»Correctiv« und Rechtsextreme: Seriösem Journalismus muss die Wirkung seiner Arbeit egal sein

by Merion

2 comments
  1. Interessanter Artikel, der meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema anspricht.
    Klar hat die Correctiv-Recherche das richtige Ziel erreichen wollen und auch letztlich erreicht… aber sind uns dafür alle Mittel recht?

    Man kann natürlich wieder argumentieren, dass man rechte Propagandisten mit den eigenen Waffen schlägt, aber verliert man dadurch langfristig nicht die eigene Glaubwürdigkeit? Ich weiß auch nicht so recht wie man damit umgehen soll. Schließlich scheint es nämlich so als ob man heute nur noch Gehör findet wenn man alles noch überspitzter und noch drastischer darstellt als der Vorredner und diesen gleichzeitig noch diskreditieren muss.

  2. Ich find, das kann man auf eine simple Aussage runterbrechen:
    Der Weg und die Methoden, die verhindern,
    daß Neonazis, Faschisten und Putinkuschler an die Macht kommen,
    daß Radikale ihren Gegnern vor ihren Häusern auflauern und sie einschüchtern,
    daß Menschen rein aufgrund ihrer politischen Ansichten , ihrer sexuellen Identität oder ihrer Herkunft erschossen werden,
    daß Flüchtlingsheime unter lautem Beifall abgefackelt werden,
    daß Politiker links des rechtsextremen Randes sich aus Angst um ihre Familie zurückziehen,
    daß Nazischläger ungehindert prügelnd durch die Gegend ziehen –
    diese Methoden sind die richtigen.

    Man sollte sich da natürlich im rechtsstaatlichen Rahmen bewegen. Moralisch sehe ich diese “Überlegenheit” aka “Wir wollen uns nicht auf deren Niveau begeben” allerdings als kritisch an – denn wenn die Gegenseite, der Feind, der dich vernichten will, einen Scheiß auf Moral und Anstand gibt UND damit Erfolg hat, dann muss man vielleicht mal darüber nachdenken, die Samthandschuhe abzulegen, bevor es zu spät ist. Wenn erstmal ganze Landstriche von militanten Neonazis kontrolliert werden, dann wird man sich evtl eingestehen müssen, daß das ständige “wIr MüSsEn DiE SorGeN ernSt neHmEn” und “AbEr Die LinKen” der falsche Weg war.

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