Die Europäische Union hat bereits im Frühjahr festgelegt, dass auch das iPad beziehungsweise iPadOS als „Torwächter“ anzusehen ist und Apple daher auch hier den Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte (DMA) unterliegt. In der Folge hat Apple Anpassungen bei seinem iPad-Betriebssystem vorgenommen und lässt mit iPadOS 18 beispielsweise alternative App-Marktplätze zu.

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Einem Reuters-Bericht zufolge hat die Europäische Kommission jetzt eine Untersuchung eingeleitet, in deren Rahmen überprüft werden soll, ob Apples iPad-Betriebssystem nach den seither erfolgten Anpassungen den Anforderungen des DMA gerecht wird. Der Starttermin für diese Maßnahme war natürlich auch mehr oder weniger durch den Kalender vorgegeben. Als die EU-Kommission das iPad-Betriebssystem Ende April in das Torwächterprogramm des DMA eingeordnet hat, wurde Apple für die Umsetzung der damit verbundenen Verpflichtungen eine Frist von sechs Monaten auferlegt. Dieser Zeitraum ist Ende Oktober abgelaufen.

iPadOS unter „Beobachtung der Kommission“

In der Folge steht iPadOS nun „unter genauer Beobachtung der Kommission“. Im Rahmen der Überprüfung wird nun die Einhaltung der DMA-Kriterien genauestens unter die Lupe genommen. Bei Themen wie alternativen App-Stores oder der freien Auswahl der Webbrowser konnte sich Apple an den bereits auf iPhone-Seite gemachten Erfahrungen orientieren. Hier sollte dann auch weitestgehend alles in trockenen Tüchern sein. Beim iPad kommt allerdings noch die Auflage hinzu, dass Apple Drittanbietern einfachen Zugang zu Funktionen von iPadOS geben muss, um Zubehör wie Kopfhörer oder Apple-Pencil-Alternativen mit konkurrenzfähigen Funktionen auszustatten.

Die EU-Kommission will neben Apple auch andere Akteure in diesem Bereich zu Wort kommen lassen und deren Aussagen in die Beurteilung einbeziehen. Mit einem Ergebnis ist im Laufe der kommenden Monate zu rechnen.