wie alle bereit sind sich für Deutschland in einen Krieg zu begeben ohne vorher einmal abzuklären was für ein Land da später rauskommen soll.
Meiner Familie gehört hier nichts anderen Familien, das halbe Vermögen. Die werden nicht neben mir im Schützengraben liegen. Bevor ich an die Front gehe sollte doch irgendwie geklärt sein, dass wir nicht wieder in einem Deutschland aufwachsen in dem das Vermögen so unfair verteilt ist.
Die Realität ist, dass der neue Besatzer dich dann in den Krieg zwingen würde und dass als Kanonenfutter um die eigene Bevölkerung zu schonen.
Die Kommentare hier sind ja mal wieder kaum an Heuchelei zu überbieten. Wenn ihr es alle plötzlich so toll findet, junge Menschen zum Dienst an der Waffe zu zwingen, warum hat sich dann niemand von euch freiwillig gemeldet? Wie viele von euch sind überhaupt noch jung genug, im Falle der Wiedereinführung selber betroffen zu wären?
Edit: Lustig, downvoten könnt ihr, aber Argumente hat niemand von euch.
Sowieso ‘ne steile These irgendein Land zu verteidigen.
Schlussendlich geht es darum, das freie und selbstbestimmte Leben zu verteidigen.
Für ein Land kämpfen? Na, warte mal…
Für eine Sache kämpfen? Vielleicht schon eher!
Ich habe damals Zivildienst geleistet. Das war damals immer die Diskussion, dass ich meinem Land nicht dienen würde. Ich habe dann immer entgegnet: ich dienen den Menschen, nur halt ohne Waffe. Das hat die Diskussionen ganz schnell beendet. Der Begriff dienen ist da sehr heikel bei einigen 😅
Würde ich Heute in meinem jetzigen Alter an die Front gehen, wenn ein Feind einmarschiert? Eher nicht, liegt aber auch am Rücken, den Augen und den kaputten Knien. Würde ich aber Unterstützungsarbeit leisten, Sanitätsdienst, Logistik etc? Definitiv ja!
Wäre ich heute zwanzig Jahre jung und müsste auf Grund der Ukraine-Situation entscheiden, ob ich Wehr- oder Zivildienst leisten würde, dann wäre die Entscheidung heute schwierig als damals. (OK, damals war Bundeswehr == Leberzirrhose Speedrun any%)
Würde der Feind direkt vor meiner Haustür stehen und ich hätte die Möglichkeit mit einer Waffe zu verhindern, dass die zu meiner Familie gehen, dann würde ich sofort aktiv werden.
Sprich, es gibt viele Aspekte bei der Landesverteidigung, nicht alle sind an der Front. Sich da komplett zu verweigern ist egoistisch.
Ich kann das Mindset, das man ein tatsächliches Kämpfen im Krieg vermeiden will 100% nachvollziehen, und bin dem selber nicht fern – aber die Idee, das das im Verteidigungsfall wirklich bestehen bleiben würde, ist doch unglaubhaft.
Das kehrt sich ganz schnell, wenn der Angreifer eben nicht nur irgendein theoretisches Konstrukt ist, sondern das Monster, das <was auch immer> getan hat.
Was ne sinnlose Diskussion. Sollte Russland tatsächlich die NATO angreifen oder andersrum, fliegen kurze Zeit später Wasserstoffbomben links und rechts. Das wäre das Ende unserer Zivilisation. Was stattdessen passiert, sind Stellvertreter-Kriege so wie aktuell gerade in der Ukraine.
Solange dieses hypothetische Szenario eines bedrohten Deutschlands noch weit genug weg und diffus genug ist kann da doch eh jeder sagen was er will, glaubhaft ist es nie. Die Realität würde solche Bekundigungen schnell einholen. Sowohl bei demjenigen der sagt “Ich kämpfe nicht” wenn er dann irgendwann vor der Wahl steht seine Familie zu verteidigen, als auch dem der sagt “Ich kämpfe” wenn er einer Übermacht gegenüber steht und die Wahl hat zwischen Tod und einer Besatzung mit der er sich irgendwie arrangieren könnte. Ich traue da nicht mal dem was ich selber vermute was ich tun würde, sowas ist einfach viel zu weit von meiner Lebensrealität als dass ich da eine vernünftige Voraussage machen könnte.
Finde es auch etwas seltsam wie viele dem Autor hier Realitätsferne vorwerfen. Die Geschichte zeigt doch deutlich dass selbst in den brutalsten Kriegen und Invasionen die Leute nur widerwillig kämpfen wenn sie persönlich nicht bedroht sind, nicht zum kämpfen erzogen oder gezwungen wurden. Wer wortwörtlich in einen Gewehrlauf schaut der denkt nicht an sein Land, irgendwelche Ideen, die FDGO oder was auch immer, der denkt daran wie er sein Leben rettet.
>Wenn ich mir nun die Frage stelle, wofür ich zu kämpfen bereit wäre, dann muss ich ehrlich sein: für fast gar nichts. Und ganz sicher nicht für “mein Land”, nicht für diesen Staat, und auch nicht für Europa.
Also definitiv auch nicht dafür, genau diese Meinung haben und laut äußern zu dürfen?
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/russland/ueberblick-russland
>Webseiten können ohne Gerichtsbeschluss gesperrt werden, für kritische Kommentare droht aufgrund vage formulierter Anti-Extremismus-Gesetze jahrelange Haft.
Oder definitiv auch nicht dafür, dass seine Freunde und Angehörige frei sind, zu lieben wen sie lieben?
https://www.lsvd.de/de/ct/10920-Queeres-Leben-gilt-ab-heute-in-Russland-als-Extremismus
>Ein sicheres Leben für queere Menschen war de facto in Russland bereits in der Vergangenheit nicht möglich. Hassgewalttaten gegen LSBTIQ* werden nicht aufgeklärt. Der öffentliche Raum wird von Hassreden gegen LSBTIQ* bestimmt. Mit der letzten Entscheidung des Gerichtshofes setzt Russland seine LSBTIQ*-feindliche Politik fort. Es findet Stück für Stück eine Rekriminalisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt statt.
Oder definitiv auch nicht dafür, dass seine Kinder nicht ins Land des Angreifers verschleppt werden?
https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/im-ukraine-krieg-entfuehrt-wie-russland-verschleppte-kinder-russifiziert-19785894.html
>Von Russland entführte ukrainische Kinder erhalten von russischen Behörden neue Geburtsurkunden und Pässe, bevor sie zur Adoption freigegeben werden.
Oder auch nicht dafür, dass er vom Besatzer nicht für den nächsten Krieg zwangsverpflichtet wird?
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/zwangsrekrutierung-kriegsverbrechen-ukraine-krieg-russland-100.html
>Während des Berichtzeitraums dokumentierte das UNHCHR 65 Fälle von Zwangsrekrutierung durch mit Russland verbundene bewaffnete Gruppen.
Oder auch nicht dafür, nicht zu einem rechtlosen Spielball der Besatzungstruppen zu werden?
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/butscha-massaker-erinnerung-ukraine-100.html
>Dutzende Leichen – von Männern, Frauen und Kindern – liegen auf den Straßen, vor den Häusern und in Hinterhöfen sowie in Massengräbern. Einige der Toten sind ganz offensichtlich gefoltert worden. Tag für Tag werden weitere Opfer gefunden. Die Russen verwandelten den einst beschaulichen Vorort von Kiew in einen Ort des Grauens. Insgesamt werden mehr als 400 Menschen getötet. Noch immer gibt es Vermisste.
Für gar nichts davon?
Dann hat er immerhin das Glück, dass es andere gibt, die dafür kämpfen würden.
(Und als Disclaimer: Ich unterliege offiziell noch der Wehrüberwachung und wäre eine dieser Personen)
Wäre Deutschland in der gleichen Art wie die Ukraine überfallen worden, würde ich für Deutschland kämpfen.
Ich würde kämpfen, alleine dafür das mein Kind in Sicherheit leben und aufwachsen kann. Der Klügere gibt nach funktioniert halt nicht mehr.
Bevor ich für irgendeinen Hampelmann “mein” Land verteidige, zieh ich lieber um.
Ich hab noch Grundwehrdienst geleistet. Nennt mich altmodisch, aber: Ich habe währenddessen gelobt, “der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen” und dazu stehe ich auch heute noch. Klar wäre es schön, wenn dieser Fall nie eintritt, aber wenn Deutschland doch einmal angegriffen wird, würde ich ohne zu Zögern meinen Teil zur Heimatverteidigung beitragen. Ich lebe hier, meine Familie lebt hier und wir leben alle in Freiheit. Ich bin bereit, alles zu tun, dass das auch so bleibt.
Krass wie egoistisch viele Menschen sind
Ich frag mich wie viele von denen die hier kommentieren ihre Einstellung behalten würden wenn ihnen jemand plötzlich ne Waffe in die Hand drückt und sagt “geh sterben”
Wenn der Russe vor der Tür steht, dann war es das mit ausschweifenden, pazifistischen Oberstufenreferaten. Man kann sich noch so viel Mühe geben eloquent zu wirken, letzten Endes sind dies die immergleichen infantilen “Stell dir vor es ist Krieg, und keiner hin!” Phrasendreschereien. Tja, stell dir mal vor, es geht doch jemand hin. Wie schnell das geht können wir alle momentan bezeugen. Und wenn das passiert, dann kann man mit der eigenen, eloquenten Meinung die Kumpels im Gulag nerven.
Wir müssen militärisch wehrhaft sein. Period.
Das abstrakte Staatskonstrukt wird nur im übertragenen Sinne verteidigt. Das klingt zwar schön, wenn man das mit Brecht Zitaten schmückt, aber wer noch immer nicht verstanden hat, dass es um nicht weniger als unsere Freiheit als Gesellschaft geht, der sollte vielleicht aus dem Fiebertraum erwachen in den die GenZ von den Kriegsdienstverweigerern der letzten Stunde hineinerzogen wurde.
Ich hab keinen Bock, dass mein Haus und Hof zerbombt werden, dass meine Frau und Tochter fliehen müssen, ihr Leben bedroht wird und man eines Tages in einem Regime aufwacht, in dem man für das halten leerer Plakate verhaftet wird. Deswegen kann ich mit diesem ewig Pazifistischen Geschwafel auch nichts anfangen. Und deswegen wirkt dieser Aufsatz auf mich wie der trotzige Monolog eines Teenagers am elterlichen Esstisch, der meint jemanden beeindrucken zu können, weil er ein Buch darüber gelesen hat.
Sorry, not sorry.
Bin für eine Wehrpflicht für alle Wehrpflichtforderer die können ihre Vaterlandsliebe dann endlich mal beweisen
Wenn hier alle kämpfen wollen braucht es doch keine Pflicht.
Rosinenpicken. Die Vorteile einer freien Gesellschaft genießen, aber verteidigen dürfen sie gerne andere.
Und mal nebenbei, ich würde auch lieber in einer Welt leben, in der jeder und jede ein freies und friedliches Leben selbstbestimmt führen können ohne Einschränkungen oder Bestrebungen von außen dies zu verhindern. Aber leider ist dem nicht so, und da würde ein wenig Realismus ganz gut tun.