“Null-Bock-Tage”: Manche Unternehmen bieten an, einfach mal zu Hause zu bleiben.

by thunfischtoast

24 comments
  1. Das geht aktuell durch einige Medien, weil diese Unternehmensberatung es pusht. Das Echo ist so, wie man es erwarten würde. Unabhängig von der Häme interessiert mich aber: woran liegt es, dass man teilweise komplett die Motivation verliert? Jetzt mal abgesehen von offensichtlichen Sachen wie Krankheit. Mir fällt dazu ein: Manche Jobs sind etweder zu anspruchsvoll (Burn-Out) oder anspruchslos (Bore-Out), dass ein Arbeiten sinnlos erscheint. Manche Tätigkeiten sind so weit weg von irgendeiner Produktivität (reine Bürokratie-Aufgaben, die gesetzlich vorgegeben sind, aber eigentlich niemaden interessieren und keinen echten Einfluss auf irgendwelche Prozesse haben), dass man es auch einfach lassen kann. Manche Leute schaffen es scheinbar auch, sich so durch den Büroalltag zu schlengeln, dass es garnicht auffällt, dass sie überhaupt garnichts tun außer beschäftigt zu wirken – manchmal, weil es Führungswechsel gab und jeder denkt, die Person würde selbstständig etwas wichtiges tun). Manchmal sind Prozesse so langwierig und Verantwortlichkeiten auf so viele Personen verteilt, dass am Ende nie irgendwas zustande kommt und am Ende eigentlich keiner verantwortlich ist. Das wären so meine groben Ideen, warum solche Null-Bock-Tage überhaupt zustande kommen.

  2. >”Ich denke, es gibt viele Berufe, in denen es nicht möglich ist – und dementsprechend ist es dann unfair gegenüber diesen Menschen.”

    Das ist dieselbe dämliche Logik, die gegen HO ist, weil ja nicht jeder HO machen kann…

    Und wenn es nicht möglich ist, dass man Null-Bock-Tage hat, heißt das aus meiner Sicht, dass es auch nicht möglich ist, krank zu sein. Und das ist einfach ein Zeichen von schlechter Personalplanung bzw. schlechtem Management.

  3. “Einfach mal Zuhause bleiben”

    *lacht im Pflegeberuf*

  4. Das klingt nach internem Marketing-Bla der Unternehmen, die das machen. Wenn ich merke, dass ich psychisch heute nicht kann, melde ich mich beim Chef und bin eben krank. Wozu diese separate Tag-Kategorie? Zählen die als Arbeitstage oder als Krankheitstage? Wie ist die Regelung bzgl. AU mitbringen, werden diese Tage da mitgezählt oder nicht? Ich hätte noch mehr Fragen, aber man könnte sich die alle sparen, wenn man stattdessen klar kommuniziert, dass man sich auch wegen der Psyche krankmelden kann.

  5. Was ist denn der Unterschied zu Krankentage ohne Schein? Werde da ja auch nicht nach einen Grund gefragt

  6. Bei uns heißen die Regenerationstage. Mein Arbeitgeber bietet jedem zwei davon im Jahr an. In den Schulferien leisten wir oft Überstunden und nachdem so eine Phase rum ist, kann ich verstehen, wenn jemand diese Möglichkeit nutzt.

    Den Namen “Null-Bock-Tage” finde ich aber problematisch. Ich denke, es ist eher weniger der Fall, dass man einfach keine Lust hat, sondern sich nach einer stressigen Phase wieder regenerieren möchte. So als Ausgleich zur Mehrarbeit.

  7. Arbeiten wird ja wieder geiler seit man uns die Orgien auf Betriebskosten in osteuropäischen Bordellen nahm! Andere bieten auch Masturbationspausen. Das ist richtig und wichtig. Viele haben sich einfach mal dran gewöhnt, dass man sich zwischen drin mal die Perle kraulen kann oder Lachs buttern kann.

  8. Nur mal so ein Gedanke… wenn es verbreitet wäre, dann würde es vermutlich die Artzpraxen entlasten, oder?

  9. Eine Lösung für ein konstruiertes Problem.

    Wenn man, aus welchem Grund auch immer, nicht arbeitsfähig bzw. -willig ist, kann man als Arbeitnehmer ja aus mehreren Optionen wählen:

    * Urlaubstag nehmen
    * Überstunden abbauen
    * Arbeitsunfähig melden

    Liegt es an permanenter Überforderung, hilft so ein “Null-Bock-Tag” auch entsprechend des Eingangswortes – “null”.

  10. Wurde mir in einem Vorstellungsgespräch auch mal als voll innovativ verkauft. 1 null Bock Tag im Jahr und 24 Urlaubstage. Habe dankend abgelehnt.

  11. Nenne das persönlich einen Tag für meine mentale Gesundheit. Melde mich krank, fahre dann irgendwo in die Natur und bin 2-3 Stunden spazieren. Das resettet mich, ich werde Stress los und bin einfach entspannter. Warum unter der Woche und nicht am Wochenende? Erstens ist es ruhiger und dieses spontane Zeit haben ein besseres Gefühl, zweitens fick den AG

  12. “Außerdem werden Krankheitstage laut Janßen dadurch reduziert. Denn: Der Arzt schreibt einen eventuell gleich für mehrere Tage krank, obwohl man eigentlich nur einen Tag Auszeit gebraucht hätte.” Wenns da nur eine einfache Lösung für gäbe, wie z.B. nicht ab Tag eins ne A.U. zu verlangen…

  13. Können wir nicht einfach aufhören so zu tun als könnte man hirnjobs wie Ingenieur oder SoftwareDev 8 Std am Tag machen? Es ist unfair gegenüber den Bandarbeitern die einen Job haben wo das geht, ja, aber es ist halt dumm. Microsoft hat in Japan mit ner 4 tage 30 std Woche 40% mehr Produktivität gesehen aber das wird ignoriert…

  14. Innere Kündigung / totaler Motivationsverlust ist wohl die größte Baustelle.

    Da braucht man nicht über eine Kürzung (oder Verlängerung) der Arbeitszeit reden.

    Das erste Unternehmen, das erste Land, welches dieses Problem in den Griff bekommt, hätte einen gewaltigen Marktvorteil

  15. „Wir-sind-in-dieser-Firma-wie-eine-Familie-Tage“: alle Unternehmen weigern sich, irgendjemand über 45 Jahre einzustellen und heulen über den Fachkräftemangel.

  16. Hatte nen Arbeitsgeber (Remote/Home Office) der sowas auch hatte, waren im Prinzip „Mental Health Days“. Wenn man sich mental schlecht gefühlt hat, konnte man das einfach morgens sagen und sich den Tag zum erholen frei nehmen, bzw weniger machen. Gab auch keine Begrenzung oder so, außer das man es nicht übertreiben sollte.

  17. Bei uns heißen die Urlaubs-Tage… bekommen davon sogar 30 Stück im Jahr. 👍

  18. Ein befreundeter Vater hat seinen Kids immer folgendes gesagt, wenn sie mal wieder “aber ich hab keine Luuuuuust auf Hausaufgaben” geflötet haben: “Das ist nicht schlimm, dann machst Du es halt ohne Lust.”.

    Gleiches gilt mMn auch für die Arbeit.

  19. Klingt nach einem Programm für bekiffte Mitarbeiter

  20. Als jemand mit ADHD wo mein Gehirn manchmal einfach nicht will und einfach nein sagt finde ich den Begriff “Null-Bock-Tage” äußerst Problematisch.
    Egal wie viel Lust ich habe manchmal will mein Kopf denken wie ich es will, einen Mentalenblock kann man nicht einfach weg wünschen.

    Manchmal muss man eine größere Pause machen um dann später oder den Tag danach weiter zu machen
    Dadurch das ich Gleitzeit habe ist das für mich weniger ein Problem. Aber ich kann gut verstehen das es anderswo nicht so geht, gerade bei Deutschen Unternehmen wo der Chef die Kontrolle haben möchte die ihm ermöglicht mich zu beobachten ob ich denn Arbeite oder nicht.

    Mir kommen nicht viele Situationen wo ich mit Flexzeit (Zeit aus Überstunden) oder Krankenschein nicht weiter kommen würde, der Grund welcher mir in den Kopf kommt wäre mit einem Hausarzt der meint das ich doch nur Faul bin bzw. mir das Gefühl gibt das ich mich schämen oder anderswie den Arzt für meine Mentalen Probleme meiden sollte.
    In der Berufsschule war das bei mir oft der Fall z.B.

    Vom WDR würde ich besseres erwarten als “Kein Bock Tage”.

  21. Wo ist eigentlich Udo? Der war seit 8 Jahren nicht mehr da, hat kein Bock. Der wurde sogar in den letzten zwei Jahren drei mal befördert, hat in der gesamten Zeit keinen einzigen Fehler gemacht.

  22. Keine Lust heute zu arbeite, die Herz OP von Herrn Müller auf die er bereits 7 Monate wartet muss halt verschoben werden.

    Geht wohl wirklich nur in Bullshitjobs die wohl eh bald wegrationalisiert werden.

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