Mittlerweile wurde Deutschland (447 Athleten in Paris) sogar von der Niederlande (303 Athleten) im Ranking überholt.
Falls es dem DOSB & Bund tatsächlich ernst ist mit einer Bewerbung für 2040, braucht es dringend einen Strukturwandel in der Sportförderung, ansonsten wird es ein Trauerspiel in 16 Jahren.
Ist doch eigentlich keine Überraschung das es mit der Leichtathletik und Sportarten welche nicht Fussball sind bergab geht in Deutschland.
Gibt kein Geld, keine Förderprogramme und keine vernünftigen Trainingsstätten.
Für Fussball werden vom Bund horrende Summen gegeben (z.B. für die EM).
Die Medaillen scheinen wohl auch damals die DDR mitgenommen zu haben.
Juckt? Finde Sportförderung gut, vor allem weil man Jugendliche damit abholt, aber bitte lieber in die Breite. Was interessiert mich irgendein Medaillienspiegel
Frage mich, wieviel Doping und Nicht-Doping da (auch) eine Rolle spielt, grad bei so Sportarten wie Leichtathletik und Schwimmen.
Am letzten, top ausgebaut und ausgestatteten Olympiastützpunkt den ich zufällig besucht habe standen ausschließlich nagelneue Audi A6 von den Funktionären herum.
Bis rund 2010 waren es noch die letzten Nachwirkungen des DDR Sportsystem, wodurch viele als Kind gefördert wurden und auch als Jugendliche in den 90er und Anfang 2000er dabei blieben und dann einige Medallien geholt haben.
Heutzutage sind die Nachwirkungen verpufft.
Man kann über das Sportsystem der DDR sagen was man will, und es gibt durchaus einiges was man kritisieren muss und sollte. Aber es hat dafür gesorgt das viele Kinder Sport gemacht haben und wenn es Talent gab auch entsprechend gefördert wurden.
Es gibt sicherlich viele Gründe, aber in meinen Augen wird häufig unterschätzt, wie sehr Olympia zur Profilierung eines Landes dient, ob nach innen oder nach außen. Dass es nach der Wiedervereinigung keinen so großen Grund mehr gab, sich gegenüber dem nicht anerkannten Schwesterstaat behaupten zu müssen, dürfte daher naheliegend sein. Gepaart mit dem merkelschen „Flagge entreißen“, weil uns Deutschen der Patriotismus nicht steht (davon kann man grundsätzlich halten was man will, aber es war unter Merkel Staatsräson), ist das aktuelle Abschneiden ob gekürzter Mittel und geringer Anreize (Stichwort: keine Prämien für weitere Medaillen) nicht sonderlich verwunderlich.
Solange die Judoka, Kanuten, Volleyballer und Barrenturner nach ihrer Karriere finanziell nahezu bei Null dastehen wird sich das auch nicht ändern.
Der Fußball ist so dominant und erstickt die anderen Sportarten, mich wunderts, dass wir überhaupt noch so viele Medaillen holen.
Ich verfolge Klettern, was ja jetzt auch zum zweiten Mal olympische Sportart ist
Und naja, die nächste Sport-Kletterhalle mit Olympia-Level routesetting ist in Innsbruck, lol. Deutschland hat dermaßen nichts dass Alex Megos seine eigene Halle aufmachen musste um richtig für Olympia zu trainieren
Wird in diversen anderen Sportarten nicht anders sein
Ich würds mal so versuchen zu erklären:
Einerseits spielte in den 90ern sicherlich als positiver Sondereffekt mit rein, dass die DDR jetzt für Deutschland angetreten sind. Der Stellenwert war dort völlig anders, daher wäre das Jahr 88 als Startpunkt eine bessere Referenz. 92 und 96 sollten sehr verzerrt sein.
Dazu würde ich sagen, haben sehr viele Länder erst in dieser Zeit mit Olympia begonnen, also die Konkurrenz sollte größer geworden sein. Gerade die Leichtathletik sollte ordentlich Medaillen verloren haben an neue Teilnehmerländer. Vielleicht kann auch zusätzlich der Frauensport Medaillen verloren haben. War sicherlich mal kaum Thema in vielen Ländern und eher ein Ding der westlichen Welt, sollte sich geändert haben in den letzten 20 Jahren. Natürlich wird die Sportförderung im Schulalter auch eine Entscheidende Rolle spielen. Ist jetzt so ins Blaue geschossen, müsste man mal verifizieren wie viel da wirklich dran ist.
Die Niederlande fördert den Spitzensport mit 46 Mio. pro Jahr – kann mir nicht vorstellen, dass das deutsche Budget niedriger ist. Vielleicht mal schauen was die schlauer machen, statt einfach mehr Geld zu fordern.
Ganz einfach: schick doch Deine Kinder in einen Verein und lass sie das Ziel Olympia verfolgen.
Dann weißt Du, was es für die Einzelperson und die ganze Familie an Aufwand, Einsatz und Opfer verlangt.
Ich glaube, nicht jeder möchte sein Kind diesem Regiment unterziehen.
Trainer gehen halt auch alle ins Ausland
Wo soll es denn herkommen?
– Schulsport fällt immer wieder aus, die Sportlehrer klagen darüber, dass die Leistungen immer weiter abnehmen
– die Vereine klagen über abnehmende Mitgliederzahlen
– Bei Fußball kann ich mir die erste bis vierte Liga im Free TV ansehen, Handball und Basketball finden im Fernsehen statt, wenn mal wieder WM oder EM ist. Die Tour de France wird übertragen, Judo, Ringen, Boxen, Kajak, Schießwettbewerbe und andere Sportarten kommen im Fernsehen überhaupt nicht vor
– Die Deutsche Sportförderung schüttet jedes Jahr 300 Millionen Euro für den Spitzensprt aus, Tendenz fallend
– In den USA werden in den nächsten 10 Jahren 15 Milliarden Dollar über Colleges in den Spitzensport fließen
So lange Sportarten die nicht “Fußball” heißen nur zu Olympia stattfinden,wird sich an den Ergebnissen nichts ändern.
Ich finde das nicht verwunderlich.
Der Sportteil der Tagesthemen ist zu 95% der Fußball-Teil, vielleicht mehr, wenn nicht gerade Olympia ist. Jedes Spiel der ersten Bundesliga, und viele der zweiten, werden da wenigstens erwähnt, wenn nicht sogar ausschnittsweise gezeigt, und alle anderen Sportarten kommen vielleicht vor, wenn da gerade irgendwer Pokal oder Medaillie gewonnen hat. Handball und Basketball sind noch ein kleines Bisschen prominenter und werden etwas mehr beleuchtet, aber im FC Bayern kann keiner einen Furz machen, ohne dass es in den Tagesthemen erwähnt wird, während Leichtathletik und co. fast gar nicht stattfinden.
Jede ausrangierte Bundesligaprofi bekommt mehr mediale Aufmerksamkeit als Sieger:innen anderer Sportarten.
Ich glaube, ein ganz großes Hindernis ist da mal wieder der deutsche Hyperföderalismus. Die meisten Sportverbände in Deutschland sind ja auch Zusammenschlüsse von meist 15-20 in der Regel sehr eigensinnigen und machtbewussten Landesverbänden. Nationale Nachwuchsleistungszentren, wie es sie in UK oder Frankreich gibt, würden hierzulande teils einfach am Widerstand der Landesverbände scheitern.
Warum ist die Platzierung im Medallienspiegel immer so wichtig? Deutschland war mit über 400 Athleten vertreten und es gab viele 4. und 5. Plätze die „unsichtbar“ sind, aber trotzdem eine enorm gute Leistung sind.
Wirkt für mich eher immer so, als ob man sich im internationalen Vergleich einen drauf runterholen will, dass man ja vor Nation xy ist.
Gibt es irgendwo eine Auflistung aller Medalliengewinner pro Land?
Mich würde der Prozentanteil der Medalliengewinner pro gesendete Sportler interessieren. Da muss man dann aber miteinbeziehen, dass bei Mannschaftssportarten jedes Mannschaftsmitglied eine Medallie gewonnen hat.
Ich habe selber schon eine Aufstellung gemacht ohne das Problem der Mannschaftsportarten mit einzubeziehen, und da sieht man schon sehr interessante Tendenzen. zB eine ganz klare Abstufung von China, USA, UK und dem Rest. Und auch das es ein ganz klares Mittelfeld gibt mit NL, JP, FR, AUS, IT, HUN, NZ.
Finde ich gut so. Für absolutes Topniveau im Leistungssport muss man bei fast allen Sportarten schon im Kinderalter anfangen und ich finde das grenzt schon hart an Körperverletzung.
Kinder und Leistungssport passen einfach nicht zusammen und sollte in einer freien und aufgeklärten Gesellschaft auch nicht so den krassen Stellenwert haben.
Naja. Bis zur Wiedervereinigung war das abschneiden bei Olympia in Vergleich zum jeweils anderen halt ein wichtiges Propaganda Mittel. Diese Notwendigkeit ist nicht mehr vorhanden. Daher auch entsprechend deutlich kleinere Fördertöpfe.
Im Vergleich zu den USA, China oder anderen asiatischen Ländern, haben wir bei weiten keine so große Sportförderung. In den USA gibt’s in jeder Kleinstadt massig Angebote… Highschool/College Sport war da schon immer groß. In den anderen Ländern ebenfalls.
Wenn man mehr Leuten den Zugang zu Sportarten ermöglichen würde, dann könnte man auch mehr Rohdiamanten finden. Das erfordert aber eben, dass man auch Einkommensschwächeren die Mitgliedschaft ermöglicht bzw. fördert und ihnen auch ermöglicht, die entsprechenden Anlagen erreichen zu können, ohne auf ein teures Auto angewiesen zu sein aka Bus&Bahn und naja, wir reden hier über Deutschland. Da ist sowas alles nicht gewollt
Gefühlt sind alle guten deutschen Leichtathleten an US Colleges. Sportförderung in Deutschland ist halt ein Witz wenn überhaupt vorhanden. Wundert michalso nicht das abschneiden. Anderseits ist mir der medallienspiegel auch recht egal.
Vielleicht ist die Konkurrenz auch einfach größer geworden. Mich freut es, wenn zum Beispiel Botswana oder Peru Medallien gewinnen.
Außerdem hat der Medallienspiegel keine Aussagekraft. Beim Hockey können zwei Mannschaften maximal zwei Medallien gewinnen, beim Turmspringen oder Schwimmen kann ein Athlet mehr Medallien gewinnen als eine ganze Mannschaft zusammen.
Der Vergleich mit den 90ern ergibt pauschal wenig Sinn. In der Leichtathletik sind Jamaika, Äthiopien und Kenia erst seit dieser Zeit wirklich Konkurrenten. Auch Nationenwechsler, die für die Türkei, den Bahrain oder wen auch immer starten gab es damals kaum.
In den Schießdisziplinen ist beispielsweise Südkorea sehr stark. Da wird dann eben auch entsprechend gefördert.
China hat generell seine Sportförderung extrem ausgebaut.
Und so finden sich in vielen Sportarten einfach mehr konkurrierende Nationen als noch 1990.
Zudem ist Deutschland mit das einzige Land auf der Welt, welches in enorm vielen Disziplinen im Winter wie im Sommer versucht gute Resultate einzuholen. Gleichzeitig Leichtathletik, Schwimmen, Schießen, Reiten, Segeln, Judo, Ringen, Triathlon, (Bahn-) Radsport, Turnen diverse Mannschaftssportarten und vieles mehr im Sommer sowie wie Biathlon, Skispringen, Bob, Rodeln, Alpinski und einiges mehr im Winter mit dem Ziel Olympiasieg zu fördern macht tatsächlich meines Wissens keine einzige Nation auf der Welt. Natürlich reicht es dann oftmals nicht ganz nach vorne, wie man an den vielen Platzierungen zwischen 4 und 8 sehen kann.
You get what you pay for…
Kann nur jedem die ARD Doku Schmutzige Spiele in der Mediathek empfehlen. Mit reiner Förderung hat das nichts mehr zu tun. Z.b. hat damals Spanien als Gastgeber Ärzte beauftragt Sportler effizient zu doppen auch Minderjährige die vielversprechende Leistungen erbracht haben. Es geht nur ums Doping und wer es am unauffälligsten tut…..
Für was genau soll das überhaupt wichtig sein? Wer sich seine Identifikation auf Basis der Leistung anderer sucht, hat offenbar keine eigene Leistung erbracht, die ihm ein fundiertes Selbstbewusstsein ermöglicht.
Wenn man sich mal ein bisschen damit beschäftigt kann das doch keinen wundern. Schon allein, dass in den 90ern die DHfK in Leipzig dicht gemacht wurde, war unglaublich dumm. Es wurde behauptet, dass die Sporthochschule Köln die DHfK redundant machen würde. Wenn ich das heute lese frage ich mich, ob Dummheit für so eine krasse Fehlentscheidung ausreicht. Die DHfK war international anerkannt und an der absoluten Spitze der Sport- und Trainingswissenschaft, die Sporthochschule Köln ist das bis heute nicht.
Bevor jetzt einer mit dem bösen Doping um die Ecke kommt; im Westen wurde ebenfalls gedopt, nur nicht so effektiv und ausgerechnet das Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport, das sich ausschließlich mit Doping befasst hat wurde weitergeführt … warum nur?
Dazu kommt die lächerliche Wertschätzung und Unterstützung, die Sportvereine außerhalb des Fußballs für Erfolge bekommen. Ich hatte in der Grundschule einen Schwimmtrainer, der in Frührente gehen musste, weil mein Schwimmclub ihn nicht mehr bezahlen konnte, während gleichzeitig eine Olympiasiegerin für uns geschwommen ist.
Ist jetzt die Frage ob wir schlechter geworden sind, oder andere Nationen einfach besser?!
Mit anderen Worten, ob wie Leistungsdichte an der Spitze einfach zugenommen hat und es daher schwieriger wird eine Medaille zu gewinnen.
Wenn man bedenkt dass nur 1% aller Menschen deutsche sind müsste der Anteil der Medaillen in einer perfekten Welt natürlich gegen 1% tendieren. Da wir aber nicht in einer perfekten Welt leben und andere ähnliche Länder das Problem nicht haben ist das aber keine gute Erklärung.
Was hätte Deutschland davon oben im Medaillenspiegel zu sein?
Die Universität Stanford liegt mit ihren Athleten vor Deutschland im Medaillenspiegel. Aber da gibt’s eben auch Weltklasse Bedingungen für viele Sportarten. Hier sind die Sportler egal, es wir als unnötig abgetan und alle vier Jahre wird dann gemeckert, dass Deutschland ja früher mal viel besser war. Natürlich ist der wirtschaftliche Nutzen eines Kanufahrers erstmal begrenzt, aber wir sollten erkennen, welchen großen Nutzen es für unsere Gesellschaft hätte, wenn mehr Menschen einen Sport für sich entdecken würden und Kinder auch andere sportliche Vorbilder als die Heulsusen vom Fußball hätten.
Wenn das Staatsdoping wegfällt…
Aber ehrlich, man muss sich zu aller erst einmal fragen: Warum wollen wir überhaupt Medaillen bei Olympia? Was ist das Ziel hier? Nationaler Stolz? Image Kampagne?
Oder wollen wir mehr Leute in den Sport bekommen? Den eines ist klar: Man kann nicht eine breite Sportlich aktive Gesellschaft haben und gleichzeitig ein Spitzensportler Programm.
Die schließen sich zwar nicht aus, aber alle Länder wel He besser als DE sind haben gezielte Medaillen Programme, welche nur darauf ausgelegt sind Medaillen zu Maximieren.
Und derartige Programme sind nicht allgemeine Sportförderung.
Mein Vorschlag ist, Sportunttericht ab Grundschule auf Erprobung, Erforschung diverser Sportarten sowie körperliche Gesundheit/Ernährung auszulegen. Kann man auch in Verbindung mit Biologie machen.
Der einzige Grund warum ich ein Waveboard habe ist, weil in der 5ten mal jemand mit so ne Brett in der Schule vorbeikam.
a) Man hört doch sehr oft: “Ich habe das erste Rad von meinem Opa bekommen”. Ist eigentlich zwar nicht verkehrt, aber wenn man diesen Opa nicht hat? Zum einen fährt man dann, dank des Opas, dann eben schon mit 10 Fahrrad, zum anderen, im Radsport vielleicht noch nicht mal so, aber es gibt auch Sportarten, wo der Opa die notwendigen Kontakte oder schlicht das Geld hat. Der Opa nimmt sein Enkel vielleicht auch mal als Zuschauer mit.
b) Frankreich, Großbritannien, Niederlande, zumindest die ersten beiden haben auch zumindest einen anderen “Nationalsport”, auch wenn es diesen in dieser Form nicht bei Olympia gab, ich meine nicht den runden, sondern den ovalen Ball, also 15er Rugby. Niederlande haben Eissport, Radfahren u.A. Also nicht nur den in Deutschland dominanten Fußball.
C) Sicher, Deutschland hat nur z.B. eine BMX-Renn-Strecke, Radhallen gibt es auch nur ganz wenige usw. aber nur an Gebäuden würde ich das nicht festmachen. Gibt ja genügend Sportarten, die kein spezielles Gebäude benötigen.
Deutschlands schleichender Abstieg?
Vielleicht werden die anderen Nationen einfach nur besser…abgesehen von den alten Bekannten, die sich dumm und dämlich dopen oder in Kantinen essen, in denen Herztabletten in die Suppe fallen. 🙄
naja in manchen Sportarten kannst du halt auch insgesamt nur eine Medaille holen (Handball z.B.) darauf zu schließen wie gut es um den Sport in der Nation steht ist doch total dumm.
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Mittlerweile wurde Deutschland (447 Athleten in Paris) sogar von der Niederlande (303 Athleten) im Ranking überholt.
Falls es dem DOSB & Bund tatsächlich ernst ist mit einer Bewerbung für 2040, braucht es dringend einen Strukturwandel in der Sportförderung, ansonsten wird es ein Trauerspiel in 16 Jahren.
Ist doch eigentlich keine Überraschung das es mit der Leichtathletik und Sportarten welche nicht Fussball sind bergab geht in Deutschland.
Gibt kein Geld, keine Förderprogramme und keine vernünftigen Trainingsstätten.
Für Fussball werden vom Bund horrende Summen gegeben (z.B. für die EM).
Die Medaillen scheinen wohl auch damals die DDR mitgenommen zu haben.
Juckt? Finde Sportförderung gut, vor allem weil man Jugendliche damit abholt, aber bitte lieber in die Breite. Was interessiert mich irgendein Medaillienspiegel
Frage mich, wieviel Doping und Nicht-Doping da (auch) eine Rolle spielt, grad bei so Sportarten wie Leichtathletik und Schwimmen.
Am letzten, top ausgebaut und ausgestatteten Olympiastützpunkt den ich zufällig besucht habe standen ausschließlich nagelneue Audi A6 von den Funktionären herum.
Bis rund 2010 waren es noch die letzten Nachwirkungen des DDR Sportsystem, wodurch viele als Kind gefördert wurden und auch als Jugendliche in den 90er und Anfang 2000er dabei blieben und dann einige Medallien geholt haben.
Heutzutage sind die Nachwirkungen verpufft.
Man kann über das Sportsystem der DDR sagen was man will, und es gibt durchaus einiges was man kritisieren muss und sollte. Aber es hat dafür gesorgt das viele Kinder Sport gemacht haben und wenn es Talent gab auch entsprechend gefördert wurden.
Es gibt sicherlich viele Gründe, aber in meinen Augen wird häufig unterschätzt, wie sehr Olympia zur Profilierung eines Landes dient, ob nach innen oder nach außen. Dass es nach der Wiedervereinigung keinen so großen Grund mehr gab, sich gegenüber dem nicht anerkannten Schwesterstaat behaupten zu müssen, dürfte daher naheliegend sein. Gepaart mit dem merkelschen „Flagge entreißen“, weil uns Deutschen der Patriotismus nicht steht (davon kann man grundsätzlich halten was man will, aber es war unter Merkel Staatsräson), ist das aktuelle Abschneiden ob gekürzter Mittel und geringer Anreize (Stichwort: keine Prämien für weitere Medaillen) nicht sonderlich verwunderlich.
Solange die Judoka, Kanuten, Volleyballer und Barrenturner nach ihrer Karriere finanziell nahezu bei Null dastehen wird sich das auch nicht ändern.
Der Fußball ist so dominant und erstickt die anderen Sportarten, mich wunderts, dass wir überhaupt noch so viele Medaillen holen.
Ich verfolge Klettern, was ja jetzt auch zum zweiten Mal olympische Sportart ist
Und naja, die nächste Sport-Kletterhalle mit Olympia-Level routesetting ist in Innsbruck, lol. Deutschland hat dermaßen nichts dass Alex Megos seine eigene Halle aufmachen musste um richtig für Olympia zu trainieren
Wird in diversen anderen Sportarten nicht anders sein
Ich würds mal so versuchen zu erklären:
Einerseits spielte in den 90ern sicherlich als positiver Sondereffekt mit rein, dass die DDR jetzt für Deutschland angetreten sind. Der Stellenwert war dort völlig anders, daher wäre das Jahr 88 als Startpunkt eine bessere Referenz. 92 und 96 sollten sehr verzerrt sein.
Dazu würde ich sagen, haben sehr viele Länder erst in dieser Zeit mit Olympia begonnen, also die Konkurrenz sollte größer geworden sein. Gerade die Leichtathletik sollte ordentlich Medaillen verloren haben an neue Teilnehmerländer. Vielleicht kann auch zusätzlich der Frauensport Medaillen verloren haben. War sicherlich mal kaum Thema in vielen Ländern und eher ein Ding der westlichen Welt, sollte sich geändert haben in den letzten 20 Jahren. Natürlich wird die Sportförderung im Schulalter auch eine Entscheidende Rolle spielen. Ist jetzt so ins Blaue geschossen, müsste man mal verifizieren wie viel da wirklich dran ist.
Die Niederlande fördert den Spitzensport mit 46 Mio. pro Jahr – kann mir nicht vorstellen, dass das deutsche Budget niedriger ist. Vielleicht mal schauen was die schlauer machen, statt einfach mehr Geld zu fordern.
Ganz einfach: schick doch Deine Kinder in einen Verein und lass sie das Ziel Olympia verfolgen.
Dann weißt Du, was es für die Einzelperson und die ganze Familie an Aufwand, Einsatz und Opfer verlangt.
Ich glaube, nicht jeder möchte sein Kind diesem Regiment unterziehen.
Trainer gehen halt auch alle ins Ausland
Wo soll es denn herkommen?
– Schulsport fällt immer wieder aus, die Sportlehrer klagen darüber, dass die Leistungen immer weiter abnehmen
– die Vereine klagen über abnehmende Mitgliederzahlen
– Bei Fußball kann ich mir die erste bis vierte Liga im Free TV ansehen, Handball und Basketball finden im Fernsehen statt, wenn mal wieder WM oder EM ist. Die Tour de France wird übertragen, Judo, Ringen, Boxen, Kajak, Schießwettbewerbe und andere Sportarten kommen im Fernsehen überhaupt nicht vor
– Die Deutsche Sportförderung schüttet jedes Jahr 300 Millionen Euro für den Spitzensprt aus, Tendenz fallend
– In den USA werden in den nächsten 10 Jahren 15 Milliarden Dollar über Colleges in den Spitzensport fließen
So lange Sportarten die nicht “Fußball” heißen nur zu Olympia stattfinden,wird sich an den Ergebnissen nichts ändern.
Ich finde das nicht verwunderlich.
Der Sportteil der Tagesthemen ist zu 95% der Fußball-Teil, vielleicht mehr, wenn nicht gerade Olympia ist. Jedes Spiel der ersten Bundesliga, und viele der zweiten, werden da wenigstens erwähnt, wenn nicht sogar ausschnittsweise gezeigt, und alle anderen Sportarten kommen vielleicht vor, wenn da gerade irgendwer Pokal oder Medaillie gewonnen hat. Handball und Basketball sind noch ein kleines Bisschen prominenter und werden etwas mehr beleuchtet, aber im FC Bayern kann keiner einen Furz machen, ohne dass es in den Tagesthemen erwähnt wird, während Leichtathletik und co. fast gar nicht stattfinden.
Jede ausrangierte Bundesligaprofi bekommt mehr mediale Aufmerksamkeit als Sieger:innen anderer Sportarten.
Ich glaube, ein ganz großes Hindernis ist da mal wieder der deutsche Hyperföderalismus. Die meisten Sportverbände in Deutschland sind ja auch Zusammenschlüsse von meist 15-20 in der Regel sehr eigensinnigen und machtbewussten Landesverbänden. Nationale Nachwuchsleistungszentren, wie es sie in UK oder Frankreich gibt, würden hierzulande teils einfach am Widerstand der Landesverbände scheitern.
Warum ist die Platzierung im Medallienspiegel immer so wichtig? Deutschland war mit über 400 Athleten vertreten und es gab viele 4. und 5. Plätze die „unsichtbar“ sind, aber trotzdem eine enorm gute Leistung sind.
Wirkt für mich eher immer so, als ob man sich im internationalen Vergleich einen drauf runterholen will, dass man ja vor Nation xy ist.
Gibt es irgendwo eine Auflistung aller Medalliengewinner pro Land?
Mich würde der Prozentanteil der Medalliengewinner pro gesendete Sportler interessieren. Da muss man dann aber miteinbeziehen, dass bei Mannschaftssportarten jedes Mannschaftsmitglied eine Medallie gewonnen hat.
Ich habe selber schon eine Aufstellung gemacht ohne das Problem der Mannschaftsportarten mit einzubeziehen, und da sieht man schon sehr interessante Tendenzen. zB eine ganz klare Abstufung von China, USA, UK und dem Rest. Und auch das es ein ganz klares Mittelfeld gibt mit NL, JP, FR, AUS, IT, HUN, NZ.
Finde ich gut so. Für absolutes Topniveau im Leistungssport muss man bei fast allen Sportarten schon im Kinderalter anfangen und ich finde das grenzt schon hart an Körperverletzung.
Kinder und Leistungssport passen einfach nicht zusammen und sollte in einer freien und aufgeklärten Gesellschaft auch nicht so den krassen Stellenwert haben.
Naja. Bis zur Wiedervereinigung war das abschneiden bei Olympia in Vergleich zum jeweils anderen halt ein wichtiges Propaganda Mittel. Diese Notwendigkeit ist nicht mehr vorhanden. Daher auch entsprechend deutlich kleinere Fördertöpfe.
Im Vergleich zu den USA, China oder anderen asiatischen Ländern, haben wir bei weiten keine so große Sportförderung. In den USA gibt’s in jeder Kleinstadt massig Angebote… Highschool/College Sport war da schon immer groß. In den anderen Ländern ebenfalls.
Wenn man mehr Leuten den Zugang zu Sportarten ermöglichen würde, dann könnte man auch mehr Rohdiamanten finden. Das erfordert aber eben, dass man auch Einkommensschwächeren die Mitgliedschaft ermöglicht bzw. fördert und ihnen auch ermöglicht, die entsprechenden Anlagen erreichen zu können, ohne auf ein teures Auto angewiesen zu sein aka Bus&Bahn und naja, wir reden hier über Deutschland. Da ist sowas alles nicht gewollt
Gefühlt sind alle guten deutschen Leichtathleten an US Colleges. Sportförderung in Deutschland ist halt ein Witz wenn überhaupt vorhanden. Wundert michalso nicht das abschneiden. Anderseits ist mir der medallienspiegel auch recht egal.
Vielleicht ist die Konkurrenz auch einfach größer geworden. Mich freut es, wenn zum Beispiel Botswana oder Peru Medallien gewinnen.
Außerdem hat der Medallienspiegel keine Aussagekraft. Beim Hockey können zwei Mannschaften maximal zwei Medallien gewinnen, beim Turmspringen oder Schwimmen kann ein Athlet mehr Medallien gewinnen als eine ganze Mannschaft zusammen.
Der Vergleich mit den 90ern ergibt pauschal wenig Sinn. In der Leichtathletik sind Jamaika, Äthiopien und Kenia erst seit dieser Zeit wirklich Konkurrenten. Auch Nationenwechsler, die für die Türkei, den Bahrain oder wen auch immer starten gab es damals kaum.
In den Schießdisziplinen ist beispielsweise Südkorea sehr stark. Da wird dann eben auch entsprechend gefördert.
China hat generell seine Sportförderung extrem ausgebaut.
Und so finden sich in vielen Sportarten einfach mehr konkurrierende Nationen als noch 1990.
Zudem ist Deutschland mit das einzige Land auf der Welt, welches in enorm vielen Disziplinen im Winter wie im Sommer versucht gute Resultate einzuholen. Gleichzeitig Leichtathletik, Schwimmen, Schießen, Reiten, Segeln, Judo, Ringen, Triathlon, (Bahn-) Radsport, Turnen diverse Mannschaftssportarten und vieles mehr im Sommer sowie wie Biathlon, Skispringen, Bob, Rodeln, Alpinski und einiges mehr im Winter mit dem Ziel Olympiasieg zu fördern macht tatsächlich meines Wissens keine einzige Nation auf der Welt. Natürlich reicht es dann oftmals nicht ganz nach vorne, wie man an den vielen Platzierungen zwischen 4 und 8 sehen kann.
You get what you pay for…
Kann nur jedem die ARD Doku Schmutzige Spiele in der Mediathek empfehlen. Mit reiner Förderung hat das nichts mehr zu tun. Z.b. hat damals Spanien als Gastgeber Ärzte beauftragt Sportler effizient zu doppen auch Minderjährige die vielversprechende Leistungen erbracht haben. Es geht nur ums Doping und wer es am unauffälligsten tut…..
Für was genau soll das überhaupt wichtig sein? Wer sich seine Identifikation auf Basis der Leistung anderer sucht, hat offenbar keine eigene Leistung erbracht, die ihm ein fundiertes Selbstbewusstsein ermöglicht.
Wenn man sich mal ein bisschen damit beschäftigt kann das doch keinen wundern. Schon allein, dass in den 90ern die DHfK in Leipzig dicht gemacht wurde, war unglaublich dumm. Es wurde behauptet, dass die Sporthochschule Köln die DHfK redundant machen würde. Wenn ich das heute lese frage ich mich, ob Dummheit für so eine krasse Fehlentscheidung ausreicht. Die DHfK war international anerkannt und an der absoluten Spitze der Sport- und Trainingswissenschaft, die Sporthochschule Köln ist das bis heute nicht.
Bevor jetzt einer mit dem bösen Doping um die Ecke kommt; im Westen wurde ebenfalls gedopt, nur nicht so effektiv und ausgerechnet das Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport, das sich ausschließlich mit Doping befasst hat wurde weitergeführt … warum nur?
Dazu kommt die lächerliche Wertschätzung und Unterstützung, die Sportvereine außerhalb des Fußballs für Erfolge bekommen. Ich hatte in der Grundschule einen Schwimmtrainer, der in Frührente gehen musste, weil mein Schwimmclub ihn nicht mehr bezahlen konnte, während gleichzeitig eine Olympiasiegerin für uns geschwommen ist.
Ist jetzt die Frage ob wir schlechter geworden sind, oder andere Nationen einfach besser?!
Mit anderen Worten, ob wie Leistungsdichte an der Spitze einfach zugenommen hat und es daher schwieriger wird eine Medaille zu gewinnen.
Wenn man bedenkt dass nur 1% aller Menschen deutsche sind müsste der Anteil der Medaillen in einer perfekten Welt natürlich gegen 1% tendieren. Da wir aber nicht in einer perfekten Welt leben und andere ähnliche Länder das Problem nicht haben ist das aber keine gute Erklärung.
Was hätte Deutschland davon oben im Medaillenspiegel zu sein?
Die Universität Stanford liegt mit ihren Athleten vor Deutschland im Medaillenspiegel. Aber da gibt’s eben auch Weltklasse Bedingungen für viele Sportarten. Hier sind die Sportler egal, es wir als unnötig abgetan und alle vier Jahre wird dann gemeckert, dass Deutschland ja früher mal viel besser war. Natürlich ist der wirtschaftliche Nutzen eines Kanufahrers erstmal begrenzt, aber wir sollten erkennen, welchen großen Nutzen es für unsere Gesellschaft hätte, wenn mehr Menschen einen Sport für sich entdecken würden und Kinder auch andere sportliche Vorbilder als die Heulsusen vom Fußball hätten.
Wenn das Staatsdoping wegfällt…
Aber ehrlich, man muss sich zu aller erst einmal fragen: Warum wollen wir überhaupt Medaillen bei Olympia? Was ist das Ziel hier? Nationaler Stolz? Image Kampagne?
Oder wollen wir mehr Leute in den Sport bekommen? Den eines ist klar: Man kann nicht eine breite Sportlich aktive Gesellschaft haben und gleichzeitig ein Spitzensportler Programm.
Die schließen sich zwar nicht aus, aber alle Länder wel He besser als DE sind haben gezielte Medaillen Programme, welche nur darauf ausgelegt sind Medaillen zu Maximieren.
Und derartige Programme sind nicht allgemeine Sportförderung.
Mein Vorschlag ist, Sportunttericht ab Grundschule auf Erprobung, Erforschung diverser Sportarten sowie körperliche Gesundheit/Ernährung auszulegen. Kann man auch in Verbindung mit Biologie machen.
Der einzige Grund warum ich ein Waveboard habe ist, weil in der 5ten mal jemand mit so ne Brett in der Schule vorbeikam.
a) Man hört doch sehr oft: “Ich habe das erste Rad von meinem Opa bekommen”. Ist eigentlich zwar nicht verkehrt, aber wenn man diesen Opa nicht hat? Zum einen fährt man dann, dank des Opas, dann eben schon mit 10 Fahrrad, zum anderen, im Radsport vielleicht noch nicht mal so, aber es gibt auch Sportarten, wo der Opa die notwendigen Kontakte oder schlicht das Geld hat. Der Opa nimmt sein Enkel vielleicht auch mal als Zuschauer mit.
b) Frankreich, Großbritannien, Niederlande, zumindest die ersten beiden haben auch zumindest einen anderen “Nationalsport”, auch wenn es diesen in dieser Form nicht bei Olympia gab, ich meine nicht den runden, sondern den ovalen Ball, also 15er Rugby. Niederlande haben Eissport, Radfahren u.A. Also nicht nur den in Deutschland dominanten Fußball.
C) Sicher, Deutschland hat nur z.B. eine BMX-Renn-Strecke, Radhallen gibt es auch nur ganz wenige usw. aber nur an Gebäuden würde ich das nicht festmachen. Gibt ja genügend Sportarten, die kein spezielles Gebäude benötigen.
Deutschlands schleichender Abstieg?
Vielleicht werden die anderen Nationen einfach nur besser…abgesehen von den alten Bekannten, die sich dumm und dämlich dopen oder in Kantinen essen, in denen Herztabletten in die Suppe fallen. 🙄
naja in manchen Sportarten kannst du halt auch insgesamt nur eine Medaille holen (Handball z.B.) darauf zu schließen wie gut es um den Sport in der Nation steht ist doch total dumm.