Die wichtigsten Ereignisse rund um die Wahl in den USA im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze:Live-Ticker03.20 Uhr: Noch keine Überraschungen bei den ersten Resultaten
Donald Trump führt laut den ersten Resultaten. Im aktuellen Stadium der Wahl hat die Anzahl der bereits zugeteilten Wahlleute allerdings noch eine geringe Aussagekraft. Alle Staaten wählten bisher wie erwartet. Wichtig ist aber der direkte Vergleich der demokratischen und republikanischen Stimmen mit den letzten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020. Ein Beispiel ist Virginia, das vor vier Jahren Biden wählte. Das Rennen galt damals schon um 1 Uhr 36 als entschieden. Nun ist es nach wie vor offen und Trump liegt bei einem Auszählungsgrad von 62 Prozent noch knapp in Führung. Das ist kein gutes Zeichen für die Demokraten.
Yuki Iwamura / AP
03.16 Uhr: Abstimmung zur weitgehenden Legalisierung der Abtreibung scheitert in Florida
In insgesamt zehn Gliedstaaten wird über das Recht zum Schwangerschaftsabbruch abgestimmt. Diese Abstimmungen fanden seit der Aufhebung der landesweiten liberalen Regelung durch den Supreme Court vor zweieinhalb Jahren in diversen Staaten statt und gingen stets für die Befürworter eines weitgehenden Rechts auf Abtreibung aus. Nun ist eine entsprechende Vorlage in Florida aber gescheitert – allerdings hätte sie eine Zustimmung von mindestens 60 Prozent gebraucht. Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis hatte sich vehement gegen die Initiative gestellt und kann mit dem Scheitern einen Erfolg verbuchen.
03.02 Uhr: In 26 Gliedstaaten ist die Entscheidung gefallen
Weitere Resultate sind eingetroffen. Für 26 Gliedstaaten hat die Associated Press mittlerweile den Sieger bzw. die Siegerin ausgerufen. Auf diese sogenannten race calls stützen sich diverse amerikanische Medien und auch die NZZ. Sämtliche Resultate finden Sie in unserer Übersicht.
02.53 Uhr: Demokraten und Gewerkschafter versammeln sich in Philadelphia
In Philadelphia, im Gliedstaat Pennsylvania, treffen sich die Demokraten zu einer Wahlparty. Neben den Wahlhelfern von Kamala Harris sind hier auch die Gewerkschafter sehr gut vertreten, die im industriell geprägten Pennsylvania eine wichtige Rolle spielen.
02.39 Uhr: In Phoenix ist die Stimmung vor den Wahllokalen angespannt
In Phoenix, im Gliedstaat Arizona, schliessen die Wahllokale in Kürze. Vor einem Wahllokal unterhält eine Band die Wähler mit mexikanischer Live-Musik. Vor der öffentlichen Bücherei stehen die Bürger jetzt nach Feierabend Schlange zum Abstimmen. Bemerkenswert ist, wie viele «Wahlbeobachter» hier aufschlagen: Privates Sicherheitspersonal, Sheriffs, Geistliche, Vertreter der Parteien und Kandidaten.
Sie alle wollen offenbar sicher gehen, dass nicht betrogen wird. Die Stimmung ist angespannt, es gibt Diskussionen zwischen den «Beobachtern», mit der Presse wollen viele nicht reden. Vor der Bücherei stehen zudem sogenannte «Friedensstifter» der Organisation «Braver Angels». Diese Organisation will Demokraten und Republikaner versöhnen und die Gemeinsamkeiten der beiden Lager betonen. Hatten sie damit Erfolg? Ein Vertreter der Organisation sagt, viele Wähler seien mit Wahlwerbung bombardiert worden und wollten deshalb nicht mehr zuhören.
02.08 Uhr: Die Republikaner treffen sich in Atlanta zu ihrer Wahlparty
Im Swing State Georgia zeigen erste Hochrechnungen einen Vorsprung für Donald Trump. Allerdings ist es zu früh, um einen Sieger auszurufen. In der Stadt Atlanta haben sich die Republikaner zu einer Wahlparty getroffen.
Die Republikanerin Lisa Kinnemore erklärt am Rand der Wahlparty, warum sie Donald Trump gewählt hat.
01.28 Uhr: Auch in Iowa machen die Wahlmaschinen Probleme
In Story County im Gliedstaat Iowa melden die Behörden technische Probleme. Laut einer Sprecherin des Iowa Secretary of State’s Office können die Maschinen bestimmte Arten von Wahlzetteln nicht lesen. Sie müssen analog ausgezählt werden. Die Probleme würden allerdings niemanden daran hindern, seine Stimme abzugeben, hiess es weiter. Allerdings dürften sich die Resultate in Iowa verzögern.
01.20 Uhr: Hier können Sie den Ausgang der Wahl simulieren
Während die ersten Hochrechnungen eintreffen, beginnt das grosse Rechnen. Mit unserem «Mehrheitsbuilder» können Sie fortlaufend ausprobieren, welches Szenario in den Swing States Donald Trump oder Kamala Harris den Einzug ins Weisse Haus sichert. Viel Spass!
01.12 Uhr: Entscheidung in den ersten Gliedstaaten
In den ersten Gliedstaaten zeichnet sich ein Resultat ab. Donald Trump dürfte in Kentucky und Indiana gewinnen. Kamala Harris sichert sich voraussichtlich die Elektorenstimmen in Vermont. Alle Resultate finden Sie in der Übersicht.
01.06 Uhr: Swing-State Arizona erwartet zum Feierabend grossen Ansturm
In Arizona sind die Wahllokale noch einige Stunden geöffnet, tatsächlich erwartet man nun sogar den grössten Ansturm des Tages: Feierabend-Wähler. Jeder, der bis 19 Uhr Ortszeit (3 Uhr nachts Schweizer Zeit) in der Schlange steht, darf seine Stimme abgeben. Auch wenn die Lokale hier noch ein paar Stunden geöffnet haben, schliessen die Lokale an der Ostküste nun, und damit steigt auch die Spannung in Arizona.
Je nachdem könnte es dann auch zu Protesten hier in Phoenix kommen.
00.29 Uhr: Verzögerungen führen in Pennsylvania zu Polemik
Der Wahlprozess scheint bisher landesweit recht glatt über die Bühne zu gehen. Technische Pannen und Fehler, wie sie bei einem Anlass dieser Grössenordnung vereinzelt vorkommen, führen in der aufgeheizten Stimmung derzeit aber rasch zu Polemik.
So geschehen in Cambria County, einem kleinen Bezirk im Westen von Pennsylvania. Die Maschinen, die zum Scannen und Auszählen der Wahlzettel benutzt werden, funktionierten am Morgen nicht, was zu Verzögerungen führte. Weil es sich um einen Bezirk handelt, den die Republikaner traditionell deutlich gewinnen, wurden auf sozialen Netzwerken wie X rasch Betrugsvorwürfe von rechts laut.
BREAKING – Votes cannot be counted in Cambria County, Pennsylvania, due to alleged “ballot issues,” with reports indicating that the ballots are being placed in a lockbox for transfer to a second location in Ebensburg for tabulation.
This voter has raised concerns about how and… pic.twitter.com/mlPUTBPTTg
— Right Angle News Network (@Rightanglenews) November 5, 2024
Das technische Problem konnte seither gelöst werden. Ein Gericht hat zudem entschieden, dass die Wahllokale zwei Stunden länger – bis 22 Uhr Ortszeit – offen bleiben sollen. Weil grössere Counties in Pennsylvania, allen voran die Millionenstadt Philadelphia, ohnehin viel länger brauchen dürften zum Auszählen, wird diese Panne kaum zu nennenswerter Verzögerung führen.
A court order has extended polling place hours in Laflin Borough (Luzerne County) until 9:30 p.m. tonight. Voters in line before 8 p.m. will be able to vote on the county’s regular voting system. Voters who get in line after 8 p.m. will vote by provisional ballot.
Polls in all…
— PA Department of State (@PAStateDept) November 5, 2024
00.19 Uhr: Einschätzung zu den Verzögerungen in Philadelphia
Philadelphia ist berühmt-berüchtigt dafür, langsam auszuzählen. 2020 dauerte es mehrere Tage. Auch 2024 ist es wahrscheinlich, dass Philadelphia länger braucht als andere Counties im wichtigen Swing State Pennsylvania.
Ein wichtiger Grund für die Verzögerung liege ausserhalb des Einflussbereichs der örtlichen Wahlbehörden, sagt Steve Ulrich, Chefredaktor der regionalen Politmediums PAPolitics. «In Pennsylvania dürfen die per Brief eingereichten Wahlzettel erst bearbeitet werden, wenn am Wahltag die Abstimmungslokale geöffnet werden.» Damit ist Pennsylvania eine Ausnahme unter den 50 Gliedstaaten. «Das macht es einfach anstrengender – man führt gewissermassen zwei Wahlen parallel durch», sagt Ulrich, der 2020 die Wahl in York County, westlich von Philadelphia, organisiert hat.
Die Republikaner im Parlament des Gliedstaats verhinderten seither aber eine Anpassung des Wahlrechts – so dass Pennsylvania wieder mit einem Rückstand gestartet ist. Die Stadtbehörden von Philadelphia haben dennoch dazugelernt. 2020 wurden die Stimmen im Convention Center gleich im Stadtzentrum ausgezählt. Die exponierte Lokalität zog zwei Tage nach der Wahl «Stop the Count»-Proteste des Trump-Lagers an, und kurz darauf auch eine Gegendemonstration von linker Seite.
Diesmal werden die Briefstimmen im Nordosten der Stadt ausgezählt; an einem abgelegeneren, weniger gut zugänglichen Ort. Es wird zu sehen sein, ob dies die Demonstranten abhält, vor dem Wahlbüro aufzutauchen.
23.58 Uhr: Klage der Republikaner in Georgia abgewiesen
In Georgia haben die Republikaner sieben Bezirke verklagt, weil diese am Wochenende und am Montag noch zuliessen, dass Wähler Stimmzettel von abwesenden Familienmitgliedern abgaben. Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass die vorzeitige Stimmabgabe am Freitag zu Ende ging und diese Art der Stellvertretung deshalb nicht mehr zulässig sei. Deshalb müssten die entsprechenden Stimmen annulliert werden.
Der zuständige Richter Stan Baker, der seinerzeit von Donald Trump ernannt worden war, lehnte das Anliegen nun ab. Dabei ging er interessanterweise gar nicht auf den Inhalt direkt ein, sondern entschied, dass ein solcher Entscheid diskriminierend wäre. In den sieben betroffenen Distrikten wurde nämlich bei den letzten Wahlen immer demokratisch gewählt.
Der Verdacht liege also nahe, sagte der Richter, dass die Kläger die Distrikte aus rein politischen Gründen ausgesucht und insofern Rosinenpickerei betrieben hätten.
Georgia gehört zu den sieben umkämpften Gliedstaaten. Seit 1992 hatten die Demokraten hier immer verloren, bis bei den letzten Wahlen im Jahr 2020 Biden gewann. Sein Vorsprung war allerdings hauchdünn. Trump rief darauf den damaligen Leiter der Wahlaufsicht von Georgia, den republikanischen Staatssekretär Brad Raffensperger, an und forderte ihn auf, die fehlenden 11 800 Stimmen zu «finden», was Raffensperger verweigerte.
22.09 Uhr: Trump-Unterstützer fahren Wähler zu Lokalen mit kürzeren Schlangen
An der Arizona State University in Tempe, östlich von Phoenix, haben Wahlhelfer der Republikaner einen besonderen Taxi-Dienst organisiert. Wem die Schlange vor dem Wahllokal zu lang ist, kann kostenlos in ein Taxi, einen sogenannten Trump-Train einsteigen. Die Wahlhelfer fahren die Wähler dann zu einem Wahllokal mit kürzeren Schlangen. Laut den Wahlhelfern sind im gesamten Stadtgebiet 20 Busse im Einsatz.
Ein ähnliches Angebot gibt es auch im Gliedstaat Georgia. Hier bietet eine private Initiative Taxidienste für betagte und kranke Personen an. Auf Anmeldung chauffieren sie Wähler zu den nächstgelegenen Wahllokalen.
21.59 Uhr: Das sagt ein Wahlhelfer aus Atlanta zur Atmosphäre in den Wahllokalen
USA-Korrespondent David Signer hat sich nach Medienberichten über turbulente Zustände in Wahllokalen im Gliedstaat Georgia selbst ein Bild gemacht. Signer hat ein Wahllokal in Buckhead, Atlanta, besucht und erzählt im Video, wie ein Wahlhelfer die Stimmung dort erlebt.
21.32 Uhr: FBI erklärt wie es gegen Desinformation vorgeht
Das FBI betreibt während der ganzen Wahlwoche eine Operation gegen Desinformation und weitere Sicherheitsprobleme rund um die Präsidentschaftswahlen. Rund um die Uhr stehen 80 FBI-Mitarbeiter im Einsatz. Der stellvertretende Direktor der Kriminalabteilung James Barnacle erklärt in einem Video der Behörde, wie diese dabei vorgeht.
21.08 Uhr: Wann sind die ersten Resultate zu erwarten?
In vielen Gliedstaaten sind die Wahllokale bereits seit 6 Uhr morgens offen und schliessen in den Abendstunden. In Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont und Virginia schliessen die Wahllokale zuerst, am Mittwoch um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Um 5 Uhr morgens schliessen die Wahllokale in Idaho, Kalifornien, Oregon und Washington. Um 7 Uhr schliessen in Alaska die letzten Wahllokale.
Schliessung der Wahllokale in den Swing States nach mitteleuropäischer Zeit:
Die Wahlergebnisse werden nach und nach bekanntgegeben. Der Grund: in jedem Bundesstaat wird anders ausgezählt. In den Staaten, in denen viele Wähler per Briefwahl abstimmen, dürfte es länger dauern, bis Ergebnisse vorliegen. So zum Beispiel in Arizona und Nevada.
Wird das Ergebnis so knapp wie die Prognosen vermuten lassen, kann es in einigen Staaten mehrere Tage dauern, bis das definitive Ergebnis vorliegt. Bei sehr knappen Resultaten kann es sein, dass die Stimmen noch einmal ausgezählt werden müssen. In den USA gibt es einen Ausdruck dafür: «too close to call.»
Lesen Sie mehr über alle wichtigen Termine zur Wahl.
20.45 Uhr: Republikanischer Wahlkampf im Chinatown von Philadelphia, Pennsylvania
Philadelphia im Gliedstaat Pennsylvania mag demokratisch geprägt sein. Aber auch die Republikaner sind in der Nähe der Wahllokale präsent.
Helen Qiu, eine Pastorin aus New York, ist extra angereist, um Donald Trump zu unterstützen. Sie nennt die Sicherheit, die Wirtschaft und das Vorgehen gegen Menschenhandel an der Südgrenze als zentrale Gründe, die für Trump sprächen.
Zudem will sie helfen, die Sprachbarriere für Wähler mit Migrationshintergrund zu senken. Ein wichtiges Thema für die hispanische, die vietnamesische oder die chinesische Community. Qiu und ihre Mitstreiter stehen in der Nähe eines Wahllokals in Philadelphias Chinatown.
Vor allem in den Grossstädten Amerikas leben zahlreiche Migranten, die auch nach ihrer Einbürgerung nicht gut Englisch sprechen. Meistens bewegen sie sich nur innerhalb der eigenen Community. Die Stadtbehörden sind sich das gewohnt und bereiten relevante Informationen in zahlreichen Sprachen auf.
20.40 Uhr: Tim Walz macht sich auf den Weg nach Washington
Tim Walz, der demokratische Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, macht sich auf den Weg nach Washington, wo er den Wahltag verbringen will. Walz betont vor Pressevertretern, dass die Wahlen sicher seien, und dass der Verlierer dem Gewinner die Hand reichen solle.
20.22 Uhr: Falsche Bombendrohungen in mehreren Gliedstaaten sollen von russischen E-Mail-Accounts stammen
Laut dem FBI ist es in mehreren Gliedstaaten zu falschen Bombendrohungen gegen Wahllokale gekommen. Viele der Drohungen sollen von russischen E-Mail-Accounts stammen. In einer Erklärung schreibt das FBI: «Keine der Drohungen hat sich bisher als glaubwürdig erwiesen». Betroffen seien die Gliedstaaten Georgia, Michigan und Wisconsin.
The FBI is aware of bomb threats to polling locations in several states, many of which appear to originate from Russian email domains. None of the threats have been determined to be credible thus far. https://t.co/j3YfajVK1m
— FBI (@FBI) November 5, 2024
Aufgrund falscher Bombendrohungen wurden mindestens zwei Wahllokale im Gliedstaat Georgia kurzzeitig evakuiert. Nach etwa 30 Minuten konnten sie wieder geöffnet werden. Die lokalen Behörden bemühen sich darum, die Wahlzeiten entsprechend zu verlängern.
Die «New York Times» berichtet nebst den falschen Bombendrohungen in Georgia noch von anderen Gewaltandrohungen gegen Wahlbüros oder Wähler in Maine und North Carolina.
20.16 Uhr: Polizei verhaftet am Capitol einen Mann mit Fackel und Leuchtpistole
Die Polizei des amerikanischen Parlaments hat im Besucherzentrum einen Mann festgenommen. Laut einer Mitteilung der Polizei roch der Verdächtige nach Benzin und trug eine Fackel sowie eine Leuchtpistole bei sich. Das Besucherzentrum des Capitols wurde vorläufig geschlossen.
Jose Luis Magana / AP
19.56 Uhr: Die Republikaner in Arizona kontrollieren die Wahl mit «Tausenden Anwälten»
Die Parteizentrale der Republikanischen Partei in Maricopa County im Swing-State Arizona liegt in einem Industriepark, eingesäumt von Palmen. Sie gleicht am Wahltag einem Bienennest: Jemand braucht eine Mitfahrgelegenheit zu einem Wahllokal, eine ältere Dame möchte vom Spitalbett aus abstimmen und bittet die Partei um Hilfe.
«Es wird ein langer Tag und es war schon ein langer Morgen», sagt Craig Berland, der lokale Parteivorsitzende. Berland gehört zu den Republikanern, die den Wahlausgang von 2020 bis heute nicht anerkennen.
Marie-Astrid Langer
«Ich bin kein Wahlleugner, ich kenne einfach die Tatsachen», sagt er. Doch dieses Jahr sei man besser aufgestellt: «Wir haben Tausende von Leuten da draussen» – Wahlbeobachter, Mitarbeiter in Wahllokalen, und sogenannte «electioneers» – also Personen, die Wähler noch im Wahllokal für die Republikanische Partei begeistern wollen.
In der Parteizentrale rufen ständig Wahlbeobachter an und sagen, dass Drucker in einem Wahllokal kaputt seien und Wahlzettel nicht vollständig druckten. Anwälte, bezahlt von der Republikanischen Partei Arizonas, sollen sich nun darum kümmern, sagt Berland.
Doch nun ist Berland nicht nur wegen defekter Drucker besorgt, sondern auch wegen Meldungen, dass am Montag noch 90 000 Neuwähler hier im County registriert worden seien. Berland wittert Verschwörung: Er habe nicht genug Beweise, um es vor Gericht zu bringen, aber er glaube, dass das alles Studenten und Oberstufenschüler aus anderen Bundesstaaten seien. «Falls es eine faire Wahl wäre, hätten wir heute Abend ganz sicher einen riesigen Gewinn.»
Rechnet Berland mit Unruhen am Abend? Er hält kurz inne. «Ja, ich denke, es wird Chaos geben. Aber nicht von den Republikanern.» Wenn er von jemandem höre, der zu Gewalt aufriefe, würde er sofort intervenieren.
Lesen Sie mehr über die Vorbereitungen zur Wahl in Arizona.
19.12 Uhr: Erste Eindrücke aus Philadelphia
Die Wahl ist enorm eng – diejenige Seite, die besser mobilisiert, wird wohl gewinnen. Das gilt besonders für Staaten wie Pennsylvania, in denen eine Mehrheit der Bevölkerung nicht brieflich abstimmt, sondern persönlich am Wahltag. Lange Schlangen vor den Wahllokalen in Philadelphia – wo die Republikaner keine Chance haben – könnten daher darauf hindeuten, dass es die Demokraten geschafft haben, viele Wähler zu mobilisieren.
Die Eindrücke der Wahlhelfer und -Beobachter, die von den Parteien zu den Wahllokalen geschickt wurden, unterscheiden sich entsprechend deutlich. Eine republikanische Freiwillige zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Schlangen vor einem Wahllokal in der Innenstadt am Morgen recht kurz waren.
Ein demokratischer Wahlbeobachter sagte dagegen, dass sich die Schlange beim Lokal an der 13th Street am Morgen nach sieben Uhr enorm in die Länge gezogen habe. Am späteren Vormittag war die Schlange verschwunden, es tröpfelten bloss noch stetig einzelne Wähler herein. Doch hängt der Anhang stark mit der Tageszeit zusammen. Man darf nicht vergessen: Dieser Dienstag ist in den USA eigentlich ein normaler Arbeitstag. Viele Wähler werden ihren Stimmzettel daher gleich frühmorgens oder nach Feierabend einwerfen.
19.01 Uhr: Beobachterin kontert Gerüchte über angeblichen Wahlbetrug
«Es gibt in Georgia bis jetzt nicht die geringsten Hinweise auf Unregelmässigkeiten bei der Stimmabgabe, und trotzdem streuen selbst Mitglieder der Wahlbehörde und Politiker bereits Gerüchte über angeblichen Betrug», sagt Natalie Crawford beim Gespräch in Atlanta. Das sei völlig unverantwortlich.
Crawford ist Direktorin der parteiunabhängigen Organisation «Georgia First», die sich für faire, transparente und sichere Wahlen engagiert. «Diese Personen müssten solche Vorfälle den verantwortlichen Stellen melden, die sie dann überprüfen könnten. Stattdessen publizieren sie unüberprüfte Anekdoten aus zweiter Hand auf den sozialen Netzwerken, wo sie sich unkontrolliert weiterverbreiten.» Das sei ein Resultat der hyperparteilichen Rhetorik, des «Wir gegen sie»-Denkens, das seit Jahren grassiere. Diese Rhetorik, so Crawford untergrabe das Vertrauen in die Institutionen, um das es laut Untersuchungen so schlecht bestellt sei, wie schon seit 40 Jahren nicht mehr.
So werde in Atlanta behauptet, es seien Stimmen von undokumentierten Wählern und Immigranten abgegeben worden, obwohl die ID-Kontrolle in Georgia strikt sei. In Wirklichkeit gehe es darum, mit Desinformationskampagnen Chaos zu streuen und wie schon 2020 ein allgemeines Klima von Misstrauen zu schaffen. Die Dämonisierung der Gegner, die einmal als politische Taktik begann, habe eine Eigendynamik der Eskalation angenommen, die sich kaum mehr stoppen lasse.
PD
Die Überwachung der Stimmabgabe sei im Prinzip eine gute Sache. Aber inzwischen würden die Wahlbeobachter teilweise von einem einschüchternden Mob umringt, der ihre Arbeit erschwere. So werde etwa gleich «Betrug!» geschrien, wenn jemand mehr als einen Stimmzettel abgebe, obwohl es legal sei, für abwesende Familienmitglieder zu wählen. «In diesem emotional aufgeladenen Klima ist das Potenzial für Proteste, Ausschreitungen und Gewalt gross, und die Demokratie wird ernstlich bedroht», sagt Crawford.
18.47 Uhr: Selbst ein Computermodell hat Mühe, einen Sieger zu ermitteln
Der renommierte amerikanische Statistiker Nate Silver hat mit einem Zufallsgenerator das Wahlresultat vorauszusagen versucht. Doch selbst mit der Technologie fällt die Wahl haarscharf aus: Von 80 000 Simulationen hat Kamala Harris 40 012 gewonnen.
The final Model Talk of the campaign is published!
I’ll finally give you my “real” prediction, which, by sheer coincidence, almost exactly matches the election model I’ve spent several thousand hours designing.
See you tonight/tomorrow.https://t.co/xEDgiluIL2
— Nate Silver (@NateSilver538) November 5, 2024
18.23 Uhr: Die Kongresswahlen könnten historisch ausgehen
Nebst dem neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin wird auch ein Teil des Kongresses neu gewählt. Die Sitzverteilung in den beiden Kammern, Repräsentantenhaus und Senat, ist entscheidend dafür, wie viel Macht der neue Präsident bei politischen Geschäften haben wird.
In der Regel kann ein Präsident in seiner ersten Amtszeit mit einer Mehrheit seiner Partei in beiden Kongresskammern regieren. Zumindest war das seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei 16 von 21 Präsidenten so. Nun aber könnte es zu einer ungewöhnlichen Situation kommen.
Zurzeit haben die Demokraten im Senat eine knappe Mehrheit, im Repräsentantenhaus sind es die Republikaner. Der amerikanische Senat wird alle zwei Jahre jeweils nur zu einem Drittel erneuert. In diesem Jahr müssen die Demokraten viele ihrer Senatssitze in Swing States und republikanisch dominierten Gliedstaaten verteidigen. Bei der Wahl ins Repräsentantenhaus ist die Situation gerade umgekehrt: Dort sind in demokratisch geprägten Gliedstaaten wie Kalifornien oder New York etliche republikanische Sitze in Gefahr.
Die beiden Kammern im Kongress könnten aufgrund der Ausgangslage und aktueller Umfragen künftig parteipolitisch nicht nur gespalten sein, sondern sogar die Rollen tauschen. Das gab es in der amerikanischen Geschichte noch nie.
Lesen Sie mehr zu den Kongresswahlen in den USA.
18.02 Uhr: Trump gibt in Palm Beach seine Stimme ab
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat gewählt. Gemeinsam mit seiner Frau Melania hat er in einem Wahllokal in Palm Beach, Gliedstaat Florida, seine Stimme abgegeben. Anschliessend sprach er zu Medienvertretern.
17.52 Uhr: Ausgelassene Stimmung in Michigan
Jocelyn Benson, Demokratin und Secretary of State des Gliedstaats Michigan, zeigt sich bei einer Feier vor den Wahlbüros. Michigan ist ein Swing-State. 2020 stimmten die Bürgerinnen und Bürger für den Demokraten Joe Biden. Aktuellen Umfragen zufolge führt dort Kamala Harris mit 0.5 Prozentpunkten vor Donald Trump.
It’s a party at the polls today! The spirits are high, and we are having a great time as we celebrate democracy. 🗳️ #Election2024 pic.twitter.com/ReWUl2yqIy
— Jocelyn Benson (@JocelynBenson) November 5, 2024
Weitere Wahlprognosen finden Sie in der Datenanalyse der NZZ.
17.40 Uhr: So funktioniert das amerikanische Wahlsystem
Die Wahlberechtigten in den USA schreiben zwar den Namen ihres Kandidaten oder ihrer Kandidatin auf den Wahlzettel – formal wählen sie jedoch nur die von der jeweiligen Partei bestimmten Wahlleute in ihrem Gliedstaat.
Die Delegierten, auch Elektoren genannt, formen das sogenannte Electoral College. Sie wählen am 17. Dezember offiziell den neuen Präsidenten. In nur 26 Gliedstaaten sind sie gezwungen, dem Willen der Wähler auch zu folgen. Zu Abweichungen kam es aber noch nie.
Das System der Wahlleute hat zur Folge, dass für die Wahl zum Präsidenten nicht die Mehrheit aller Wählerstimmen nötig ist, sondern die Mehrheit der Wahlleute. In den meisten Gliedstaaten gilt: Wer die Mehrheit der Stimmen aus der Bevölkerung des Gliedstaates gewinnt, erhält alle Elektorenstimmen des Gliedstaates, der andere geht leer aus. Je bevölkerungsreicher der Gliedstaat ist, desto mehr Elektorenstimmen sind dort zu holen.
17.28 Uhr: Falsche Bombendrohungen unterbrechen Stimmabgabe in Georgia
Laut einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders «CNN» kam es in Fulton im Gliedstaat Georgia zu fünf Bombendrohungen. Zwei Wahllokale wurden evakuiert, die Stimmabgabe wurde für rund 30 Minuten unterbrochen. Laut lokalen Behörden stellte sich die Drohung als nicht glaubwürdig heraus.
Jacquelyn Martin / AP
Georgias Innenminister Brad Raffensperger bestätigte den Vorfall dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» und sprach von russischer Desinformation. Der Wahlbezirk beantragt eine gerichtliche Verfügung, um das Zeitfenster für die Stimmabgabe zu verlängern.
16.58 Uhr: FBI warnt vor gefälschten Videos und Desinformation
Das FBI warnt die amerikanische Bevölkerung vor Fake-Videos und Desinformation. In einem im Internet verbreiteten, gefälschten Video, das angeblich vom FBI stammen soll, wird von einer hohen Terrorgefahr gesprochen. Amerikaner werden darin aufgefordert, «aus der Ferne zu wählen».
Laut dem FBI sind dieses und andere Videos «nicht authentisch». In einer Erklärung schreibt die Behörde: «Versuche, die Öffentlichkeit mit falschen Inhalten über Bedrohungen und Aktivitäten des FBI zu täuschen, zielen darauf ab, unseren demokratischen Prozess zu unterminieren und das Vertrauen in das Wahlsystem zu untergraben.»
FBI Statement on False Videos. pic.twitter.com/UJzjDLd8p2
— FBI (@FBI) November 2, 2024
Lesen Sie hier mehr zu Desinformation rund um die Wahlen in den USA.
16.39 Uhr: 83 Millionen Amerikaner haben bereits gewählt
Viele Wählerinnen und Wähler haben ihre Stimme bereits abgegeben. Bis Montag hatten fast 83 Millionen Amerikaner per Brief oder in vorab geöffneten Lokalen gewählt. Das entspricht mehr als der Hälfte der Stimmen, die bei der vergangenen Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 abgegeben wurden. Das teilte das «Election Lab» der Universität Florida mit. Laut der Non-Profit-Organisation «USAFacts» waren im September landesweit 186,5 Millionen Amerikaner als Wähler registriert.
Im Gliedstaat Pennsylvania können Interessierte den Wahlhelfern beim Auszählen zusehen. Hier ein kurzer Ausschnitt.
16.22 Uhr: Ex-Präsident Barack Obama ruft zur Wahl auf
Der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama ruft in einer Videobotschaft auf X seine Mitbürger dazu auf, Kamala Harris zu wählen. In seinem Post verlinkt er eine Webseite, auf der die Bürger sehen, wo sie ihre Stimme abgeben können.
Dazu schreibt Obama: «Lasst uns da rausgehen und dieses Ding gewinnen!»
Today is Election Day.
Millions of Americans will be going to the polls to show the world who we are and what we stand for. Find out where and when you can vote today at https://t.co/NKXRGNgbZX.
And once you do, I want to see your voting sticker. I’ll be sharing your posts… pic.twitter.com/JwRuT2s08s
— Barack Obama (@BarackObama) November 5, 2024
16.04 Uhr: Demokratische Wahlhelfer mobilisieren in Pennsylvania die letzten Wähler
In Pennsylvania sind heute wieder zahlreiche Teams von Freiwilligen beider Parteien unterwegs: Sie gehen bei potenziellen Unterstützern ihres Kandidaten oder ihrer Kandidatin vorbei um sicherzustellen, dass diese auch tatsächlich wählen gehen.
In Philadelphia sind die Freiwilligen allgegenwärtig. Unzählige sind in den vergangenen Tagen in die Stadt geströmt. Viele von ihnen sind Demokraten aus New York oder New Jersey – Staaten, die Kamala Harris sicher gewinnen wird. Die NZZ hat aber auch Helfer aus Kalifornien und Washington State an der Westküste getroffen, die extra eingeflogen sind.
Eric Schwartz aus Connecticut ist seit Freitag hier. Er hat sich extra zwei Tage Urlaub genommen und ist nach Philadelphia gefahren, um hier einen Beitrag zur Wahl von Harris zu leisten. Er sagt, von 10 Personen seien jeweils fünf nicht zu Hause und zwei bis drei seien enthusiastische Harris-Supporter. Doch manchmal treffe man auf unentschlossene Wähler. «Es handelt sich um eine kleine Zahl von Wählern, aber das Resultat hängt von ihnen ab!»
Kevin Lamarque / Reuters
15.46 Uhr: Präsident Biden verfolgt die Wahl im Weissen Haus
Der scheidende amerikanische Präsident Joe Biden verfolgt den Wahltag gemeinsam mit seiner Frau Jill und langjährigen Mitarbeitern in seiner Residenz im Weissen Haus. Öffentliche Auftritte plant der amtierende Präsident nicht.
J. D. Vance, der republikanische Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, hat in Cincinnati, Gliedstaat Ohio, gemeinsam mit seiner Familie gewählt. Vance sagte: «Ich habe natürlich für Donald Trump und mich selbst gestimmt. Meine Frau hat das auch getan», sagte Vance vor Reportern. «Ich habe ein gutes Gefühl bei diesem Rennen.»
Vances Heimat, der Gliedstaat Ohio, galt bei vergangenen Wahlen noch als umkämpfter Swing State, tendierte zuletzt aber stärker in Richtung der Republikaner. Sowohl 2020 als auch 2016 gewann Trump den Gliedstaat im Mittleren Westen mit jeweils gut acht Prozentpunkten Vorsprung.
15.29 Uhr: Wahllokale in 38 Gliedstaaten geöffnet
In der Nacht auf Dienstag haben die beiden Kandidaten noch einmal zu ihren Anhängern im Swing State Pennsylvania gesprochen. Donald Trump forderte dabei die Todesstrafe für jeden Migranten, der einen amerikanischen Bürger oder einen Polizisten tötet.
Die demokratische Kandidatin Kamala Harris erklärte, es sei Zeit für eine neue Generation an Führungskräften in den USA.
Inzwischen sind die Wahllokale in 38 Gliedstaaten geöffnet. Hier finden Sie alle wichtigen Daten zur Wahl: Wann schliessen die Wahllokale? Wann ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen? Unser Fahrplan zur Entscheidung in den USA.
14.54 Uhr: Entscheide über Recht auf Abtreibung in zehn Gliedstaaten
In zehn Gliedstaaten wählen die Stimmbürger an diesem Dienstag nicht bloss den nächsten Präsidenten oder die nächste Präsidentin, sie entscheiden auch über das Recht auf Abtreibung.
Die einzelnen Vorlagen in den Gliedstaaten sind unterschiedlich formuliert. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass sie das Recht auf Abtreibung in der Verfassung des jeweiligen Gliedstaates verankern wollen. Die Referenden sind eine Reaktion auf den Entscheid des Supreme Court aus dem Jahr 2022. Damals kippte das oberste Gericht der USA das sogenannte «Roe vs. Wade Urteil». Dieses Urteil erlaubte Schwangerschaftsabbrüche bis zur Lebensfähigkeit des Fötus in der 24. Schwangerschaftswoche.
Seit der Supreme Court entschieden hat, dass aus dem «Roe vs. Wade Urteil» kein landesweites Recht auf Abtreibung abgeleitet werden kann, sind die 51 Gliedstaaten selbst für die Gesetzgebung in dieser Frage verantwortlich.
Im Swing-State Arizona beispielsweise entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über eine entsprechende Vorlage. Diese soll das Recht, eine Schwangerschaft bis zur Lebensfähigkeit des Fötus in der 24. Schwangerschaftswoche abzubrechen, in der Verfassung des Gliedstaates verankern.
Warum das Thema Abtreibung zahlreiche Wählerinnen mobilisieren könnte, lesen Sie hier.
14.33 Uhr: Trump tanzt zu «YMCA», Harris sagt: «We are not going back»
Am Montag, dem Tag vor der Wahl, haben sowohl Kamala Harris als auch Donald Trump letzte Reden gehalten. Trump tanzte, wie so oft in diesem Wahlkampf, auf einer Bühne in Michigan zum Lied «YMCA». Er sagte, ab dem 1. Januar werde er damit beginnen, Migranten aus dem Land zu schaffen.
Harris sprach am Montag unter anderem in Allentown, Pennsylvania. Sie sprach über den Affordable Care Act, besser bekannt las Obamacare. Das Gesetz soll allen Amerikanerinnen und Amerikanern den Zugang zu einer Krankenversicherung ermöglichen. Trump wolle dieses Gesetz abschaffen, sagte sie. Und weiter: «We are not going back».
14.13 Uhr: In einigen Wahlbezirken werden Beobachter eingesetzt
Laut der «New York Times» haben Wahlbeobachter zwei Dutzend Wahlbezirke identifiziert, die potenziell die Regeln der Wahl nicht einhalten könnten. Dabei handelt es sich zum Teil um Bezirke, bei denen es vor vier Jahren oder bei den Midterms Widerstand gegen die Bestätigung des Ergebnisses gab. Einer dieser Bezirke ist die republikanische Gegend Cochise County im Südosten von Arizona. Dort wehrten sich die Beamten bei den Midterms im Jahr 2022, die Ergebnisse zu bestätigen.
13.26 Uhr: Was passiert in den Swing States?
Die Präsidentschaftswahl wird voraussichtlich in den sogenannten Swing States entschieden: In Nevada, Arizona, Pennsylvania, Georgia, Wisconsin, North Carolina und Michigan. Im Gegensatz zu den anderen Gliedstaaten sind diese Staaten weder klar demokratisch noch republikanisch geprägt – der Wahlausgang ist völlig offen.
In diesen Staaten sind es oft nur wenige Stimmen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Daher haben Donald Trump und Kamala Harris in den letzten Wochen vor allem dort Wahlkampf gemacht. Bei der Präsidentschaftswahl vor vier Jahren gewann der demokratische Kandidat Joe Biden sechs der sieben Swing States: Michigan, Wisconsin, Nevada, Arizona, Georgia und Pennsylvania.
Mehr zu den Swing States und ihrer wirtschaftlichen Lage:
12.16 Uhr: Die ersten Wahllokale sind geöffnet
In einigen Staaten an der Ostküste der USA gehen die ersten Wahllokale auf. In New York, Virginia, New Jersey und Connecticut können die Wählerinnen und Wähler ab 6 Uhr in der Früh ihre Stimme abgeben.
Kent J. Edwards / Reuters
11.55 Uhr: Männer wählen Trump, Frauen wählen Harris
Wie Umfragen zeigen, manifestiert sich bei diesen Wahlen eine deutliche Kluft zwischen den Geschlechtern. Männer wählen eher republikanisch, Frauen demokratisch. Bei einer Wahlveranstaltung in Atlanta, Georgia, sagt eine Frau am Montagabend, es sei Zeit, dass Amerika von einer Frau repräsentiert werde.
Mehr dazu: Eine Datenanalyse zum Gender-Gap in den USA
11.31 Uhr: Warum wird in den USA eigentlich immer an einem Dienstag gewählt?
Seit dem Jahr 1845 wird der US-Präsident jeweils am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November gewählt. Das hat mit der Landwirtschaft zu tun: Im 19. Jahrhundert arbeitete ein Grossteil der Wähler in den USA in der Landwirtschaft. Im November mussten die Bauern weder ernten noch anbauen und hatten Zeit, zur Wahl zu gehen. Da die Menschen samstags auf dem Markt und sonntags in der Kirche waren und viele eine Tagesreise vom nächsten Wahllokal entfernt wohnten, fiel der Wahltag auf einen Dienstag.
11.04 Uhr: Sicherheitsvorkehrungen vor dem Wahlzentrum in Phoenix
In den USA ist es der Abend vor dem grossen Wahltag. Das Wahlzentrum in Phoenix, Arizona, ist einer der wichtigsten Schauplätze dieser Wahl. Hier werden am Dienstag Millionen von Stimmzetteln ausgezählt. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen.
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10.29 Uhr: Demokratische Wahlparty in Atlanta
In einem Stadtviertel von Atlanta im Gliedstaat Georgia veranstalten die Demokraten am Montagabend eine Mischung aus letzter Wahlkampfveranstaltung und Party. Der Bürgermeister von Atlanta, André Dickens, fordert die Bürger ein letztes Mal zur Wahl auf. Es treten lokale Sängerinnen, Rapper, DJ und die Blasmusik House of Funk auf.
In Atlanta machen Afroamerikaner rund die Hälfte der Bevölkerung aus. Sie fühlen sich durch die Hautfarbe und den kulturellen Hintergrund mit Kamala Harris verbunden. Eine Arztgehilfin sagt: «Harris repräsentiert die Unter- und Mittelschicht. Trump kennt die Mühen des durchschnittlichen Amerikaners nicht. Er vertritt nur eine kleine Gruppe von Milliardären. Eigentlich vertritt er nur sich selbst.» Und ein Armeeveteran und Pharmazeut, der ursprünglich aus Puerto Rico stammt, sagt: «Harris steht für Respekt, Moral und Anstand.»
10.45 Uhr: Harris und Trump liegen in Umfragen gleichauf
Für die Umfragen vor den Wahlen werden jeweils einige tausend Amerikanerinnen und Amerikaner befragt, die registrierte Wähler sind oder angeben, wahrscheinlich an der Wahl teilzunehmen. In den letzten Umfragen vor dem 5. November liegen Harris und Trump in den Umfragen fast gleichauf. Das Rennen um die Präsidentschaft scheint noch völlig offen.
10.00 Uhr: Willkommen zum Live-Ticker
Die NZZ begrüsst Sie zum Live-Ticker zu den US-Wahlen. Nach einem monatelangen und teilweise irren Wahlkampf ist es nun so weit: Die USA wählen ihren neuen Präsidenten oder ihre neue Präsidentin. Erhalten die USA mit Kamala Harris die erste Präsidentin der Geschichte des Landes? Oder wird Donald Trump nach 2016 ein zweites Mal in das Amt gewählt?
Hier finden Sie in den nächsten Stunden und Tagen alles über die Ereignisse rund um die Wahl. Unsere Korrespondenten sind in verschiedenen Gliedstaaten unterwegs und berichten live.
Rodrigo Abd / AP