Warum die AfD bei jungen Männern so gut ankommt

by Jasdfowen

20 comments
  1. Männer brauchen mehr Unterstützung in der Gesellschaft. Würde so viele Probleme lösen..
    Wie das aussehen sollte weiß ich leider auch nicht.

  2. > So ordnen sich Frauen selbst sehr viel häufiger einem linken und progressiven Spektrum zu, wogegen Männer sich sehr viel stärker im konservativen Lager verorten.

    Welche Angebote macht denn dieses linke und progessive Spektrum den jungen Männern, außer das gerede von “toxischer Männlichkeit” und Förderprogrammen für hauptsächlich nicht-männliche oder nicht-weiße Zielgruppen?

    > denn heute haben junge Frauen im Durchschnitt eine bessere Qualifizierung als Männer. Sie haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, die Schule wie auch ihr Studium oder Ausbildung erfolgreich abzuschließen, und tun dies meist mit besseren Noten.

    Das klingt ja stark nach struktureller Diskriminierung. Wer aus dem linken, progressiven Spektrum, das ja auch immer stark gegen Diskriminierung argumentiert, nimmt sich dem Thema an?

  3. Verspricht die AfD etwa Waifus für junge ostdeutsche Männer? (Ich habe den Artikel nicht gelesen)

  4. Moment, dass eine rechte Partei bei jungen Männern richtig gut ankommt, das kommt mir irgendwie bekannt vor…

  5. Man merkt es doch hier auf Reddit auch sehr oft, dass “wir” Linke zu spießig und zu akademisch sind. Und oft auch ganz schöne Prinzipienreiter. Nehm ich mich oft nicht aus, obwohl ich zumindest Ironie verstehe 😀

    Ich bin in fast allen Welten unterwegs und ganz ehrlich, Bier trinken gehe ich lieber mit meiner konservativeren Fußballbubble, als mit der Antifa-Bubble, obwohl letztere wichtigere Arbeit leisten.

    Früher hatte ich auch den Eindruck, dass sich Linke mehr um Gemeinschaft kümmern. Früher sind mir in der linken Bubble mehr lockere Feste aufgefallen. Jetzt fühlt sich alles unendlich spießig an. Kann ich durchaus verstehen, warum da der Maurer lieber auf ne Halbe zum Uwe am Stammtisch geht, als zum studierten Jeremy-Pascal zum Ingwershot, der meint sich für Arbeiterrechte einzusetzen und dich verurteilt, wei du dich nicht perfekt rhetorisch ausdrücken kannst.

    Es braucht eine wirklich linke Arbeiterpartei in diesem Land. Mit echten Proleten. Woher die kommen soll, hab ich leider keinen Plan.

  6. Ich verstehe nicht warum in solchen Artikeln die Schulzeit quasi nie erwähnt wird.
    Mit 18-24 habe ich mein halbes Leben in der Schule verbracht. In Klassen in denen durchschnittlich fast 33% meiner Mitschüler einen Migrationshintergrund haben. Für mich war damals Fremdenhass so völlig absurd weil ich jeden Tag die positiven Seiten von Migration erlebt habe. Und ich vermute leider dass viele das heute anders erleben. Das spiegelt sich auch in dem wieder was ich von jüngeren beim Fußball höre. Wann immer rechte Tendenzen hinterfragt werden kommen die Geschichten von Stress an der Schule mit Jugendlichen einer bestimmten Kultur.

  7. Diese Analysen – und da bildet die von Marcel Fratzscher als inoffiziellem Pressesprecher der SPD keine Ausnahme – beschreiben das Wahlverhalten, wenn es um Parteien wie AfD und BSW (und teilweise auch FDP) geht, immer wie ein Naturphänomen. Durch Umweltbedingungen ausgelöst und außerhalb unseres Einflusses, ein aufziehendes Hochdruckgebiet, dass als Großwetterlage den östlichen Teilen unseres Landes unter sich verdunkelt.

    Siehe:

    >Was folgt daraus für Politik und Demokratie? Der ernüchternde Teil der Antwort ist, dass die ökonomischen und soziokulturellen Faktoren kaum veränderbar sind. Globalisierung, technologischer Wandel und die wirtschaftliche Transformation sind globale Phänomene, die nicht nur die Grundlage für den Wohlstand und viele Arbeitsplätze in Deutschland sind, sondern sich auch kaum beeinflussen lassen.

    Dass es sich um Menschen handelt, die Entscheidungen treffen, kommt da selten rüber. Ich finde das ehrlich gesagt etwas überheblich. Anstatt darüber nachzudenken, welche politischen Positionen und Entscheidungen dazu geführt haben, wird einfach darauf hingewiesen, dass AfD und BSW ja *noch schlechter* sind als die etablierten Parteien. Das stimmt ja auch, aber es ist einfach kein attraktives Angebot.

    Ich finde das so frustrierend, dass “wir sind keine Nazis” mittlerweile der einzige Anspruch der etablierten und demokratischen Parteien an sich selbst zu sein scheint. Und wem das nicht ausreicht, nun, der ist dann offenbar Opfer seiner Umstände geworden.

  8. Weil zu viele für Scheiße ala Andrew Tate unglaublich empfänglich sind und gelinde gesagt alles glauben solange es jemand ihnen oft genug auf Tiktok erzählt

  9. > Was folgt daraus für Politik und Demokratie? Der ernüchternde Teil der Antwort ist, dass die ökonomischen und soziokulturellen Faktoren kaum veränderbar sind. Globalisierung, technologischer Wandel und die wirtschaftliche Transformation sind globale Phänomene, die nicht nur die Grundlage für den Wohlstand und viele Arbeitsplätze in Deutschland sind, sondern sich auch kaum beeinflussen lassen.

    > Es ist eine Ironie und Perversität der Wahlergebnisse, dass die von der AfD und zum Teil des BSW geforderte Abschottung vom Rest der Welt, die Ausgrenzung verletzlicher Gruppen und die Aushöhlung der Demokratie, die Situation für die eigenen Wählerinnen und Wähler nicht verbessern, sondern deutlich verschlechtern wird. So nachvollziehbar Zukunftsängste und Frustrationen, vor allem von Männern und jungen Menschen, sind: Die Wahl von AfD und BSW macht ihre Lage jedoch nicht besser, sondern deutlich schlechter, da eine Politik der Abschottung und Ausgrenzung vor allem jungen Menschen ihre Zukunftschancen verbaut. Diese Macht der Fakten müssen die demokratischen Parteien viel besser nutzen und Lösungen anbieten, um eine weitere gesellschaftliche Polarisierung und Aushöhlung der Demokratie zu verhindern.

    Mein lieber Herr Fratzscher, 8 Absätze schreiben dass Männer die Verlierer des Globalismus seinen aber dann im Grunde meinen “ist halt so” ist schon verdammt arm. Wann hört man dann jemand in den großen Medien über die Probleme der jungen Männer? Und wann wird werden die Probleme auf das System bezogen anstatt auf den einzelnen oder mit “nun müssen andere aufholen” beiseite geschoben?

    Die “demokratischen Parteien müssen Lösungen anbieten” ist so eine wunderbare Floskel wenn das Problem in der gesamten westlichen Welt vorherrscht. Selbstmord, Depressionen, Einsamkeit usw. wird doch überall von Männern getoppt. Während bei uns das Richtung toxisches Männlichkeit abdriftet hat man in Japan Hikimori, in China Tang Ping hat man in Südkorea die N-po generation. Wenn BTS mit “dope” oder “Baepsae” über die Probleme der (männlichen) Jugend singen/rapen fühlt man sich ja ernster genommen als bei der Politik oder den “Experten”.

    Fängt ja schon mit den Ministerium an wo “Mann” im Titel fehlt. Welche Zukunftschancen haben denn viele junge Männer noch? Genau das liegt doch das Problem Herr F. Haus? Sozialer Aufstieg? Alleine für die Familie sorgen? Die Probleme einer Generation die schlechter dasteht (obwohl man mehr erbt nach Studien, die Superreichen ziehen es eben hoch) als zuvor trifft natürlich eher die “Macher” anstatt diejenigen welche schon zuvor erst noch hochkommen. Das Thema wird man dann jedoch bei den Gen Alpha Damen genauso sehen können wenn die Welt weiter abdriftet.

    Wo ist der Kampf in der Politik und den NGOs gegen die Strukturen die junge Männer benachteiligt? Die muss es ja wohl geben wenn man nicht alles nur auf Biologie abschieben möchte. Die einzigen die es ansprechen sind leider toxische Gestalten. Während junge Frauen die es schaffen dies in den Vordergrund stellen um dann anderen genauso zu helfen (oder ein Vorbild zu sein) wären solche Männer only Treffen für politischen Nachwuchs doch direkt negativ behaftet. Und das gleiche hat man bei den Rückzugsorten der letzen zwei Generationen die sich keine Zigarren und Mannerclubs leisten konnten.

    Während man aktiv Safe spaces für Frauen oder andere Minderheiten fordert sollen sich die Jungs doch alle öffnen und nicht ausgrenzen. Ich sah erst letztens einen Twitter Post von einem Magic the gathering Turnier wo jemand die fehlenden Frauen kritisierte und es den dortigen Spielern in die Schuhe schob. Ist doch genauso toxisch wie jeden Scheiß den ein Andrew Tate so von sich gibt. Aber da gab es nur Kontroverse in den bekannten anti-woke Subs während in der Twitter bubble die Likes kamen. Nur wohl eher nicht von wirklichen Spielern.

    Warum die Politik keinen beauftragen für junge Männer? Selbst im Ministerium beginnt man jetzt erst mit Projekten wie den Boys Day oder “klischeefrei”. Meistens jedoch abseits der Öffentlichkeit und nicht wirklich aus tiefster Überzeugung. Wenn man sich das Dossier der “Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer” anschaut bleibt doch nur setzen 6 bei der Umsetzung. Sollten wir dies nicht politisch und gesellschaftlich in den Fokus nehmen? Denn nicht nur aufgrund shitty Jobs oder Gewalt sind die Männer nun ein Problem, nein die wählen nun auch offen Rechtsextrem. Volkswirtschaftlich ein absolutes Desaster und wohl gefährlicher als die höhere Teilzeit bei Frauen. Dennoch nie einen großen Talk darüber gehört.

    Gerade im Osten ist die AfD (und nahestehende Gruppen) doch stark lokal aktiv um junge Männer abzuholen. Was früher die Linke tat macht heute die AfD und hält diverse Feste ab. Oder wandert. Oder geht gemeinsam auf die Wiese und trainiert. Ist ein running Gag dass Männer immer über Rom nachdenken aber viele sehnen sich eben nach starken Vorbildern die Männlichkeit ausstrahlen. Bekommt man dies nicht im Maimstream driftet ein Teil ins extreme oder schaltet sich komplett von der Gesellschaft ab. Letzteres sieht man bekanntlich auch immer mehr in den USA wo das Problem immerhin vom volkswirtschaftlichen Schaden her nun an Stellung gewinnt.

    Junge Männer sind eine Minderheit welche immer weiter zu den Verlierern des Systems mutieren. Behandelt diese endlich wie andere Minderheiten und nehmt die Sorgen und Probleme ernst. Denn was uns die Forschung aufzeigt ist dass deren Ansichten nicht wirklich mit dem Alter abnehmen. Was zu einem massiven Multiplikator für die nächsten Generationen mutieren wird. Die Politik wurde in den letzen Jahren oft genug gewarnt, das sollte später dann keine Überraschung mehr sein wenn die (männliche) Gesellschaft noch weiter nach Rechts rückt.

  10. > So waren Männer und Frauen lange sowohl in ökonomischen als auch in soziokulturellen Fragen ähnlich progressiv oder konservativ.

    Das stimmt nicht, von einem ähnlichen Niveau in diesen Einstellungen kann man nur in den 70ern-90ern sprechen.

    Der “traditional-gender-gap” war für den Großteil der Wahlgeschichte, dass Frauen deutlich konservativer und religiöser als Männer waren. Musterbeispiel: Frauenwahlrecht hatte in kaum einem europäischen Land Anfang des 20. Jahrhunderts eine Mehrheit unter den Frauen selbst, wohl aber unter der männlichen Bevölkerung.

  11. Welche Modernisierung? Die Infrastruktur verfällt, im Bildundungssystem feiert man sich dafür die Kernfächer größtenteils anbieten zu können und tagtäglich kämpfen irgendwo Mitbürger mit Messerstechern um ihr Leben. Aber ich kann mir mittlerweile eine AusweisApp downloaden, woohoo, modernes Deutschland.

    Anscheinend fällt es Männern schlicht leichter die kontinuierlichen Rückschritte wahrzunehmen und sie sind weniger anfällig für diesen Solidarität-, Empathie-, “Wir müssen uns nur mehr kümmern”- Bullshit.

  12. Ich hab nicht mal ansatzweise etwas mit der rechten Bubble zutun, aber sobald ich durch YouTube Shorts scrolle, ist es voller Tate/Peterson und AfD im Bundestag Scheisse. Selbst mit frischen YouTube Accounts passiert das.

  13. Keine große Überraschung.

    Irgendwie hat jede Gruppe eine (zumindest kleine) Lobby, nur diese Gruppe nicht.

    Mädchen haben zig Tage/ teilweise eine ganze Projektwoche in der Schule und der Wirtschaft, in denen es um sie und die Integration in die Wirtschaft/Gesellschaft geht, sind generell viel erfolgreicher in ihrer Schulzeit und erreichen auch öfter höhere Abschlüsse usw

    Wir hatten gerade während der Pubertät so viele Projekte/Projekttage in der Schule, in denen es um Probleme von Mädchen ging, gerade Magersucht wurde intensiv behandelt, aber auch andere Themen.

    Bei Jungs/Junge Männer haben/hatten wir einfach gar nichts.

    Null.

    Da gibt es keinerlei Angebote oder Versuche diese Gruppen einzufangen.

    Wer von denen kein positives Rollenbild daheim hat oder aus einer guten m Familie kommt, fällt einfach komplett durchs Raster und viele landen dann halt eben leider in solchen Ecken.

    Bei jedem noch so kleinen Problemchen anderer Gruppen macht man extra Tage, diskutiert oder schafft Angebote, nur bei Jungs nicht? Warum nicht?

    Alles, was Politik und Gesellschaft zu dem Problem zu sagen haben ist:

    „Wir haben nichts probiert und es hat auch nichts geholfen“

    Eventuell sollte man also mal was probieren, zumindest mal eine einzige kleine Sache, bei allen anderen Gruppen versucht man es doch auch.

    Denn so langsam wird aus dem kleinen Problem ein ziemlich großes Problem und sich selbst zu beweihräuchern oder die Schuld auf Social Media/die Globalisierung zu schieben, wird dieses Problem definitiv nicht lösen.

    Soll nicht heißen, dass das falsch ist, aber bei Mädchen haben wir zig Stunden mit diskutieren über geschönte Bilder, falsche und ungesunde Körperbilder, Fake-Selbstdarstellung in Magazinen/Social Media usw geredet, warum also das gleiche nicht auch mal bei Jungs probieren?

    Social Media und Selbstdarstellung ist ja jetzt nichts neues, wir gehen das Problem aber immer nur von weiblicher Seite mit Bildbearbeitung etc an, warum nicht mal über den Typ im gemieteten Lambo mit 3 halbnackten, bezahlten Models auf dem Rücksitz reden?

    Mehr als nicht helfen kann es auch nicht…

  14. Ich bin mir sicher, gäbe es die afd nicht käme schnell eine andere Partei die sich die Jahrelange miserable Politik der CDU und die anhaltenden Kriesen zu nutze machen würde. Die etablierten Parteien sind der Hauptgrund für diese Entwicklung, gefolgt von der Springerpresse.

    Es ist einfach viel zu einfach attrativ auszusehen gegenüber den etablierten, auch ganz ohne Inhalten und Ideen.

  15. Weil wir keine geeinte gescheite Linke in Deutschland haben.

    Wenn man als junger Erwachsener unzufrieden ist mit dem Status Quo der letzten 10/20 Jahre hat man die Wahl zwischen:

    – Kleinst Parteien dies’ sowieso nicht in den Bundestag schaffen
    – dEn GrÜnEN!!!11!1!11!!!
    – Putin Stiefelleckern bei den Linken und der BSW
    – der AfD die einem sagt, dass am eigenen Leid Außländer, Muslime/Juden und Woke Linke Schuld sind und man die nur los werden muss, dann gehts uns allen besser

    Schaut nach Frankreich, in der Sekunde in der sich die linken da zusammen getan haben und klare Flanke gegen die Rechten im In- wie auch im Außland gezeigt haben, haben sie die Wahl gewonnen

  16. Puuhhh, harter Tobak.

    Das Problem sind immer die anderen.

    Da nimmt sich Gesellschaft und Politik nix.

  17. Vorschlag: nehmt einfach mal den Reichen das Geld und verteilt das schön an die untere Bevölkerungsschicht. Schauen wir mal wie viele nachher noch Afd wählen.

  18. Tun die doch gar nicht. AfD ist bei allen Altersgruppen (außer Rentnern) so ziemlich über gleich stark. [Hier Link für Thüringer Wahlergebnis nach Alter](https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2024-09-01-LT-DE-TH/charts/umfrage-alter/chart_1733538.shtml)

    Das exclusiv auf jugendliche zu schieben bringt uns jetzt auch nicht weiter. Das ist ein genereller Trent das Männer aller Altersgruppen deutlich mehr AfD wählen. [Link](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1489990/umfrage/wahlverhalten-landtagswahl-in-thueringen-nach-geschlecht/)

  19. Ja, es sind Umwelteinflüsse, die zum Wählen der BSW oder AFD anregen und nicht die Nicht-Online-Präsenz der etablierten Parteien. Fettgesessene Politiker mit immer denselben Phrasen spielen auch keine Rolle. Nicht-Angehen von Problemstellen auch nicht. (/s)

    Eigentlich wünscht man diesen Parteien den Untergang, aber die Alternative ist leider schrecklich.

  20. Wird der Spin “Die Progressiven sind so schlau und moralisch erhaben, haben aber dem dummen bösen begriffsstutzigem Wähler nicht gut genug kommuniziert” nicht irgendwann langweilig? Merken die noch irgendwas?

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