Zusammenfassung:
Ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft, erstellt im Auftrag von Unicef, zeigt, dass Investitionen in benachteiligte Kinder langfristig erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile bringen. Das Startchancen-Programm, das seit August 2024 läuft, investiert 20 Milliarden Euro über zehn Jahre in 4000 Schulen mit hohem Anteil an armutsgefährdeten oder nicht deutschsprachigen Kindern. Ziel ist es, den Bildungserfolg unabhängiger vom Elternhaus zu machen und die Zahl der Schüler, die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch nicht erreichen, zu halbieren. Laut den Berechnungen der Forscher könnte das Programm, selbst wenn es seine Bildungsziele nur zur Hälfte erreicht, einen Nettoeffekt von 36,3 Milliarden Euro erzielen. Eine Ausweitung des Programms auf 40 Prozent der Schulen könnte diesen Effekt auf über 100 Milliarden Euro steigern. Das Gutachten verweist auf erfolgreichere Ansätze in Ländern wie Kanada und Dänemark und fordert gezielte Investitionen in Kitas und Schulen mit hohem Anteil an benachteiligten Kindern. Solche Ausgaben werden als entscheidend für die zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands angesehen.
Ja, aber kurzfristig kostet es, drum kann man das leider nicht machen.
/s
Wenn die erstmal bemerken dass vernünftige Bildung mit individuellem Profil generell krass profitabel wäre…. Aber vernünftige Bildung hätte ja leider auch zur Folge, dass langfristig die Gesellschaft davon profitieren würde, anstatt einiger weniger Geldegel, das wär ja unzumutbar.
Aber wir denken nur auf kurze Distanz. Also Pech gehabt.
man geld in bildung lohnt sich. mensch, wer hätte das gedacht.
Aber Schuldenbremse!!!!!1111
Ach komm jetzt reicht es nicht das Bücher schon einen niedrigen MwSt Satz haben. Ich meine das muss doch auch helfen, oder? Oder? (/s)
Bildungspolitik ist so wichtig und so vernachlässigt. Es würde auch viele soziale Probleme lösen in der Gesellschaft wenn man nicht tausende junge Menschen durch dumme Raster fallen lassen würde. Hoffe man nimmt die Erkenntnisse aus dieser Studie endlich ernst.
Kinder wählen nicht, Rentner schon.
LG eure SPD und CDU.
Wir sind ein Niedriglohnland, qualifiziertes Personal will man doch hier nicht.
Nein!
Es ist so krass, wie indifferent die Kommentare alleine hier schon wieder sind.
Man könnte anerkennen, dass überhaupt 20 Milliarden über 10 Jahre investiert werden und DANN behaupten, dass mehr sogar noch besser wäre.
Aber nein, alles was hier kommentiert wird: Schaut auf meinen lustigen Kommentar, ich bashe die Politik, die machen ja eh nix.
Kein Wunder, dass Erfolge(auch wenn sie klein sind) keinen Anklang finden. Weil es scheinbar in unserer DNA liegt alles klein und schlecht zu reden, anstatt sich zu sagen: Anfang gemacht, schauen wir, wie wir es noch besser machen können. Diese Diskussionskultur ist so ekelhaft, ernsthaft.
Eliteuni hat aber mehr Schmiss.
Irgendwie brauchst du halt Leute die Bus fahren oder Amazon ausliefern. /s
> Legt man die aktuelle Laufzeit des Startchancen-Programms von zehn Jahren zugrunde, liegt die Annahme nahe, dass sich die Bildungsergebnisse bei zehn Geburtsjahrgängen verändern. Tatsächlich profitieren zwar noch deutlich mehr Kinder von der Förderung, da sie grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler, die in den zehn Jahren die geförderten Schulen besuchen, erreicht. Allerdings liegt nur bei einem Jahrgang die Förderdauer bei zehn Jahren, was dem typischen Zeitraum von Schulbeginn bis Abschluss der Sekundarstufe I entspricht, wohingegen sie bei den anderen Jahrgängen anteilig niedriger ist. Insgesamt lebten am 31.12.2023 rund 8,01 Millionen Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren in Deutschland (Statistisches Bundesamt, 2024b; eigene Berechnungen). Würde man 3,2 Prozent von diesen erreichen und höherqualifizieren entspräche dies 254.000 Personen und bei 1,6 Prozent wären es 127.000 Personen.
> Welche fiskalische Bedeutung der von einem Kind erreichte Bildungsstand hat, lässt sich aus Berechnungen von Anger et al. (2017) ableiten. Diese berücksichtigen Ausgaben der öffentlichen Haushalte (inklusive der Sozialversicherung) im Lebenslauf für die Bildung, Betreuung, Krankenversicherung, Rente usw. sowie Zahlungen von Steuern und Sozialabgaben. Ihnen zufolge liegt die Gesamtfiskalbilanz über den Lebenslauf, bei einem hohen Bildungsstand bei 519.700 Euro, bei einem mittleren Bildungsstand bei 129.900 Euro und bei einem niedrigen Bildungsstand bei -224.300 Euro. Damit ergibt sich eine Differenz von 354.200 Euro zwischen mittlerem und niedrigem Bildungsstand. Allerdings ist das Preisniveau seit dem Zeitpunkt der Berechnungen um etwa ein Viertel gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2024b), sodass dies heute einem Wert von 442.800 entspricht. Multipliziert man diesen Wert mit 254.000 Personen, ergibt sich ein fiskalischer Gesamteffekt von 112,6 Milliarden Euro und bei 127.000 wären es immerhin noch 56,3 Milliarden Euro. Als Nettoeffekt von zusätzlichen Einnahmen zu Ausgaben ergibt sich ein Betrag von 36,3 Milliarden Euro. Dieser Nettoeffekt ist mehr als anderthalbmal so groß, wie die für das Startchancen-Programm vorgesehenen staatlichen Ausgaben von insgesamt 20 Milliarden Euro.
> Diese Berechnungen stellen nur eine erste grobe Abschätzung der möglichen fiskalischen Effekte und keine abschließende empirisch fundierte Quantifizierung der vollständigen Wirkungen dar. So können diese bei einem sehr passgenauen Einsatz der zur Verfügung gestellten Mittel gegebenenfalls auch noch deutlich günstiger ausfallen. Gleichzeitig wäre es allerdings auch im Rahmen des Vorstellbaren, dass die Effekte des Startchancen-Programms gering bleiben, wenn seine Umsetzung in der Praxis nicht gut gelingt. Klären kann dies nur eine empirische Wirkungsanalyse, die erst möglich sein wird, wenn Kinder und Jugendliche die mit dem Startchancen-Programm zur Verfügung gestellten Leistungen über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen haben und sich durch sie ihre Lernbiografien verändert haben können. Dennoch zeigen die Berechnungen deutlich, wie sehr sich eine kompensatorisch wirkende Bildungsarbeit lohnen kann. Dies lässt sich auch auf den Kitabereich übertragen, wo die Grundlagen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn gelegt werden.
Das Ganze liest sich wirklich so als wären wir alle nicht mehr als eine Resource, die es auszuquetschen gilt.
Förderung von Kindern zahlt sich eigentlich immer verlässlich aus. Bei benachteiligten Kindern ist das Potenzial nochmals größer.
Nur haben wir leider kein Geld. Jetzt mögt ihr sagen: aber u/itchy58 der Bundeshaushalt ist doch riesig! Klar aber den brauchen wir auch, z.B. für Rentensubvention aus Bundeshaushalt: ~25%. Da bleiben für Ausgaben für Bildung, Schulen, Judend,…: ~5-6%. Die Rentner wählen halt jetzt…
Multiplikatoreffekt bei Bildung macht generell brrrr
Links funktioniert bei mir nicht
Das Gegenteil ist auch wahr, aber das sieht man ja leider erst 20 Jahre später. So was dummes aber auch!
20 comments
[deleted]
Zusammenfassung:
Ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft, erstellt im Auftrag von Unicef, zeigt, dass Investitionen in benachteiligte Kinder langfristig erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile bringen. Das Startchancen-Programm, das seit August 2024 läuft, investiert 20 Milliarden Euro über zehn Jahre in 4000 Schulen mit hohem Anteil an armutsgefährdeten oder nicht deutschsprachigen Kindern. Ziel ist es, den Bildungserfolg unabhängiger vom Elternhaus zu machen und die Zahl der Schüler, die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch nicht erreichen, zu halbieren. Laut den Berechnungen der Forscher könnte das Programm, selbst wenn es seine Bildungsziele nur zur Hälfte erreicht, einen Nettoeffekt von 36,3 Milliarden Euro erzielen. Eine Ausweitung des Programms auf 40 Prozent der Schulen könnte diesen Effekt auf über 100 Milliarden Euro steigern. Das Gutachten verweist auf erfolgreichere Ansätze in Ländern wie Kanada und Dänemark und fordert gezielte Investitionen in Kitas und Schulen mit hohem Anteil an benachteiligten Kindern. Solche Ausgaben werden als entscheidend für die zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands angesehen.
Ja, aber kurzfristig kostet es, drum kann man das leider nicht machen.
/s
Wenn die erstmal bemerken dass vernünftige Bildung mit individuellem Profil generell krass profitabel wäre…. Aber vernünftige Bildung hätte ja leider auch zur Folge, dass langfristig die Gesellschaft davon profitieren würde, anstatt einiger weniger Geldegel, das wär ja unzumutbar.
Aber wir denken nur auf kurze Distanz. Also Pech gehabt.
man geld in bildung lohnt sich. mensch, wer hätte das gedacht.
Aber Schuldenbremse!!!!!1111
Ach komm jetzt reicht es nicht das Bücher schon einen niedrigen MwSt Satz haben. Ich meine das muss doch auch helfen, oder? Oder? (/s)
Bildungspolitik ist so wichtig und so vernachlässigt. Es würde auch viele soziale Probleme lösen in der Gesellschaft wenn man nicht tausende junge Menschen durch dumme Raster fallen lassen würde. Hoffe man nimmt die Erkenntnisse aus dieser Studie endlich ernst.
Kinder wählen nicht, Rentner schon.
LG eure SPD und CDU.
Wir sind ein Niedriglohnland, qualifiziertes Personal will man doch hier nicht.
Nein!
Es ist so krass, wie indifferent die Kommentare alleine hier schon wieder sind.
Man könnte anerkennen, dass überhaupt 20 Milliarden über 10 Jahre investiert werden und DANN behaupten, dass mehr sogar noch besser wäre.
Aber nein, alles was hier kommentiert wird: Schaut auf meinen lustigen Kommentar, ich bashe die Politik, die machen ja eh nix.
Kein Wunder, dass Erfolge(auch wenn sie klein sind) keinen Anklang finden. Weil es scheinbar in unserer DNA liegt alles klein und schlecht zu reden, anstatt sich zu sagen: Anfang gemacht, schauen wir, wie wir es noch besser machen können. Diese Diskussionskultur ist so ekelhaft, ernsthaft.
Eliteuni hat aber mehr Schmiss.
Irgendwie brauchst du halt Leute die Bus fahren oder Amazon ausliefern. /s
https://www.iwkoeln.de/studien/wido-geis-thoene-axel-pluennecke-investitionen-in-kinder-wirkungsvoll-gestalten.html
Zur Berechnung:
> Legt man die aktuelle Laufzeit des Startchancen-Programms von zehn Jahren zugrunde, liegt die Annahme nahe, dass sich die Bildungsergebnisse bei zehn Geburtsjahrgängen verändern. Tatsächlich profitieren zwar noch deutlich mehr Kinder von der Förderung, da sie grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler, die in den zehn Jahren die geförderten Schulen besuchen, erreicht. Allerdings liegt nur bei einem Jahrgang die Förderdauer bei zehn Jahren, was dem typischen Zeitraum von Schulbeginn bis Abschluss der Sekundarstufe I entspricht, wohingegen sie bei den anderen Jahrgängen anteilig niedriger ist. Insgesamt lebten am 31.12.2023 rund 8,01 Millionen Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren in Deutschland (Statistisches Bundesamt, 2024b; eigene Berechnungen). Würde man 3,2 Prozent von diesen erreichen und höherqualifizieren entspräche dies 254.000 Personen und bei 1,6 Prozent wären es 127.000 Personen.
> Welche fiskalische Bedeutung der von einem Kind erreichte Bildungsstand hat, lässt sich aus Berechnungen von Anger et al. (2017) ableiten. Diese berücksichtigen Ausgaben der öffentlichen Haushalte (inklusive der Sozialversicherung) im Lebenslauf für die Bildung, Betreuung, Krankenversicherung, Rente usw. sowie Zahlungen von Steuern und Sozialabgaben. Ihnen zufolge liegt die Gesamtfiskalbilanz über den Lebenslauf, bei einem hohen Bildungsstand bei 519.700 Euro, bei einem mittleren Bildungsstand bei 129.900 Euro und bei einem niedrigen Bildungsstand bei -224.300 Euro. Damit ergibt sich eine Differenz von 354.200 Euro zwischen mittlerem und niedrigem Bildungsstand. Allerdings ist das Preisniveau seit dem Zeitpunkt der Berechnungen um etwa ein Viertel gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2024b), sodass dies heute einem Wert von 442.800 entspricht. Multipliziert man diesen Wert mit 254.000 Personen, ergibt sich ein fiskalischer Gesamteffekt von 112,6 Milliarden Euro und bei 127.000 wären es immerhin noch 56,3 Milliarden Euro. Als Nettoeffekt von zusätzlichen Einnahmen zu Ausgaben ergibt sich ein Betrag von 36,3 Milliarden Euro. Dieser Nettoeffekt ist mehr als anderthalbmal so groß, wie die für das Startchancen-Programm vorgesehenen staatlichen Ausgaben von insgesamt 20 Milliarden Euro.
> Diese Berechnungen stellen nur eine erste grobe Abschätzung der möglichen fiskalischen Effekte und keine abschließende empirisch fundierte Quantifizierung der vollständigen Wirkungen dar. So können diese bei einem sehr passgenauen Einsatz der zur Verfügung gestellten Mittel gegebenenfalls auch noch deutlich günstiger ausfallen. Gleichzeitig wäre es allerdings auch im Rahmen des Vorstellbaren, dass die Effekte des Startchancen-Programms gering bleiben, wenn seine Umsetzung in der Praxis nicht gut gelingt. Klären kann dies nur eine empirische Wirkungsanalyse, die erst möglich sein wird, wenn Kinder und Jugendliche die mit dem Startchancen-Programm zur Verfügung gestellten Leistungen über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen haben und sich durch sie ihre Lernbiografien verändert haben können. Dennoch zeigen die Berechnungen deutlich, wie sehr sich eine kompensatorisch wirkende Bildungsarbeit lohnen kann. Dies lässt sich auch auf den Kitabereich übertragen, wo die Grundlagen für eine erfolgreiche schulische Laufbahn gelegt werden.
[Auswirkungen im Bildformat](https://i.imgur.com/7H4OHyY.jpeg)
Das Ganze liest sich wirklich so als wären wir alle nicht mehr als eine Resource, die es auszuquetschen gilt.
Förderung von Kindern zahlt sich eigentlich immer verlässlich aus. Bei benachteiligten Kindern ist das Potenzial nochmals größer.
Nur haben wir leider kein Geld. Jetzt mögt ihr sagen: aber u/itchy58 der Bundeshaushalt ist doch riesig! Klar aber den brauchen wir auch, z.B. für Rentensubvention aus Bundeshaushalt: ~25%. Da bleiben für Ausgaben für Bildung, Schulen, Judend,…: ~5-6%. Die Rentner wählen halt jetzt…
Multiplikatoreffekt bei Bildung macht generell brrrr
Links funktioniert bei mir nicht
Das Gegenteil ist auch wahr, aber das sieht man ja leider erst 20 Jahre später. So was dummes aber auch!