Publiziert22. Oktober 2024, 21:54

Luxemburg: Droht bis Ende des Jahres ein Medikamentenmangel?

LUXEMBURG – In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hat Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) einen Überblick über das Risiko von Arzneimittelengpässen im Großherzogtum gegeben.

Pascal Piatkowski

von

Pascal Piatkowski

Derzeit werden 278 Medikamente als nicht verfügbar oder von Lieferengpässen betroffen gemeldet.

Derzeit werden 278 Medikamente als nicht verfügbar oder von Lieferengpässen betroffen gemeldet.

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Das Phänomen ist laut der Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) nicht neu ist. «Luxemburg ist, wie andere europäische Länder auch, mit zunehmenden Spannungen bei der Versorgung mit bestimmten Medikamenten konfrontiert», sagt Deprez in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Die Engpässe habe sich seit 2013 verstärkt und betreffen nun eine wachsende Zahl von wichtigen Produkten. Luxemburg hat sich jedoch organisiert, um die Auswirkungen zu minimieren, versichert die Gesundheitsministerin.

Derzeit werden 278 Medikamente als «nicht verfügbar» oder «von Lieferengpässen betroffen» gemeldet. So habe die Abteilung für Pharmazie und Arzneimittel (DPM) Verwaltungsmechanismen eingerichtet, während Pharmaunternehmen gesetzlich verpflichtet sind, potenzielle Lieferengpässe mindestens zwei Monate im Voraus zu melden. Das gebe Luxemburg einen Handlungsspielraum, um zu reagieren.

Engpässe von «kritischen» Arzneimittel vermeiden

Produktionsprobleme, nicht verfügbare Wirkstoffe, Qualitätsprobleme an einem Produktionsstandort, ein plötzlicher Anstieg der Nachfrage oder auch geopolitische Spannungen, welche die Lieferketten stören, können zur Nichtverfügbarkeit bestimmter Behandlungen beitragen.

Die Gesundheitsministerin erinnert daran, dass ein Arzneimittel auf europäischer Ebene als «kritisch» gilt, wenn es zur Behandlung schwerer Krankheiten eingesetzt wird und nicht einfach ersetzt werden kann. Die Europäische Kommission und die Europäische Arzneimittelagentur haben im Dezember 2023 eine Liste mit über 200 Wirkstoffen veröffentlicht, die für die Gesundheitssysteme als unerlässlich gelten und bei denen Engpässe vermieden werden müssen.

«In Luxemburg sind die Krankenhäuser aufgrund der Schwierigkeit, bestimmte Engpässe vorherzusehen, noch nicht in der Lage, Sicherheitsvorräte anzulegen», so Deprez. Weiter setze das Gesundheitsministerium auf die Einrichtung der Nationalen Einkaufs- und Logistikzentrale (CNAL), um die Verwaltung der Sicherheitsvorräte kritischer Medikamente besser zu steuern.

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