Ich weine um die Rockfabrik in Ludwigsburg. Ein geiler Scene Treffpunkt.
Auf der anderen Seite: ich bin im Brony Fandom. Wir haben seit Jahren ein eigenes Festival nur für Bands aus der Community. Läuft super als nicht-kommerzielles Konzept, allerdings muss halt alles von Dr Gemeinschaft getragen werden. Anreise und Versorgung der Musiker und Helfer, Location, Equipment. Da kommt was zusammen.
Ich kann gut verstehen dass andere zu kämpfen haben. Die Musiker wollen ja auch ihre Gage im kommerziellen Bereich.
Ist halt der Klassiker. Theater und Oper wird überwiegend von der Oberschicht besucht und da steckt man sich natürlich gerne die Gelder gegenseitig zu. “Pöbel”kultur lässt man dafür einfach draufgehen, weil man sich mit In-Den-Club-Gehen nicht gesellschaftlich abheben kann.
Wenn man als Gesellschaft den Musikern/Künstlern nicht mehr erlaubt, von ihrer Kunst zu leben, wird diese Gesellschaft sehr schnell kulturell verwahrlosen.
Wir bezahlen daher dafür, dass diese Leute ihre Kunst entwickeln und Pflegen können, statt ihr Talent ungenutzt in der Fabrik an der Presse zu verschlafen.
Das ging eine Zeit lang mit Tonträgern und Konzerten ganz gut, mittlerweile landet das Geld aber hauptsächlich bei den Verlagen und Streaminganbietern.
Die meisten Clubbetreiber welche ich kennenlernen durfte sind aber auch außergewöhnliche Vögel welche von Betriebswirtschaftlichen Dingen überhaupt keine Ahnung hatten.
Wenn man seine Kunden durch einbehalten des Ausweises nach 24:00 Uhr (U-18) oder Bezahlkarten auf denen immer Getränke aufgelistet sind welche der Kunde nicht mal getrunken hat selbst verschreckt ist man vielleicht auch selbst schuld.
Ich habe in meinem Leben schon viele Clubs als Techniker besuchen dürfen und es war fast überall schon bei der Eröffnung eine Totgeburt durch das fehlende Betriebswirtschaftliche Wissen oder der Gier des Eigentümers.
Das Deutschland die Bezuschussung gleichsetzen soll mit den Kulturangeboten der Theaterhäuser ist meiner Meinung nach nicht der richtige Ansatz. Ein Theaterhaus hat einen gewissen kulturellen Bildungsauftrag ( vergünstigte Angebote für Schulklassen usw…) Bei einem Club sollte man vielleicht Steuervergünstigungen für Getränke oder Ähnliches bevorzugen dann bleibt dem Club auch mehr Gewinn und vielleicht kann man die Vergünstigungen auch teilweise an den Gast weitergeben damit dieser gerne wiederkommt und auch gegebenenfalls mehr Umsatz generieren kann.
Die meisten Clubs sind einfach Scheiße. Die Angestellten werden teilweise mies behandelt, die Gäste auch. Viele Clubs waren schon immer so unfassbar mies. Das hat nichts mit Kultur zu tun. Bei uns gibt es nen U18 Club da gehen die 16 jährigen hin und Ü30 Golf und BMW Fahrer.
Die Clubs die bei uns Kultur sind, laufen alle richtig gut. Glorifizierte Dorfdiskos halt nicht.
Die meisten Clubs sind einfach Scheiße. Die Angestellten werden teilweise mies behandelt, die Gäste auch. Viele Clubs waren schon immer so unfassbar mies. Das hat nichts mit Kultur zu tun. Bei uns gibt es nen U18 Club da gehen die 16 jährigen hin und Ü30 Golf und BMW Fahrer.
Die Clubs die bei uns Kultur sind, laufen alle richtig gut. Glorifizierte Dorfdiskos halt nicht.
Egal wie mies Klos auf Raststätten oder Bahnhöfen waren, grundsätzlich haben Clubs die getoppt.
Manche Clubs haben für mich auch durchaus kulturellen Charakter, weil sie wichtige Anlaufpunkte für verschiedene Szenen sind, aber der typische deutsche “Club”, der Würstchenparty auf Charts und 80er-00er Mucke ab 1,x Promille macht? Ich weiß ja nicht…
Ich hab 25 Jahre professionell aufgelegt – größtenteils in Hamburg aber auch viel getourt. Anschließend auch unter anderem über Clubkultur promoviert.
Ich stelle fest, die Zeit ist vorbei. Die Zeiten ändern sich – ist einfach so. Musik hat einfach so krass an Stellenwert eingebüßt. Sowohl gesamtgesellschaftlich als auch innerhalb der Musik- und Eventwirtschaft. Von den 60er bis in die 90er war Musik maximal identitätsstiftend, jetzt ist dies ein Nice-to-have, das es überall gratis dazu gibt.
Darüber hinaus tragen sich kulturell wertvolle Clubs meisst nur dann, wenn sie Flächen in guter Lage günstig mieten können – das gibt es Großstädten einfach nicht mehr.
Für die nächsten Generationen kommt dann was neues, ist auch okay. Ist aber iwo trotzdem schade um die verschwindende Counterculture aber.
Ja die meisten Clubs sind halt komplett austauschbar. Hier bei mir gibt es im Endeffekt 4 mal den selben Club. Immer Mainstream black, pop und deutschrap auch nur das was grad in den Spotify top 5 ist. Mit Glück mal 80/90er. Cocktail kostet dann 10€ und mit Glück war der mal in der Nähe von Alkohol. Da Lob ich mir den ZBau bei uns. Der ist abseits der Innenstadt und läuft trotzdem. Weil die Leute dort wegen der Musik hin gehen und nicht einfach nur Talahons unterwegs sind. Da sind Getränke günstig und man wird reingelassen ohne unnötig eine Schlange zu erzeugen und Leute die nicht richtig ausschauen wegzuschicken.
Die aktuelle Musik ist aber auch scheisse
Gin Tonic, 14 Euro. Rosmarin, Gurke oder Limette? Fehlanzeige. Für drei mittelmäßige Cocktails butter ich nicht 50 Tacken rein. Früher Mindestverzehr 5 Euro (2 Bier), jetzt 25.
Dann lieber Party irgendwo mit Kühltasche und Bluetooth-Box.
Ist mir egal, ob die Clubs sterben.
Wie auch schon bei vielen anderen mittlerweile auftretenden gesellschaftlichen Problemen wird nach wie vor ein großes Thema der letzten 20 Jahre einfach ignoriert: Dating/Partnerschaft/Liebe hat sich *komplett* verändert. Die meisten Club-Besucher sind eben schon damals hauptsächlich dorthin um Partner zu finden, die Musik war noch nie wichtig. Aber wer sollte dafür im Zeitalter von Online-Dating noch Geld bezahlen und sich einen Tinnitus einfangen.
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Ich weine um die Rockfabrik in Ludwigsburg. Ein geiler Scene Treffpunkt.
Auf der anderen Seite: ich bin im Brony Fandom. Wir haben seit Jahren ein eigenes Festival nur für Bands aus der Community. Läuft super als nicht-kommerzielles Konzept, allerdings muss halt alles von Dr Gemeinschaft getragen werden. Anreise und Versorgung der Musiker und Helfer, Location, Equipment. Da kommt was zusammen.
Ich kann gut verstehen dass andere zu kämpfen haben. Die Musiker wollen ja auch ihre Gage im kommerziellen Bereich.
Ist halt der Klassiker. Theater und Oper wird überwiegend von der Oberschicht besucht und da steckt man sich natürlich gerne die Gelder gegenseitig zu. “Pöbel”kultur lässt man dafür einfach draufgehen, weil man sich mit In-Den-Club-Gehen nicht gesellschaftlich abheben kann.
Wenn man als Gesellschaft den Musikern/Künstlern nicht mehr erlaubt, von ihrer Kunst zu leben, wird diese Gesellschaft sehr schnell kulturell verwahrlosen.
Wir bezahlen daher dafür, dass diese Leute ihre Kunst entwickeln und Pflegen können, statt ihr Talent ungenutzt in der Fabrik an der Presse zu verschlafen.
Das ging eine Zeit lang mit Tonträgern und Konzerten ganz gut, mittlerweile landet das Geld aber hauptsächlich bei den Verlagen und Streaminganbietern.
Die meisten Clubbetreiber welche ich kennenlernen durfte sind aber auch außergewöhnliche Vögel welche von Betriebswirtschaftlichen Dingen überhaupt keine Ahnung hatten.
Wenn man seine Kunden durch einbehalten des Ausweises nach 24:00 Uhr (U-18) oder Bezahlkarten auf denen immer Getränke aufgelistet sind welche der Kunde nicht mal getrunken hat selbst verschreckt ist man vielleicht auch selbst schuld.
Ich habe in meinem Leben schon viele Clubs als Techniker besuchen dürfen und es war fast überall schon bei der Eröffnung eine Totgeburt durch das fehlende Betriebswirtschaftliche Wissen oder der Gier des Eigentümers.
Das Deutschland die Bezuschussung gleichsetzen soll mit den Kulturangeboten der Theaterhäuser ist meiner Meinung nach nicht der richtige Ansatz. Ein Theaterhaus hat einen gewissen kulturellen Bildungsauftrag ( vergünstigte Angebote für Schulklassen usw…) Bei einem Club sollte man vielleicht Steuervergünstigungen für Getränke oder Ähnliches bevorzugen dann bleibt dem Club auch mehr Gewinn und vielleicht kann man die Vergünstigungen auch teilweise an den Gast weitergeben damit dieser gerne wiederkommt und auch gegebenenfalls mehr Umsatz generieren kann.
Die meisten Clubs sind einfach Scheiße. Die Angestellten werden teilweise mies behandelt, die Gäste auch. Viele Clubs waren schon immer so unfassbar mies. Das hat nichts mit Kultur zu tun. Bei uns gibt es nen U18 Club da gehen die 16 jährigen hin und Ü30 Golf und BMW Fahrer.
Die Clubs die bei uns Kultur sind, laufen alle richtig gut. Glorifizierte Dorfdiskos halt nicht.
Die meisten Clubs sind einfach Scheiße. Die Angestellten werden teilweise mies behandelt, die Gäste auch. Viele Clubs waren schon immer so unfassbar mies. Das hat nichts mit Kultur zu tun. Bei uns gibt es nen U18 Club da gehen die 16 jährigen hin und Ü30 Golf und BMW Fahrer.
Die Clubs die bei uns Kultur sind, laufen alle richtig gut. Glorifizierte Dorfdiskos halt nicht.
Egal wie mies Klos auf Raststätten oder Bahnhöfen waren, grundsätzlich haben Clubs die getoppt.
Manche Clubs haben für mich auch durchaus kulturellen Charakter, weil sie wichtige Anlaufpunkte für verschiedene Szenen sind, aber der typische deutsche “Club”, der Würstchenparty auf Charts und 80er-00er Mucke ab 1,x Promille macht? Ich weiß ja nicht…
Ich hab 25 Jahre professionell aufgelegt – größtenteils in Hamburg aber auch viel getourt. Anschließend auch unter anderem über Clubkultur promoviert.
Ich stelle fest, die Zeit ist vorbei. Die Zeiten ändern sich – ist einfach so. Musik hat einfach so krass an Stellenwert eingebüßt. Sowohl gesamtgesellschaftlich als auch innerhalb der Musik- und Eventwirtschaft. Von den 60er bis in die 90er war Musik maximal identitätsstiftend, jetzt ist dies ein Nice-to-have, das es überall gratis dazu gibt.
Darüber hinaus tragen sich kulturell wertvolle Clubs meisst nur dann, wenn sie Flächen in guter Lage günstig mieten können – das gibt es Großstädten einfach nicht mehr.
Für die nächsten Generationen kommt dann was neues, ist auch okay. Ist aber iwo trotzdem schade um die verschwindende Counterculture aber.
Ja die meisten Clubs sind halt komplett austauschbar. Hier bei mir gibt es im Endeffekt 4 mal den selben Club. Immer Mainstream black, pop und deutschrap auch nur das was grad in den Spotify top 5 ist. Mit Glück mal 80/90er. Cocktail kostet dann 10€ und mit Glück war der mal in der Nähe von Alkohol. Da Lob ich mir den ZBau bei uns. Der ist abseits der Innenstadt und läuft trotzdem. Weil die Leute dort wegen der Musik hin gehen und nicht einfach nur Talahons unterwegs sind. Da sind Getränke günstig und man wird reingelassen ohne unnötig eine Schlange zu erzeugen und Leute die nicht richtig ausschauen wegzuschicken.
Die aktuelle Musik ist aber auch scheisse
Gin Tonic, 14 Euro. Rosmarin, Gurke oder Limette? Fehlanzeige. Für drei mittelmäßige Cocktails butter ich nicht 50 Tacken rein. Früher Mindestverzehr 5 Euro (2 Bier), jetzt 25.
Dann lieber Party irgendwo mit Kühltasche und Bluetooth-Box.
Ist mir egal, ob die Clubs sterben.
Wie auch schon bei vielen anderen mittlerweile auftretenden gesellschaftlichen Problemen wird nach wie vor ein großes Thema der letzten 20 Jahre einfach ignoriert: Dating/Partnerschaft/Liebe hat sich *komplett* verändert. Die meisten Club-Besucher sind eben schon damals hauptsächlich dorthin um Partner zu finden, die Musik war noch nie wichtig. Aber wer sollte dafür im Zeitalter von Online-Dating noch Geld bezahlen und sich einen Tinnitus einfangen.