>Unterdessen machte sich der leitende Videoredakteur der „Post“ auf Tiktok und Youtube, Dave Jorgenson, über Bezos lustig. „Hier ist der Grund, warum manche Milliardäre Trump schonen“ ist das Video überschrieben, in dem er als „Meinungsredaktion der ,Post‘“ und als „Jeff Bezos“ eine Auseinandersetzung um den Veröffentlichungs-Stopp imaginiert. „Sie haben also Angst vor Trumps Rache, falls er gewinnt“, heißt es da, und „Bezos“ räumt ein, es habe zuletzt „zufällig“ lauter Dinnerparties mit Trump und verschiedenen Milliardären gegeben. Aber man wolle sich mit der Nichtempfehlung bloß auf die Tradition des Blattes vor 1970 – „Sie meinen, vor Watergate?“ – berufen. „Ja“, strahlt Bezos, zu dieser Tradition wolle man zurück.
Die Mitarbeiter dort müssen Bezos echt (zurecht) hassen.
>Allzu witzig ist das alles im Hinblick auf eine Wahl, in der die Demokratie Amerikas auf der Kippe steht und die von Desinformation und Propaganda, unter anderem auf dem Trump-treuen Sender Fox News und der Plattform des Trump-Kumpels Elon Musk, geprägt ist, nicht. Denn die Zurückhaltung der „Post“ ermutigte offenbar weitere große amerikanische Zeitungen zum Verzicht auf eine Empfehlung von Kamala Harris, darunter die „Tampa Bay Times“ in Florida und die „USA Today“, die auflagenstärkste Zeitung Amerikas.
Amerikas Medien bzw. eher deren Besitzer gehen vor Donald Trump auf die Knie.
>Der konservative Journalist David Mastio aus der „USA Today“-Redaktion kommentierte: „Angesichts der Tatsache, dass sich Donald Trump weigert, eine friedliche Amtsübergabe zu garantieren, steht die Zukunft der amerikanischen Demokratie auf dem Stimmzettel.“ Er sei „zutiefst enttäuscht“ darüber, dass das Blatt „in dieser kritischen Zeit seine Stimme verloren hat“.
Interessant das das von einem Konservativem kommt, gibt wohl doch noch ein paar dort, die noch nicht komplett denn Verstand verloren haben.
>Es braucht keinen besonders scharfen Blick, um zu erkennen, dass die Trump-Apologeten dem Publikum als Antagonisten für den Schaukampf dienen. Aus diesen Auseinandersetzungen werden oft virale Clips – was für CNN mehr Zuschauer bedeutet. „Je mehr Scott Jennings trendet, desto mehr Sendezeit wird CNN ihm geben“, schrieb der Journalist Wajahat Ali. Die Journalistenschule „Poynter“ urteilte: „Solche Dinge passieren, wenn man einen streitfreudigen Gast einlädt, um einen oppositionelle Perspektive zum Rest der Gruppe einzunehmen, angeblich im Namen von ,Ausgewogenheit‘, und dann ein provokantes Thema hinzufügt.“
>Die Zuschauer mit Krawall bei der Stange zu halten hat Fox News zum lukrativen Konzept gemacht und damit gewaltigen Schaden an der amerikanischen Demokratie angerichtet, CNN liegt inzwischen auf ähnlicher Welle.
Also alles wie immer bei CNN. Die TV-Variante kannst du halt echt vergessen. Die Texte auf der Webseite sind noch ganz okay.
Sehr tragisch, dass im Ergebnis jetzt der Umsatz des Blattes einbricht und das letztendlich die Mitarbeiter treffen wird
Falls die Auszählungen bei der Wahl in den Swing States sich ewig hinziehen, gibt es eine Deadline in Amerika wann die Ergebnisse feststehen müssen?
Milliardäre, die sich mit dem potentiellen Machthaber gut stellen müssen, das kennt man irgendwo her. Ich hoffe, die Fenster in deren Penthäusern lassen sich nicht öffnen und sind aus Sicherheitsglas…
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde gut dass eine Zeitung keine Wahlempfehlung gibt. Unabhängig davon wen sie empfiehlt.
Ein journalistisches Medium jeglicher Art sollte sich niemals parteiisch zu einer Wahl äußern, alleine schon um journalistische Integrität zu bewahren. Beste Entscheidung, die seit Watergate bei der Washington Post getroffen wurde.
7 comments
>Unterdessen machte sich der leitende Videoredakteur der „Post“ auf Tiktok und Youtube, Dave Jorgenson, über Bezos lustig. „Hier ist der Grund, warum manche Milliardäre Trump schonen“ ist das Video überschrieben, in dem er als „Meinungsredaktion der ,Post‘“ und als „Jeff Bezos“ eine Auseinandersetzung um den Veröffentlichungs-Stopp imaginiert. „Sie haben also Angst vor Trumps Rache, falls er gewinnt“, heißt es da, und „Bezos“ räumt ein, es habe zuletzt „zufällig“ lauter Dinnerparties mit Trump und verschiedenen Milliardären gegeben. Aber man wolle sich mit der Nichtempfehlung bloß auf die Tradition des Blattes vor 1970 – „Sie meinen, vor Watergate?“ – berufen. „Ja“, strahlt Bezos, zu dieser Tradition wolle man zurück.
Die Mitarbeiter dort müssen Bezos echt (zurecht) hassen.
>Allzu witzig ist das alles im Hinblick auf eine Wahl, in der die Demokratie Amerikas auf der Kippe steht und die von Desinformation und Propaganda, unter anderem auf dem Trump-treuen Sender Fox News und der Plattform des Trump-Kumpels Elon Musk, geprägt ist, nicht. Denn die Zurückhaltung der „Post“ ermutigte offenbar weitere große amerikanische Zeitungen zum Verzicht auf eine Empfehlung von Kamala Harris, darunter die „Tampa Bay Times“ in Florida und die „USA Today“, die auflagenstärkste Zeitung Amerikas.
Amerikas Medien bzw. eher deren Besitzer gehen vor Donald Trump auf die Knie.
>Der konservative Journalist David Mastio aus der „USA Today“-Redaktion kommentierte: „Angesichts der Tatsache, dass sich Donald Trump weigert, eine friedliche Amtsübergabe zu garantieren, steht die Zukunft der amerikanischen Demokratie auf dem Stimmzettel.“ Er sei „zutiefst enttäuscht“ darüber, dass das Blatt „in dieser kritischen Zeit seine Stimme verloren hat“.
Interessant das das von einem Konservativem kommt, gibt wohl doch noch ein paar dort, die noch nicht komplett denn Verstand verloren haben.
>Es braucht keinen besonders scharfen Blick, um zu erkennen, dass die Trump-Apologeten dem Publikum als Antagonisten für den Schaukampf dienen. Aus diesen Auseinandersetzungen werden oft virale Clips – was für CNN mehr Zuschauer bedeutet. „Je mehr Scott Jennings trendet, desto mehr Sendezeit wird CNN ihm geben“, schrieb der Journalist Wajahat Ali. Die Journalistenschule „Poynter“ urteilte: „Solche Dinge passieren, wenn man einen streitfreudigen Gast einlädt, um einen oppositionelle Perspektive zum Rest der Gruppe einzunehmen, angeblich im Namen von ,Ausgewogenheit‘, und dann ein provokantes Thema hinzufügt.“
>Die Zuschauer mit Krawall bei der Stange zu halten hat Fox News zum lukrativen Konzept gemacht und damit gewaltigen Schaden an der amerikanischen Demokratie angerichtet, CNN liegt inzwischen auf ähnlicher Welle.
Also alles wie immer bei CNN. Die TV-Variante kannst du halt echt vergessen. Die Texte auf der Webseite sind noch ganz okay.
Sehr tragisch, dass im Ergebnis jetzt der Umsatz des Blattes einbricht und das letztendlich die Mitarbeiter treffen wird
Falls die Auszählungen bei der Wahl in den Swing States sich ewig hinziehen, gibt es eine Deadline in Amerika wann die Ergebnisse feststehen müssen?
Milliardäre, die sich mit dem potentiellen Machthaber gut stellen müssen, das kennt man irgendwo her. Ich hoffe, die Fenster in deren Penthäusern lassen sich nicht öffnen und sind aus Sicherheitsglas…
Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich finde gut dass eine Zeitung keine Wahlempfehlung gibt. Unabhängig davon wen sie empfiehlt.
Ein journalistisches Medium jeglicher Art sollte sich niemals parteiisch zu einer Wahl äußern, alleine schon um journalistische Integrität zu bewahren. Beste Entscheidung, die seit Watergate bei der Washington Post getroffen wurde.
Umso schöner [das hier](https://www.nytimes.com/interactive/2024/11/02/opinion/vote-harris-2024-election.html) von der NYT, das sicher auch als Kommentar zur Washington Post Sache zu verstehen ist.
Comments are closed.